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Aspekte der Beschreibung von Funktionsverbgefügen

Title: Aspekte der Beschreibung von Funktionsverbgefügen

Seminar Paper , 2000 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: Yvonne Luther (Author)

German Studies - Linguistics
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Es gibt im Deutschen bestimmte syntaktische Konstruktionen, die in anderen Sprachen oft keine direkte Entsprechung finden und die hinsichtlich ihrer Bedeutung unterschiedlich bewertet werden. Besonders interessant ist die Gruppe der Funktionsverbgefüge. Sprach- und Stilkritiker beurteilten sie bereits in der Vergangenheit häufig negativ, weil sie angeblich zu Verumständlichungen des Ausdrucks und zu einem unangemessenen Nominalstil führen.
Die Sprachwissenschaft beschäftigt sich erst seit den 1960er Jahren mit den Funktionsverbgefügen und schloss dabei die bis dahin vorherrschenden Werturteile aus. Der Begriff „Funktionsverb“ wurde von Peter von Polenz für Verben geprägt, die „nur noch für rein formale Funktionen des Satzbaus“ (Polenz 1963: 11) verwendet werden.
Wir haben uns im Seminar „Syntax“ anhand von Eisenbergs „Grundriß der deutschen Grammatik“ mit Funktionsverbgefügen beschäftigt, wobei mir bewusst wurde, dass über diese sprachliche Struktur sehr verschiedene Meinungen herrschen. Dies gilt insbesondere für ihre Integration in die Satzstruktur und für ihren semantischen Wert, d.h. die spezifische sprachliche Leistung von Funktionsverbgefügen. Ich möchte versuchen, unterschiedliche Positionen darzustellen und außerdem eine Reihe von relativ weit anerkannten Merkmalen dieser syntaktischen Konstruktion herauszustellen. Des Weiteren werde ich die verschiedenen Formen beschreiben, die mehr oder weniger häufig unter den Begriff „Funktionsverbgefüge“ gefasst werden.
Neben dem „Grundriß der deutschen Grammatik. Band 2: Der Satz“ von Peter Eisenberg beziehe ich in meine Arbeit vor allem Schriften von Gerhard Helbig und Peter von Polenz zu diesem Thema ein. Darüber hinaus werden die Duden-Grammatik, die „Grammatik der deutschen Sprache“ von Walter Jung und die „Deutsche Grammatik“ für den Ausländerunterricht von Helbig/ Buscha zugrunde gelegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktionsverbgefüge als sprachliche Struktur

2.1 Eigenschaften von Funktionsverbgefügen

2.2 Morphologische Typen von Funktionsverbgefügen

2.3 Funktionsverbgefüge mit Präpositionalgruppe

3. Funktionsverbgefüge in der Satzstruktur

4. Subklassen der Funktionsverbgefüge

5. Kriterien zur Ermittlung von Funktionsverbgefügen

5.1 Einschränkungen der Kriterien

6. Semantische Leistungen der Funktionsverbgefüge

7. Zusammenfassung

8. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das syntaktische Phänomen der Funktionsverbgefüge (FVG) im Deutschen. Das primäre Ziel ist es, verschiedene wissenschaftliche Positionen zu deren Integration in die Satzstruktur und semantischen Leistung darzustellen sowie anerkannte Merkmale dieser Konstruktion systematisch herauszuarbeiten.

  • Strukturelle Eigenschaften und morphologische Klassifizierung von Funktionsverbgefügen.
  • Die Kontroverse um die Integration in die Satzstruktur (Satzklammer-Bildung).
  • Methodische Kriterien zur Abgrenzung von freien Wortverbindungen.
  • Semantische Funktionen wie Durativität, Inchoativität und Kausativität.
  • Entwicklungsprozesse wie Lexikalisierung und Grammatikalisierung.

Auszug aus dem Buch

2. 1 Eigenschaften von Funktionsverbgefügen

Es gibt eine Reihe von Eigenschaften, die Funktionsverbgefügen zugeschrieben werden. Die folgenden gelten als weithin anerkannt und wenig umstritten:

Das Funktionsverb und das Verbal- bzw. Adjektivabstraktum bilden eine semantische Einheit, d.h. beide können nicht getrennt voneinander in dieser Form vorkommen.

Zwischen FVG und entsprechendem Vollverb bzw. Adjektiv (und Kopulaverb) herrscht weitgehende Synonymie, d.h. sie können ohne wesentliche Bedeutungsänderung ausgetauscht werden.

(3) Sein Artikel kam zum Abdruck. Sein Artikel wurde abgedruckt.

(4) Susanne geriet in Aufregung. Susanne wurde aufgeregt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Funktionsverbgefüge und deren kontroverse Bewertung in der germanistischen Sprachwissenschaft.

2. Funktionsverbgefüge als sprachliche Struktur: Definition der FVG als Verbindung aus Funktionsverb und nominalem Teil sowie Darstellung der morphologischen Typen.

3. Funktionsverbgefüge in der Satzstruktur: Analyse der strittigen Frage, ob Funktionsverbgefüge eine Satzklammer bilden und wie sie syntaktisch zu behandeln sind.

4. Subklassen der Funktionsverbgefüge: Differenzierung der Gefüge nach morphologischen, lexikalischen und aktionsartbezogenen Kriterien.

5. Kriterien zur Ermittlung von Funktionsverbgefügen: Darstellung wissenschaftlicher Ansätze zur Abgrenzung von freien Wortverbindungen und Diskussion der Grenzen dieser Kriterien.

6. Semantische Leistungen der Funktionsverbgefüge: Untersuchung der funktionalen Vorteile von FVG im Ausdruck, insbesondere hinsichtlich Valenz, Rektion und Schattierung der Mitteilungsperspektive.

7. Zusammenfassung: Resümee über die heutige Akzeptanz der Funktionsverbgefüge im alltäglichen Sprachgebrauch und Einordnung der Grammatikalisierungstendenzen.

8. Literaturangaben: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Funktionsverbgefüge, FVG, Syntax, Sprachwissenschaft, Nominalstil, Satzklammer, Semantik, Lexikalisierung, Grammatikalisierung, Vollverb, Präpositionalgruppe, Verbalabstraktum, Aktionsart, Sprachgebrauch, Deutsche Grammatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Funktionsverbgefüge im Deutschen, eine spezielle syntaktische Konstruktion, bei der ein semantisch weitgehend entleertes Funktionsverb mit einem nominalen Teil eine Einheit bildet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der morphologischen Klassifizierung, der syntaktischen Einordnung in die Satzstruktur, den Kriterien zur Abgrenzung sowie der semantischen Leistung dieser Ausdrücke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Darstellung unterschiedlicher wissenschaftlicher Positionen und die Systematisierung der Merkmale, die Funktionsverbgefüge von freien Wortverbindungen unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse relevanter linguistischer Schriften (z.B. von Helbig, Eisenberg, von Polenz) und deren kritischer Prüfung anhand linguistischer Kriterien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Definition der FVG, der Diskussion der Satzklammer-Problematik, der Identifizierung von Subklassen und der Evaluation von Kriterien zur Bestimmung dieser Gefüge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Funktionsverbgefüge, Syntax, Semantik, Grammatikalisierung, Lexikalisierung und Satzklammer.

Wie unterscheidet sich ein Funktionsverb von einem Vollverb?

Während ein Vollverb eine eigenständige lexikalische Bedeutung besitzt, ist das Funktionsverb in seiner Bedeutung weitgehend reduziert und dient primär zur Bildung einer semantischen Einheit mit einem Verbalabstraktum.

Welche Rolle spielt die Satzklammer bei der Analyse von FVG?

Die Frage der Satzklammer-Bildung ist ein zentraler Streitpunkt in der Sprachwissenschaft; einige Linguisten sehen darin ein mehrteiliges Prädikat, während andere eine klassische Rektionsbindung zwischen Verb und Präpositionalgruppe bevorzugen.

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Details

Title
Aspekte der Beschreibung von Funktionsverbgefügen
College
Martin Luther University  (Germanistisches Institut)
Course
Syntax (Proseminar)
Grade
1
Author
Yvonne Luther (Author)
Publication Year
2000
Pages
22
Catalog Number
V43845
ISBN (eBook)
9783638415484
Language
German
Tags
Aspekte Beschreibung Funktionsverbgefügen Syntax
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Luther (Author), 2000, Aspekte der Beschreibung von Funktionsverbgefügen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43845
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