Politik und Puritanismus in den USA: 17. Jahrhundert und heute


Hausarbeit, 2005

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen des Puritanismus

2. Politik und Puritanismus in den USA
2.1 Massachusetts im 17. Jahrhundert
2.1.1 Recht und Regierung
2.1.2 Gruppen und Bewegungen
2.2 Die USA heute
2.2.1 Recht und Regierung
2.2.1 Gruppen und Bewegungen

3. Status der puritanischen Bewegung

4. Bibliographie

5. Erklärung

1. Grundlagen des Puritanismus

Der Puritanismus hat seinen Ursprung in der Zeit der Regentschaft der englischen Königin Mary von 1553 bis 1558. Die Königin ersetzte protestantische Minister durch römisch-katholische, woraufhin die Protestanten auf das europäische Festland ins Exil gingen. Dort kamen sie unter anderem mit calvinistischen Strömungen in Berührung. Auf der englischen Insel wurden knapp 300 Protestanten verbrannt und unzählige gingen ins freiwillige Exil. Die emigrierten Protestanten wurden in England als Märtyrer gefeiert und wurden Basis der populären puritanischen Bewegung. Nach und nach wurde aus reiner Sympathie der Bevölkerung eine breite Unterstützung. Die Protestanten im Exil waren überzeugt, dass die Bibel für alle zugänglich sein müsse und alle Menschen von Gott auserwählt sein könnten. Bedeutendste Vertreter dieser frühen puritanischen Strömung waren John Rogers, Nicholas Ridley und John Hopper, die sich selbst als „Precisians“[1] bezeichneten. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der Begriff „Precisians“ dann zunehmend gleichbedeutend mit „puritan“ verwendet.

Im Jahre 1558 bestieg Elizabeth I. den englischen Thron und reintegrierte viele protestantische Exilanten in die Kirche. Dennoch blieben viele römisch-katholische Priester in England. Elizabeth unterdrückte die protestantische Kirche kaum und so konnten die protestantischen Priester ohne Unterdrückung ihre Religion und Lehre verbreiten. Mit ihrer Lehre wollten sie festlegen, dass die Kirche über der Regierung zu stehen hat. Die Priesterschaft war in sich zweigeteilt: unten, nahe am Volk, agierten „the most ignorant and loutish, underpais vicars and parsons“[2], weiter oben in der Hierarchie reiche Feudalherren.

Der Begriff Puritanismus wurde erstmals 1563 verwendet und bezog sich hauptsächlich auf Personen, die die Kirche von innen reinigen wollten. Die Puritaner argumentierten, dass kirchliche Ämter durch politische Prozesse belegt werden würden und nicht durch Qualifikation. Eine Diskussion um Auserwähltheit (election) ging von Anfang an damit einher.[3]

Bevorzugtes Medium der ersten Puritaner waren Bücher. Als Zeitgenossen Shakespeares erreichten sie aber mir ihren Lesungen ein weitaus größeres Publikum als der englische Schriftsteller. Sie veröffentlichten sehr viele Bücher und brachten nach und nach immer mehr System in ihre Arbeit. Weiteres Ziel der Puritaner war die Trennung von religiösen und weltlichen Dingen. Aus diesem Grund wurden Eheringe, Kreuze und reich geschmückte Kirchen verboten. Nur Dinge die auch in der Bibel Erwähnung finden, wurden als wahrlich religiös anerkannt:

„Because the Puritans wanted to seperate religion from superstition, the objected to the cross and candlesticks upon the Queen’s altar , and to the vestments, the miracles plays, and even such ordinary things as wedding rings.“[4]

In ihrer politischen Theorie hatten die Puritaner eine radikal demokratische Haltung. Denn die Auserwählung konnte bei allen Klassen, Schichten Geschlechtern und Rassen passieren. Trotzdem war die Lehre auch elitär, da Führungspositionen nur an Auserwählte vergeben werden konnten. Das innerpuritanische Klassensystem basierte auf dem spirituellen Wert der jeweiligen Individuen. Undemokratisch handelten die Puritaner, weil sie unproduktive Klassen voraussetzten und sich hauptsächlich an die englische Mittelklasse richteten und gegen die unproduktiven Unter- und Oberschicht.[5]

2. Puritanismus in den USA

Der Puritanismus in den USA hat schon immer prägenden Einfluss auf die Politik gehabt. Schon die ersten neuenglischen Siedler hielten an den strengen puritanischen Werten ihres Heimatlandes fest. Selbst heute, in einer säkularisierten Welt, hat die puritanische Tradition in den USA immer noch bedeutenden Einfluss. Und das trotz einer laizistischen Verfassung, die Kirche und Staat voneinander getrennt sieht.

Nachfolgend beschreibe ich den politischen Einfluss der Puritaner in den USA im 17. Jahrhundert und heute.

2.1 Massachusetts im 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert wanderten unzählige Engländer auf den neuen Kontinent Amerika aus. Auf dem Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika ließen sich die englischen Puritaner besonders im Bundesstaat Massachusetts nieder. Dort hatten die Puritaner die Chance, ihre abstrakte Theorie mit praktischer Erfahrung zu verbinden. Grenzenlose Weite und Ureinwohner, die mit der neuen Kultur nichts anfangen konnten, standen dem Experiment nicht im Wege. Somit geriet das puritanische Abenteuer zu einer „Suche nach Vollkommenheit in einer unvollkommenen Welt“[6].

Schnell kam es aber zu Problemen und Kontroversen und eine Regierung wurde notwendig, die den hohen Idealen und niederen Erfordernissen des puritanischen Lebensstils gerecht werden sollte. Deshalb versuchten die Siedler, ein Gesetzeswerk zu formulieren.

„Hauptziel des ganzen Experiments – zu beweisen, daß Gottes Wort sowohl zuverlässige Grundlage einer menschlichen Regierung als auch Leitfaden für die alltäglichen Geschäfte des Lebens sein konnte“[7]

2.1.1 Recht und Regierung

Die Struktur der puritanischen Gesellschaft in Massachusetts war bis dato sehr seltsam, da nicht nur Engländer nach Amerika kamen, sondern Menschen aus den verschiedensten Winkeln der Welt. Dieses bunte Gemisch galt es nun durch ein Gesetz zu regeln.

Das existierende Recht war zur unmittelbaren Anwendung bestimmt und war in kurzer Zeit entstanden und nie wirklich ausformuliert worden. Einerseits bezog man sich auf das Alte Testament, andererseits auf eine politische Theorie mit Strömungen der traditionellen Schutzbestimmungen des englischen Rechts.

Die Regierung von Massachusetts war zuerst als Wirtschaftsunternehmen verfasst, dass die Rechtshoheit über Ländereien innehatte. Die Handelsgesellschaft hatte einen

Gouverneur und einen Stellvertreter sowie 18 Assistenten, die alle von den Aktionären gewählt wurden. Bestimmend war auch, dass die Gesetze des Mutterlandes England nicht verletzt werden durften.

[...]


[1] Johnson 1995, S.9

[2] ebenda, S. 10

[3] vgl. ebenda 1995, S. 34ff

[4] Johnson 1995, S. 12

[5] vgl. ebenda, S. 13

[6] Erikson 1978, S.57

[7] ebenda S.58

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Politik und Puritanismus in den USA: 17. Jahrhundert und heute
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Ethnologie und Afrikanistik)
Veranstaltung
Gegenwärtige 'Puritanismen' in drei Kulturfeldern
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V43869
ISBN (eBook)
9783638415668
ISBN (Buch)
9783656036159
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik, Puritanismus, Jahrhundert, Gegenwärtige, Kulturfeldern
Arbeit zitieren
Karola Hoffmann (Autor), 2005, Politik und Puritanismus in den USA: 17. Jahrhundert und heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43869

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