Humankapital. Begriffsklärung und optimale Personalführung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Humankapital

2.1 Der Begriff Humankapital

2.2 Bedeutung für das Unternehmen

3 Human Capital-Management

3.1 Das Personal - Blickpunkt des Human Capital-Managements

und elementarer Vermögenswert

3.2 Wirtschaftliche Orientierung und Umsetzung im Rahmen

einer guten Unternehmensführung

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Alltag oder auch im Beruf ist es wichtig, in aus diesen hervorgehenden Bereichen erfolgreich zu sein. Viele Menschen setzen die Maxime ״Im Leben Erfolg haben“ an ziemlich hoher Stelle. Auch in der hiesigen Wirtschaftswelt besitzt die Gewinn- und Erfolgsmaximierung in Unternehmen gemeingültig die größte Priorität.1 Um das gewährleisten zu können, muss vielen Faktoren Beobachtung gezollt werden. Diese gilt es zu kontrollieren und zu steuern. Ein Unternehmen ist ohne Mitarbeiter nicht vorstellbar, daher nimmt das Personal einen wichtigen Platz im Rahmen einer guten Untemehmensführung ein. Es wird wenn gar als ״der“ Erfolgsfaktor angesehen.2 Als wesentlicher Anhaltspunkt kommt hierbei der Begriff ״Humankapital“ zum Tragen. Dieses theoretische Konstrukt trägt viele verschiedene Bedeutungen in sich und führt hier gleichwohl zu zweierlei unterschiedlichen Meinungen. MICHAEL LEITNER, Autor des deutschen Magazins ״Harvard Business Manager“, führt aus, dass das Personal - wie bereits erwähnt - zum einen eine unverzichtbare Erfolgsgröße darstellt und zum anderen gleichzeitig Kosten (z.B. Löhne, Gehälter) verursacht.3 Dem Leser soll zu Anfang dieser Arbeit erläutert werden, wie der begriffliche Gegenstand bezüglich des Humankapitals beschrieben werden kann. Weiterhin folgen Ausführungen, wie der Wert bzw. die Bedeutung der Mitarbeiter für das Unternehmen beurteilt wird. DANIEL STREICH gibt mit seinem Buch ״Wertorientiertes Personalmanagement“ originell und wissenschaftlich aufbereitete Erläuterungen hinsichtlich dieser Ansätze. Zeitlich sind das Humankapital und die dazugehörige personalbezogene Weiterbildung stets Veränderungen unterworfen. Der Stellenwert von Mitarbeitern steigt.4 ökonomische Strategiemodelle zur besseren Einstellung und Bindung des Personals sind erforderlich. Damit dürfte der nächste Punkt angesprochen sein: Das Human Capital-Management. Im weiteren Verlauf soll aufgezeigt werden, was HCM zum Inhalt hat, wie das Personal in dieser Form des Managements eingebunden wird und was die Managementplanung- und Umsetzung umfasst. Es werden in der Hinsicht personelle und funktionelle Aspekte diskutiert. In diesem Rahmen liefert uns die Monografie ״Human Capital Management“ von RAIMUND BIRRI wertvolle Hinweise. Zum Schluss wird revidierend auf den Hauptteil Stellung genommen und ein zusammenfassendes Fazit abgegeben.

2 Das Humankapital

Vielen dürfte das Wort ״Humankapital“ bekannt Vorkommen, andere Menschen haben davon wahrscheinlich noch nie gehört. Sicher ist, dass man besonders im Personalwesen mit dem Humankapital zu rechnen hat. Doch was die Bedeutung angeht, so fiel nach eigener Recherchearbeit auf, dass der Begriff an einigen Stellen verhältnismäßig negativ konnotiert wurde. In einem Online-Artikel der Tageszeitung ״Die Zeit“ spricht sich REINHARD KAHL über das ״Humankapital und die Liebe“ - so der Artikel betitelt - aus, dort gilt der Begriff als: ״Das hässliche Wort [...]. [...]. Andere sprechen vom ״Rentenfutter“ oder wittern, es gehe nur um die Verwertung der Arbeitskraft als ״Menschenmaterial““5 Man stellt fest, dass der Fachausdruck Humankapital seine Daseinsberechtigung nicht nur im Sprachgebrauch, sondern auch in der Praxis bereits quittiert hat. Tatsächlich bringt das Humankapital auch positive Inhalte mit. Nicht zuletzt gilt es als ein Parameter für ein erfolgreiches Unternehmen. In der Zusammenfassung einer Forschungsstudie von BADURA et al. wird die Wichtigkeit eines immateriellen Kapitals für ein Unternehmen noch einmal bekräftigt: ״Das Sozialkapital eines Unternehmens beeinflusst wesentlich seine Wettbewerbsfähigkeit. Diese Effekte sind messbar und haben einen signifikanten Einfluss auf den Unternehmenserfolg.“6 Vertieft wird diese Aussage dadurch, dass neben dem Humankapital ein ähnliches Konstrukt - das Sozialkapital - existiert. Dieses behandelt nicht wie das Humankapital den Mitarbeiter und seine Soft- und Hard Skills insgesamt, sondern die Beziehungen im Unternehmen.7 Es gilt zwar beide Kapitalformen zu trennen, allerdings Stehen diese zwei Begriffe in enger Relation zueinander. Die Wirkungen beider auf das Unternehmen können schlussendlich ähnlich ausfallen, da es sich um immaterielle Vermögenswerte handelt. Dies ist damit zu begründen, dass bei Verlust oder Mangel dieser Kapitalien, es bei Unternehmen zu Defiziten kommen kann - sie stellen i. d. s. nämlich Ressourcen dar.8 Es wird sich aber auf das Humankapital beschränkt. Des Weiteren soll auf dessen begrifflichen Inhalt näher eingegangen werden. Anschließend werden Definitionen vorgegeben und theoretische Ansätze über die Bewertung und Auswirkungen des Humankapitals im Unternehmenskomplex hinterleuchtet.

2.1 Der Begriff ״Humankapital“

Manch einem erscheint der Begriff ״Humankapital“ gleichwertig als Synonym für Human Ressource.9 Faktisch gibt es einen großen Unterschied, den es zu beachten gilt. Nach Worten von FEGLER und PAUL-KOHLHOFF heißt es: ״HRM verbindet zum einen das strategische Management mit dem Personalmanagement und konzentriert sich zum anderen auf das Leistungspotential der Mitarbeiter/-innen.“10 Es geht beispielsweise um die Beschaffung, Einbindung und Orientierung des Personals, insbesondere um die Verbesserung jeglicher Faktoren der unternehmerischen Organisation. Hervorgehoben wird dabei die Relation zwischen Arbeit und Mitarbeiter.11 Der entscheidende Punkt liegt darin, dass der Begriff Humankapital - sinnvoll übersetzt in ״Menschenkapital“ - den Mitarbeiter als eine eigenständige Kapitaleinheit erfasst. Linter das Humankapital fallen letztlich alle möglichen Fähigkeiten und Fertigkeiten des Mitarbeiters, die in seine Arbeit hineinfließen, sowie das Wissen, das ihm zur Verfügung steht.12 Die genannten Faktoren sind Teil dieser Einheit. Daneben gilt im betriebswirtschaftlichen Rechnungswesen beispielsweise das Kapital als das (immaterielle) Vermögen eines Unternehmens, welchem ein bestimmter Wert beigemessen wird.13 Aus den vorherigen Aussagen kann demnach hergeleitet werden, dass zunächst einmal der Mitarbeiter als Ressource beschafft und folglich in das Kapital umgewandelt werden muss. RIBOLITS meint dazu:

[...] Humanressource [fokussiert] auf das in Humanform auftretende Rohmaterial, [...], das es für die wirtschaftliche Verwertung erst zuzurichten gilt. [...] Mit der Bezeichnung Humankapital werden somit die sich in den verwertungsrelevanten Eigenschaften eines Menschen verkörpernden Investitionen angesprochen.14

2.2 Bedeutung für das Unternehmen

Um auf die Verwertung von immateriellen Ressourcen zurückzukommen (im schlicht ökonomischen Sinn: der Umgang mit Ressourcen), ist es in dem Zusammenhang gut zu wissen, wie die Bewertung derjenigen innerhalb des Unternehmens und des Unternehmensprozesses an sich aussieht. Dies führt uns zum nächsten Anhaltspunkt: Die Bedeutung des Humankapitals im Unternehmen - einfach ausgedrückt. Mit Bedeutung ist der Wert, wenn auch der nachhaltige Wert dieser Kapitalform gemeint, ferner welche Rolle sie skizziert bzw. einnimmt. Das Humankapital wird im englischen Sprachgebrauch i. d. R. in ״intangible asset“ übersetzt, was so viel wie ״immaterielles Vermögen“ heißt. ״Asset“ ist bei Eingabe im Online-Deutsch- Englisch-Wörterbuch ״dicct“ ebenso gleichzusetzen mit ״Gewinn“ oder ״Bereicherung“.15 STREICH zu Folge wird noch einmal betont, dass: ״[...] die im Unternehmen beschäftigten Menschen das ״wertvollste Asset“ repräsentieren.“16 Zielt man auf eine Definition als ״unternehmerischer Gewinn“ ab, so muss geklärt werden, inwiefern das Humankapital zu genau solchem führt. Ausgangswert für das Erwirtschaften von Gewinn mittels Humankapital, stellen Bildungsinvestitionen dar. Der Unternehmer bedient sich dabei Aus- bzw.

Weiterbildungsangeboten, die das Wissensspektrum des Arbeitnehmers ausweiten und ihm neue Sachkompetenzen vermitteln sollen. Dadurch steigt maßgeblich nämlich die Produktivität des betreffenden Arbeitnehmers.17 Die Produktivität ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen In- und Output. Das Wissen gilt hierbei als der Input (die eingesetzten Leistungen, die im Produktionsprozess mit einfließen) und die erzielten Kapitalerträge - die Gewinne - als Output (die erbrachten Leistungen). Die Kapitalgrößen werden im Unternehmen durch Bilanzierung des Humankapitals errechnet. Diese Kalkulationsrechnungen sollen in dieser Arbeit nicht erfasst und beschrieben werden, da dies den Rahmen sprengen und zu unnötiger Komplexität führen würde. STREICH stellt den Terminus ״Humankapital“ als: ״[...] die Summe der im Unternehmen [...] zur Verfügung gestellten Leistungspotenziale seiner Mitarbeiter [...]“18, dar. Weiterhin: ״Festzuhalten bleibt, dass das Humankapital der einzige ökonomische Faktor ist, der von sich aus Werte erzeugen kann.“19 Diese Werte sind als die Untemehmenswerte zu verstehen und für die Wirtschaftlichkeit und Effizienz des Unternehmens von größter Bedeutung.

[...]


1 Hardes und Uhly 2007, s. 84

2 TEIA AG - Internet Akademie und Lehrbuch Verlag 2000-2015

3 Leitner 2007

4 Borstel 2014

5 Kahl 2007

6 Badura et al. 2008, s. 2

7 Sozialkapital - Wikipedia 2015

8 Barthel et al. 2011, s. 35

9 Hoffmann

10 Feiger und Paul-Kohlhoff 2004, s. 15

11 Weingarden 2011, s. 6

12 Ribolits 2006, s. 1

13 Nestler 2003

14 Ribolits 2006, s. 1

15 Hemetsberger

16 Streich 2006, s. 10

17 Bontrup 2008, s. 106

18 streich 2006, s. 44

19 Streich 2006, s. 44

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Humankapital. Begriffsklärung und optimale Personalführung
Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V438257
ISBN (eBook)
9783668785793
ISBN (Buch)
9783668785809
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personalmanagement, Human Capital Management, Humankapital, Unternehmen, Personal, Vermögenswert, Unternehmensführung, Mitarbeiter, Wertschöpfungskette, Management, BWL, Verwaltung, Organisation, Entwicklung, HCM, Personalwesen, Human Ressource Management, Betriebswirtschaftslehre, Betriebswirtschaft, Ökonomie
Arbeit zitieren
Nick Phuong Nguyen (Autor), 2016, Humankapital. Begriffsklärung und optimale Personalführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438257

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