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Der Zusammenhang von Erziehung und Kindesentwicklung nach Jean-Jacques Rousseau

Titel: Der Zusammenhang von Erziehung und Kindesentwicklung nach Jean-Jacques Rousseau

Hausarbeit , 2017 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Elisabeth Poch (Autor:in)

Pädagogik - Familienerziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Jean-Jacques Rousseau gilt als einer der einflussreichsten Philosophen und Pädagogen der Aufklärung. Sein pädagogisches Hauptwerk „Émile oder über die Erziehung“ ist ein Klassiker der Erziehungswissenschaft, der bis heute aktuell ist. Zu Beginn seines Werkes formuliert Rousseau: Wer innerhalb der bürgerlichen Ordnung seine natürliche Ursprünglichkeit bewahren will, der weiß nicht, was er will. Im Widerspruch mit sich selbst, zwischen seinen Neigungen und Pflichten schwankend, wird er weder Mensch noch Bürger sein. […] Er wird ein Mensch von heute sein, ein Franzose, ein Engländer, ein Spießbürger: ein Nichts. Die zentrale Frage ist also: Wie kann der Mensch erzogen werden, um in der Gesellschaft mit sich selbst identisch zu sein? Schwerpunkte bei der Bearbeitung dieser Fragestellung sollen Rousseaus Erziehungsbegriff und seine Vorstellung von der Kindesentwicklung sein. Daher wird zum einen das Konzept der „negativen Erziehung“ ausführlich thematisiert, zum anderen die Entwicklungsstufen der formalen Identität. Für das Verständnis des Rousseau’schen Erziehungsbegriffs ist es zunächst notwendig, den menschlichen Naturzustand zu definieren und ihn vom Gesellschaftszustand abzugrenzen. In der menschlichen Natur ist die Fähigkeit zur Vervollkommnung angelegt, die daran anschließend erläutert wird. Darauf aufbauend wird der Erziehungsbegriff Rousseaus thematisiert: Zuerst wird das Ziel der Erziehung bestimmt, dann die drei Instanzen, die an der Erziehung beteiligt sind. Anschließend wird Rousseaus Konzept der „negativen Erziehung“ erläutert, wobei zunächst die Abgrenzung zur „positiven Erziehung“ erfolgt. In Bezug auf die „negative Erziehung“ wird besonders die pädagogische Inszenierung mit dem „Gesetz der Notwendigkeit“ betrachtet. Die Anwendung des Konzepts und die Entwicklung des Kindes werden anhand der Entwicklungsstufen der formalen Identität dargestellt, wobei eine Aufteilung zwischen „Frühe Kindheit“, „Knabenalter“, „Jünglingsalter“ und „Reifezeit“ erfolgt. Von dem zuvor ausführlich behandelten Konzept wird dann Rousseaus Idee der Mädchenerziehung abgegrenzt. Abschließend folgt das Fazit, in dem die Befunde zusammengefasst und ein Ausblick gegeben wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rousseaus Naturbegriff

2.1 Der Naturzustand des Menschen

2.2 Die Vervollkommnungsfähigkeit des Menschen

3 Rousseaus Erziehungsbegriff

3.1 Freiheit als Erziehungsziel

3.2 Die drei Erzieher

3.3 Negative Erziehung

3.4 Erziehung von Mädchen

4 Die Entwicklungsstufen der formalen Identität

4.1 Frühe Kindheit

4.2 Knabenalter

4.3 Jünglingsalter

4.4 Reifezeit

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Rousseaus pädagogisches Hauptwerk "Émile oder über die Erziehung", mit dem Ziel zu klären, wie der Mensch erzogen werden kann, um in der Gesellschaft mit sich selbst identisch zu bleiben. Dabei stehen das Konzept der "negativen Erziehung" sowie die verschiedenen Entwicklungsstufen der formalen Identität im Mittelpunkt der Analyse.

  • Rousseaus Verständnis vom menschlichen Naturzustand im Kontrast zum Gesellschaftszustand
  • Die Bedeutung der Identität mit sich selbst und der Vervollkommnung
  • Das Konzept der "negativen Erziehung" und das Gesetz der Notwendigkeit
  • Differenzierung der Erziehung in vier spezifische Entwicklungsstufen
  • Kritische Reflexion des Frauenbildes und der praktischen Umsetzbarkeit des Erziehungskonzepts

Auszug aus dem Buch

3.3 Negative Erziehung

In seinem Emile formuliert Rousseau, dass „die erste Erziehung […] rein negativ sein [muß]“ (Rousseau, 1998, S. 72). Um den Begriff der „negativen Erziehung“ verstehen zu können, ist zunächst die Abgrenzung von der „positiven Erziehung“ sinnvoll. In der „positiven Erziehung“ ist das Kind dem Erzieher gegenüber zu Gehorsam verpflichtet: Es muss dem folgen, was der Erzieher als richtig ansieht (Schäfer, 2002, S. 92). Rousseau kritisiert dieses Gehorsamsgebot, da mit ihm die Frage nach den Machtverhältnissen einhergeht. Das Kind hätte die Möglichkeit, die pädagogischen Maßnahmen als Willkür des Erziehers zu sehen, über deren Befolgung es Entscheidungsfreiheit hat. Eine Ablehnung der erzieherischen Maßnahmen würde in ein Widersetzung durch das Kind resultieren, zum Beispiel in Form von Widerworten (Schäfer, 2002, S. 92). Dadurch würde unumgänglich ein Zustand entstehen, in dem Erzieher und Kind um Macht ringen. Rousseaus Kritik liegt allerdings nicht in einer auf Vernunft basierenden Selbstbestimmung, sondern in der Identität mit sich selbst: Das Glück des Menschen kann lediglich durch eine unmittelbare Identität mit sich selbst, das heißt der Freiheit von äußerer Abhängigkeit, hergestellt werden.

Aus diesem Grund plädiert Rousseau für eine „negative Erziehung“, die besser zur Ausbildung der Identität mit sich selbst geeignet ist (Schäfer, 2002, S. 93). Das Gelingen der „negativen Erziehung“ ist an zwei Bedingungen geknüpft: Zum Ersten darf keine andere Person als der Erzieher das Kind beeinflussen; alle anderen Personen dürfen nur in einer vom Erzieher bestimmten Weise auf das Kind einwirken (ebd., S. 95). Zum Zweiten ist es notwendig, dass der Erzieher ununterbrochen Einfluss auf das Kind nehmen kann. Dafür muss der Erzieher sein Leben einzig der Erziehung verschreiben, woran der totalitäre Charakter dieser Methode ersichtlich wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Jean-Jacques Rousseau ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Identität des Menschen in der Gesellschaft.

2 Rousseaus Naturbegriff: Dieses Kapitel definiert den menschlichen Naturzustand als einen Zustand der Balance zwischen Begehren und Fähigkeiten und erläutert die Rolle der Vervollkommnungsfähigkeit.

3 Rousseaus Erziehungsbegriff: Hier wird die "natürliche Erziehung" als Prozess zur Erlangung der Identität mit sich selbst beschrieben, wobei Freiheit als zentrales Erziehungsziel hervorgehoben wird.

4 Die Entwicklungsstufen der formalen Identität: Dieses Kapitel detailliert die Erziehung des Kindes in den Phasen der frühen Kindheit, des Knabenalters, des Jünglingsalters und der Reifezeit.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über den totalitären Charakter von Rousseaus Erziehungskonzept und dessen begrenzte Umsetzbarkeit.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Erziehung, Kindesentwicklung, Émile, negative Erziehung, formale Identität, Vervollkommnung, Freiheit, Naturbegriff, Gesetz der Notwendigkeit, Selbstentfremdung, Pädagogik, Aufklärung, Erziehungsziel, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das pädagogische Konzept von Jean-Jacques Rousseau, insbesondere wie Erziehung dazu beitragen kann, dass ein Mensch in der Gesellschaft mit sich selbst identisch bleibt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Naturzustand des Menschen, der Begriff der natürlichen Erziehung, die "negative Erziehung" und die Unterteilung der menschlichen Entwicklung in vier spezifische Stufen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet: Wie kann der Mensch erzogen werden, um in der Gesellschaft mit sich selbst identisch zu sein?

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine literaturtheoretische Hausarbeit, die auf der Analyse und Interpretation von Rousseaus Werk "Émile oder über die Erziehung" sowie einschlägiger Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung von Rousseaus Erziehungsbegriff, das Konzept der "negativen Erziehung" und die detaillierte Darstellung der vier Entwicklungsstufen (Frühe Kindheit, Knabenalter, Jünglingsalter, Reifezeit).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere "negative Erziehung", "formale Identität", "Vervollkommnung" und "natürliche Erziehung".

Warum spielt das "Gesetz der Notwendigkeit" bei der Erziehung eine zentrale Rolle?

Es dient dazu, dass das Kind Handlungen nicht als gehorsames Folgen von Befehlen wahrnimmt, sondern als notwendige Konsequenz aus der Umwelt, wodurch Machtkonflikte vermieden werden sollen.

Inwiefern ist das Erziehungskonzept von Rousseau für Mädchen anders?

Rousseau betrachtet das weibliche Geschlecht als passiv und schwach, weshalb seine Erziehungskonzeption für Mädchen nicht auf die Identität mit sich selbst, sondern auf das Gefallen des Mannes ausgerichtet ist.

Wird das Erziehungskonzept im Fazit als uneingeschränkt umsetzbar bewertet?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der totalitäre Anspruch des Konzepts in der Realität kaum umsetzbar und teilweise problematisch ist, obwohl es erziehungstheoretisch relevante Impulse bietet.

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Details

Titel
Der Zusammenhang von Erziehung und Kindesentwicklung nach Jean-Jacques Rousseau
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Seminar Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft
Note
1,3
Autor
Elisabeth Poch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V438927
ISBN (eBook)
9783668788022
ISBN (Buch)
9783668788039
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rousseau Erziehungswissenschaft Pädagogik Negative Erziehung Kindesentwicklung Formale Identiät
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth Poch (Autor:in), 2017, Der Zusammenhang von Erziehung und Kindesentwicklung nach Jean-Jacques Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438927
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Leseprobe aus  15  Seiten
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