Die vorliegende Arbeit bietet eine kritische Darstellung der Qualifikationen, der Ausbildung und der Berufsvollzugsbelastungen des Clubanimateurs. Ein besonderes Anliegen ist dabei die Widerlegung von Vorurteilen, die diesen Freizeitberuf und die damit verbundenen Tätigkeiten und Belastungen gering schätzen.
Zunächst erfolgt ein Überblick über die Grundlagen der Urlaubsanimation, die wesentlichen Charakteristika eines Cluburlaubes und ausgewählte internationale Clubanbieter. Anschließend wird auf die Sonderstellung des Clubanimateurs im touristischen Dienstleistungsunternehmen eingegangen, indem seine vielfältigen Funktionsrollen erläutert und sein Arbeitsfeld beschrieben werden. In einem weiteren Schritt kommt es zu einer Darstellung der Einstellungsanforderungen und eines Berufsanforderungsprofils, um die in diesem Beruf geforderten Qualifikationen zu verdeutlichen. Der nächste Teil dieser Arbeit beinhaltet eine Beschreibung der Berufsvollzugsbelastungen in Hinblick auf soziale, berufliche und körperliche Probleme, Zukunftsperspektiven und Schwierigkeiten beim Berufsausstieg. Abschließend wird ein Überblick über die Zugangsmöglichkeiten zu diesem Beruf und über die Ausbildungsprogramme ausgewählter internationaler Clubanbieter gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEMATISCHE EINFÜHRUNG
2.1 BEGRIFFSABGRENZUNG „ANIMATION“
2.2 DER CLUBTOURISMUS
2.2.1 DER CLUBGEDANKE
2.2.2 KURZBESCHREIBUNG AUSGEWÄHLTER CLUBANBIETER
2.3 DER CLUBANIMATEUR
2.4 RESÜMEE
3. QUALIFIKATIONEN DES CLUBANIMATEURS
3.1 EINSTELLUNGSANFORDERUNGEN – CLUBANBIETER IM VERGLEICH
3.2 BERUFS- UND QUALIFIZIERUNGSANFORDERUNGSPROFIL DES CLUBANIMATEURS
3.3 ANIMATIONSRICHTLINIEN FÜR CLUBANIMATEURE
3.4 RESÜMEE
4. BERUFSVOLLZUGSPROBLEME DES CLUBANIMATEURS
4.1 BERUFLICHE BELASTUNGEN
4.2 SOZIALE BELASTUNGEN
4.3 KÖRPERLICHE BEEINTRÄCHTIGUNGEN
4.4 GERINGE ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN
4.5 BERUFSAUSSTIEG
4.6 RESÜMEE
5. AUSBILDUNG DES CLUBANIMATEURS
5.1 AUSBILDUNGSPROGRAMM DES CLUBANBIETERS MAGIC LIFE
5.2 AUSBILDUNGSPROGRAMM DES CLUBANBIETERS ALDIANA
5.3 AUSBILDUNGSPROGRAMM DES CLUBANBIETERS ROBINSON
5.4 RESÜMEE
6. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ARBEIT MIT SCHLUSSBEMERKUNGEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Berufsbild des Clubanimateurs unter besonderer Berücksichtigung der Qualifikationsanforderungen, Ausbildung und der spezifischen Belastungen im Berufsvollzug, um verbreitete Vorurteile gegenüber diesem Freizeitberuf kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen und Definitionen der touristischen Animation
- Anforderungsprofile und Auswahlkriterien internationaler Clubanbieter
- Berufliche und soziale Belastungsfaktoren im Cluballtag
- Analyse betriebsinterner Ausbildungsprogramme
- Perspektiven für den Berufsausstieg und die berufliche Zukunft
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsabgrenzung „Animation“
Der Ursprung des Wortes „Animation“ liegt im Lateinischen. Ausgehend vom Nomen „animus, anima“, das mit „Lebenshauch, Seele“ übersetzt wird, entwickelte sich das Verb „animare“, welches „beleben, beseelen“ bedeutet. Im 17 Jahrhundert wurde des Wort „Animation“ aus dem Französischen („animer“) entlehnt (vgl. 05, S. 8).
Finger und Gayler (2003) definieren Animation als die „durch eine Person ausgesprochene freundliche fröhliche liebevolle herzliche attraktive Aufforderung Einladung Anregung Ermutigung zum gemeinsamen Tun zu jeder beliebigen Aktivität, solange sie nur gemeinsam mit anderen Menschen und mit Freude am Neuen, am Erlebnis, an der gemeinsamen Aktivität, an Menschen, Umgebung, Ort, Kultur und Land geschieht“ (01, S. 27). Diese Definition umfasst den gesamten Bereich der Animation, nämlich ihren Vorgang, ihren Inhalt und ihre Wirkungen. Es wird deutlich, dass Animation ein aktiver von Personen ausgehender Vorgang der Anregung ist. Animation geht über Information, Angebot und Zur-Verfügung-Stellung von Infrastruktur hinaus.
Weiters kommt in der Definition von Finger und Gayler die Wichtigkeit der Gemeinsamkeit zum Ausdruck. Animation ist prinzipiell immer mit Gruppen von Menschen vorstellbar. Sie ist durch Interaktion und Partizipation gekennzeichnet. Ein weiteres Charakteristikum von Animation ist ihre Aufforderung zu einer aktiven Handlung. Animation bedeutet nicht „passives konsumieren“, sondern „gemeinsames aktives Tun“. Wie in Abb. 01 dargestellt, umfassen die Inhalte von Animation folgende fünf Teilbereiche: Abenteuer, Eindrücke, Kreatives Tun, Muße und Bewegung. Allen Bereichen sind die zentralen Elemente „Erlebnis“, „Spiel“ und „Geselligkeit“ gemein. Die dargestellten Animationsinhalte stehen in enger, direkter Beziehung und überlagern einander (vgl. 01, S. 28).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Urlaubsanimation und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Anforderungen und Belastungen dieses Berufes.
2. THEMATISCHE EINFÜHRUNG: Definition der Animation und Überblick über den Clubtourismus sowie Vorstellung relevanter internationaler Clubanbieter.
3. QUALIFIKATIONEN DES CLUBANIMATEURS: Darstellung der Einstellungskriterien und Erarbeitung eines detaillierten Berufsanforderungsprofils für Animateure.
4. BERUFSVOLLZUGSPROBLEME DES CLUBANIMATEURS: Kritische Auseinandersetzung mit beruflichen und sozialen Belastungen, körperlichen Beeinträchtigungen sowie Perspektiven für den Berufsausstieg.
5. AUSBILDUNG DES CLUBANIMATEURS: Analyse der bestehenden Ausbildungssituation und detaillierte Betrachtung betriebsinterner Schulungsprogramme großer Clubanbieter.
6. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ARBEIT MIT SCHLUSSBEMERKUNGEN: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangshypothesen zur beruflichen Qualifikation und Ausbildung.
Schlüsselwörter
Clubanimation, Urlaubsanimation, Clubtourismus, Anforderungsprofil, Ausbildung, Berufsvollzug, Belastungsfaktoren, Magic Life, Club Robinson, Club Aldiana, Tourismusbranche, Berufsbild, Qualifikation, Gästebetreuung, Animationstätigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert kritisch das Berufsbild des Clubanimateurs, insbesondere hinsichtlich der geforderten Qualifikationen, der Ausbildungswege und der physischen sowie psychischen Belastungen im Arbeitsalltag.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Definition von Urlaubsanimation, der Vergleich von Anforderungsprofilen namhafter Clubanbieter sowie eine tiefgehende Untersuchung der Belastungssituation und der Ausbildungspraxis.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen und Belastungen des Berufs zu identifizieren und die Hypothese zu überprüfen, ob eine allgemeine, geregelte Ausbildung fehlt, die den Anforderungen gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer literarischen Auseinandersetzung mit der Fachthermatik sowie einem direkten Vergleich von Qualifikations- und Ausbildungsstandards der vier großen Clubanbieter.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Qualifikationsanforderungen, die Analyse der Berufsvollzugsprobleme (sozial, zeitlich, körperlich) und die Darstellung der betriebsinternen Ausbildungsseminare.
Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Clubanimation, Belastungsprofil, Qualifikationsanforderungen, berufliche Ausbildung und touristische Dienstleistung aus.
Wie gehen Clubanbieter mit der Ausbildung um?
Da es keine staatlich geregelte Ausbildung gibt, bilden die großen internationalen Clubanbieter ihre Mitarbeiter in mehrwöchigen, betriebsinternen Seminaren praxisorientiert aus.
Warum wird der Beruf oft vorzeitig beendet?
Die hohe Fluktuationsrate resultiert laut Analyse aus der hohen zeitlichen Belastung, dem Programmdruck, der sozialen Isolation und fehlenden langfristigen Zukunftsperspektiven.
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- Silke Hirschberger (Author), 2005, Freizeitberuf Clubanimateur - Qualifikationen, Ausbildung und Berufsvollzugsbelastungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43886