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Die Goldenen Zwanziger, Kunst zwischen Kaiserreich und Diktatur

Title: Die Goldenen Zwanziger, Kunst zwischen Kaiserreich und Diktatur

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 2

Autor:in: Carsten Hoffmann (Author)

Didactics for the subject German - History of Literature, Eras
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Nicht etwa ein wirtschaftlicher Aufschwung und auch nicht die Verbesserung der Lebensbedingungen sind Ursachen der verklärten Meinung, die Zwanziger Jahre seien ein goldenes Zeitalter gewesen. Was hiermit gemeint ist, sind vielmehr die rasanten Entwicklungen der Unterhaltungsindustrie. Sie ist das Hauptmerkmal dieses Jahrzehnts. Eine grundlegende Voraussetzung hierfür war ein Kontinente übergreifendes, sich verbreitendes Lebensgefühl und das Aufkommen neuer Medien. Lange Zeit erzwungene Prüderie macht der sexuellen Freizügigkeit Platz, die sich in vielen Formen der Kunst widerspiegelt. Seien es die Schlagertexte, die großen Nacktrevuen oder Darbietungen der kleinen Kabaretts. Es werden exotisch-expressionistische Tänzerinnen gefeiert, das Theater zieht mit seinen neuen Ausstattungsrevuen Massen an. Arrangeure wie Eric Charell, Hermann Haller und James Klein lassen berühmte Mädchentanzgruppen wie die Tiller-Girls ihre Beine wackeln, an denen sich das Publikum ergötzt. Auch die Kleinkunst kommt zur Blüte ihres Daseins, die Stars treten oft nach ihren regulären Abendvorstellungen in den pittoresken Kleinkabaretts auf. Komponisten wie Friedrich Hollaender, Texter wie Klabunt, Ringelnatz, Mehring und Sängerinnen wie Claire Waldorf oder Trude Hesterberg sind die angesagten Stars.
Im Rahmen des Hauptseminars Literatur in der Weimarer Republik referierte ich bereits zum Thema: „Kabarett und Revuen: Ringelnatz, Tucholsky, Mehring“ .
Den Titel meiner Präsentation „Die Goldenen Zwanziger. Kunst zwischen Kaiserreich und Diktatur“ wählte ich, da man, um einen tieferen Einblick in die Epoche der Zwanziger Jahre zu bekommen vorherige und folgende sozialgeschichtliche, historische, kulturelle, kulturpolitische und epochale Entwicklungen der verschiedenen künstlerischen Zweige miteinbeziehen muss. Hier möchte ich auch in dieser Arbeit anknüpfen. Zunächst werde ich auf verschiedene Gattungen, wie Kabarett, Revue, Varieté, Film, Operette, Schlager und deren charakteristischen Merkmale eingehen. Im Anschluss daran komme ich noch auf die großen Lyriker und Satiriker Mehring, Ringelnatz und Tucholsky zurück und werde ihr Wirken ausschnitthaft beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

KABARETT

DAS KABARETT „DIE ELF SCHARFRICHTER“

REVUEN

ERWIN PISCATOR UND DIE POLITISCHE REVUE ROTER RUMMEL

REVUE ROTER RUMMEL

VARIETE

DAS VARIETE WINTERGARTEN

FILM– DAS MASSENMEDIUM

DER DEUTSCHE FILM IN DER WEIMARER REPUBLIK

DIE MUSIKSZENE DER ZWANZIGER JAHRE

SCHLAGER IN DEN ZWANZIGERN

COMEDIEN HARMONISTS

NONSENS SCHLAGER

JAZZ - DAS RHYTMISCHE DELIRIUM

OPERETTE

JOACHIM RINGELNATZ

KURT TUCHOLSKY

WALTER MEHRING

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Kunstlandschaft der Weimarer Republik, um aufzuzeigen, wie sich kulturelle Strömungen zwischen dem Erbe des Kaiserreichs und dem Aufkommen politischer Radikalisierung entwickelten. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen sozialgeschichtlichen Entwicklungen und der künstlerischen Produktion in verschiedenen Gattungen.

  • Analyse der Unterhaltungsindustrie (Kabarett, Revue, Varieté).
  • Untersuchung des Films als neues Massenmedium der Epoche.
  • Darstellung der Musikszene, inklusive Schlager, Jazz und Operette.
  • Porträt bedeutender Lyriker und Satiriker wie Ringelnatz, Tucholsky und Mehring.
  • Beleuchtung der politischen Instrumentalisierung von Kunstformen.

Auszug aus dem Buch

DAS KABARETT „DIE ELF SCHARFRICHTER“

Das Kabarett „Die elf Scharfrichter“ war eines der ersten Kabaretts in Deutschland. Die Eröffnung fand am 13. April 1901 in München statt.

Die Elf Scharfrichter waren: 1. Otto Falckenberg alias Peter Luft 2. Marc Henry alias Balthasar Starr 3. Leo Greiner alias Dionysius Tod 4. Willy Rath alias Willibaldus Rost, der durch Frank Wedekind ersetzt wurde. 5. Max Langheinrich alias Max Knax 6. Wilhelm Hüsgen alias Till Blut 7. Victor Frisch alias Gottfried Still 8. Willi Oertel alias Serapion Grab 9. Ernst Neumann alias Kaspar Beil 10. Hans Richard Weinhöppel alias Hannes Ruck 11. Robert Kothe alias Frigidus Strang

Um durch die ansteigende Zahl der Mitwirkenden einem ständigen Namenswechsel vorzubeugen entschied man sich alle weiteren Mitwirkenden als Henkersknechte zu bezeichnen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Hinführung zum Thema der kulturellen Entwicklung der Weimarer Republik unter Berücksichtigung des Lebensgefühls und der Unterhaltungsindustrie.

KABARETT: Definition und historische Herleitung der Kabarett-Tradition von Frankreich nach Deutschland sowie deren Funktion als politisch-literarische Gattung.

DAS KABARETT „DIE ELF SCHARFRICHTER“: Vorstellung eines der ersten deutschen Kabaretts und Auflistung der Gründungsmitglieder.

REVUEN: Historische Entwicklung der Revue aus dem Jahrmarktstheater hin zur prunkvollen Ausstattungsrevue als Synthese von Musik, Tanz und Dekoration.

ERWIN PISCATOR UND DIE POLITISCHE REVUE ROTER RUMMEL: Analyse von Piscators Engagement als Regisseur und seiner Entwicklung der politischen Revue als agitatorisches Instrument.

REVUE ROTER RUMMEL: Spezifische Untersuchung von Piscators politisch-proletarischer Revue als Gegenentwurf zu kommerziellen Shows.

VARIETE: Beschreibung der Gattung des Varietés als hybride Form zwischen Zirkus und Kabarett mit Fokus auf die leichte Unterhaltung.

DAS VARIETE WINTERGARTEN: Detaillierte Betrachtung der Geschichte und Bedeutung des Berliner Wintergartens als Zentrum des Nachtlebens.

FILM– DAS MASSENMEDIUM: Analyse der deutschen Filmindustrie und ihrer Entwicklung zu einer Massenattraktion unter wechselnden ökonomischen Bedingungen.

DER DEUTSCHE FILM IN DER WEIMARER REPUBLIK: Auflistung der wichtigsten deutschen Filmproduktionen von 1919 bis 1933.

DIE MUSIKSZENE DER ZWANZIGER JAHRE: Überblick über die musikalische Vielfalt und die Verbreitung durch neue Medien wie Rundfunk und Schallplatte.

SCHLAGER IN DEN ZWANZIGERN: Betrachtung der Popularität und Themenwahl von Schlagertexten als Spiegel aktueller Ereignisse.

COMEDIEN HARMONISTS: Porträt des Sextetts als Vorreiter heutiger Boy-Groups und Analyse ihres a-capella-Stils.

NONSENS SCHLAGER: Vorstellung von Liedtexten, die auf Wortspielen und grotesken Situationen basieren.

JAZZ - DAS RHYTMISCHE DELIRIUM: Beschreibung der Jazzwelle als Ausdruck des modernen Lebensgefühls in der Großstadt.

OPERETTE: Untersuchung des Wandels der Operette unter dem Einfluss der Revue-Elemente.

JOACHIM RINGELNATZ: Analyse der Lyrik von Ringelnatz als Ausdruck der Gegenhaltung zum Sportkult und Patriotismus der jungen Republik.

KURT TUCHOLSKY: Untersuchung von Tucholskys Rolle als Satiriker und scharfer Kritiker der Justiz und des Militarismus.

WALTER MEHRING: Würdigung Mehrings als bedeutender Lyriker, der mit Jazzrhythmen das Spießertum und den Antisemitismus kritisierte.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Kabarett, Revue, Erwin Piscator, Varieté, Wintergarten, Stummfilm, Ufa, Schlager, Comedian Harmonists, Jazz, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Walter Mehring, Kulturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die vielfältigen Kunstformen und das kulturelle Leben während der Weimarer Republik, wobei die Verflechtung von Kunst, Unterhaltungsindustrie und Zeitgeschichte im Fokus steht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Kabarett, Revuen, die Entwicklung des Films, die Musikszene, sowie das literarische Wirken bedeutender Satiriker der Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen tieferen Einblick in die künstlerischen Entwicklungen der Zwanziger Jahre zu geben und diese in den historischen, kulturpolitischen Kontext zwischen Kaiserreich und Diktatur einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse sozialgeschichtlicher, historischer und literarischer Entwicklungen und beleuchtet verschiedene künstlerische Zweige anhand von Gattungsmerkmalen und spezifischen Akteuren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die Gattungen wie Kabarett, Revue, Varieté, Film, Schlager, Jazz und Operette analysiert, gefolgt von einer Untersuchung der Werke von Ringelnatz, Tucholsky und Mehring.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Weimarer Republik, Unterhaltungsindustrie, politisches Kabarett, Massenmedium Film, satirische Lyrik und gesellschaftlicher Wandel.

Warum war der Wintergarten so bedeutend für das Berliner Nachtleben?

Der Wintergarten galt als das führende Varieté in Berlin, da er eine exklusive Symbiose aus Zirkus und Kabarett bot und als Sprungbrett für internationale Stars sowie für die Entwicklung filmischer Innovationen diente.

Inwiefern unterschied sich die Arbeit von Erwin Piscator von anderen Revuen?

Piscator schuf politisch-proletarische Revuen, die durch agitatorische Inhalte, technische Neuerungen wie die Etagenbühne und die explizite Absicht, Propaganda für die Arbeiterschaft zu betreiben, bewusst von rein unterhaltungsorientierten Shows abwichen.

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Details

Title
Die Goldenen Zwanziger, Kunst zwischen Kaiserreich und Diktatur
College
University of Education Heidelberg
Course
Literatur der Weimarer Republik
Grade
2
Author
Carsten Hoffmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V43863
ISBN (eBook)
9783638415620
Language
German
Tags
Goldenen Zwanziger Kunst Kaiserreich Diktatur Literatur Weimarer Republik Thema Die Goldenen Zwanziger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Hoffmann (Author), 2005, Die Goldenen Zwanziger, Kunst zwischen Kaiserreich und Diktatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43863
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