Stabkirchen sind nicht nur architektonisch gesehen imposante Bauwerke, sondern haben zugleich religiöse Symbolik. In dieser Arbeit wird sowohl auf die Geschichte des Stabkirchenbaus, die Architektur und Bauweise sowie auch auf die Symbolik der einzelnen Bauelemente eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1: Historische Entwicklung
Christianisierung
Mittelalter
Nach der Reformation
Kapitel 2: Bau und Gestaltung einer Stabkirche
Architektur
Dekoration und Ausstattung
Kapitel 3: Stabkirchenfamilien
Haltdalen-Typ
Numedal-Typ
Borgund-Typ
Møre-Typ
Kapitel 4: Symbolik
Kapitel 5: Beispiel einer Stabkirche
Geschichte
Bau
Inventar
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die architektonische Konstruktion und die symbolische Bedeutung norwegischer Stabkirchen. Dabei wird insbesondere auf die baulichen Besonderheiten der verschiedenen Stabkirchenfamilien sowie auf die kunsthistorische Bedeutung dieser einzigartigen Holzbauwerke eingegangen, wobei die Stabkirche von Heddal als anschauliches Fallbeispiel dient.
- Historische Genese des Stabkirchenbaus im Kontext der Christianisierung
- Strukturelle und handwerkliche Grundlagen der Stabbauweise
- Klassifizierung der Stabkirchen in verschiedene Bautypen
- Symbolgehalt und spirituelle Bedeutung der architektonischen Elemente
- Restauration und Erhaltung des kulturellen Erbes am Beispiel Heddal
Auszug aus dem Buch
Architektur
Die meisten Stabkirchen wurden aus Kiefernholz gebaut und bestehen aus über 2.000 Einzelteilen. Um auch die genaue Platzierung der Bauelemente zu beschreiben, muss berücksichtigt werden, dass die Kirchen stets mit der Apsis im Osten und dem Hauptportal im Westen ausgerichtet waren. Eine Langseite ohne Öffnung lag traditionell im Norden, da man sich vor dem Bösen aus dieser Himmelsrichtung schützen musste. (vgl. Lindholm und Roggenkamp 1968, S.32ff)
Beim Stabbauprinzip bestehen die Wände aus einem Rahmen, der mit stehenden Brettern ausgefüllt wird. Eine Saumdiele bildet die untere Rahmenkante; vertikale Stäbe dienen als Seitenkanten, auf denen der Liegestab als obere Kante ruht. Er stellt sowohl die obere Saumdiele der Wand dar, als auch die Basis für die Dachkonstruktion. Die Bretter sind durch eingeschnitzte Rillen am Rahmen befestigt; untereinander sind sie durch Nut und Feder verbunden. (vgl. Weiss o.D.)
Bei den frühen Stabkirchen gab es keine Saumdiele. Stattdessen erreichte man eine stabilere Konstruktion durch im Boden eingelassene Stäbe und Bretter, was allerdings den Nachteil hatte, dass die Pfosten schnell verfaulten und heute nur sehr wenige dieser Kirchen erhalten sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet den Weg von der Christianisierung Norwegens im 11. Jahrhundert bis zur Reformationszeit und der späteren Bemühung um den Denkmalschutz der verbliebenen Bauten nach.
Kapitel 2: Bau und Gestaltung einer Stabkirche: Hier werden die technischen Grundlagen des Stabbauprinzips, die spezifische Ausrichtung der Kirchen sowie die dekorative Ausstattung und ihre symbolische Funktion erläutert.
Kapitel 3: Stabkirchenfamilien: Dieser Abschnitt klassifiziert die Stabkirchen in vier Haupttypen (Haltdalen, Numedal, Borgund, Møre) basierend auf ihren spezifischen baulichen Merkmalen und Konstruktionsunterschieden.
Kapitel 4: Symbolik: Das Kapitel interpretiert die architektonischen Bestandteile der Kirche, wie das Dach, die Saumdielen oder das Portal, als Ausdruck eines tiefen spirituellen Glaubenssystems, das das Irdische mit dem Göttlichen verbindet.
Kapitel 5: Beispiel einer Stabkirche: Am Beispiel der Heddaler Stabkirche werden die Geschichte, der Bauprozess sowie das Inventar der größten norwegischen Stabkirche detailliert beleuchtet.
Schlüsselwörter
Stabkirchen, Norwegen, Holzarchitektur, Stabbauprinzip, Christianisierung, Borgund-Typ, Haltdalen-Typ, Numedal-Typ, Møre-Typ, Kulturdenkmal, Symbolik, Heddal, Mittelalter, Architekturgeschichte, Denkmalschutz
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Seminararbeit?
Die Arbeit behandelt die norwegischen Stabkirchen als eine besondere Form der Holzbaukunst, die eng mit der Geschichte der Christianisierung und nordischen Bautraditionen verknüpft ist.
Welche Aspekte der Stabkirchen stehen im Fokus?
Zentral sind die historische Entwicklung, die technische Konstruktionsweise (Stabbau), die Einteilung in verschiedene Bautypen sowie die symbolische Bedeutung der kirchlichen Architektur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Baukunst der Stabkirchen zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Glaube und Architektur in diesen Bauwerken verschmelzen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse historischer sowie kunstgeschichtlicher Sekundärquellen, um die Entwicklung und Bedeutung der Stabkirchen zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Beschreibung des Baus, die Typologisierung der Kirchen sowie eine detaillierte Interpretation der Symbolik und ein Fallbeispiel zur Heddaler Stabkirche.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlüsselwörter sind Stabkirchen, Stabbauprinzip, norwegische Baukunst, christliche Symbolik, Mittelalter und Denkmalschutz.
Warum wird die Stabkirche von Heddal als Beispiel herangezogen?
Sie gilt als die größte erhaltene Stabkirche Norwegens und repräsentiert in besonderer Weise den Borgund-Typ, was sie zu einem idealen Studienobjekt für historische Bauweisen macht.
Welche Rolle spielt die Reformation für die bauliche Gestaltung der Kirchen?
Die Reformation erforderte strukturelle Änderungen, insbesondere den Einbau von Sitzbänken und eine Anpassung der Lichtverhältnisse für das Lesen in der Bibel, was meist durch Umbauten an den bestehenden Stabkirchen gelöst wurde.
- Arbeit zitieren
- MA Bianca Lehner (Autor:in), 2001, Stabkirchen. Vereinigung von Glaube und Architektur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437584