Auswirkungen des WTO-Beitritts Chinas auf die Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen in China


Hausarbeit, 2002

24 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 World Trade Organisation (WTO)
2.1 Institution der WTO, Grundsätze und Ziele
2.2 Der WTO-Beitritt der Volksrepublik China und Beitrittsforderungen des BDI

3 Direktinvestitionen in China
3.1 Begriff und Abgrenzung
3.2 DI in China und deren Einfluss auf die chinesische Wirtschaft
3.3 Hauptdeterminanten der FDIs in China
3.4 Bedeutung des chinesisches Marktes für die deutsche Wirtschaft

4 Auswirkungen des WTO-Beitritts
4.1 Wirtschaftlicher Nutzen des Beitritts für China und die WTO
4.2 Branchenspezifische Auswirkungen in China
4.3 Einfluss des WTO-Beitritts auf die FDIs

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis v

7 Internet-Adressenverzeichnis vii

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die zehn größten Bezieher von FDI 2000 (Quelle: WIR Unctad, 2001)

Abbildung 2: Sektorale Aufteilung innerhalb des chin. Verarbeitungsgewerbes, Ende 1995, (Quelle: Houde/ Lee, 2000, 8)

Tabelle 1: Forderungen zum WTO-Beitritt der VR China (Quelle: www.ahk-china.org, 2000)

1 Einleitung

China mit weit über eine Milliarde Menschen verspricht aufgrund des riesigen Marktpotentials hohe Erfolge für mutige Investoren. Vor mehr als 20 Jahren begann in China die Reform- und Öffnungspolitik. Der schrittweise Übergang zu einer immer mehr marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaftsform hat große Wachstumskräfte freigesetzt und heute gehört die Volksrepublik (VR) zu den wachstumsstärksten Märkten überhaupt.

Zu den Schlüsselbranchen zählen der Maschinenbau und die Textilindustrie. Eine zunehmende Zahl von westlichen Unternehmen (Unt.) möchte an der boomenden Wirtschaft in den genannten Branchen partizipieren. Dennoch sollten die Risiken und Probleme nicht unterschätzt und Chancen des chinesischen (chin.) Marktes nicht überschätzt werden.

Im November 2001 wurde in Doha der Beitritt Chinas zur „World Trade Organisation“ (WTO), der am 11.12.2001 wirksam wurde, beschlossen. Damit hat sich die VR zu einer weiten Liberalisierung innerhalb der nächsten fünf Jahre verpflichtet. Es muss ein einheitlicher chin. Binnenmarkt geschaffen werden, bestehende Beschränkungen des Marktzugangs und lokale Monopole abgeschafft werden. Das Investitionsklima wird sich durch den Beitritt verbessern, jedoch müssen die ausländischen (ausländ.) Investoren mit zunehmenden nicht-tarifären Handelshemmnissen rechnen. Dennoch verspricht der chin. Markt hervorragende Geschäfte.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Direktinvestitionen (DI) in der VR China und deren Einfluss auf die chin. Wirtschaft zu analysieren und anschließend die Auswirkungen des WTO-Beitritts abzuleiten.

Als erstes sollen hierzu die Institution der WTO, ihre Ziele und Grundsätze aufgezeigt werden. Danach folgt eine kurze Darstellung der chin. Beitrittsbemühungen und der WTO-Forderungen vom Bundesverband der deutschen Wirtschaft (BDI).

Im nächsten Abschnitt soll der Begriff der DI erläutert werden, um das Thema von anderen Formen der möglichen Investitionen abzugrenzen und um die Motive von Investoren und allgemein bestehende Risiken dieser Art darzustellen. Es werden die DI in China und deren Einfluss auf die chin. Wirtschaft analysiert. Darauf folgen die Hauptdeterminanten der DI in China und die Bedeutung des chin. Marktes für die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Anschließend werden sowohl der wirtschaftliche Nutzen des Beitritts für die VR und die WTO, als auch die Auswirkungen auf bestimmte Branchen und die DI erläutert.

Zum Schluss werden die Auswirkungen des WTO-Beitritts China zusammengefasst und ein Ausblick abgeleitet.

Bei der Ausarbeitung dieser Arbeit stützte sich die Autorin zum größten Teil auf chinabezogene Literaturquellen, sowohl aus dem Internet als auch aus wissenschaftlichen Beiträgen. Vieles davon stammt aus der Zeit vor dem Beitritt Chinas zur WTO. Speziell beim Internet, muss aus Datensicherheitsgründen auf die Zuverlässigkeit und Validität der Informationen hingewiesen werden.

2 World Trade Organisation (WTO)

2.1 Institution der WTO, Grundsätze und Ziele

Die WTO wurde am 1. Januar 1995 gegründet. Sie ist die Nachfolgeorganisation des „General Agreement on Tariffs and Trade“ (GATT) und die weltweit bedeutendste zwischenstaatliche Organisation für die Zusammenarbeit in der Handelspolitik.

Eigentlich sollte schon nach dem Zweiten Weltkrieg eine internationale (internat.) Handelsorganisation entstehen. Der US-Kongress lehnte das jedoch ab. So wurde das GATT als Provisorium 1947 von 23 Mitgliedern gegründet und wuchs bis Anfang der Neunziger Jahre auf 125 Mitglieder an. Im April 1994 unterzeichneten fast alle Teilnehmerstaaten des GATT in Marrakesch (Marokko) eine Verhandlung, die unter anderem die Schaffung der WTO vorsah.

Der WTO gehörten im Oktober 1997 132 Länder an (vgl. Woyke 1998, 521). Jeder der Mitglieder verfügt über eine Stimme, die Gewichtung der Stimmen ist also nicht nach wirtschaftlicher Bedeutung oder Größe der einzelnen Staaten ausgerichtet. Alle Entscheidungen müssen auf Konsensbasis getroffen werden.

Hauptziel der WTO ist die Liberalisierung des Welthandels. Durch den Abbau von Handelsbarrieren der Mitgliedsländer will die WTO Erhöhung des Lebensstandards, Vollbeschäftigung, ein hohes und ständig steigendes Niveau des Realeinkommens und der wirksamen Nachfrage und weiteres (u.w.) erreichen (vgl. Woyke 1998, 523-524; BPB, 2000, 236).

Die wichtigste Grundregel ist die Meistbegünstigung, wobei Zollvergünstigungen allen Handelspartnern eines Landes im gleichen Maße gewährt werden müssen. Weiter dürfen keine Sonderzölle gegenüber bestimmten Ländern aus politischen oder anderen Gründen eingeführt werden (Nichtdiskriminierung).

Während in der „Kennedy-Runde“ (1964-1967) die Mitgliedstaaten erstmals über Anti-Dumping- Maßnahmen verhandelten, wurde mit der „Tokio-Runde“ (1973-1979) der Tätigkeitsbereich des GATT auf den Abbau von nicht-tarifären Handelshemmnissen , wie z.B. Einfuhrbeschränkungen, Exportsubventionen, Diskriminierung und Dumping erweitert. Mit der „Uruguay-Runde“ und der Schaffung der WTO wurde die internat. Zusammenarbeit im Bereich der Handelspolitik auf weitere wichtige Bereiche ausgedehnt. Sie setzt Grundregeln für den Handel mit Waren und Dienstleistungen (DL) sowie im Bereich des geistigen Eigentums fest (vgl. BPB, 2000, 237; www.wto.org/english/ 1999a, 4).

Die Mitgliedstaaten der EU führen eine gemeinsame Außenhandelspolitik. Sie sprechen deshalb in der WTO „mit einer Stimme“. Die Europäische Kommission vertritt bei den WTO-Treffen die europäischen Handelsinteressen. Die EU ist ein eigenständiges WTO-Mitglied, ebenso wie jeder ihrer fünfzehn Mitgliedstaaten.

2.2 Der WTO-Beitritt der Volksrepublik China und Beitrittsforderungen des BDI

Die VR China bemühte sich seit 13 Jahren um die Aufnahme in die WTO. Die Verhandlungen liefen jedoch mühsam ab. Die VR wollte Sonderkonditionen, wie die Einräumung des Status eines Entwicklungslandes beim Eintritt durchsetzen. Chinas Handelspartner verlangten eine weitere Öffnung nach außen und die Senkung von Marktbarrieren. Aus der Sicht der USA und Europa bestand die Gefahr zu rascher Konkurrenz durch preiswerte chin. Exportartikel (vgl. www.ahk-china.org/ 2000). Im Jahr 1989 wurden die Verhandlungen durch den Vorfall auf dem Tiananmen Platz, auf einige Zeit ausgesetzt.

Am 15. 11. 1999 wurde, nach intensiven Verhandlungen, eine bilaterale Handelsvereinbarung zwischen den USA und China unterzeichnet. Im Juli desselben Jahres wurde eine generelle Vereinbarung mit Japan getroffen und am 19. 05. 2000 mit der EU unterzeichnet.

Der 11. 09. 2001, Aufnahme der VR in die WTO, ist zu einem historischen Wendepunkt Chinas geworden. Die VR hat sich dazu verpflichtet internat. und national neue Verantwortung zu übernehmen und sich den internat. Handelsregeln zu unterwerfen.

Die Abteilung für internat. Märkte und Abteilung für Außenwirtschaftspolitik des BDI (vgl. 2000, 1-3) hatten in ihrem Positionspapier vom März 2000 zwölf Forderungen zum WTO-Beitritt der VR China aufgestellt, die in der folgenden Tabelle zusammengefasst worden sind. Aus Platzgründen wird hier nicht auf alle eingegangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Forderungen zum WTO-Beitritt der VR China (Quelle: www.ahk-china.org, 2000)

Den chinesisch - deutschen Wirtschaftsbeziehungen wird in diesem Papier ein hoher Stellenwert beigemessen. Die BRD steht mit Abstand an der ersten Stelle unter Chinas Handelspartnern aus der Europäischen Union (EU). Deutsche DI weisen zwar im Vergleich (i.Vrgl.) zum Handelstausch einen niedrigeren Wert aus, der jedoch in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Wegen der steigenden Bedeutung Chinas ist es davon auszugehen, dass die Beziehungen in der Zukunft weiter ausgebaut werden.

Der Beitritt der VR China zur WTO ist als entscheidender Schritt zum Ausbau des internat. Handelssystems zu sehen. Im Interesse eines offenen und gerechten Weltmarktes müssen ein weltweiter Zusammenschluss in der WTO und ein multilaterales Handelssystem sicher gestellt sein.

Der Beitritt Chinas zur WTO wird laut BDI nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die VR, sondern auch auf die gesamte Welthandelsgemeinschaft haben. Die durch den Beitritt ausgelösten Veränderungen sind mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Anpassungen verbunden und sollten bei den Verhandlungen über den WTO-Beitritt berücksichtigt werden.

Nicht alle Bereiche der chin. Volkswirtschaft sind wettbewerbsfähig. Auf einigen Gebieten besteht ein erheblicher Umstrukturierungsbedarf, der allerdings nicht von heute auf morgen erfolgen kann, sondern im Rahmen eines langen und mühseligen Prozesses vollzogen wird. Es wurden Übergangsfristen vereinbart, innerhalb deren der z. B. kaum konkurrenzfähige Automobilsektor geschützt werden soll und zur Weltmarktreife herangeführt werden kann.

China muss seinen Markt für öffentliche Beschaffungen öffnen und den ausländ. Unt. Zugang zu öffentlichen Aufträgen ermöglichen.

Die dt. Industrie fordert daneben eine vollständige Liberalisierung des Vertriebes und die Gleichbehandlung von lokalen und ausländ. Anbietern.

Der Schutz geistigen Eigentums erweist sich als ein großes Problem, da die Marken- und Produktpiraterie in China weit verbreitet ist. Die dt. Industrie verlangt eine durchgreifende Verbesserung des Schutzes im ganzen Land.

3 Direktinvestitionen in China

3.1 Begriff und Abgrenzung

DI sind eine der Sonderformen des Außenhandels und sollen an dieser Stelle detailliert untersucht werden, so dass auf andere Formen des Außenhandels bzw. der Investitionen im Ausland hier nicht eingegangen wird. Dies würde vergleichende Untersuchungen erfordern, die über das Thema und den Rahmen dieser Arbeit hinausgingen.

Unter der betriebswirtschaftlichen Betrachtung lassen sich DI wie folgt definieren:

„Als Direktinvestitionen werden Kapitalanlagen von Gebietsansässigen in fremden Wirtschaftsgebieten bezeichnet, die das Ziel verfolgen, dauerhafte Wirtschaftsverbindungen zu einem Auslandsunternehmen einzugehen, insbesondere durch die Bereitstellung von Technologie, Kapital, Marketingkonzepten und Managementwissen“ (Jahrmann 2001, 66).

Dieses Ziel kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden:

- Errichtung oder Kauf von Untermehmen, Niederlassungen oder Betriebsstätten,
- Erwerb von Unternehmensbeteiligungen (mind. 10%)1,
- Kreditgewährung an Unternehmen des Gebietsansässigen bzw. an Unternehmen, an denen er beteiligt ist,
- Ausstattung der Unternehmen mit Anlagegütern.2

Die Frage ist nun, welche Überlegungen eine Rolle spielen, um DI im Ausland zu tätigen. Diese sind i.d.R. strategisch angelegt und kurzfristige Gewinne treten in den Hintergrund.

Welche Vor- und Nachteile spielen bei der Entscheidungsfindung eine Rolle und welche Motive für das ausländ. Engagement lassen sich ableiten?

Vorteile sind sicher, die niedrigeren Lohnkosten, die im Ausland anzutreffen sind, häufig günstigere Rohstoffe, es können neue Absatzmärkte erschlossen werden und die Transportkosten zum Abnehmer sind geringer. Außerdem entfallen Einfuhrprobleme und man kann günstiger Reimporte tätigen (vgl. Jahrmann 2001, 68).

Ein Land, das DI empfängt, wertet mit deren Höhe die eigene Attraktivität als Standort im inernat. Vergleich. Dagegen bestehen im Heimatland des Investors Befürchtungen eigene Arbeitsplätze zu verlieren. Viele Untersuchungen beweisen jedoch, dass sich ausländ. Investitionen mit Exporten ergänzen und sich damit positiv auf die inländische Wirtschaftsentwicklung auswirken (vgl. BPB, 2000, 226). Nachteilig ist auch das politische Risiko, das der ausländ. Investor nicht exakt einkalkulieren kann. Weitere Beispiele sind mögliche Enteignungen, unsichere rechtliche Rahmenbedingen oder die Gefahr des Einfrierens erarbeiteter Mittel im jeweiligen Ausland. Außerdem ist evtl. der Gewinntransfer reglementiert (vgl. Jahrmann 2001, 68). Allerdings können deutsche DI, wenn ein entsprechendes Abkommen besteht, durch eine Bundesgarantie zwischen 15-20 Jahren abgesichert werden.

Aus den Vor- und Nachteilen lassen sich absatz-, beschaffungs-, kosten- und umweltorientierte Motive für das Auslandsengagement ableiten. Zahlreiche Studien zeigen, dass die absatzorientierten Motive dominieren und die beschaffungsorientierten an Bedeutung verlieren (vgl. Jahrmann 2001, 69). Den tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen, als Anlass für das Auslandsengagement, wird eine große Bedeutung zugeschrieben. Das ist vor allem dort der Fall, wo der geschützte Markt über ein großes Marktpotential verfügt. Der Export kann nämlich durch die Handelschranken so teuer werden, dass die Unt. vor die Entscheidung gestellt werden, eine DI im Ausland zu tätigen oder den Markt aufzugeben (vgl. Perlitz 2000, 110).

3.2 DI in China und deren Einfluss auf die chinesische Wirtschaft

Seit den Wirtschaftsreformen in 1979 und dem damit nachfragewirksam werdenden Bedarf nach Kapital floss ein Löwenanteil des gesamten ausländ. Kapitals in die VR China. Als zweitgrößter FDI (Foreign Direct Investment) Empfänger hinter der USA übertraf China alle anderen Entwicklungsländer. In zwanzig Jahren (1979-1999) belief sich der FDI - Zufluss in China auf 306 Mrd. US$. Das entspricht 10% der DI weltweit und ungefähr 30% der Gesamtinvestitionen in alle Entwicklungsländer (vgl. Houde/ Lee, 2000, 4; Düblin, 2001).

Von den gewaltigen Zuflüssen kam allerdings mehr als die Hälfte aus Hongkong und Südostasien. Zwischen den Jahren 1983 und 1998 wurde nur ein Anteil von 6,6% des ausländ. Kapitals von westeuropäischen Investoren eingebracht. Der Grund dafür war wahrscheinlich das unfreundliche Wirtschaftsumfeld. Trotzdem waren viele an einem Ausbau ihrer Geschäftstätigkeit im Reich der Mitte interessiert, in der Hoffnung, von Chinas WTO-Beitritt profitieren zu können (vgl. Düblin, 2001).

Aus der folgenden Abbildung ist ersichtlich, dass im Jahr 2000 China zu den zehn größten Beziehern der DI gehörte. Es flossen rund 41 Bill. US$ in VR.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die zehn größten Bezieher von FDI 2000 (Quelle: WIR Unctad, 2001).

Die FDI haben mit einem solidem Anteil zum Aufbau der chin. Wirtschaft beigetragen. Die Antriebskräfte der spektakulären FDI Zuwächse waren neben den Zukunftserwartungen der Investoren, steigenden Zuwachsraten Anfangs und Mitte der Neunziger Jahre, auch die freundliche Politik und steigende technische Kompetenz der Arbeitskräfte zurückzuführen.

Externe Kredite dominierten in den Achtziger Jahren Chinas Kapitalflüsse. Seit 1992 überwiegt jedoch der Anteil der FDIs3. Zu den größten Kapitalgebern gehört Hongkong, danach folgen die ASEAN- Staaten (Thailand, Philippinen, Malaysien, Indonesien), Japan und die USA (vgl. Houde/ Lee, 2000,5- 6).

Von den FDIs profitiert vor allem das verarbeitende Gewerbe, es folgt der Immobilienbereich, die Vertriebsindustrie (Groß- und Einzelhandel, Transport, Telekommunikation, u.w.), anschließend die Land-, Forstwirtschaft und Fischerei. Die Hälfte der FDIs entfällt auf die arbeitsintensiven Sektoren. Die andere Hälfte teilen sich die technologie- und kapitalintensiven Bereiche (vgl. Houde/ Lee, 2000,7- 8). Die folgende Abbildung fasst zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Sektorale Aufteilung innerhalb des chin. Verarbeitungsgewerbes, Ende 1995, (Quelle: Houde/ Lee, 2000, 8).

Bei der Aufteilung der FDIs auf die einzelnen Regionen Chinas sind große Unterschiede zu beobachten. In der Zeit vom 1983-1998 haben die FDI in der Ostregion der VR 87,8% eingenommen. Zentralchina zog nur 8,9% und Westchina 3,3% des ausländ. Kapitals an (vgl. Houde/ Lee, 2000,8).

Gründe für die unterschiedliche Verteilung liegen in der chin. Politik. Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger wurden spezielle Handelszonen errichtet und 14 Küstenstädte zur besonderen Förderung ausgesucht. Dies führte zur Konzentration der FDIs in den Neunziger Jahren im Osten. Es entstand eine Kluft zwischen Ost-, West- und Zentralchina. Die Zukunft dieser beiden Regionen hängt von der Politik der Regierung ab.4 Die Vorteile dieser Regionen, reichliche natürliche Ressourcen und eine größere Öffnung des Marktes, werden hoffentlich in der Zukunft mehr FDIs anziehen. Dafür muss jedoch noch die Infrastruktur bereit gestellt werden (vgl. Houde/ Lee, 2000, 9).

[...]


1 Beteiligungen unter 10 % werden steuerlich als Direktgeschäft qualifiziert.

2 Angaben entsprechen dem Außenwirtschaftsrecht. Vgl. Jahrmann 2001, 66.

3 FDI stellen für die Entwicklungsländer neben den Mitteln aus der bi- und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit sowie den Portfolioinvestitionen und den kommerziellen Krediten ein zunehmend wichtiges Finanzierungsinstrument dar. Die FDIs haben den Vorteil, dass sie in Krisenzeiten nicht sofort abgezogen werden können, was in den anderen Fällen nicht der Fall ist. DI beinhalten außerdem einen Technologietransfer und die Schaffung dringend benötigter Arbeitsplätze (vgl. Hauchler/ Messner/ Nuscheler, 2002, 258).

4 Die VR wird ausländ. Investoren ermutigen, in die technische Umgestaltung von Staatsbetrieben in Nord-, Zentral- und Westchina zu investieren, und sie dabei unterstützen. Die Regierung wird ferner die Unt. mit ausländ. Investitionen an den Küsten anhalten, in diesen Regionen Kapital zu reinvestieren, und wird ihnen angemessene Steuervergünstigungen gewähren. Weiterhin werden die Bestimmungen bezüglich der Projekte in diesen Regionen entsprechend gelockert.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen des WTO-Beitritts Chinas auf die Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen in China
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Regionalbezogenes Internationales Management
Note
2,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
24
Katalognummer
V4375
ISBN (eBook)
9783638127110
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
China; WTO
Arbeit zitieren
Petra Sedlackova (Autor), 2002, Auswirkungen des WTO-Beitritts Chinas auf die Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen in China, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4375

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