Bisherige Arbeiten in diesem Bereich schreiben, wenn überhaupt, nur ganz allgemein über die Darstellungen, führen aber kaum konkrete Beispiele dafür an. Deswegen habe ich mir eine Auswahl bekannter Spieletitel herausgesucht, in denen die drei Götter (Zeus, Poseidon und Hades) auftauchen und die Umsetzungen dieser Figuren mit den literarischen Vorlagen und der Kunst des antiken Griechenlands verglichen. Zu Beginn der Arbeit möchte ich auch ganz allgemein auf die Thematik "Mythologie im Computerspiel" eingehen und untersuchen, was die Umsetzung mythologischer Inhalte in diesem Medium so beliebt macht. Hier werde ich mich auch auf vergleichbare Arbeiten zu Filmen und Literatur beziehen, da dort wesentlich mehr vorliegt als zum Bereich Computerspiele. Der Kernteil der Arbeit ist anschließend in drei Teile untergliedert. Im ersten Teil betrachte ich die Darstellungen des Zeus, der in besonders vielen Spielen vorkommt. Anschließend werden Interpretationen des Poseidon genauer analysiert und zu guter Letzt der Gott Hades betrachtet. Außerdem habe ich mich dazu entschieden, neben dem Gott Hades auch den Hades als Unterwelt des griechischen Glaubens zu betrachten. So lässt sich nicht nur rekonstruieren, wie Spieleentwickler Figuren der griechischen Mythologie interpretieren, sondern auch, wie in den antiken Schriften beschriebene Regionen dargestellt werden. Bei der Arbeit mit den Quellen ist zu berücksichtigen, dass die Primärquellen zum Teil Jahrtausende auseinander liegen und sowohl griechische als auch römische Vorstellungen mit einbezogen werden. Es geht also nicht darum, einen einheitlichen Typus nach antiker Vorstellung zu erarbeiten, sondern darum, herauszufinden, welcher Quelle aus welcher Epoche in welchem Umfang Beachtung geschenkt wurde.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mythologie im Computerspiel
3 Zeus
3.1 SMITE: Battleground of the Gods
3.2 Age of Mythology
3.3 God of War
3.4 Apotheon
3.5 Andere Darstellungen
4 Poseidon
4.1 SMITE
4.2 Age of Mythology
4.3 God of War
4.4 Andere Darstellungen
5 Hades
5.1 Der Gott im Computerspiel
5.1.1 Problematik
5.1.2 Darstellungen des Gottes
5.2 Interpretationen der Unterwelt
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, wie die griechische Mythologie – speziell die Götter Zeus, Poseidon und Hades sowie die Unterwelt – in verschiedenen Computerspielen dargestellt wird. Das Hauptziel besteht darin, die Diskrepanz zwischen historischen Überlieferungen und der künstlerischen Freiheit der Spieleentwickler zu analysieren und zu hinterfragen, welche Kriterien das moderne Gamedesign für die Gestaltung mythologischer Figuren prägen.
- Vergleich zwischen antiken Quellentexten und ihrer virtuellen Umsetzung
- Analyse der Darstellung von Zeus, Poseidon und Hades in prominenten Spieletiteln
- Untersuchung der Unterwelt-Konzeptionen in digitalen Medien
- Bewertung des Einflusses von Gamedesign-Entscheidungen auf die Wahrnehmung antiker Sagen
- Diskussion über das Potenzial von Computerspielen zur Vermittlung historischer Inhalte
Auszug aus dem Buch
3.1 SMITE: Battleground of the Gods
Bei dem Spiel SMITE: Battleground of the Gods von Hi-Rez Studios handelt es sich um ein sogenanntes Multiplayer Online Battle Arena-Spiel, kurz MOBA. Bei solchen MOBAs treten zwei Teams gegeneinander auf einer symmetrisch gestalteten Karte gegeneinander an und versuchen, die Heimat-Basis des gegnerischen Teams zu erreichen und zu zerstören, während sie die eigene Basis mit allen Mitteln verteidigen. Dabei spielt jeder Spieler des Teams eine einzelne Figur. Bei SMITE handelt es sich bei den spielbaren Figuren um Götter und Helden verschiedener Pantheons. So treten hier u.a. griechische, ägyptische, chinesische, nordische und aztekische Gottheiten gegeneinander an. SMITE macht also aus dem Motiv der Theomachie als Kampf der Götter und Helden untereinander einen spielerischen Wettstreit und orientiert sich dabei, laut Entwickler, an tatsächlich in den Sagen der jeweiligen Mythologie überlieferten Kämpfen zwischen Göttern, die Einfluss auf die Darstellungen im Spiel haben. Dabei gerieten die Entwickler von Hi-Rez Studios vor allem in der Anfangsphase des Spiels oftmals in die Kritik hinsichtlich ihrer Darstellungen, in erster Linie von Anhängern der noch heute weit verbreiteten hinduistischen Religion. Bei den 96 spielbaren Charakteren, die im Spiel allgemein als "Götter" zusammengefasst werden (auch wenn darunter viele Helden und Kreaturen sind), ist natürlich auch der griechische Göttervater Zeus vertreten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Computerspielen als modernes Medium zur Vermittlung antiker Stoffe und definiert die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Mythologie im Computerspiel: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Rezeption griechischer Mythen in Videospielen seit den 1980er Jahren nach.
3 Zeus: Es wird analysiert, wie die Figur des Zeus in Spielen wie SMITE, Age of Mythology, God of War und anderen Titeln gestaltet wird.
4 Poseidon: Dieses Kapitel widmet sich der Identität und den Attributen des Meeresgottes Poseidon im Vergleich zwischen antiker Überlieferung und digitaler Repräsentation.
5 Hades: Hier wird die ambivalente Rolle des Hades als Totengott sowie die künstlerische Interpretation der Unterwelt in verschiedenen Computerspielen erörtert.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Spieleentwickler meist zwischen historischer Anlehnung und dramatischer Inszenierung abwägen, wobei eine einheitliche Darstellung fehlt.
Schlüsselwörter
Griechische Mythologie, Computerspiele, Zeus, Poseidon, Hades, Unterwelt, Antike Rezeption, Gamedesign, Videospielanalyse, Virtuelle Darstellungen, Theomachie, Kulturgeschichte, Historische Quellen, Digitale Medien, Charakterdesign
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung griechischer mythologischer Figuren und Orte im Medium Computerspiel und analysiert, inwieweit diese auf antiken Quellen basieren oder frei interpretiert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Göttern Zeus, Poseidon und Hades, der Darstellung der Unterwelt sowie dem Einfluss von Gamedesign-Entscheidungen auf die mythologische Narration.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung der Diskrepanz zwischen überlieferten antiken Mythen und deren adaptierter Form in virtuellen Welten, um zu verstehen, wie und warum bestimmte Attribute für Spielecharaktere gewählt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine kulturwissenschaftliche Analyse der Götterbilder mit einer medienwissenschaftlichen Betrachtung der Spielmechaniken und der visuellen Gestaltung in verschiedenen Spielegenres.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte zu Zeus, Poseidon und Hades, in denen jeweils spezifische Spielbeispiele wie SMITE, Age of Mythology oder God of War detailliert analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Griechische Mythologie, Computerspiele, Antike Rezeption, Gamedesign und die drei zentralen Gottheiten Zeus, Poseidon und Hades.
Warum wird Hades in den Spielen oft als Antagonist dargestellt?
Der Autor führt dies auf die moderne Assoziation der Unterwelt mit der Hölle und dem Teufel zurück, was in den Spielen zu einer "Satanisierung" des eigentlich neutralen Totengottes Hades führt.
Welchen Einfluss hat das Gamedesign auf die historische Genauigkeit?
Die historische Genauigkeit tritt meist hinter dramaturgische Anforderungen, Balancing-Aspekte und die visuelle Identifizierbarkeit der Charaktere zurück, was zu sehr unterschiedlichen Interpretationen führt.
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- Steve Uttenweiler (Author), 2018, Die Darstellung der griechischen Mythologie in Computerspielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438821