Zunächst soll es in dieser Arbeit um den ursprünglichen Sinn der Firmung gehen, indem die Initiationsfeier in den frühchristlichen Gemeinden betrachtet wird, wobei der Schwerpunkt auf der liturgischen Feier der Firmung liegt. Anschließend sollen die Faktoren benannt werden, die dafür gesorgt haben, dass die Firmung sich zu einem eigenen Sakrament entwickelt hat. Betrachtet werden soll in diesem Zusammenhang, wie diese Entwicklungen die Rituselemente verändert haben. Dafür werden zentrale Riten, aber auch zentrale Ereignisse und Einschnitte herausgegriffen, um an Hand dieser einen strukturierten Überblick zu schaffen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem darauffolgenden Teil, in dem es um die heutige liturgische Feier der Firmung nach der Reform durch das Zweite Vatikanische Konzil gehen soll. Dabei wird zu beachten sein, wie sich die heutige Firmliturgie im Verhältnis zur ursprünglichen Feier darstellt, wo Probleme liegen und wie diese gelöst werden könnten.
Der Vergleich der Praxis in den frühchristlichen Gemeinden mit der heutigen liturgischen Feier der Firmung beinhaltet die Fragestellung nach dem Verhältnis von Kirche und Gesellschaft. Ein Schwerpunkt dieser Arbeit liegt also auf den gesellschaftlichen Veränderungen im Laufe der Zeit, wobei diese im Hinblick auf die Entwicklung und Veränderung kirchlicher Strukturen untersucht werden und dabei insbesondere auf die Feiern der Sakramente, explizit auf das Sakrament der Firmung, eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Ursprung der Firmung
2.1 Die Feier der Eingliederung in die Kirche
2.2 Die Entwicklung der Firmung als eigenes Sakrament
3. Die Firmung heute
3.1 Die liturgische Feier nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil
4. Vergleich der frühen Traditionen mit der heutigen Firmliturgie – ein Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den ursprünglichen Sinn der Firmung anhand der frühchristlichen Initiationsfeiern und vergleicht diesen mit der heutigen liturgischen Praxis nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, um die Entwicklung zum eigenständigen Sakrament und bestehende Spannungsfelder zwischen Theologie und Lebenswirklichkeit aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung der Initiationsliturgie
- Transformation der Firmung vom Teil der Initiation zum eigenen Sakrament
- Analyse der liturgischen Feier nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil
- Verhältnis zwischen Bischofsamt, Priestertum und Apostolizität
- Kritische Reflexion der Symbolik und der aktuellen Firmpraxis
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Entwicklung der Firmung als eigenes Sakrament
Die Hauptursache dafür, dass die Einheit der Initiationsliturgie zerbrach, ist die Veränderung der Kirchenstruktur in der Spätantike und dem Frühmittelalter. Im Umfeld der Kirchen, denen ein Bischof vorstand, entstanden auf dem Land Christengemeinden. Dies führte dazu, dass die Initiation zunehmend auch in Abwesenheit des Bischofs begangen wurde und zwar in den Kirchen auf dem Land. Mit der Leitung dieser Ortsgemeinden waren Presbyter betraut, die in Bezug auf die Initiation aber nur eingeschränkt befugt waren. Von Beginn an bestand ihre Aufgabe im ersten und dritten Teil der Aufnahmefeier (Taufe und Eucharistiefeier), wozu auch das Gebet über dem Wasser und die Salbungen vor und nach dem Wasserritus gehören. Die Gebete über Wasser und Öl, zunächst vom Bischof vorgetragen, fielen allerdings erst nach der Veränderung der Kirchenstruktur in das Aufgabengebiet der Presbyter.
Während Taufe und Erstkommunion von dann an in den Ortsgemeinden begangen werden konnten, war es den Presbytern verboten, den zweiten Teil der Liturgie der Aufnahme in ihren Gemeinden zu feiern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, den ursprünglichen Sinn der Firmung in der frühen Kirche zu erforschen und diesen mit der heutigen Firmliturgie zu vergleichen.
2. Zum Ursprung der Firmung: Das Kapitel beleuchtet die frühchristliche Initiationspraxis sowie die historischen Faktoren, die zur Entwicklung der Firmung als eigenständiges, vom Bischof vorbehaltenes Sakrament führten.
3. Die Firmung heute: Hier wird die aktuelle liturgische Feier der Firmung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil detailliert analysiert und die Bedeutung der einzelnen Riten sowie ihre strukturelle Einbettung untersucht.
4. Vergleich der frühen Traditionen mit der heutigen Firmliturgie – ein Fazit: Das Fazit stellt die aktuelle Praxis der Firmliturgie dem ursprünglichen Verständnis gegenüber und kritisiert die zunehmende Distanz zwischen theologischer Bedeutung und der Lebensrealität der Menschen.
Schlüsselwörter
Firmung, Initiationsliturgie, Sakrament, Frühchristliche Gemeinden, Zweites Vatikanisches Konzil, Liturgie, Bischofsamt, Handauflegung, Salbung, Chrisam, Eucharistie, Taufe, Katechumenat, Tradition, Firmpraxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem rituellen Wandel der Firmung, von ihrer Rolle als Teil einer einheitlichen christlichen Initiationsfeier in der frühen Kirche bis hin zu ihrem heutigen Status als eigenständiges Sakrament.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Kirchenstrukturen, die Veränderungen der Riten (wie Salbung und Handauflegung) sowie das Spannungsverhältnis zwischen dem bischöflichen Leitungsanspruch und der seelsorgerlichen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den ursprünglichen, ganzheitlichen Sinn der Firmung freizulegen, die heutige Praxis kritisch zu hinterfragen und Ansätze für eine sinnvollere Verbindung von Liturgie und Lebenswirklichkeit der Gläubigen zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine systematische Analyse liturgiegeschichtlicher Quellen, vergleicht diese mit aktuellen liturgischen Modellen und reflektiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund theologischer und soziologischer Entwicklungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des frühchristlichen Ursprungs, die Analyse der mittelalterlichen Entwicklung zum eigenständigen Sakrament und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Firmliturgie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Initiationsliturgie, Apostolizität, Sakramentalität, Firmpastoral, Handauflegung, Chrisam-Salbung und die Unterscheidung zwischen dem Dienst des Bischofs und der Presbyter.
Warum wurde der sogenannte Backenstreich aus der Liturgie entfernt?
Der Backenstreich wurde entfernt, da seine Herkunft und Bedeutung historisch umstritten waren und er nicht mehr dem Verständnis einer modernen, einladenden Feier der Firmung entsprach.
Welche Problematik sieht der Autor in der heutigen Leitung der Firmung?
Der Autor sieht ein Problem in der Diskrepanz zwischen dem theoretischen Anspruch, dass der Bischof der ursprüngliche Spender der Firmung sein muss (aus Gründen der Apostolizität), und der praktischen Unmöglichkeit, dies in großen Diözesen ohne Beauftragung von Hilfsbischöfen oder Priestern umzusetzen.
Was wird über die Reihung der Sakramente ausgesagt?
Die Arbeit weist darauf hin, dass die Firmung heute oft ihre Bedeutung für die Zugehörigkeit zur Kirche verliert, weil sie oft nach der Erstkommunion gefeiert wird, und regt an, über die Reihenfolge der Sakramente neu nachzudenken.
- Quote paper
- Christoph Braun (Author), 2004, Die heutige liturgische Feier der Firmung im Vergleich zur Praxis der frühchristlichen Gemeinden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43876