Die Verfasserin stellte sich folgende Fragen, wie erlebt ein Kind seine Geburt, und gibt es Zusammenhänge zwischen Geburtstrauma und Verhalten und Erinnerungen bei Kindern? Die Verfasserin will beweisen, dass die Ereignisse während und vor der Geburt, Einfluss auf unser Leben haben. Des Weiteren beschäftigt sich die Verfasserin seit der Geburt ihrer Tochter mit diesen Fragen. Durch ihre Ausbildung zur staatlich Anerkannten Erzieherin gewann dieses Thema für sie immer mehr an Bedeutung.
Geburtstrauma ist bei vielen auch heutzutage ein umstrittenes Thema. Einige sind der Meinung, dass ein Kind die Geburt auf Grund fehlender Gefühle und Empfindungen nicht miterlebt. Durch Forschungserkenntnisse herrscht jedoch die Meinung, dass jedes Kind seine eigene Geburt als ein fühlendes Wesen miterlebt. Durch die Hirnforschung hat man erkannt, dass sich die Erlebnisse während und vor der Geburt tief einprägen und Einfluss auf unser Leben haben. Von Anfang an ist das Ungeborene ein Wesen mit eigenen Empfindungen. Es lernt die Gefühlswelt der Mutter kennen und teilt gemeinsame Erfahrungen mit ihr. Es macht Prä- und Perinatal seine eigenen Wahrnehmungen und Beobachtungen. Diese Erfahrungen prägen sich in das Gehirn und das Nervensystem ein, was sich so stetig weiterentwickelt. Diese Erfahrungen können von Anfang an die Genetik beeinflussen und somit Auswirkung auf das ganze Leben bedeuten.
Anhand dieser Erkenntnisse stellen sich folgende Fragen, was geschieht in dem Moment, in dem ein Geburtstrauma ausgelöst wird. Was können Auslöser für eine traumatische Geburt sein, welche Verhaltensweisen können durch die Geburt geprägt sein, und was können Folgen einer traumatisch erlebten Geburt in der Kindheit sein? Zur Beantwortung der genannten Fragen wird in dieser Arbeit wie folgt vorgegangen: Zunächst soll als Grundlage der Begriff des Geburtstraumas und der Traumatischen Geburt definiert werden. Danach soll erläutert werden, was während eines Geburtstraumas unter einer vaginalen Geburt und unter einer Kaiserschnitt Geburt geschieht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Definition Geburtstrauma
2 Die Geburtsphasen und die daraus resultierenden Geburtstraumata
2.1 unter einer vaginalen Geburt
2.2 unter einer Kaiserschnitt-Geburt
3 Perinatale Ursachen und Auslöser von Geburtstraumata
4 Symptome und Folgen von Geburtstraumata
4.1 Inkompetenzsyndrom
4.2 Erinnerungen und Ausdruck im Verhalten
4.3 Ängste
4.4 Störung der Mutter-Kind-Bindung
4.5 Schreibaby-Syndrom
5 Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten
6 Empirischer Teil
6.1 Einleitung
6.2 Auswertung
7 Handlungskonzept
7.1 Einleitung
7.2 Teamfortbildung Einführungskurs in das Thema Geburtstraumata
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, inwiefern pränatale und geburtsbedingte Erlebnisse das spätere Verhalten, die psychische Entwicklung und die Erinnerungsfähigkeit von Kindern beeinflussen. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die langfristigen Folgen von Geburtstraumata zu schaffen und Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte abzuleiten.
- Zusammenhang zwischen Geburtsverlauf und kindlicher Verhaltensprägung
- Analyse von Symptomen wie dem Inkompetenzsyndrom und Schreibaby-Phänomenen
- Bedeutung der Mutter-Kind-Bindung und frühe Traumata
- Methodische Ansätze zur Identifikation und Begleitung betroffener Kinder
- Notwendigkeit der fachlichen Sensibilisierung im pädagogischen Alltag
Auszug aus dem Buch
4.5 Schreibaby-Syndrom
Alle Babys schreien, aber Schreibabys schreien häufiger als andere. Nach der Erfahrung von Paula Dietrichs, die Gründerin einer Schreibaby Ambulanz der „Rückhalt - Der Verein für körperorientierte Krisenbegleitung e.V.“ gibt es zwei Quellen die zu einem Schreibaby Syndrom führen können. Dies kann hervorgerufen werden durch, eine Kontaktstörung mit der Mutter, die durch ihre eigene Persönlichkeit von innen her blockiert ist, um im vollen Umfang Geborgenheit, Halt und Kontakt zu bieten. Die zweite Quelle resultiert aus traumatischer Erfahrung des Babys. Diese sind zum Beispiel heftige Geburtskomplikationen, Trennung nach der Entbindung, Kaiserschnitt oder Operation im Uterus. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass beide Quellen in einer Mischform aufeinander treffen. Bei einem Schreibaby geraten die essentiellen Bedürfnisse, die aus fünf Dingen bestehen: Ruhe und Schlaf, Liebe, Halt und Geborgenheit, Nahrung und Kontakt, in ein Ungleichgewicht. Diese Babys sind komplett angespannt in diesen fünf Bedürfnissen. Sie fangen an zu Krampfen und man spürt, dass sie in eine Art, Alarmzustand sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Definition Geburtstrauma: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Traumas als seelische Wunde und ordnet die Geburt als potenziell traumatische Erfahrung für den Säugling ein.
2 Die Geburtsphasen und die daraus resultierenden Geburtstraumata: Es wird analysiert, welche spezifischen Belastungen bei vaginalen Geburten und Kaiserschnitten auftreten können und wie sich diese auf den Organismus auswirken.
3 Perinatale Ursachen und Auslöser von Geburtstraumata: Hier werden medizinische Komplikationen wie Zangengeburten sowie psychische Auslöser während der Schwangerschaft als Traumatrigger dargestellt.
4 Symptome und Folgen von Geburtstraumata: Dieses Kapitel beschreibt Verhaltensauffälligkeiten, Ängste und Bindungsstörungen, die als Spätfolgen frühkindlicher Traumata interpretiert werden.
5 Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten: Vorgestellt werden verschiedene Ansätze wie Osteopathie, Traumatherapie und Eltern-Kind-Bindung, um traumatische Prägungen zu lindern.
6 Empirischer Teil: Die Autorin wertet qualitative Interviews aus, um die Theorie mit den praktischen Erfahrungen von Fachkräften und betroffenen Müttern zu verknüpfen.
7 Handlungskonzept: Es wird ein Entwurf für eine Teamfortbildung entwickelt, um pädagogisches Personal für das Thema Geburtstrauma zu sensibilisieren.
8 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Wissen über Geburtstraumata essentiell für die pädagogische Arbeit ist und eine stärkere interdisziplinäre Aufklärung erfordert.
Schlüsselwörter
Geburtstrauma, Schreibaby-Syndrom, Inkompetenzsyndrom, Mutter-Kind-Bindung, pränatale Psychologie, pädagogische Facharbeit, Traumata, Kaiserschnitt, Geburtsphasen, Frühkindliche Entwicklung, Bindungsstörung, Traumaverarbeitung, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der These, dass Erlebnisse vor und während der Geburt einen prägenden Einfluss auf die gesamte weitere Lebensentwicklung eines Kindes haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die Definition von Geburtstraumata, die Auswirkungen unterschiedlicher Geburtsmodi, spezifische Symptome wie das Schreibaby-Syndrom sowie Therapie- und Interventionsmöglichkeiten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für traumatisiertes kindliches Verhalten im Kindergartenalltag zu schaffen und Pädagogen Werkzeuge für eine professionellere Begleitung dieser Kinder an die Hand zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer qualitativen Untersuchung mittels leitfadengestützter Interviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Geburtsphasen und deren Traumapotential, eine detaillierte Darstellung von Symptomen sowie die Vorstellung praktischer Handlungskonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geburtstrauma, Mutter-Kind-Bindung, pränatale Psychologie, Schreibaby-Syndrom und pädagogische Handlungskonzepte.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen vaginaler Geburt und Kaiserschnitt eine Rolle?
Die Arbeit legt dar, dass beide Geburtsarten jeweils eigene, spezifische traumatische Belastungen für das Kind bergen können, die das Nervensystem und das spätere Verhalten unterschiedlich beeinflussen.
Welche Rolle spielt die Teamfortbildung im Handlungskonzept?
Die Fortbildung dient als praktisches Instrument, um das im theoretischen Teil gewonnene Wissen in pädagogische Einrichtungen zu tragen und eine einheitliche, sensible Deutung von kindlichem Verhalten im Team zu ermöglichen.
- Quote paper
- Jessica Borchardt (Author), 2018, Geburtstraumata. Ereignisse während und vor der Geburt und deren Einfluss auf das Leben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437917