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Essen - Trinken - Liebe. Motivsuche im Parzival

Vorlesungszusammenfassung Mediävistik

Title: Essen - Trinken - Liebe. Motivsuche im Parzival

Abstract , 2015 , 8 Pages , Grade: 2,00

Autor:in: MA Bianca Lehner (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Es handelt sich hierbei um eine Zusammenfassung zur Vorlesung "Essen - Trinken - Liebe" (Ältere Deutsche Literatur). Verfolgt wird, wie Darstellung von alimentärer Bedürfnislosigkeit bestimmte Vorstellungen von Liebe vermittelt, konkret anhand des Beispiels von Parzival.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Nonverbale Erscheinungen als Zeichen

Textinterne Verfahren d. Zeichenbildung

Kulinarische Objekte als Liebesgaben

Mahl und Minne

Zeichenhaftigkeit d. Nahrungsaufnahme

Zeichenhaftigkeit v. Nahrungsmitteln

Jagd und Minne

Nahrungsmittel und Minne

Parzival

Poetische Funktionen d. Alimentären

Konstruktion v. Körperbildern durch Nahrungsdarstellungen

Essenseinladung von Belacane

Jagd u. Minne

Mahl u. Minne

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische und funktionale Bedeutung von Nahrungsdarstellungen und Essenspraktiken in der mittelalterlichen Liebesdichtung, mit einem besonderen Fokus auf dem Epos „Parzival“. Es wird analysiert, wie kulinarische Handlungen und Objekte als Codierung für Minne (Liebe), soziale Hierarchien und religiöse Analogien fungieren und wie diese Symbole zur Konstituierung literarischer Liebesentwürfe beitragen.

  • Semiotische Analyse von Nahrungsakten als Zeichen für Minnebeziehungen.
  • Die Rolle von Gastfreundschaft und Tafeldienst als erotisch codierte Handlungsformen.
  • Wechselwirkungen zwischen Jagdmetaphorik und der Darstellung von Liebe und Begehren.
  • Die Bedeutung von Nahrungsentzug und alimentärer Bedürfnislosigkeit als Liebesmotiv.
  • Religiöse und soziale Konnotationen von Speisegemeinschaften und rituellen Mahlzeiten.

Auszug aus dem Buch

Mahl und Minne

Simmel: Von allem, was den Menschen gemeinsam ist, ist das Gemeinsamste, dass sie essen und trinken müssen.  gleichzeitig aber auch das Egoistischste: was ich esse, kann niemand sonst mehr essen!

Essen u. Trinken sind individuelle Akte, kein sozialer Charakter

Gemeinschaftliches d. Mahlzeit über formalen Akt des Teilens  gemeinschaftsbildenden Charakter, zugleich aber auch Selbstbezogenheit, Ablehnung, Verweigerung od. Ausschluss aus Gemeinschaft (z.B. wenn jemand als letzter od. d. kleinste Stück bekommt)

3 Interaktionsformen:

o Teilen d. Nahrung

o Anbieten d. Nahrung

o Ausschluss aus Essgemeinschaft

Stellenwert u. Funktion d. Mahls im Mittelalter: hoher Stellenwert, viele Verbote überliefert (Christen nicht m. Juden speisen, Adelige nicht m. anderen Ständen)

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Überblick über die semiotische Bedeutung von Nahrungsdarstellungen in der höfischen Dichtung als Zeichen für Minnebeziehungen.

Nonverbale Erscheinungen als Zeichen: Erörterung der kultursemiotischen Grundlagen, nach denen alltägliche Handlungen und Objekte symbolische Bedeutung in der sozialen Wirklichkeit annehmen können.

Textinterne Verfahren d. Zeichenbildung: Analyse der methodischen Ansätze, wie kulturelle Deutungsrahmen und Abbildungsverhältnisse im Text sprachlich-rhetorisch erzeugt werden.

Kulinarische Objekte als Liebesgaben: Untersuchung von Speisen und Geschenken im Kontext von Verhaltenslehren wie den „Tischzuchten“ und Ovids „Ars amatoria“.

Mahl und Minne: Darstellung des gemeinschaftsbildenden Charakters von Mahlzeiten sowie deren Funktion als rechtsrituelle Handlung.

Zeichenhaftigkeit d. Nahrungsaufnahme: Erläuterung der kulturellen Normen, die das Essverhalten steuern, und der Symbolik des Fastens oder maßlosen Verhaltens.

Zeichenhaftigkeit v. Nahrungsmitteln: Untersuchung der sozioökonomischen Aspekte von Nahrungsmitteln, insbesondere der Differenzierung zwischen Herren- und Bauernspeisen.

Jagd und Minne: Analyse der biologischen Analogie zwischen Nahrungsaufnahme/Jagd und sexuellem Begehren in der Literatur.

Nahrungsmittel und Minne: Kurze Zusammenfassung der syntagmatischen und paradigmatischen Verknüpfungen von Speisen und Liebesthemen.

Parzival: Detaillierte Fallstudie über die Funktion von Essen und Trinken als Leitmotiv zur Charakterisierung des Läuterungsprozesses der Protagonisten.

Poetische Funktionen d. Alimentären: Zusammenfassung der Auswirkungen alimentärer Motive auf die literarische Textkohärenz und Figurendarstellung.

Konstruktion v. Körperbildern durch Nahrungsdarstellungen: Erörterung, wie das Essverhalten zur Konstruktion höfischer und religiöser Körperideale beiträgt.

Essenseinladung von Belacane: Konkrete Analyse der symbolischen Bedeutung von Bedienung und Speisepräsentation in der Belacane-Episode.

Jagd u. Minne: Vertiefende Betrachtung der Jäger-Beute-Metaphorik und ihrer Bedeutung für die höfische Minnebeziehung.

Mahl u. Minne: Abschließende Zusammenfassung über die spezifische Verknüpfung von Mahlszenen und Werbungssituationen im „Parzival“.

Schlüsselwörter

Mittelalterliche Literatur, Parzival, Minne, Nahrungsdarstellungen, Zeichencharakter, Semiotik, Höfische Gesellschaft, Tafeldienst, Erotische Codierung, Jagdmetaphorik, Körperbilder, Speisegemeinschaft, Literaturwissenschaft, Alimentäre Symbole, Soziale Hierarchien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der semiotischen Analyse von Nahrungsdarstellungen in der mittelalterlichen Liebesdichtung und untersucht, wie Essen und Trinken als Symbole für Minnebeziehungen fungieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Codierung von Nahrung, der Rolle des Tafeldienstes, der Jagdmetaphorik und der Bedeutung von Mahlzeiten als soziale oder rituelle Akte.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Nahrungsmittel und alimentäre Handlungen im literarischen Text genutzt werden, um soziale Hierarchien, erotisches Begehren und religiöse Vorstellungen abzubilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit nutzt Methoden der Kultursemiotik und textinternen Analyse, um die Zeichenhaftigkeit und die diskursive Ebene der Nahrungsdarstellungen zu entschlüsseln.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Textbeispiele, insbesondere das Epos „Parzival“, um die „Umcodierung“ von Speisen und die Verbindung von Körper und Geist zu untersuchen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Minne, Zeichenhaftigkeit, Tafeldienst, Parzival, höfische Epik, alimentäre Symbolik und soziale Kommunikation.

Wie wird das Motiv der „alimentären Bedürfnislosigkeit“ in der Arbeit erklärt?

Es wird als ein zentrales Motiv der Minnedichtung beschrieben, bei dem die Liebe als so stark empfunden wird, dass der Verliebte keine körperliche Nahrung benötigt.

Welche Bedeutung hat das „Teilen von Nahrung“ im mittelalterlichen Kontext laut der Arbeit?

Es fungiert als Zeichen der Zusammengehörigkeit und der ehelich-sakramentalen Verbindung, während der Ausschluss von der Mahlzeit eine soziale oder eheliche Störung markiert.

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Details

Title
Essen - Trinken - Liebe. Motivsuche im Parzival
Subtitle
Vorlesungszusammenfassung Mediävistik
College
University of Salzburg
Grade
2,00
Author
MA Bianca Lehner (Author)
Publication Year
2015
Pages
8
Catalog Number
V437825
ISBN (eBook)
9783668785199
ISBN (Book)
9783668785205
Language
German
Tags
Mittelalter Mittelhochdeutsch Parzival
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Bianca Lehner (Author), 2015, Essen - Trinken - Liebe. Motivsuche im Parzival, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437825
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