Hat Shiatsu einen positiven Einfluss auf die Stressverarbeitung?

Eine Zusammenfassung einer Pilot-Studie mit Fokus auf der Berührung durch eine Shiatsu-Anwendung mittels der Messinstrumente Oxytocin und Fragebogenerhebung


Zusammenfassung, 2018
10 Seiten, Note: 1

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Inhaltverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abstrakt:

Einleitung:

Methode:

Auswertung:

Fazit:

Ausblick:

Interessenskonflikt:

Introduction:

Method:

Evaluation:

Conclusion:

Forecast:

Financing of the Study:

Conflict of interest:

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Oxytocin-Werte vor und nach einer Shiatsu-Anwendung

Abbildung 2: Veränderung der Test-Werte bei 5 Shiatsu-Anwendungen (BOSS II)

Abstrakt: Non-Noxious sensory stimulation führt nach Uvnäs-Moberg zu einer Ausschüttung von Oxytocin (OT) und in diesem Zusammenhang zu einer Minimie-rung des Stressempfindens (Uvnäs-Moberg und Petersson 2011, S. 149). In der vorliegenden Pilot-Studie wurde untersucht, ob Shiatsu, mit seiner besonderen Berührungsform, Einfluss auf die Stressverarbeitung hat. Dies wurde an 24 Probanden durch das Messen des Neurotransmitters OT im Speichel und durch den Fragebogen Burnout-Screening-Skala II (BOSS II) untersucht. Die OT-Werte stiegen im Durchschnitt um 11 %. Die Auswertung von BOSS II ergab eine signifikante Veränderung hinsichtlich des Stressempfindens. Die Ergebnisse zeigen einen positiven Einfluss von Shiatsu auf die Stressempfindung auf. Zur genaueren Differenzierung der Ergebnisse bedarf es einer Studie mit mehr Teilnehmern und einem längeren Zeitrahmen.

Abstract: According to Uvnäs-Moberg, non-noxious sensory stimulation leads to release of oxytocin (OT) and, thereby, to minimisation of the feeling of being under stress. (Uvnäs-Moberg und Petersson 2011, S. 149). In this study it was investigated if shiatsu and its special method of touching influences the ability to cope with stress. This was tested on 24 participants by measuring the neurotransmitter (OT) in the saliva and by the questionnaire “Burnout Screening Scale II” (BOSS II). On average, the oxytocin values increased by 11%. The evaluation of the BOSS II showed a significant change. The results show a positive effect of shiatsu to the feeling of stress. A more detailed differentiation of the results requires a survey with more participants and with a longer period of time.

Einleitung: Stress wird durch unterschiedlichste Ursachen ausgelöst. Ebenso unterschiedlich ist, was Menschen als Stress empfinden und wie sie diesen bewältigen. Lang anhaltender Stress gefährdet die Gesundheit und wirkt sich auch auf das soziale Umfeld aus. Für den Betroffenen kann es durch stressbedingte Krankheit zu negativen wirtschaftlichen Folgen kommen. Auch aus marktwirtschaftlicher Sicht hat Stress und seine Folgen Auswirkung auf die Sozialgemeinschaft. Die WHO fordert, die Ursachen von chronischem Stress zu bekämpfen, statt die Folgeerkran-kungen mit Medikamenten zu behandeln (Wilkinson 2004, S. 13–14). Um dieser Forderung nachzukommen, bedarf es interdisziplinärer Gesund-heitskonzepte, die einen ganzheitlichen Ansatz, wie er im Shiatsu praktiziert wird, miteinbeziehen.

Methode: Die Probanden wurden über Flyer im Ballungsraum Rhein-Main-Gebiet angeworben. Sie sollten zwischen 18 und 65 Jahren sein, keine Psychopharmaka und keine Hormone zur Verhütung einnehmen, nicht schwanger sein und seit einem Jahr keine Shiatsu-Anwendung erhalten haben. Für die fünf Behandlungen wurde eine Schutzgebühr erhoben. Von den 24 Probanden waren 21 (87,5%) weiblich und 3 (12,5%) männlich. Das Alter lag zwischen 26 Jahren und 62 Jahren. Alle waren berufstätig. Bei 21 Probanden wurde OT vor und nach der ersten Anwendung im Speichel gemessen. Bei zehn dieser Probanden wurde bei der zweiten Anwendung ebenfalls OT gemessen. Die Analyse erfolgte mittels Radioimmunassay (Landgraf 2014). Die Erhebung durch BOSS II fand vorab und vor jeder Anwendung statt.

Auswertung: Alle Berechnungen der Datenanalyse wurde mit SPSS 22 Statistics von IBM durchgeführt. Die nachfolgenden Hypothesen wurden je nach ihrer Normalverteilung entweder mit dem t-Test für verbundene (paarige) Stichproben oder mit dem Wilcoxon-Test geprüft.

Die OT-Werte stiegen durch eine Shiatsu-Anwendung um durchschnittlich 11 %. Die Datenanalyse der OT-Werte in Bezug auf deren Anstieg ergab ein signifikantes Ergebnis mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit (p) von p = 0,001.

Die Datenanalyse von BOSS II ergab, dass sich nach einer Shiatsu-Anwendung das Stressempfinden im körperlichen (p = 0,011), kognitiven (p = 0,007), emotionalen (p = 0,047) bzw. globalen (p = 0,004) Bereich signifikant verbessert.

Ebenso ergab sich bei der Datenanalyse von BOSS II, dass sich nach vier Shiatsu-Anwendungen das Stressempfinden im körperlichen (p = 0,003), kognitiven (p = 0,003), emotionalen (p = 0,001) bzw. globalen (p = 0,000) Bereich signifikant verbessert.

Die Hypothese „Die Erhöhung des Behandlungsabstands auf 14 Tage nach einer engmaschigen Behandlungsserie verschlechtert das Stressempfinden im körperlichen (p = 0,775), kognitiven (p = 0,795), emotionalen (p = 0,516) bzw. globalen (p = 0,774) Bereich, wurde nicht bestätigt. Die Datenanalyse weist darauf hin, dass eine Erhöhung des Behandlungsabstands nach einer engmaschigen Serie nicht zu einer Verschlechterung des Stressempfindens führt.

Die Fragestellung, ob bereits die Entscheidung zu einer Shiatsu-Anwendung zu gehen, eine Veränderung des Stressempfindens bewirkt, führte im körperlichen (p = 0,164), kognitiven (p = 0,142) und emotionalen (p = 0,239) Bereich zu keinem signifikanten Ergebnis. Lediglich im globalen (p = 0,048) Bereich ist der Wert signifikant und weist auf eine Verbesserung des Stressempfindens durch die Entscheidung zu einer Shiatsu-Anwendung zu gehen hin.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Oxytocin-Werte vor und nach einer Shiatsu-Anwendung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Veränderung der Test-Werte bei 5 Shiatsu-Anwendungen (BOSS II)

Fazit: Die Geschlechter- bzw. Altersverteilung der Pilot-Studie entspricht der Gruppe der „klassischen Shiatsu-Klienten“ und ist nicht übertragbar auf die deutsche bzw. europäische Bevölkerung. Der Anstieg des klinischen Parameters OT bestätigt, dass Shiatsu die Freisetzung von OT fördert. Dies wiederum hat, wie von Uvnäs-Moberg beschrieben, einen positiven Einfluss auf die Stressverarbeitung, was durch die Ergebnisse von BOSS II bestätigt wird. Zusammenfassend kann man feststellen, dass Shiatsu einen positiven Einfluss auf das Stressempfinden hat.

Ausblick: Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass Shiatsu in Bezug auf Stress das Potenzial hat, in interdisziplinäre Gesundheitskonzepte aufgenommen zu werden. Aufbauend auf der vorliegenden Pilot-Studie bedarf es Replikationsstudien. Dabei sollte die Größe der Kohorte ausgedehnt werden. Ebenso sollte die Gewichtung der Geschlechter- bzw. Altersverteilung der deutschen bzw. europäischen Bevölkerung angepasst werden.

Finanzierung der Studie: Die Pilot-Studie wurde von der „Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland e. V.“ und dem „Förderverein für Shiatsu“ im Vorfeld finanziell unterstützt. Von der „Shiatsu Gesellschaft Schweiz“ wurde finanzielle Unterstützung nach Beendigung der Pilot-Studie zugesagt. Keiner der drei Sponsoren nahm Einfluss auf das Studiendesign und die Erhebung, ebenso wenig auf die Erstellung der Thesis.

Interessenskonflikt: Die Verfasserin bestätigt, dass kein Interessens-konflikt besteht.

Introduction: Stress is triggered by various causes. It is also very different, what people perceive as stress and how they cope with it. Stress lasting for a long time threatens the health and also has an impact on the person’s social environment. The person under stress can fall ill, which can bring negative economic consequences. Also from an economic perspective, stress and its consequences have an impact on the social community. The WHO calls to eliminate the causes of chronic stress instead of needing to treat after-effects and diseases with drugs (Wilkinson 2004, S. 13–14). In order to meet this challenge, interdisciplinary health concepts, are required which involve a holistic approach, as practiced in shiatsu.

Method: The participants were enlisted via flyers in the congested urban area of the Rhine-Main region. They should be between 18 and 65 and should not consume any psychotropic drugs or contraceptive hormones; they should not be pregnant or have received a shiatsu treatment over the previous year. For 5 treatments, a token fee was charged. Of the 24 participants, 21 (87.5%) were female and 3 (12.5%) were male. The participants were between 26 and 62 years old. All of them were in employment. With 21 participants, oxytocin was measured in the saliva before and after the first treatment. With 10 of these participants, oxytocin was also measured at the second treatment. The analysis was performed using the radio immunoassay (Landgraf 2014) The data were collected by means of the BOSS II questionnaire before and after each shiatsu treatment.

Evaluation: All calculations of the data analysis were carried out with SPSS 22 statistics by IBM. The following hypotheses were tested according to their standard distribution – either with the t-test for connected (paired) samples or with the Wilcoxon test.

The OT values rise by an average of 11% as a result of a shiatsu treatment. The data analysis of the OT values – with regard to their increase – found a significant result with an error probability (p) of p = 0,001.

The data analysis of BOSS II found that bodily (p = 0,011), cognitive (p = 0,007), emotional (p = 0,047) as well as global (p = 0,004) stress levels improved significantly after one shiatsu treatment.

The data analysis of BOSS II also found that bodily (p = 0,003), cognitive (p = 0,003), emotional (p = 0,001) as well as global (p = 0,000) stress levels improved significantly after four shiatsu treatments.

The hypothesis that “Increasing the treatment frequency to 14 days after a continuous series of treatments worsens bodily (p = 0,775), cognitive (p = 0,795), emotional (p = 0,516) and global (p = 0,774) stress levels.” was not confirmed. The data analysis indicates that increasing treatment frequency after a continuous series does not lead to worse stress levels.

The question as to whether the decision itself of going to a shiatsu treatment affects stress levels, did not lead to any significant results with regard to bodily (p = 0,164), cognitive (p = 0,142) or emotional (p = 0,239) stress levels; there was only a significant finding in the global (p = 0,048) stress level area which indicates an improvement in stress levels after deciding to go to a shiatsu treatment.

Conclusion: The gender and age distribution in the pilot study conforms to the "classical shiatsu clients" and is not transferable to the German or European population. The increase of the oxytocin rate as a clinical parameter confirms that shiatsu stimulates release of oxytocin. This, in turn, as described by Uvnäs-Moberg, has a positive effect on coping with stress. This was confirmed by the results obtained by means of BOSS II. In summary, it can be asserted that shiatsu has a positive effect on the stress perception.

Forecast: The results of the study show that, in relation to stress, shiatsu has potential to be classified as an interdisciplinary health concept. Based on the present pilot study, replication studies are required. The cohort size should be extended. Likewise, the weighting of the gender and age distribution of the German or European population should be adjusted.

Financing of the Study: The pilot study was financially supported in advance by the registered German Shiatsu Association (Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland e. V.) and by the Shisatsu Promotion Association (Förderverein für Shiatsu). The Swiss Shiatsu Society (Shiatsu Gesellschaft Schweiz) also promised its financial support upon completion of the pilot study. None of the three sponsors had any influence on the design of the study, data collection, or preparation of the thesis.

Conflict of interest: The author confirms that no conflict of interest exists.

Literaturverzeichnis

Landgraf, Rainer (2014): R I A G N O S I S. C O M. RIAgnosis, Munich, Germany). Online verfügbar unter http://www.riagnosis.com/, zuletzt aktualisiert am 07.05.2014, zuletzt geprüft am 28.09.2017.

Uvnäs-Moberg, Kerstin; Petersson, Maria (2011): Role of oxytocin and oxytocin-related effects in manual therapies. In: Hollis H. King, Michael M. Patterson und Wilfrid Jänig (Hg.): The science and clinical application of manual therapy. Edinburgh, New York: Elsevier, S. 147–161.

Wilkinson, Richard (2004): Soziale Determinanten von Gesundheit. Die Fakten. 2. Ausg. Kopenhagen: WHO, Regionalbüro für Europa (Gesunde Städte im 21. Jh).

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Hat Shiatsu einen positiven Einfluss auf die Stressverarbeitung?
Untertitel
Eine Zusammenfassung einer Pilot-Studie mit Fokus auf der Berührung durch eine Shiatsu-Anwendung mittels der Messinstrumente Oxytocin und Fragebogenerhebung
Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin  (Institut für Komplementäre Methoden)
Note
1
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V437913
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die vollständige Thesis ist unter v438264 zu finden.
Schlagworte
Stress, Shiatsu, Oxytocin, Pilot-Studie
Arbeit zitieren
Claudia Leyh-Dexheimer (Autor), 2018, Hat Shiatsu einen positiven Einfluss auf die Stressverarbeitung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437913

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