Literatur ist ein wichtiger Bestandteil des Sprachunterrichts. Sie bietet Einblick in die Kultur des Landes und trägt zur Motivation der Lernenden bei, wenn diese sich nicht nur mit nicht oder semi-authentischen Lehrbuchtexten und Grammatik beschäftigen müssen. Außerdem können an ihr alle wichtigen Kompetenzen wie Lesen, Schreiben, Sprechen und Hören, sowie Landeskunde und Wortschatz geübt und vertieft werden.
In dieser Arbeit soll am Beispiel von Ilse Aichingers „Das Fenstertheater“ näher auf die Verwendung von Kurzgeschichten im DaF/DaZ-Unterricht eingegangen werden. Dazu wird zunächst die Erzählform „Kurzgeschichte“ näher erläutert, indem ihre Merkmale aufgezeigt und am Text verdeutlicht werden. In einem weiteren Schritt wird untersucht, welche Symbolik und narrative Strategien in der Geschichte verwendet werden, die typisch für Texte Aichingers sind.
Danach werden einige Aspekte für die Verwendung von Kurzgeschichten im Unterricht angeführt um zu zeigen, welches Potential die Arbeit mit Literatur bildet. Da durch den kulturellen Hintergrund jedoch auch Verständnisprobleme bei den Lernenden auftreten können, wird noch einmal untersucht, inwiefern kultur- und gesellschaftsspezifische Begriffe in der Kurzgeschichte „Das Fenstertheater“ verwendet werden und wie diese verstanden (bzw. nicht verstanden) werden könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Kurzgeschichte
2.1 „Das Fenstertheater“ als Kurzgeschichte
2.2 Symbolik und Erzählstil Aichingers
3. Kurzgeschichten im DaF/DaZ-Unterricht
3.1 Textarbeit und -erschließung
3.2 Interkulturelle Aspekte
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Kurzgeschichten im DaF/DaZ-Unterricht am Beispiel von Ilse Aichingers Erzählung „Das Fenstertheater“, um deren didaktisches Potenzial zur Förderung verschiedener Sprachkompetenzen sowie zur interkulturellen Sensibilisierung aufzuzeigen.
- Analyse der gattungsspezifischen Merkmale von Kurzgeschichten.
- Untersuchung von Symbolik und erzählerischen Strategien in Aichingers Werk.
- Darstellung methodischer Ansätze für die Textarbeit im Unterricht.
- Reflektion über interkulturelle Missverständnisse und kulturelle Codierungen.
Auszug aus dem Buch
2.1 „Das Fenstertheater“ als Kurzgeschichte
Der Begriff „Kurzgeschichte“ leitet sich von den US-amerikanischen short stories ab. Diese umfassen allgemein Erzählungen, also längere Texte als im Deutschen bei Kurzprosa üblich. Nachdem sich short stories im Deutschen vorerst nur auf die „Werke der US-amerikanischen Schriftstellergeneration um 1850“ bezog, wurde der Begriff ab 1945 auch für deutsche Literatur verwendet. Erst Ende 1950 wurde die Kurzgeschichte als „eigenständige literarische Erzählform“ (ebd., 16) eingeführt.
Ilse Aichingers 1949 verfasste Geschichte „Das Fenstertheater“ lässt sich anhand verschiedener Merkmale in die Erzählform „Kurzgeschichte“ einordnen. Erstes auffallendes Merkmal ist die Länge. Kurzgeschichten sind relativ kurz – relativ bezieht sich hier auf die Textlänge von beispielsweise Romanen, dennoch ist die Kürze nicht festgelegt. Als nächstes Merkmal fällt dem Leser der unvermittelte Einstieg in das Geschehen ins Auge: „Die Frau lehnte am Fenster und sah hinüber.“ Es gibt keine Einleitung oder wenigstens eine genauere Beschreibung der Figuren. Anfänge von Kurzgeschichten lassen sich in zwei Kategorien teilen: betont/vorbereitend und unbetont. Ein betonter Anfang enthält das Ereignis, von dem die Geschichte handelt bzw. die Ankündigung dessen; ein unbetonter Anfang enthält demzufolge weniger wichtige Informationen und die Leitmotive werden erst nach und nach mit dem Verlauf der Geschichte eingeführt. „Das Fenstertheater“ beginnt mit einem betonten Anfang.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Literatur im Sprachunterricht und skizziert die Zielsetzung der Arbeit anhand des Textbeispiels von Ilse Aichinger.
2. Zur Kurzgeschichte: Dieses Kapitel definiert die Gattungsmerkmale der Kurzgeschichte und analysiert spezifische erzählerische Strategien sowie die Symbolik in „Das Fenstertheater“.
3. Kurzgeschichten im DaF/DaZ-Unterricht: Hier wird der Einsatz literarischer Texte unter didaktischen Aspekten wie Textarbeit und dem Umgang mit interkulturellen Besonderheiten beleuchtet.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der gewählten Kurzgeschichte für den Unterricht im Kontext der Interkulturalität.
Schlüsselwörter
Kurzgeschichte, DaF-Unterricht, DaZ-Unterricht, Ilse Aichinger, Das Fenstertheater, Textarbeit, Erzählstil, Symbolik, Interkulturalität, Literaturdidaktik, Sprachvermittlung, Sprachkompetenz, Lesestrategien, Kulturspezifik, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Kurzgeschichten als literarisches Medium im Deutschunterricht für Fremd- und Zweitsprachler.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen die literarische Gattungsanalyse, die didaktische Aufbereitung von Texten und die Bedeutung kultureller Hintergründe bei der Interpretation.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, das Potenzial der Kurzgeschichte „Das Fenstertheater“ für die Förderung von Sprachkompetenz und das Verständnis kultureller Nuancen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturdidaktische Analyse, die auf theoretischen Grundlagen der Textarbeit basiert und diese am konkreten Textbeispiel erprobt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Gattungsanalyse, die Erläuterung erzählerischer Mittel und die Darstellung methodischer Vorgehensweisen für den DaF/DaZ-Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kurzgeschichte, DaF/DaZ-Didaktik, Interkulturalität, Textarbeit und literarische Symbolik.
Warum spielt die Interpretation des Begriffes „Polizei“ in der Arbeit eine Rolle?
Das Beispiel verdeutlicht, wie kulturell geprägte Begriffe und Rollenbilder der Polizei zu Missverständnissen bei Lernenden aus anderen Kulturen führen können.
Welchen Stellenwert nimmt die „Symbolik“ in Aichingers Werk ein?
Die Arbeit zeigt, dass Symbole wie Licht, Dunkelheit oder Kleidung zentral sind, um die Situation und das Innenleben der Figuren im „Fenstertheater“ zu entschlüsseln.
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- Katja Büttner (Author), 2018, Die Kurzgeschichte im DaF/DaZ-Unterricht. Ilse Aichingers "Das Fenstertheater", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437489