Warum ist das Thema „Moderne Illustrierte und Regenbogenpresse“ so interessant für die Volkskunde? Auf dem deutschen Markt gibt es eine Fülle solcher Presseprodukte, die von vielen Menschen regelmäßig gekauft und gelesen werden, dabei stellt sich sofort die Frage, warum diese so erfolgreich sind. Doch nicht nur der Grund für die Beliebtheit wäre interessant, sondern auch die Art und Weise, wie auf die Leser eingewirkt werden kann, bzw. in welchem Maße dieses möglich ist. Außerdem, inwieweit es einen Kommunikationsprozess zwischen Leser und Macher dieser Zeitschriften gibt. Innerhalb dieser Arbeit werden vordergründig zwei Zeitschriftentypen behandelt, wobei die Regenbogenpresse eine Unterart der modernen Illustrierten darstellt. Anhand zweier Beispiele sollen beide Typen vorgestellt und miteinander verglichen werden. Im Hintergrund soll aber immer die Betrachtung des gesamten Illustriertenmarktes stehen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Begriffserläuterungen
1. 1. Begriff „Moderne Illustrierte“
1. 2. Begriff „Regenbogenpresse“
2. Geschichte
3. Vertrieb
4. Analyse anhand von Beispielen
4. 1. Moderne Illustrierte „Brigitte“
4. 1. 1. Geschichte der „Brigitte“
4. 1. 2. Heftanalyse „Brigitte“ (23/2000)
4. 1. 3. Leserkreis der „Brigitte“
4. 2. Regenbogenpresse „Das Neue Blatt“
4. 2. 1. Heftanalyse „Das Neue Blatt“ 46/ 2000
4. 2. 2. Leserkreis von „Das Neue Blatt“
4. 3. Vergleichende Zusammenfassung
4. 3. 1. Unterschiede
4. 3. 2. Gemeinsamkeiten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen modernen Illustrierten und der Regenbogenpresse, um deren Erfolg, Funktionsweise und Einfluss auf die Leserschaft zu ergründen.
- Definition und historische Entwicklung beider Medientypen
- Analyse der Vertriebsstrukturen im Zeitschriftenmarkt
- Vergleichende Untersuchung der Zeitschriften „Brigitte“ und „Das Neue Blatt“
- Betrachtung der Zielgruppenansprache und des ingroup-Verhältnisses
- Reflektion über das Macht- und Einfluss-Potenzial von Presseerzeugnissen
Auszug aus dem Buch
4. 3. 1. Unterschiede
Worin liegen nun die Unterschiede, bzw. die Gemeinsamkeiten von Illustrierten und Regenbogenpresse? Ein wichtiger Punkt ist das äußere Erscheinungsbild. Die Illustrierten legen viel Wert auf künstlerische und edle Gestaltung, wobei dazu nicht nur die Art der Fotos gehört, sondern auch die darauf gezeigten Objekte. Besonders deutlich wird das im Modeteil der Frauenillustrierten, wo teilweise Designerware gezeigt ist, die für Normalverdiener unerschwinglich sind. Die Regenbogenpresse dagegen ist schon beim Erwerb im Allgemeinen preislich günstiger als eine Illustrierte, so bewegen sich auch die Angebote der Anzeigenwerbung und die Kaufempfehlungen im redaktionellen Teil auf einem niedrigerem Kostenniveau.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die jeweiligen Schwerpunkte. Stark vereinfacht kann man sagen, dass die Illustrierte hauptsächlich Tipps zur Gestaltung des individuellen Umfelds (z.B. Kleidungs-, Einrichtungsstil) oder der Freizeit gibt, die Regenbogenpresse dagegen den Leser tendenziell eher am Leben anderer teilnehmen lässt.
In der Informationsdarbietung lassen sich allerdings die deutlichsten Unterschiede erkennen. Sylvia Lott-Almstatt schreibt dazu: „Sie [die Redakteure/innen, d. Verf.] recherchieren intensiv, greifen spezielle Aspekte des Themas heraus und verarbeiten das Ganze in einer klaren journalistischen Beitragsform.“ Lott-Almstadt setzt diesen Umstand in direkten Vergleich mit früheren Textbeiträgen aus der „Brigitte“, in denen weit weniger journalistisch korrekt gearbeitet wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in das Forschungsinteresse und die Fragestellung bezüglich der modernen Illustrierten und der Regenbogenpresse.
1. Begriffserläuterungen: Wissenschaftliche Annäherung an die Definitionen der „modernen Illustrierten“ sowie der „Regenbogenpresse“.
2. Geschichte: Historischer Rückblick auf die technologische Entwicklung und die Bedingungen, die das Aufkommen dieser Zeitschriftenformen begünstigten.
3. Vertrieb: Überblick über die drei Hauptkonsumwege von Zeitschriften und die strategische Bedeutung der flächendeckenden Verfügbarkeit.
4. Analyse anhand von Beispielen: Detaillierte Fallstudien der Frauenillustrierten „Brigitte“ und des Regenbogenmagazins „Das Neue Blatt“ inklusive Leserkreisanalyse.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der gesellschaftlichen Bedeutung, des Einfluss-Potenzials und der Rolle dieser Medien im Alltag.
Schlüsselwörter
Moderne Illustrierte, Regenbogenpresse, Brigitte, Das Neue Blatt, Zeitschriftenmarkt, Massenmedien, Leserkreis, ingroup-Verhältnis, Volkskunde, Zeitschriftenanalyse, Medienforschung, Unterhaltung, Kommunikation, Frauenzeitschrift, Medienwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Charakteristika, Unterschiede und Gemeinsamkeiten von modernen Illustrierten und der Regenbogenpresse innerhalb des deutschen Zeitschriftenmarktes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Begriffsdefinitionen, die historische Entstehung, Vertriebswege sowie die vergleichende Analyse konkreter Beispiele hinsichtlich ihres Inhalts und ihrer Zielgruppenansprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erklären, warum diese Zeitschrifttypen so erfolgreich sind, wie sie die Leser beeinflussen und wie der Kommunikationsprozess zwischen Machern und Lesern funktioniert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, der neben einer Literaturanalyse auch eine exemplarische Heftanalyse von zwei ausgewählten Zeitschriften sowie die Untersuchung von Leserkreisstudien umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine historische Einordnung, eine Darstellung der Vertriebssysteme sowie die detaillierte Analyse der Zeitschriften „Brigitte“ und „Das Neue Blatt“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Illustrierte, Regenbogenpresse, Leserkreis, ingroup-Verhältnis, Zeitschriftenanalyse und Medienwandel.
Wie unterscheidet sich die „Brigitte“ von der Regenbogenpresse „Das Neue Blatt“?
Die „Brigitte“ setzt stärker auf fundierte journalistische Informationen und eine edle Gestaltung, während das „Neue Blatt“ durch reißerische „Märchen“-Erzählungen über Prominente primär unterhalten möchte.
Welche Rolle spielt das „ingroup-Verhältnis“?
Das ingroup-Verhältnis beschreibt die gefühlte Gemeinschaft zwischen Redaktion und Leser, durch die der Leser an das Blatt gebunden wird und den Eindruck gewinnt, intimes Wissen über Prominente zu erlangen.
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- Kim Thiel (Author), 2001, Die moderne Illustrierte und Regenbogenpresse. Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4390