Die Wirtschaft ist durch die Knappheit geprägt. Immer wieder fehlt es zahlreichen Unternehmen, großen Konzernen, aber auch mittleren und kleinen Firmen an Finanzmitteln, um ihre Investitionsprojekte zu finanzieren. Dabei können die Unternehmen entweder das Modell der Fremdfinanzierung oder das Modell der Eigenfinanzierung auswählen, oder aber eine Mischvariante aus beiden.
Eine der Finanzierungsmöglichkeiten sein Eigenkapital zu erhöhen und die Mittel zu Investitionszwecke zu bekommen, bietet dem betreffenden Unternehmen die Deutsche Börse. Mit dem Instrument des Wertpapiers stellt die Börse dem Unternehmen das notwendige Kapital zur Verfügung. Der Vorteil dieser Wertpapierfinanzierung liegt darin, dass dem Emittenten eine Möglichkeit aufgeräumt wird, bei relativ niedrigen Transaktionskosten auf eine langfristige Finanzierung zu kommen, wobei das Risiko sehr breit gestreut wird.
Für „going Public“ besteht allerdings ein verlässlicher Rechtsraum, in dem sich die davon Betroffenen bewegen und der die Entwicklung dieses Phänomens bestimmt. Bevor das Unternehmen in den Genuss von Wertpapierfinanzierung kommt, müssen seine Papiere (Aktien) zum Handel an der Börse zugelassen werden.
Anhand des Börsengesetzes und Börsenzulassungs-Verordnung soll hier dargestellt werden, welche Voraussetzungen ein Unternehmen, abhängig von den Marktsegmenten, an denen es präsent sein möchte, erfüllen muss, damit seine Wertpapiere zum Börsenhandel eine Zulassung erhalten.
Die Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel geschieht auf Grund eines Prospekts. Anhand des Börsengesetzes, Verkaufsprospektgesetzes und Verkaufsprospekt-Verordnung soll gezeigt werden, mit welchen Konsequenzen muss der Emittent seiner Aktien rechnen, wenn die Angaben im Prospekt unrichtig oder unvollständig sind.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1 Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel
1.1 Zulassung von Wertpapieren zum amtlichen Markt
1.2 Zulassung und Einbeziehung von Wertpapieren zum geregelten Markt
1.3 Freiverkehr
2 Prospekthaftung
2.1 Inhalt des Prospekts
2.2 Haftung aus unrichtigem oder unvollständigem Prospekt
2.3 Prospekthaftung: ein Fallbeispiel
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel in Deutschland sowie die damit korrespondierende Prospekthaftung. Im Fokus steht dabei die Analyse der unterschiedlichen Anforderungen in den verschiedenen Börsensegmenten sowie die Konsequenzen für Emittenten bei unrichtigen oder unvollständigen Angaben in den Emissionsunterlagen.
- Rechtliche Grundlagen des Börsengesetzes und der Börsenzulassungsverordnung
- Differenzierung der Anforderungen für den amtlichen Markt, geregelten Markt und Freiverkehr
- Prozesse der Prospekterstellung und Veröffentlichungspflichten
- Haftungsrechtliche Konsequenzen bei mangelhaften Informationen
- Analyse eines Fallbeispiels zur gerichtlichen Durchsetzung von Schadensersatz
Auszug aus dem Buch
1.1 Zulassung von Wertpapieren zum amtlichen Markt
Das Recht der Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel im amtlichen Markt wird im Abschnitt 3 in §§ 30-48 des Börsengesetzes und in der Börsenzulassungsverordnung geregelt. Gem. § 30 des Börsengesetzes besteht es eine Zulassungspflicht. Die Wertpapiere, die im amtlichen Markt an der Börse gehandelt werden sollen, bedürfen der Zulassung. Der Emittent der Wertpapiere zusammen mit einem Kreditinstitut muss die Zulassung beantragen. Das Kreditinstitut muss eine Zulassung zum Handel an einer inländischen Wertpapierbörse (nicht notwendig an der des Emittenten) haben und ein haftendes Eigenkapital von mindestens 730.000 Euro nachweisen. Ist der Emittent ein Kreditinstitut, so kann er den Antrag allein stellen.
Dritter Abschnitt der Börsenzulassungsverordnung sieht vor, dass der Zulassungsantrag schriftlich gestellt werden muss. Im Antrag müssen die Antragsteller den Namen der Firma und ihren Sitz, Art und Betrag der zuzulassenden Papiere sowie ein überregionales Börsenpflichtblatt, in dem der Antrag veröffentlicht werden soll, angeben. Es ist auch anzugeben, ob ein gleichartiger Antrag zuvor oder gleichzeitig an einer anderen inländischen Börse oder in einem anderem Staat der Europäischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum gestellt worden ist oder alsbald gestellt werden wird.
Bevor der Emittent mit einer Zulassung seiner Wertpapiere zum amtlichen Handel rechnen kann, müssen bestimmte Voraussetzungen der Zulassung vom Emittenten erfüllt werden: insbesondere die Anforderungen an den Emittenten hinsichtlich seiner Rechtsgrundlage, Größe und Dauer seines Bestehens; die Anforderungen an die zuzulassenden Wertpapiere hinsichtlich ihrer Rechtsgrundlage, Handelbarkeit, Stückelung, Druckausstattung und des Mindestbetrags der Emission. Dies ist im Ersten Abschnitt der Börsenzulassungsverordnung geregelt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung der Kapitalbeschaffung über die Börse und führt in die gesetzlichen Grundlagen für den Börsengang ein.
1 Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Marktsegmente (amtlicher Markt, geregelter Markt, Freiverkehr) und die jeweils spezifischen Zulassungsvoraussetzungen sowie die Pflichten der Emittenten.
2 Prospekthaftung: Dieser Teil befasst sich mit dem notwendigen Inhalt von Emissionsprospekten und den rechtlichen Konsequenzen, die sich aus unrichtigen Angaben für Emittenten ergeben, ergänzt durch ein praktisches Fallbeispiel.
Zusammenfassung: Der abschließende Teil fasst die zentralen Ergebnisse zur regulatorischen Strenge der verschiedenen Marktsegmente und die Bedeutung des Anlegerschutzes zusammen.
Schlüsselwörter
Börsengesetz, Prospekthaftung, Börsenzulassung, Wertpapiere, amtlicher Markt, geregelter Markt, Freiverkehr, Anlegerschutz, Emissionsprospekt, Emittentenpflichten, Schadensersatz, Wertpapierhandelsgesetz, Kapitalmarkt, Börsenzulassungsverordnung, Transparenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die rechtlichen Anforderungen an die Zulassung von Wertpapieren am deutschen Kapitalmarkt und beleuchtet die Haftungsrisiken für Emittenten bei fehlerhaften Prospektangaben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit gliedert sich in die zwei Hauptbereiche der Börsenzulassungsverfahren (differenziert nach Marktsegmenten) und die zivilrechtliche Prospekthaftung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Voraussetzungen aufzuzeigen, die Unternehmen erfüllen müssen, um den Zugang zu verschiedenen Börsensegmenten zu erhalten, und aufzuzeigen, welche Konsequenzen drohen, wenn die gesetzlichen Informationspflichten verletzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine juristische Facharbeit, die auf einer detaillierten Analyse des Börsengesetzes, der Börsenzulassungsverordnung sowie einschlägiger Rechtsprechung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt systematisch die Zulassungsvoraussetzungen für den amtlichen Handel, den geregelten Markt und den Freiverkehr sowie die inhaltlichen Anforderungen und Haftungsgrundlagen von Prospekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Börsengesetz, Prospekthaftung, Anlegerschutz, Marktsegmentierung und Zulassungspflichten.
Wie unterscheidet sich der geregelte Markt vom amtlichen Markt?
Der geregelte Markt bietet Unternehmen, insbesondere kleinen und mittleren Firmen, flexiblere Zugangsbedingungen, geringere Publizitätspflichten und niedrigere Gebühren im Vergleich zum streng regulierten amtlichen Markt.
Welche Rolle spielt das angeführte Fallbeispiel für die Prospekthaftung?
Das Fallbeispiel verdeutlicht, dass unrichtige Unternehmenszahlen (wie erfundene Umsätze) die zentrale Voraussetzung für Schadensersatzansprüche nach dem Börsengesetz bilden, auch wenn die Durchsetzung im konkreten Fall von der Einhaltung bestimmter zeitlicher Fristen abhängt.
- Quote paper
- Dmitriy Kudryashov (Author), 2004, Börsenzulassung und Prospekthaftung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43860