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Funktionen des Fernsehens in der Lebenswelt Jugendlicher - Welchen Stellenwert hat Fernsehen in der Freizeit Jugendlicher?

Titre: Funktionen des Fernsehens in der Lebenswelt Jugendlicher - Welchen Stellenwert hat Fernsehen in der Freizeit Jugendlicher?

Mémoire de Maîtrise , 2004 , 119 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Claudia Wilhelm (Auteur)

Médias / Communication - Film et Télévision
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Résumé Extrait Résumé des informations

In jugendlichen Lebenswelten spielen Medien eine zentrale Rolle. Sie geben Einblicke in Bereiche, zu denen die Jugendlichen noch keinen Zugang haben. Sie sind Orte der Interaktion und der sozialen Teilhabe. Darüber hinaus dienen sie der Entspannung, Information und Unterhaltung. In ihrem individuellen Prozess des Erwachsenwerdens integrieren Jugendliche deshalb verschiedene Medien in ihren Alltag. Im Mittelpunkt dieses Medienmenüs stand bisher und steht nach wie vor das Fernsehen. Durch das Fernsehen erfahren die Heranwachsenden zum einen etwas über verschiedenste gesellschaftliche Lebensräume, zum anderen lernen sie Regeln und Themen ihrer eigenen Lebenswelt kennen. Sie können an den für sie relevanten Subkulturen partizipieren und etwas über soziale Beziehungen lernen. Diese Funktionen machen das Fernsehen zu ihrem Leitmedium oder vielmehr zum „Begleitmedium“ durch ihre Adoleszenz hindurch.
Neuere Entwicklungen lassen jedoch an einer Vormachtstellung des Fernsehens zweifeln. Die heutigen Jugendlichen gehören einer Generation an, die in multimedialen Verhältnissen aufwächst und daher einen kompetenten Umgang mit neuen Medien entwickelt hat. Maßgeblich deshalb bescheinigen ihnen viele Forscher einen Kompetenzvorsprung gegenüber der mittleren und älteren Generation. Zudem deutet sich in der jugendlichen Lebenswelt ein Funktionswandel der Medien an, dahingehend, dass das Internet gegenüber dem Fernsehen in Sachen Information und Unterhaltung deutlich aufholt. Als mögliche Ursache dafür kann - neben der zunehmenden Medienkompetenz - eine individualistische Orientierung der Jugendlichen gesehen werden, der das Internet in höherem Maße gerecht werden kann. Aus diesem Grund ist zu befürchten, dass dem Fernsehen aufgrund zunehmender Funktionslosigkeit von seinen jugendlichen Nutzern immer weniger Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive besteht hier Anlass zur Skepsis, ob das Fernsehen als Massenmedium für Jugendliche mit einer so stark individualisierten Lebensausrichtung überhaupt noch interessant ist und ob es „neue“ Funktionen in der Lebenswelt Jugendlicher übernehmen kann.
Diese Arbeit versucht den Zusammenhang zwischen Funktionen des Fernsehens und der Bedeutung des Mediums für Jugendliche in ihrer konkreten Lebenssituation näher zu betrachten. Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle Fernsehen in der
Lebenswelt Jugendlicher spielt. Dabei geht es in erster Linie um qualitative Aspekte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Jugendkultur und Jugendmedienkultur – eine Übersicht

1.1 Studien zur Jugendkultur

1.1.1 Ursprünge der Forschung

1.1.2 Zur Erfassung von Freizeitverhalten und Freizeitmustern

1.1.3 Probleme jugendkultureller Typologien

1.2 Jugend und Fernsehen

1.2.1 Aktuelle Themen und Trends

1.2.2 Mediennutzungsmuster und -typologien

1.3 Zwischenfazit

2 Funktionen des Fernsehens für Jugendliche

2.1 Information und Sozialisation

2.1.1 Konstruktion der Außenwelt

2.1.2 Konstruktion der eigenen Lebenswelt

2.2 Soziale Funktionen

2.2.1 Parasoziale Interaktion

2.2.2 Sozialer Vergleich

2.3 Unterhaltung

2.3.1 Kommunikatives Vergnügen

2.3.2 Sensation-Seeking

2.3.3 Eskapismus

2.4 Situative Funktionen: Entspannung und Mood Management

2.5 Zwischenfazit

3 Determinanten jugendlicher Fernsehrezeption

3.1 Medienkompetenz

3.2 Involvement

3.3 Lebensweltliche Faktoren

3.4 Soziodemographische Daten

3.4.1 Alter

3.4.2 Geschlecht

3.4.3 Bildung

3.5 Zwischenfazit

4 Modellannahmen und Operationalisierung

4.1 Beschreibung des Modells

4.2 Hypothesen

4.2.1 Medienkompetenz und Funktionen des Fernsehens

4.2.2 Involvement und Funktionen des Fernsehens

4.2.3 Lebensweltliche Faktoren und Funktionen des Fernsehens

4.2.4 Demographie und Funktionen des Fernsehens

4.2.5 Funktionen des Fernsehens und Bedeutung des Fernsehens

4.3 Operationalisierung

4.3.1 Medienkompetenz

4.3.2 Involvement

4.3.3 Lebensweltliche Faktoren

4.3.4 Soziodemographische Daten

4.3.5 Funktionen des Fernsehens

4.3.6 Bedeutung des Fernsehens

5 Entwurf eines Untersuchungsdesigns

5.1 Vorstudie

5.1.1 Untersuchungsschritte

5.1.2 Ergebnisse

5.1.3 Entwurf einer Typologie

5.1.4 Zusammenfassung

5.2 Konstruktion des Fragebogens

5.3 Pretest

5.4 Abschließender Entwurf eines Untersuchungsdesigns

5.4.1 Beschreibung einer möglichen Stichprobe

5.4.2 Vorgehen bei der Auswertung – eine Empfehlung

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den Funktionen des Fernsehens und dessen Bedeutung für Jugendliche in ihrer konkreten Lebenssituation. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, welchen Stellenwert das Fernsehen im Freizeitkontext einnimmt und ob ein Funktionswandel zugunsten neuer Medien stattfindet.

  • Analyse der Funktionen des Fernsehens für Jugendliche (Information, Soziale Interaktion, Unterhaltung).
  • Einfluss von Determinanten wie Medienkompetenz, Involvement und lebensweltlichen Faktoren.
  • Untersuchung der Bedeutung soziodemographischer Daten für die Fernsehrezeption.
  • Entwurf einer Typologie zur jugendlichen Fernsehnutzung basierend auf einer explorativen Vorstudie.
  • Reflexion des potenziellen Funktionsverlusts des Mediums Fernsehen.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Ursprünge der Forschung

Doch was macht einen Stil zu einem Stil der Jugendkultur bzw. Jugendsubkultur oder gar zur jugendlichen Gegenkultur? Der Begriff „Jugendsubkultur“ wurde geprägt von den Forschern des „Center of Contemporary Cultural Studies“ (CCCS) als eine Bezeichnung für kulturell produktive und widerständige Arbeiterjugendliche, während der Begriff „Jugendkultur“ für mehrheitsfähige Massenkultur unter Jugendlichen und die Bezeichnung „jugendliche Gegenkultur“ für kulturelle Protestbewegungen bürgerlicher Jugend steht (vgl. Willis 1979, 1981; Clarke/Honneth 1979; Hebdige 1991).

Durch die Arbeiten in der Tradition der „Cultural Studies“ kam es zu einer Neueinschätzung des Medienkonsums, des Weiteren betonen neuere Studien die Produktivität und Kreativität der Medienaneignung von Jugendlichen. Die Studie „Common Culture“ (vgl. Willis 1991), die 1987/88 im Auftrag der Gulbenkian-Stiftung durchgeführt wurde, wird in diesem Zusammenhang in der neueren Forschungsliteratur häufig herangezogen (z.B. Baacke/Frank/Radde 1991; Barthelmes/Sander 2000; Kutschera 2001). Die vor allem qualitativen Arbeiten beziehen sich weniger auf die Forschungsergebnisse von Paul Willis, sondern vielmehr auf seine theoretischen Schlussfolgerungen. So spricht Willis vor allem der jugendlichen Subkultur, verkörpert durch Arbeiterjugendliche der mittelständischen englischen Kleinstadt Wolverhampten, eine symbolische Kreativität in ihrer Lebensgestaltung zu: „there is a vibrant symbolic life and symbolic creativity in everyday life, everyday activity and expression – even if it is sometimes invisible, locked down or spurned“ (1990: 1). Mit symbolischer Kreativität meint Willis den Umgang mit kulturellen Produkten und die Gestaltung der Lebens- und Alltagswelt. Diese Überlegungen sind für die Jugendforschung deshalb so folgenreich, weil sie Jugendliche nicht mehr nur als Konsumenten, sondern auch als Produzenten kultureller Objekte darstellen. Jedoch scheint nicht mehr trennbar, ob eine kulturelle Stilrichtung durch die Jugendlichen selbst generiert wird oder ob diese medial erzeugt wurde. Der subkulturelle Charakter jugendlicher Stilbildung wird deshalb mehr und mehr in Frage gestellt. Das Subkulturkonzept, wie es von den Anhängern der „Cultural Studies“ vertreten wird, gilt in der aktuellen Diskussion der Jugendforschung als überholt (z.B. Vollbrecht 1995; Baacke 1993; Ferchhoff 1990). Grundlage der Neuorientierung sind Debatten um eine durchgreifende Individualisierung der Gesellschaft (vgl. Beck 1986) und die zunehmende Dominanz von Lebensstil-Milieus anstelle von Schicht- und Klassenkulturen, die Jugendforscher auf das Konzept der Jugendkultur zurückgreifen lassen (vgl. Silbereisen/Vaskovics/Zinnecker 1996: 58).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Jugendkultur und Jugendmedienkultur – eine Übersicht: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zur Jugendkultur und die Rolle von Medien im jugendlichen Freizeitalltag.

2 Funktionen des Fernsehens für Jugendliche: Hier werden theoretische Ansätze diskutiert, welche Funktionen das Fernsehen für Jugendliche erfüllt, darunter Information, soziale Integration und Unterhaltung.

3 Determinanten jugendlicher Fernsehrezeption: Das Kapitel definiert Einflussfaktoren wie Medienkompetenz, Involvement und lebensweltliche Bedingungen, die das Fernsehverhalten von Jugendlichen prägen.

4 Modellannahmen und Operationalisierung: Es wird ein theoretisches Modell entwickelt und operationalisiert, um die Zusammenhänge zwischen Funktionen und Bedeutung des Fernsehens empirisch untersuchbar zu machen.

5 Entwurf eines Untersuchungsdesigns: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, inklusive einer explorativen Vorstudie und der Konstruktion eines standardisierten Fragebogens.

6 Fazit: Das Fazit rekapituliert die theoretischen Annahmen und die Ergebnisse der explorativen Studien und diskutiert die Perspektiven der weiteren Forschung.

Schlüsselwörter

Jugendliche, Fernsehen, Mediennutzung, Medienkompetenz, Involvement, Lebenswelt, Freizeitverhalten, Sozialisation, Unterhaltung, Sensation-Seeking, Eskapismus, Parasoziale Interaktion, Jugendkultur, Forschungsdesign, Medienwirkung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht die Funktionen, die das Fernsehen in der Lebenswelt von Jugendlichen erfüllt, und wie diese Funktionen den Stellenwert des Mediums in ihrer Freizeit bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Jugendmedienforschung, die Rezeptionsforschung sowie die Analyse von jugendlichen Lebenswelten und deren Einfluss auf das Mediennutzungsverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein theoretisches Modell zu entwickeln, das erklärt, welche Faktoren (wie Medienkompetenz oder Involvement) das Fernsehverhalten beeinflussen und wie daraus eine Typologie jugendlicher Fernsehnutzung abgeleitet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt ein Mehrmethodendesign, das einen theoretischen Teil mit einer explorativen Vorstudie (teilstandardisierter Lückentext) verbindet, um die Grundlagen für eine anschließende quantitative Befragung zu schaffen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Konzepte der Fernsehfunktionen, Einflussfaktoren wie Medienkompetenz und Involvement sowie die methodische Vorbereitung des Untersuchungsdesigns ausführlich dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Medienkompetenz, Involvement, Jugendmedienkultur, lebensweltliche Faktoren und die Funktionen des Fernsehens wie Eskapismus oder parasoziale Interaktion.

Wie unterscheidet sich die Nutzung durch Gymnasiasten von Hauptschülern?

Laut der Arbeit verfügen Gymnasiasten oft über ein höheres kritisches Bewusstsein und nutzen Medien zielgerichteter, während bei Hauptschülern teilweise eine höhere Nutzungsintensität und ein unreflektierterer Konsum beobachtet werden kann.

Warum wird Fernsehen heute oft als „Nebenbei-Medium“ bezeichnet?

Dieser Begriff spiegelt wider, dass Jugendliche das Fernsehen oft als Geräuschkulisse nutzen, während sie sich parallel mit anderen Aktivitäten beschäftigen, was auf eine sinkende Konzentration und Funktionalität hindeutet.

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Résumé des informations

Titre
Funktionen des Fernsehens in der Lebenswelt Jugendlicher - Welchen Stellenwert hat Fernsehen in der Freizeit Jugendlicher?
Université
http://www.uni-jena.de/
Note
1,0
Auteur
Claudia Wilhelm (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
119
N° de catalogue
V43823
ISBN (ebook)
9783638415422
Langue
allemand
mots-clé
Funktionen Fernsehens Lebenswelt Jugendlicher Welchen Stellenwert Fernsehen Freizeit Jugendlicher
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Claudia Wilhelm (Auteur), 2004, Funktionen des Fernsehens in der Lebenswelt Jugendlicher - Welchen Stellenwert hat Fernsehen in der Freizeit Jugendlicher?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43823
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Extrait de  119  pages
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