Eine Einführung über das Werk von Hartmann von Aues "Der Arme Heinrich"


Hausarbeit, 2016

10 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Steckbrief zu Hartmann von Aue
1.Leben
2. Werk
3. Rezeption

II. Abstract zu Andreas Kraß, Bluthochzeit
1.Gegenstand des Aufsatzes
2. Vorgehensweise/Methode
3 .Argumentationsstruktur
4. Bewertung

III. Exemplarische Textanalyse
1.Übersetzung
2.Interpretation

IV. Literaturverzeichnis
1. Primärliteratur
2. Sekundärliteratur

I. Steckbrief zu Hartmann von Aue

Hartmann von Aue war bereits zu Lebzeiten ein renommierter und anerkannter Autor.1 Er hat für die eine höfische Kultur tragende Schicht ein in Inhalten und vor allem im Stil lang nachwirkendes Vorbild geschaffen2

1. Lebensdaten

Über die Herkunft und den geographischen Wirkungskreis Hartmanns von Aue ist nicht viel bekannt. Er wurde zwischen 1160/65 geboren und starb ungefähr 1210.3 Hartmann von Aue wirkte ca. Ende des 12. bzw, Anfang des 13. Jahrhunderts. Er beschreibt sich selbst als

״Ein ritter SÔ gelerei was daz er an den buochen las (v. lf) dienstman was er ze Ouwe ״ (V.5)4

was einerseits auf seine Tätigkeit und anderseits auf seine Wirkungsstätte hin weist. Die Frage nach seiner Wirkungsstätte geht auch mit der Frage über seinen Gönner einher, an dessen Hof er gewirkt hat. Es kommen die Staufer, Welfen oder Zähringer in Frage. Letztere beide Geschlechter sind am wahrscheinlichsten. Der Hof befand sich daher im schwäbischen Raum an einem Ort namens ״Ouwe“, der je nach Hof anders veröltet wird.5 Dort war er als Ministeriale tätig.6 Dies lässt sich auch dem Textabschnitt entnehmen, da er einerseits Ritter, anderseits aber auch Intellektueller sein musste. Dennoch kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, wo er genau tätig war. Die Wissenslage über seine Bildung ist gesicherter. Er war des Französischen und Lateinischen mächtig.7

2. Werke

Er verfasste in seiner Schaffenszeit zwei Artusromane (Erec Iw ein), zwei kurze legendhafte Erzählungen (Gregorius Der arme Heinrich), 18 überlieferte Lieder, sowie eine Minnelehre (die Klage). Die genaue Chronologie ist nicht bekannt und es wird aus stilistischen Merkmalen eine Chronologie abgeleitet.8 Auch die Quellenlage ist teilweise nicht bekannt. Die Quelle für seine Artusromane war der französische Autor Chretien de Troyes.9 Hingegen gibt es für den armen Heinrich keine bekannte Quelle.10 Für den Gregorius, hingegen gibt es Quellen aus dem Französischen.11 In den Werken von Hartman von Aue spiegeln sich immer wieder verschiedene zentrale Motive. In seinen Artusromanen geht es nicht um ״historisch relevante Angelegenheiten“12 Vielmehr spiegelt sich die Rolle und Stellung der Frau, die ehelichen Pflichten, sowie Themen der Liebe und Herrschaft in seinen Werken wider. Auch religiöse Aspekte sind zentral, so wie sich Z.B. im Gregorius und dem Armen Heinrich das Motiv der aufrichtigen Buße gegenüber Gott und der Erlösung findet, die ebenso auch die vorgenannten Motive enthalten.13

3. Rezeption/Nachwirkung

Hartmanns von Aue Werk wird als prägend bezeichnet.14 Von seinen Werken gibt es mehrere Überlieferungen handschriftlicher Art. Als Beispiel sei der Iwein genannt von dem 32 Handschriften überliefert sind.15 Hartmann von Aue hat der höfischen Gesellschaft zwei deutsche Artusromane geliefert. Seine Themen und auch sein Erzählstil übten auf die literarische Epoche Hartmanns Zeit große Wirkung aus und er wird von nachfolgenden Autoren zitiert. Auch auf die Kunst hatte sein Werk Auswirkungen. Aus dem Stoff des Armen Heinrichs schuf Hans Pflzner eine Oper. Auch in der Neuzeit wurden Dramen und Schauspiele aus seinen werken entwi ekelt.16

Abschließend kann festgehalten werden, dass Hartmann von Aue mit seinen Werken die ältere deutsche Literatur geprägt hat, aber auch die neuere deutsche Literatur beeinflusste.

II. Abstract Kraß Bluthochzeit

1.Gegenstand des Aufsatzes

In dem Beitrag von Andreas Kraß ״Bluthochzeit“ geht es um die sadomasochistischen Konstellationen im Armen Heinrich Hartmanns von Aue und die daraus folgenden Perspektiven der Textinterpretation. Sein Ausgangspunkt ist eine Begründung, warum es sich seiner Meinung nach beim Opfer des Bauernmädchens für Heinrich um eine Bluthochzeit handelt .17

2. Vorgehensweise/Methode

Kraß gliedert seinen Aufsatz in drei Teile. Zuerst wird eine Übersicht über sexualwissenschaftliche Konzepte des Sadomasochismus dargelegt, der einer Analyse der Figurenkonstellation folgt. Abschließend werden die sadomasochistischen Konstellationen im Zusammenhang dargestellt. Im ersten Teil geht Krass auf den Sadomasochismus (SM) ein.

Er nennt hierbei Theorien bekannter Psychoanalytiker, wie u.a. Sigmund Freud, mit denen er den ״Sadomasochismus aus psychoanalytischer Sicht“ darlegt.18

In der Figurenkonstellation wird die Handlung zusammengefasst und in sechs Handlungsphasen strukturiert, die sich auf die Entwicklung des Freiherrn und die Rolle des Mädchens beziehen19. Im abschließenden dritten Teil führt er die Erkenntnisse seiner vorhergehenden Abschnitte zusammen und stellt Beziehungen zu seiner Fragestellung her.20

3. Argumentationsstruktur

Krass nutzt eine synthetische Argumentationsstruktur. Zuerst wird auf den Sadomasochismus und seine psychologische Bedeutung sowie Herkunft eingegangen, um die psychoanalytischen Grundlagen zu definieren. Hier zielt Krass vor allem auf das gegensätzliche Verhältnis von über-und Unterordnung ab. Die Last an jeder Art von Demütigung und Unterwerfimg21 steht hierbei im Vordergrund.

Im zweiten Teil erläutert Kraß die Handlung und deren Bedeutung. Er zielt hierbei schon stark auf die im ersten Teil gelegten Grundlagen ab, um diese in der Handlung zu offenbaren und seine Fragestellung zu untermauern. Allein, dass die Heilungsmöglichkeit mit Gewalt verbunden ist, deutet bereits auf sadomasochistische Tendenzen hin. Kraß beschränkt sich dabei nicht nur auf die handelnden Personen, sondern attestiert auch dem Erzähler Mitglied einer Allianz zu sein, die das Mädchen von vornerein in eine Opferrolle zwingt, welche vom Mädchen auch bereitwillig angenommen wird. Hier argumentiert Krass, dass mit der Freiwilligkeit des Mädchens ein Lustempfmden dargestellt wird.22 Die Opferszene wird von Krass als zentral eingestuft. Das Blutopfer, welches im Mittelpunkt steht, stellt einen krassen Gegensatz zu den religiösen und medizinischen Überzeugungen des Mittelalters dar. Die erotischen und sexuellen Anspielungen in der Handlung sind unverkennbar und werden von Kraß entsprechend dargestellt und interpretiert.

Kraß schreibt dem Mädchen in dieser Szene zu, die Oberhand zu gewinnen, indem sie ihr Opfer militant einfordert. Dem armen Heinrich teilt er zuerst die Opferrolle zu, da er alles unterbindet und sich seiner Krankheit hingibt. Er bricht allerdings somit auch den Willen des Mädchens. Durch diese reine Tat, so Krass, erhöht sich Heinrich und das Mädchen verkommt wieder zu einer Statistin. Dies alles auf Grundlage einer Gewaltfantasie.23

Im dritten Teil führt er beide vorhergehenden Teile zusammen, um seine Deutung der Novelle zu begründen. Die psychoanalytische Perspektive hilft Kraß dabei, die religiös-moralische Deutung zu relativieren, die bisher in eine ״Sackgasse“ geführt hat. Laut Krass zielt Hartmann in Wahrheit auf die Geschlechterbeziehung der höfischen Ehe ab. Hartmann wählt einen Ansatz der auf ״symbolische Verschiebung und fantastische Verfremdung baut“. Das moderne Modell des Sadomasochismus beschreibt die Dynamik der höfischen Ehe, die auf Erhöhung und Erniedrigung24, fußt

[...]


1 Vgl. Joachim Витке, S.146.

2 Christoph Cormeau, Sp.517.

3 Vgl. Helmut de Boor, s. 65.

4 Alle folgenden Zitate sind aus der folgenden Edition entnommen: Hartmann von Aue, Der arme Heinrichin Hg.

Von Hermann Paul, neu bearbeitet von Kurt Gärtner, 18. Unveränderte Auflage, Berlin - New York 2010 (Altdeutsche Textbibliothek 3).

5 Vgl. L.Peter Johnson, S.254.

6 Vgl.Helmut de Boor, s. 64.

7 Vgl. Joachim Витке, S.146f.

8 Vgl. Joachim Витке, S.147.

9 Vgl. Ebenda. S.155.

10 Vgl. L. Peter Johnson, S.251.

11 Vgl. Витке, S.150.

12 Horst Brunner, s 191.

13 Vgl. Horst Brunner, s. 195f.

14 Vgl. Horst Brunner, s. 189

15 Vgl. Joachim Витке, S.161.

16 Vgl. Christoph Cormeau, Horst Brunner, s. 40.

17 Alle folgenden Zitate stammen aus: Andreas Kraß, Bluthochzeit. Sadomasochistische Konstellationen im ,Armen Heinrich’ Hartmanns von Aue. In: Ästhetik des Opfers. Zeichen/Handlungen in Ritual und Spiel. Hg. von Alexander Honold, Anton Bierl, Valentina Luppi, München 2012, s. 163-181.

18 Vgl. Ebenda, s. 164

19 Vgl. Ebenda, S.168

20 Vgl. Ebenda S.178

21 Vgl. Ebenda, S.165

22 Vgl. Ebenda, S.172f

23 Vgl. Ebenda S.177

24 Vgl. Ebenda S.179

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Eine Einführung über das Werk von Hartmann von Aues "Der Arme Heinrich"
Hochschule
Universität Konstanz
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
10
Katalognummer
V438750
ISBN (eBook)
9783668794337
ISBN (Buch)
9783668794344
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Der Arme Heinrich, Hartmann von Aue, Mediävistik
Arbeit zitieren
Daniel Balle (Autor), 2016, Eine Einführung über das Werk von Hartmann von Aues "Der Arme Heinrich", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438750

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