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Vergangenheitsbewältigung in der Wahrnehmung der Neuen Rechte

Titel: Vergangenheitsbewältigung in der Wahrnehmung der Neuen Rechte

Hausarbeit , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Altay Siakiroglou (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg 1945 war Deutschland sowohl materiell als auch geistig ruiniert. Die Niederlage im Zweiten Weltkrieg und die Ereignisse während der Herrschaftszeit der Nationalsozialisten hatten langen und schwerwiegenden Einfluss nicht nur auf das Deutschland der Nachkriegszeit, sondern auch auf die Bundesrepublik Deutschland. Das deutsche Volk musste nach 1945 nicht nur das Land wiederaufbauen. Vielmehr lag die Herausforderung darin die Vergangenheit aufzuarbeiten. Dies stellte sich als schwieriger und langwieriger heraus als der materielle Wiederaufbau, der bereits gegen Ende der 1950er Jahre bewältigt war. Die geistige Bewältigung der Vergangenheit dauerte im Vergleich deutlich länger und dauert nach wie vor an, wie die Verurteilungen von NS-Verbrechen im 21. Jahrhundert zeigen. Dass die Verurteilungen von NS-Verbrechen teilweise immer noch andauern verdeutlicht das Scheitern der Vergangenheitsbewältigung. Dies hat unterschiedliche Gründe. Eine der wesentlichen Gründe war die unterschiedliche Wahrnehmung der Vergangenheit und daraus resultierend die differenzierte Vergangenheitsbewältigung. Unterschiedliche ideologische Gruppierungen haben die Vergangenheit spezifisch aufgearbeitet und die von den Alliierten angeführte Vergangenheitsbewältigung distinguiert wahrgenommen. Dementsprechend steht die Vergangenheitsbewältigung in der Wahrnehmung der Neuen Rechten im Fokus dieser Arbeit.

Die Arbeit beginnt mit den terminologischen Klärungen bzw. Operationalisierungen zentraler Begriffe die einerseits für das Verständnis des wissenschaftlichen Gegenstandes von Bedeutung sind und andererseits dazu beitragen sich im Rahmen dieser Arbeit von jeglichen alltagstheoretischen Annahmen zu entfernen. Danach soll zunächst generell die Aufarbeitung der Vergangenheit Gegenstand der Untersuchung sein, da es die Grundlage für die spezifische Wahrnehmung der Vergangenheitsbewältigung der Neuen Rechten bildet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1.Vergangenheitsbewältigung

2.2. Neue Rechte

3. Aufarbeitung der Vergangenheit

4. Wahrnehmung der Neuen Rechten

4.1. Schuldfrage

4.2. Holocaust

4.3. Umerziehungspolitik

4.4. Denazifizierung

5. Der Umgang mit der Vergangenheit als Merkmal der Ideologie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie die Neue Rechte in der Bundesrepublik die historische Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in der Nachkriegszeit wahrgenommen und ideologisch instrumentalisiert hat, um daraus eigene politische Narrative zu entwickeln.

  • Vergangenheitsbewältigung als zentrales Identitätsmerkmal der Neuen Rechten
  • Analyse der vier Eckpfeiler: Schuldfrage, Holocaust, Umerziehungspolitik und Denazifizierung
  • Zusammenhang zwischen historischen Narrativen und rechtsextremer Ideologiebildung
  • Untersuchung der Radikalisierungstendenzen durch geschichtsrevisionistische Argumentationen
  • Die Rolle der Amnestiegesetze und deren Auswirkung auf die NS-Kontinuitäten

Auszug aus dem Buch

4.2. Holocaust

Die Vorwürfe bzw. Beschuldigungen gegen andere Völker sind bei den Neuen Rechten durchaus konkret, so dass die Ansicht Hans-Dietrich Sanders, der die Juden für die antisemitische Hybris im Dritten Reich verantwortlich macht, von den Revisionisten trotz des Verstoßes gegen deren Strategie, den Antisemitismus nicht offenkundig zu proklamieren, aufgegriffen und instrumentalisiert wird (vgl. Assheuer und Sarkowicz 1992, 187). Inoffiziell werden Juden selbst für ihr Schicksal verantwortlich gemacht, aber offiziell wird der Holocaust geleugnet (vgl. Stöss 1989, 30). Diese verdeutlicht die paradoxe Ansicht der Neuen Rechten. Die Theoretiker und Wissenschaftler der Neuen Rechten zweifeln die Massenvernichtungen in Konzentrationslagern an (vgl. Assheuer und Sarkowicz 1992, 188). Angeführt werden Zweifel bspw. an der Höhe der Opferzahlen (ebd.). Demnach betrüge die Zahl der Opfer nicht sechs Millionen, sondern die Anzahl der Opfer sei sechsstellig gewesen (ebd.). Zudem wird an der technischen Durchführbarkeit der Gaskammern gezweifelt (ebd.). Zitiert wird diesbezüglich das von Ernst Zündel in Auftrag gegebene Leuchter-Report als Gutachten, das die technische Undurchführbarkeit der Massenvernichtungen beweisen sollte (vgl. Assheuer und Sarkowicz 1992, 106). Obwohl dieses Gutachten z.B. von dem Münchener Institut für Zeitgeschichte als „eine ziemlich oberflächliche Untersuchung“ angesehen wird gilt das Gutachten für die Revisionisten als irreversibles Beweismittel (ebd.). Der Leuchter-Report wurde von Germar Rudolf aufgegriffen und erweitert, um zu beweisen, dass die Gaskammern nicht nur aus technischen, sondern auch aus chemischen Gründen nicht existieren konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der geistigen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit nach 1945 und führt in das Forschungsinteresse ein, wie unterschiedliche Gruppierungen, insbesondere die Neue Rechte, diese Prozesse wahrnahmen.

2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Vergangenheitsbewältigung“ als geistiger Auseinandersetzungsprozess und „Neue Rechte“ als Sammelbezeichnung für eine rechtsextreme, intellektuelle Strömung operationalisiert.

3. Aufarbeitung der Vergangenheit: Dieses Kapitel beschreibt das zögerliche Vordringen der Demokratisierung und Denazifizierung in der Nachkriegszeit sowie die psychologische Latenz, die eine offene Auseinandersetzung mit der NS-Zeit zunächst verhinderte.

4. Wahrnehmung der Neuen Rechten: Das Hauptkapitel untersucht die vier Eckpfeiler der rechten Geschichtswahrnehmung – Schuldfrage, Holocaust, Umerziehungspolitik und Denazifizierung – und zeigt deren revisionistische Argumentationslinie auf.

5. Der Umgang mit der Vergangenheit als Merkmal der Ideologie: Hier wird analysiert, wie die spezifische Wahrnehmung der Vergangenheit den Nationalismus, Antisemitismus und die antidemokratischen Einstellungen der Neuen Rechten aktiv mitgeprägt und radikalisiert hat.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Scheitern einer gesamtgesellschaftlichen Aufarbeitung der Vergangenheit Raum für rechtsextreme Ideologien schuf, die mithilfe von Amnestiegesetzen und wissenschaftlich fundierten Revisionismen ihren Einfluss ausbauen konnten.

Schlüsselwörter

Vergangenheitsbewältigung, Neue Rechte, Nationalsozialismus, Geschichtsrevisionismus, Schuldfrage, Holocaust, Umerziehungspolitik, Denazifizierung, Amnestiegesetze, NS-Kontinuitäten, Rechtsextremismus, Ideologie, Nachkriegszeit, Antisemitismus, Demokratisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die Neue Rechte in der Bundesrepublik die historische Aufarbeitung der NS-Zeit interpretiert hat und inwiefern diese Interpretation als Grundlage für die eigene rechtsextreme Ideologie diente.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Ablehnung der deutschen Kriegsschuld, die Leugnung oder Relativierung des Holocaust, die Kritik an der alliierten Umerziehungspolitik sowie der Widerstand gegen die Denazifizierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Neue Rechte durch eine spezifische, revisionistische Wahrnehmung der Vergangenheit ihre Ideologie geformt und in den politischen Diskurs eingebracht hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf der Auswertung diverser Quellen, darunter Primär- und Sekundärliteratur, um die Argumentationslinien der Neuen Rechten zu rekonstruieren.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die vier Eckpfeiler Schuldfrage, Holocaust, Umerziehungspolitik und Denazifizierung, die als Basis für die rechtsextreme Argumentation dienen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?

Zu den prägenden Schlagworten gehören Geschichtsrevisionismus, NS-Kontinuitäten, Vergangenheitsbewältigung und antidemokratisches Denken.

Wie bewertet der Autor das Scheitern der Denazifizierung?

Das Scheitern wird als zentraler Katalysator identifiziert, da es durch Amnestiegesetze ehemalige Nationalsozialisten wieder in die Gesellschaft integrierte und somit Kontinuitäten begünstigte.

Welche Rolle spielte der "Leuchter-Report" in der Argumentation der Neuen Rechten?

Der Bericht dient als Beispiel für den Versuch, mittels vermeintlich technischer Gutachten den Holocaust zu leugnen und die Vernichtungslager als technisch unmöglich darzustellen.

Warum wird die Umerziehungspolitik der Alliierten von der Neuen Rechten abgelehnt?

Die Neue Rechte deutete diese als Indoktrination und Erniedrigung des deutschen Volkes um, um ein Wir-Gefühl gegen die Besatzungsmächte zu erzeugen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vergangenheitsbewältigung in der Wahrnehmung der Neuen Rechte
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,3
Autor
Altay Siakiroglou (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V437628
ISBN (eBook)
9783668781061
ISBN (Buch)
9783668781078
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergangenheit Politik Krieg Deutschland Geist Niederlage Weltkrieg Nationalsozialisten Nazis Ns
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Altay Siakiroglou (Autor:in), 2017, Vergangenheitsbewältigung in der Wahrnehmung der Neuen Rechte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437628
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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