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Rhetorik: Die 5 Produktionsstadien der klassischen Rede

Titel: Rhetorik: Die 5 Produktionsstadien der klassischen Rede

Seminararbeit , 2001 , 20 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Jörg Hartmann (Autor:in)

Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das System „Rhetorik“, dessen Ursprünge im 5. vorchristlichen Jahrhundert in Griechenland zu finden sind, ist ein System, das dazu dienen soll, die Redeproduktion zu verbessern. Hierfür wurden Regeln geschaffen, deren Anwendung und Kenntnis zu einer angemessenen Rede führen. Die vorliegende Arbeit stellt dieses System anhand der 5 Produktionsstadien einer klassischen Rede dar.

Die Rhetorik ist ein System von Regeln, das die Theorie und Praxis der menschlichen Beredsamkeit beschreibt. Beredsamkeit umfasst hierbei öffentliche und private Äußerungen, die mündlich, schriftlich und auch durch technische Medien wie Film oder Internet, vermittelt werden. Die Theorie beschäftigt sich mit der Analyse sprachlicher Kommunikation, die den Adressaten von einem bestimmten Ziel zu überzeugen soll. Ziel ist es, die Wirkungsweise persuasiver Kommunikation empirisch beschreiben zu können.
In der Praxis dient Rhetorik als Anleitung zur Herstellung eines wirkungsorientierten Sprechaktes. Hierbei spielt neben der lautlichen Äußerung des Redners (orator) auch das körpersprachliche Verhalten eine große Rolle. „Wir müssen uns vor Augen halten, dass Rhetorik auf den griechischen Ausdruck für Redekunst zurückgeht, dass die konventionelle Rhetorik also das beschreibt, was ein Redner mit der Sprache anfangen kann.“
Die Grundlagen dieser Wissenschaft wurden bereits in der Antike von Aristoteles, Cicero, Quintilian und vielen anderen Rhetoren herausgearbeitet. Grundannahme ist, dass der Mensch eine naturgegebene Veranlagung zum Sprechen (natura) besitzt und diese durch Nachahmung (imitatio) und Einübung (exercitatio) zu einer Kunst der guten Rede (ars bene dicendi), vervollkommnen kann. Hierdurch unterscheidet sich die Rhetorik von der Grammatik, denn „die virtus der Grammatik besteht in der Korrektheit, die der Rhetorik im bene.“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Definition „Rhetorik“

2.2. Die Produktionsstadien der klassische Rede

2.2.1 Inventio

2.2.1.1 Topik

2.2.1.2 Die drei Redegattungen

2.2.2 Dispositio

2.2.2.1 Ordo naturalis und ordo artificialis

2.2.2.2 Die drei Aufgaben des Redners (officia oratoris)

2.2.2.2.1 Docere

2.2.2.2.2 Delectare, conciliare

2.2.2.2.3 Movere, concitare

2.2.2.3 Die Redeteile (partes orationis)

2.2.2.3.1 Der Redeanfang (exordium)

2.2.2.3.2.1 Einleitung (prooemium)

2.2.2.3.3.2 Die Einschmeichelung (insinuatio)

2.2.2.3.2 Narratio

2.2.2.3.2.1 Propositio und digressio

2.2.2.2.3.3 Argumentatio

2.2.2.2.3.4 conclusio, peroratio

2.2.3 Elocutio

2.2.3.1 Die vier Tugenden der sprachlichen Darstellung

2.2.3.1.1 Latinitas

2.2.3.1.2 Perspicuitas

2.2.3.1.3 Aptum

2.2.3.1.4 Ornatus

2.2.2.3.1.4.1 Tropen

2.2.3.1.4.1.1 Periphrase

2.2.3.1.4.1.2 Metonymie

2.2.3.1.4.1.3 Synekdoche

2.2.3.1.4.1.4 Metapher

2.2.3.1.4.1.5 Katachrese

2.2.3.1.4.1.6 Hyperbel

2.2.3.1.4.1.7 Emphase

2.2.3.1.4.1.8 Ironie

2.2.3.1.4.2 Figuren (ornatus in verbis coniunctis)

2.2.3.1.4.2.1 Wortfiguren

2.2.3.1.4.2.1.1 Quantitätsfiguren per adiectionem

2.2.3.1.4.2.1.2 Quantitätsfiguren per detractionem

2.2.3.1.4.2.1.2.1 Asyndeton

2.2.3.1.4.2.1.3 Worstellungsfiguren per transmutationem

2.2.3.1.4.2.1.3.1 Parallelismus und Chiasmus

2.2.3.1.4.2.1.3.2 Hyperbaton

2.2.3.1.4.2.2 Sinnfiguren (figurae sententiae)

2.2.3.1.4.2.2.1 Apostrophe

2.2.3.1.4.2.2.2 Rhetorische Frage

2.2.3.1.4.2.2.3 Entgegenstellung (Antithese)

2.2.3.1.4.2.2.4 Widersprüchlichkeit (Oxymoron)

2.2.3.1.4.2.2.5 Anheimstellung

2.2.3.1.4.2.2.6 Personifikation

2.2.3.1.4.2.2.7 Allegorie

2.2.3.1.4.2.2.8 Wortfügung

2.2.4 Memoria

2.2.5 Actio

3. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das klassische System der Rhetorik als Instrument zur Verbesserung der Redeproduktion zu erläutern, indem sie die fünf zentralen Produktionsstadien einer Rede detailliert darstellt und wissenschaftlich einordnet.

  • Historische Grundlagen und Definition der Rhetorik
  • Systematische Aufarbeitung der fünf Produktionsstadien (Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria, Actio)
  • Differenzierung der Redegattungen und Aufgaben des Redners
  • Analyse rhetorischer Stilmittel (Tropen und Figuren)
  • Bedeutung der sprachlichen Tugenden (Latinitas, Perspicuitas, Aptum, Ornatus)

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Inventio

Das Auffinden der Gedanken (argumenta), die nötig sind um das Thema überzeugend präsentieren zu können.

Der erste Schritt der hierfür nötig ist, liegt in der Erkenntnis (intellectio) der zu behandelnden Sache. Voraussetzungen hierfür werden zur natürlichen Veranlagung (natura) gezählt. Es sind der natürliche Scharfsinn und ein großes Allgemeinwissen, das eine Einordnung in einen bestimmten Zusammenhang ermöglicht. Fleiß (studium) ermöglicht es dann diese Talente zu aktivieren. Die Kunst (ars) kommt beim Aufsuchen der notwendigen Beweise ins Spiel.

„Diese Stoffmomente sind nicht einem zufälligen Suchen anheimgegeben, sondern befinden sich an vorgegebenen Fundstätten.“3 Als Leitfaden zu den Fundorten dient die Lehre von den loci bzw. topoi (lat. gr.= Örter). Die quaestiones entsprechen den 7 W Fragen wer, was, wo, wodurch, wie, wann (quis, quid, ubi, quibus, cur, quomodo, quando).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Kurzer Abriss der historischen Ursprünge der Rhetorik im antiken Griechenland und Zielsetzung der Arbeit zur Darstellung des fünfstufigen Produktionssystems.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse der Rhetorik als System zur Gestaltung persuasiver Kommunikation, gegliedert in die Phasen Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria und Actio.

3. Schluß: Fazit zur Anwendung rhetorischer Orientierungspunkte bei der Bewältigung komplexer Texte.

Schlüsselwörter

Rhetorik, Produktionsstadien, Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria, Actio, Topik, Redegattungen, Sprachliche Tugenden, Tropen, Rhetorische Figuren, Persuasion, Aristoteles, Antike

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das antike System der Rhetorik und dessen Anwendung als methodische Anleitung zur erfolgreichen Redeproduktion.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Im Zentrum stehen die theoretische Definition der Rhetorik, die fünf klassischen Produktionsstadien einer Rede sowie eine detaillierte Analyse stilistischer Mittel und rhetorischer Tugenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirkungsweise persuasiver Kommunikation auf Basis des klassischen Modells empirisch und strukturell nachvollziehbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse rhetoriktheoretischer Standardwerke, um die klassischen Produktionsschritte einer Rede systematisch darzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die fünf Stadien: Inventio (Stofffindung), Dispositio (Gliederung), Elocutio (sprachliche Ausarbeitung), Memoria (Auswendiglernen) und Actio (Vortrag).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Rhetorik, Topik, Redegattungen, rhetorische Figuren und die klassischen Stilideale wie Latinitas und Ornatus.

Wie unterscheidet die Rhetorik zwischen Tropen und Figuren?

Tropen basieren auf dem Austausch (immutatio) von Einzelwörtern, während Figuren als Änderungen in Wortverbindungen durch Hinzufügen, Auslassen oder Umstellen definiert werden.

Warum ist die Unterscheidung zwischen ordo naturalis und ordo artificialis in der Dispositio wichtig?

Sie beschreibt den Unterschied zwischen der natürlichen Abfolge einer Rede und der bewussten, kunstvollen Abweichung, um dramaturgische Effekte beim Publikum zu erzielen.

Welche Bedeutung haben die fünf Sprachideale für die Elocutio?

Sprachrichtigkeit, Klarheit, Angemessenheit und Schmuck (sowie als fünfte Tugend die Kürze) bilden den Qualitätsstandard für eine wirkungsvolle Einkleidung der Gedanken in Sprache.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rhetorik: Die 5 Produktionsstadien der klassischen Rede
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Rhetorik
Note
2,3
Autor
Jörg Hartmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
20
Katalognummer
V43746
ISBN (eBook)
9783638414777
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rhetorik Produktionsstadien Rede Einführung Rhetorik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jörg Hartmann (Autor:in), 2001, Rhetorik: Die 5 Produktionsstadien der klassischen Rede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43746
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Leseprobe aus  20  Seiten
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