Moral Disengagement und Persönlichkeit. Heiligt der Zweck die Mittel?

Ein Online-Fragebogen zur Untersuchung des Einflusses der Persönlichkeit auf die moralische Wahrnehmung und Bewertung am Beispiel von Game of Thrones


Bachelorarbeit, 2017
64 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie
2.1 Moral Disengagement
2.1.1 Mechanismen
2.1.2 Der Einfluss der Persönlichkeit
2.1.3 Medienrezeption und -bewertung
2.1.4 Moral Disengagement im Kontext dieser Arbeit
2.2 Charakterbewertung
2.3 Parasoziale Interaktion und Identifikation mit Serien-Personen
2.4 Die Big Five der Persönlichkeit
2.5 Enjoyment

3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Serie
3.3 Charakterauswahl
3.3.1 Jon Schnee
3.3.2 Cersei Lennister
3.3.3 Jaime Lennister
3.4 Fragebogen
3.4.1 Charakter
3.4.2 Moral Disengagement
3.4.3 Parasoziale Interaktion
3.4.4 Identifikation
3.4.5 Big five
3.4.6 Enj oyment

4 Ergebnisse
4.1 Probanden
4.2 Prüfung der Hl
4.2.1 Prüfung der Hl a)
4.2.2 Prüfung der Hl b)
4.2.3 Prüfung der Hl c)
4.3 Prüfung der H2
4.3.1 Berechnung der Korrelationen
4.3.2 Faktorenanalyse des PSI-Scores
4.4 Prüfung der H3
4.5 Prüfung der H4
4.5.1 Prüfung der H4 a)
4.5.2 Prüfung der H4 b)
4.5.3 Prüfung der H4 c)
4.6 Prüfung der H5
4.7 Exploratives Vorgehen

5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Studie
5.2 Ergebnisse zu Hypothese 1
5.3 Ergebnisse zu Hypothese 2
5.4 Ergebnisse zu Hypothese 3
5.5 Ergebnisse zu Hypothese 4
5.6 Ergebnisse zu Hypothese 5
5.7 Weitere Ergebnisse
5.8 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.9 Limitation der Studie
5.10 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

8 Tabellenverzeichnis

9 Anhang

1 Einleitung

Die seit 2011 ausgestrahlte und produzierte HBO-Serie ״Game of Thrones“, basierend auf den Büchern ״Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin, ist eine der erfolgreichsten Serien weltweit und auf Platz 4 im Serienranking der Internet Movie Database IMDB (״IMDB Rating“, O.D.). Dabei zeichnet sich diese Serie besonders dadurch aus, dass sie keine klassische Unterteilung der Charaktere im Sinne von ״gut“ und ״böse“ zulässt. Die Mehrheit der Charaktere vollbringt im Laufe der Serie eine Vielzahl von unmoralischen Handlungen, sei es aus Rache, aus Liebe oder Selbstsucht. Doch damit ist ״Game of Thrones“ kein Einzelfall. Die Beliebtheit von sogenannten Antihelden oder moralisch fragwürdigen Protagonisten ist ein immer häufiger aufkommendes Phänomen der Film- und Femsehbranche und wird seit einiger Zeit von Forschem untersucht. Eine Antwort auf die Frage, warum wir fähig sind, solche Geschichten, die sich durch moralisch fragwürdige Charaktere und Handlungen auszeichnen, zu genießen, lautet Moral Disengagement. Das Konzept der moralischen Loslösung basiert auf den Forschungen von Bandura, Barbaranelli, Caprara und Pastorelli (1996), die Mechanismen beschreiben, mit denen wir unmoralische Handlungen rechtfertigen können. Moral Disengagement wurde von Krakowiak und Tsay-Vogel (2011; 2013) auf Geschichten und Serien ausgeweitet. Raney (2004) beschäftigte sich mit der Frage, warum wir uns bei geliebten Charakteren moralisch loslösen und bezieht Moral Disengagement damit auf die Medienpsychologie. Auch im Hinblick auf die Persönlichkeit von Individuen wird Moral Disengagement untersucht (Egan, Hughes & Palmer, 2015). Es gibt allerdings noch keine Forschung, die den Einfluss der Persönlichkeit auf Moral Disengagement bei Serien-Personen bezieht. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Erforschung von Persönlichkeitseigenschaften und ihrem Einfluss auf Moral Disengagement sowie den Einfluss der parasozialen Interaktion und Identifikation mit den Serien-Personen und inwieweit Moral Disengagement vom allgemeinen Enjoyment und der Bewertung der Charaktere beeinflusst wird. Damit sollen weitere Erklärungsmodelle für die zentrale Frage, warum Serien wie ״Game of Thrones“ so erfolgreich sind, gefunden werden.

Im folgenden Kapitel wird im Detail auf die theoretischen Grundlagen, auf welche sich diese Arbeit stützen, eingegangen. Zunächst wird anhand der Ergebnisse früherer Forschung erklärt, was genau Moral Disengagement bedeutet und was dieses Konzept mit seinen Mechanismen zu erklären versucht. Danach folgt die Erläuterung weiterer psychologischer Konstrukte, die im Hinblick auf Moral Disengagement in dieser Arbeit untersucht werden sollen, nämlich die (moralische) Bewertung der Charaktere durch die Rezipienten sowie die parasoziale Interaktion und die Identifikation mit den Serien­Personen, die Big Five und das Enjoyment. Diese Theorien werden beleuchtet und der aktuelle Forschungsstand dargestellt. Daraus werden die Annahmen und somit auch die Hypothesen dieser Arbeit abgeleitet. Im Methodenteil der Arbeit wird das Design der Studie abgebildet. Es wird erklärt, wie genau der Online-Fragebogen, der als Studiendesign ausgewählt wurde, aufgebaut ist und was damit abgefragt wird. Anschließend erfolgt die Berechnung der Ergebnisse im Detail. Es wird untersucht, welche Hypothesen unterstützt und welche verworfen werden müssen. Die detaillierte Erörterung der gefundenen Ergebnisse folgt abschließend im Diskussionsteil dieser Arbeit. Auf Grundlage der vorliegenden Theorie und vorangegangener Forschung werden die Befunde der Studie kritisch durchleuchtet und zu erklären versucht. Auch werden mögliche Optimierungen der Studie vorgeschlagen und Empfehlungen gegeben, was zukünftige Forschung in diesem Bereich berücksichtigen sollte.

2 Theorie

Im Folgenden Teil wird der theoretische Hintergrund, auf den diese Arbeit aufbaut, beschrieben sowie die darauf beruhenden Annahmen hergeleitet. Des Weiteren wird die Wichtigkeit dieser Theorien in Bezug zu der vorliegenden Arbeit erklärt und die Schlussfolgerungen erläutert. Daraufhin folgen die Formulierungen der Hypothesen. Zunächst widmet sich die vorliegende Arbeit dem Kernthema Moral Disengagement, danach folgen weitere Konstrukte wie die (moralische) Bewertung des Charakters einer Serien­Person, die parasoziale Interaktion (PSI) und die Identifikation mit Serien-Personen. Danach folgt eine Darlegung der fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit, den Big Five. Abgeschlossen wird das Kapitel mit dem Thema des Enjoyments von Medien.

2.1 Moral Disengagement

Moral Disengagement ist ein Konzept im Rahmen der sozialen kognitiven Theorie, bei dem moralische Standards durch einen Selbstregulierungsprozess herausgelöst werden (Bandura, 1999). Durch Moral Agency, der Fähigkeit, moralisches Wissen und Urteile zu verknüpfen (Bandura, 1999), entwickeln wir moralische Standards. Diese Standards einzuhalten gibt Individuen einen höheren Selbstwert und erfüllt sie mit Stolz. Wir sind versucht, unser Verhalten an diese Standards anzupassen, was jedoch nicht immer gelingt. Die Theorie von Moral Disengagement versucht zu erklären, warum sich ethische Individuen unmoralisch verhalten können (Bandura et ah, 1996). Wir versuchen unser Verhalten zu regulieren und lösen uns durch Moral Disengagement von diesen moralischen Standards los. Eine Person kann also empathisch und voller Mitgefühl sein und gleichzeitig unmoralische Taten vollbringen (Bandura, 1999). Wir teilen unsere Mitmenschen in Kategorien ein. Familie und Freunde sind bspw. in den Kategorien von Menschen, die wir nicht verletzen wollen. Andere Menschen schließen wir aus diesem inneren Kreis aus, was zur Folge hat, dass wir uns diesen gegenüber leichter unmoralisch verhalten können (Bandura et ak, 1996).

Entsprechend verhält es sich beim moralischen Urteilen von Taten Dritter, da Moral Disengagement nicht nur die Rechtfertigung vor eigenen moralisch fragwürdigen Handlungen ebnet, sondern auch jenes Urteilen gegenüber moralisch fragwürdigem Handeln von anderen entkoppelt. Dies kann erfolgen, weil wir bspw. die Person, die sich moralisch fragwürdig verhält, sehr geme mögen, wir die Motivation dahinter verstehen oder positiv bewerten (Krakowiak & Tsay-Vogel, 2013). In der Tat sind Individuen durch Moral Disengagement dazu fähig, ohne Schuldgefühle moralisch fragwürdige Handlungen bei sich selbst oder bei Dritten zu rechtfertigen (Janicke & Raney, 2015).

Bandura et al. (1996) arbeiteten acht Mechanismen heraus, die selektiv benutzt werden können, um sich moralisch loszulösen und den eigenen moralischen Standards dennoch entsprechen zu können. Diese Mechanismen dienen also der Rechtfertigung, um Schuldgefühle zu minimieren und einer moralischen Sanktion zu entgehen. Im folgenden Kapitel wird auf diese Mechanismen genauer eingegangen.

2.1.1 Mechanismen

Die acht von Bandura et al. (1996) herausgearbeiteten Mechanismen des Moral Disengagements sind moral justification, euphemistic labeling, advantageous comparison, displacement of responsibility, diffusion of responsibility, distortion of consequences, attribution of blame und dehumanization.

Der wohl am meisten verwendete dieser Mechanismen ist moral justification, bei dem eine unmoralische Handlung für einen höheren, guten Zweck von den Sanktionen freigesprochen wird. Beispiele hierfür wären jemanden anzulügen, um ihn/sie nicht zu verletzen oder das Foltern von Menschen, um an Informationen zu kommen, die viele Menschen beschützen könnten. Beim euphemistic labeling geht es darum, verschönernde Begriffe zu verwenden, bspw. das Wort ״bereinigen“ anstatt ״töten“ oder das Wort ״Arbeitslager“ statt ״Vernichtungslager“. Bei dem Mechanismus advantageous comparison werden hingegen unmoralische oder moralisch fragwürdige Handlungen mit anderen ״schlimmeren“ Taten verglichen, um sie zu relativieren: ״Es ist nicht so schlimm, ein wenig Geld zu stehlen, denn andere stehlen weitaus mehr Geld.“ oder ״Ein einmaliger Betrug ist nicht so schlimm wie eine länger anhaltende Affäre“. Ein bekannter Mechanismus wird oft auf Kriege bezogen, in denen Soldaten die Verantwortung ihrer Taten von sich schieben konnten, da sie ja nur Befehle befolgten (displacement of responsibility), nicht zu verwechseln mit diffusion of responsibility, wobei eine unmoralische Handlung negiert wird, weil ״andere es auch machen“, wie bspw. in einem Lebenslauf zu lügen oder einen Stau über den Seitenstreifen zu umfahren. Zudem gibt es den Mechanismus der Minimierung der Konsequenzen (distortion of consequences), wie bspw., dass ״man sowieso nicht erwischt wird, wenn man bei einer Prüfung schummelt“. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, das

Opfer selbst zu beschuldigen, das es ״nicht anders verdient hat“ (auch bekannt unter ״victim blaming“), weil es sich bspw. reizvoll anzog und sexuell belästigt wurde (attribution of blame). Letztlich bleibt das Absprechen der Menschlichkeit (dehumanization) der Opfer, die es ״nicht wert sind, wie Menschen behandelt zu werden“ (Bandura et ab, 1996; Aquino, Reed, Thau & Freeman, 2007; Tsay-Vogel & Krakowiak, 2016).

Neben diesen selektiv verwendeten Mechanismen spielen auch persönliche Eigenschaften, Charakterzüge und -merkmale eines Individuums eine entscheidende Rolle in Bezug auf Moral Disengagement. Inwiefern die Persönlichkeit eines Individuums Einfluss auf das moralische Urteilen und damit auf Moral Disengagement hat, wird im folgenden Kapitel erläutert.

2.1.2 Der Einfluss der Persönlichkeit

In einer Studie untersuchten Bandura et al. (1996) das Moral Disengagement im Hinblick auf verschiedene Faktoren. Dabei fanden die Autoren unter anderem heraus, dass Männer eher Moral Disengagement anwenden als Frauen. Ebenfalls neigen eher Individuen zu Moral Disengagement, die auch einen Hang zu aggressivem Verhalten haben und weniger zu Moral Disengagement, wenn sie zu prosozialem Verhalten neigen. Außerdem fühlten sich Versuchspersonen weniger schuldig, je höher ihr Moral Disengagement war. Es fanden sich jedoch keine Unterschiede in Bezug auf sozioökonomische Faktoren (Bandura et al., 1996). Zudem ist der Einfluss der Intentionen, Motivationen und das Ergebnis der moralisch fragwürdigen Handlungen auf das Moral Disengagement zu betonen (Krakowiak & Tsay, 2013), wobei nach den Autoren für Frauen das ״Kümmern“ im Vordergrund steht, wohingegen bei Männern der Fokus auf der Gerechtigkeit liegt. Auch fühlten sich Frauen im Vergleich zu Männern eher schuldig, in Videospielen den ״bad guy“ zu spielen (Hartmann, 2012).

Auch im Bereich der fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit (Big Five, siehe Kapitel 2.4) fand man heraus, dass Personen mit niedrigeren Werten bei Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit höhere Werte bei Moral Disengagement hatten (Egan et ah, 2015). Forschungsrelevant ist daher die Frage, ob die anderen Hauptdimensionen ebenfalls einen Einfluss auf Moral Disengagement haben. Daher wird dieser Aspekt im Kapitel 2.4 wieder aufgegriffen und im Einzelnen behandelt.

Krakowiak und Tsay testeten in einer Studie (2011) zunächst die Neigung von Probanden zu Moral Disengagement. Anschließend sollten die Versuchsteilnehmenden eine Geschichte lesen und wurden erneut auf Moral Disengagement getestet, allerdings im

Hinblick auf den moralisch fragwürdigen Protagonisten der Geschichte. Die Autoren beobachteten, dass Individuen mit einem Hang zu Moral Disengagement ebenfalls auch zu Moral Disengagement bei einem Protagonisten neigen, der moralisch unklar scheint und stützen damit Banduras (Bandura, 2002; Bandura et ab, 1996) These, dass die Neigung zu Moral Disengagement nicht nur auf das Individuum selbst beschränkt ist, sondern sich auch auf das Umfeld aus weiten kann. Wer bei sich selbst also eher zu Moral Disengagement neigt, wendet es auch häufiger bei anderen an (Krakowiak & Tsay, 2011). So werden auch eher unmoralische Handlungen von anderen akzeptiert. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Personen, die weniger zu Moral Disengagement neigen, Medieninhalte mit moralisch fragwürdigen Charakteren oder Antihelden eher meiden (Krakowiak & Tsay, 2011). Eine weitere Studie von Shafer und Raney (2012), in der die Serie 24״“ der Stimulus war, zeigte, dass Individuen höhere Werte bei Moral Disengagement hatten, je höher die Ähnlichkeit zwischen sich selbst und den Serien-Personen empfunden wurde. Auch das Mögen von Protagonisten zeigte bei Rezipienten eine höhere Anfälligkeit für Moral Disengagement. Wir betrachten unsere eigene Persönlichkeit als Ausgangspunkt und wenden Moral Disengagement eher bei Personen an, die uns ähnlich oder sympathisch sind (Krakowiak & Tsay, 2011). In einer weiteren Studie von Tian und Hoffner (2010) zeigte sich, dass auch die parasoziale Interaktion und die Identifikation (siehe Kapitel 2.3) mit Protagonisten einen Einfluss auf Moral Disengagement haben. Diese beiden Konstrukte sind für Moral Disengagement im Bereich des Medienkonsums von Relevanz. Das folgende Kapitel ermittelt daher einen Überblick über Moral Disengagement im Zusammenhang mit der Medienrezeption und -bewertung.

2.1.3 Medienrezeption und -bewertung

Eine Erklärung dafür, warum Individuen Medien mit moralisch fragwürdigen Inhalten oder Serien-Personen genießen, bietet auf der einen Seite das Moral Disengagement, da wir durch die Mechanismen derartige Charaktere und ihre Handlungen rechtfertigen können. Eine andere Begründung dafür findet sich in der affektiven Dispositionstheorie. Die Theorie der affektiven Disposition nach Zillmann (2000) untersucht den Prozess der Rezeption in der Medienunterhaltung. Das Publikum bewertet Medien-Personen hinsichtlich ihrer moralischen Werte. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sympathisieren mit jenen, die sie mehr mögen und fallen eher negative Urteile über solche, die sie weniger oder nicht mögen. Höchste Spannung wird dann erlebt, wenn ein positiver

Ausgang für einen geliebten Protagonisten am unwahrscheinlichsten erscheint (Zillmann, 2000; Raney, 2004; Eden, Daalmans & Johnson, 2017).

Das Enjoyment (s. Kapitel 2.5) einer Medienrezeption wird zugleich erhöht, je mehr wir eine Serien-Person mögen (Krakowiak & Tsay, 2011). Dies könnte auch eine Erklärung für das Anwenden von Moral Disengagement sein, da wir eher dazu neigen, moralisch fragwürdiges Handeln geliebter Charakter zu rechtfertigen, da wir sie gerne weiter mögen möchten (Raney, 2004). Auch die Theorie der kognitiven Dissonanz nach Festinger (1969) liefert eine mögliche Erklärung, warum wir bei gemochten Medien-Personen eher Moral Disengagement anwenden. Laut dieser Theorie sind wir geneigt, bei einem Ungleichgewicht von Spannungen ein Gleichgewicht unserer Emotionen, Wünsche und Vorstellungen herzustellen (Festinger, 1969). Auf Basis der kognitiven Dissonanztheorie lässt sich die Annahme aufstellen, dass es unangenehm wäre, einen geliebten Protagonisten nicht mehr mögen zu können, weil er unmoralisch handelt. Moral Disengagement kann als geeignetes Hilfsmittel betrachtet werden, um diese Unannehmlichkeiten loszuwerden und das unmoralische Verhalten rechtfertigen zu können.

2.1.4 Moral Disengagement im Kontext dieser Arbeit

Moral Disengagement beschreibt die Rechtfertigung vor sich selbst oder anderen über eigenes oder fremdes moralisch fragwürdiges Handeln. 1996 beschrieben Bandura et al. mehrere Mechanismen, mit denen sich Menschen von Selbstsanktionen durch eigenes oder fremdes fragwürdiges Handeln entkoppeln und solche Handlungen rechtfertigen. Da Individuen nach einem Zustand des moralischen Gleichgewichts streben, dennoch aber das höchst mögliche Enjoyment in der Medienrezeption erleben wollen, verwenden sie Moral Disengagement um ihre geliebten Charaktere weiterhin mögen zu dürfen (Raney, 2004).

In der Serie ״Game of Thrones“ gibt es eine Vielzahl von solch moralisch fragwürdigen Charakteren und Antihelden, die sich im Laufe der Serie weiterentwickeln. Das Phänomen, dass immer mehr Serien mit sogenannten Antihelden oder moralisch fragwürdig handelnden Charakteren produziert und konsumiert werden, gilt es zu ergründen. Ebenfalls ist es von Bedeutung, eine Erklärung dafür zu finden, warum Serien mit ״bösen“ oder moralisch fragwürdigen, ambivalenten Charakteren weiter an Beliebtheit zunehmen. Vor allem die Untersuchung im Hinblick auf die Persönlichkeit von Individuen, die derartige Medieninhalte rezipieren, gilt es Aufmerksamkeit zu widmen, da es noch keine hinreichenden Erklärungen bzw. Studien für diese Erscheinung gibt. Aus diesem Grund widmet sich die vorliegende Arbeit dem Einfluss von Persönlichkeitsfaktoren auf das Moral

Disengagement. Genauer ist der Einfluss des Mögens einer Serien-Person, die Einstufung in ״gut/böse“ des Charakters und die entsprechende moralische Rechtfertigung der Serien­Personen Gegenstand der Untersuchung. Dazu wird die Wirkung der parasozialen Interaktion und der Identifikation mit Serien-Personen analysiert. Zudem liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf dem noch wenig erforschten, möglichen Zusammenhang der Big Five auf Moral Disengagement, genauer dem Einfluss der Extraversión, der Gewissenhaftigkeit und der Verträglichkeit. Außerdem wird das Enjoyment im Hinblick auf die Verbindung zum Moral Disengagement untersucht. In den folgenden Kapiteln wird genauer auf die einzelnen Aspekte eingegangen.

2.2 Charakterbewertung

Beim Konsum von Serien nehmen Rezipienten Positionen zu verschiedenen Serien­Personen ein. Laut einem Serienranking auf filmstarts.de (״Die besten Serien“, O.D.) hat sich gezeigt, dass die Beliebtheit von Serien steigt, deren Protagonisten Antihelden sind. Antihelden bilden das Konzept einer Serien-Person, die weder gut und noch böse zu sein scheint und deren Handlungen moralisch fragwürdige Tendenzen aufzeigen können, deren Motivation und Intention dennoch eher positiv wahrgenommen wird. Protagonisten dieser Art, wie Walter White aus ״Breaking Bad“, der ein Drogenimperium aufbaut, um seine Familie finanziell abzusichem, oder Dexter aus der gleichnamigen Serie, der mit seinem Drang nach Mord andere Mörder umbringt, steigen in ihrer Beliebtheit. Krakowiak & Tsay- Vogel (2013) fanden heraus, dass die Beliebtheit der Serien-Personen einen Einfluss auf Moral Disengagement hat. Dieses wird mit seinen Mechanismen als Erklärungsversuch für das Mögen solcher Antihelden eingesetzt (Krakowiak & Tsay-Vogel, 2013).

Die Studie von Krakowiak und Tsay-Vogel (2013) zeigte, dass in einer Kurzgeschichte die Motivation einer Person für unmoralisches Verhalten die Perzeption durch die Leserinnen und Leser beeinflusst. Dabei ist die Intention einer Handlung wichtiger als das Ergebnis der Handlung. Somit beeinflussen Motivation sowie Intention eines Protagonisten das Moral Disengagement des Publikums. Diese Ergebnisse werfen die Frage auf, ob generell unmoralische Handlungen mit einer guten Motivation bzw. Intention gerechtfertigt werden können. Außerdem fanden Krakowiak und Tsay-Vogel (2013) heraus, dass nicht nur die Motivation und Intention einen Einfluss auf das Moral Disengagement haben, sondem auch das Mögen einer fiktiven Person. Diese Ergebnisse bekräftigen die

Befunde einer früheren Studie von Krakowiak und Tsay (2011), in welcher der Einfluss der empfundenen Ähnlichkeit zwischen Rezipient und Protagonist sowie das Mögen einer Serien-Person untersucht wurde.

In der Studie von Krakowiak und Tsay-Vogel (2013) lasen die Versuchsteilnehmer eine Geschichte und beantworteten dann Fragebögen zu ihrer Perzeption. Eine Serie, vor allem jene über mehrere Staffeln, wird oft über Jahre hinweg, teilweise aber auch marathonartig Episode direkt nach Episode (״binge-watching“) konsumiert. Dabei setzen sich die Rezipienten über einen längeren Zeitraum mit den Serien-Personen auseinander. Dies ist eine andere, eher intensivere Rezeption (Krakowiak & Tsay, 2011) einer fiktiven Geschichte und wirft die Frage auf, ob und inwiefern die Beliebtheit, die ״Gut/Böse“- Bewertung und die Rechtfertigung der Handlungen einer Serien-Person das Moral Disengagement von Individuen beeinflusst.

Die Annahme, dass das Mögen einer Serien-Person einen Einfluss auf das Moral Disengagement hat, gibt Anlass zur Überlegung, inwiefern die Beliebtheit der Serien-Person und das Moral Disengagement Zusammenhängen. Daraus erschließt sich der Verdacht, dass, je mehr ein Rezipient eine Serien-Person mag, und diese laut Raney (2004) geme weiterhin mögen möchte, passend dazu auch das Moral Disengagement steigt. Somit ergibt sich die folgende erste Hypothese:

Hl a) Je mehr eine Serien-Person gemocht wird, desto höher ist das Moral Disengagement des Rezipienten in Bezug auf diese Serien-Person.

Auch die Ansicht, dass wir eine Person eher moralisch rechtfertigen, wenn wir sie insgesamt positiver bewerten, ist auf vorangehende Studien zurückzuführen (Zilmann, 2002; Raney, 2004; Krakowiak & Tsay, 2011). Die Vemiutung liegt nahe, dass mit der Bewertung in die positive Richtung einer Serien-Person auch das entsprechende Moral Disengagement zusammenhängt. Daraus wird folgende Hypothese abgeleitet:

Hl b) Je positiver eine Serien-Person bewertet wird, desto höher ist das Moral Disengagement des Rezipienten in Bezug auf diese Serien-Person.

Die Annahme, dass auch die von Individuen bewertete Rechtschaffenheit einer Person, also die allgemeine moralische Beurteilung des Charakters einer Serien-Person, mit der moralischen Entkopplung korreliert, fußt ebenfalls auf vorherige Stadien (Krakowiak & Tsay, 2011). Entsprechend resultiert die Vemiutung, dass mit der durch die Rezipienten bewerteten Rechtschaffenheit einer Serien-Person auch das Moral Disengagement steigt. Somit ergibt sich die folgende Hypothese:

Hl c) Je mehr die Handlungen einer Serien-Person als gerechtfertigt empfunden werden, desto höher ist das Moral Disengagement des Rezipienten in Bezug auf diese Serien-Person.

Die parasoziale Interaktion und Identifikation könnte die Rechtfertigung von unmoralischem Verhalten zusätzlich beeinflussen, da durch die Bewertung, das Mögen oder Nicht-Mögen und Urteilen über eine Serien-Person auch die parasoziale Beziehung beeinflusst wird (Wohlan et al. 2017). Darauf wird im nachfolgenden Anschnitt genauer eingegangen.

2.3 Parasoziale Interaktion und Identifikation mit Serien-Personen

Der Begriff der parasozialen Interaktion (PSI) wurde von Horton und Wohl (1956) als die Illusion einer durch Medien kreierten face-to-face-Beziehung zwischen einer Medien-Person und dem Publikum definiert und von der sozialen Interaktion als solche zu einer parasozialen Beziehung abgeleitet. Die Schlüsselreize, die eine einfache soziale Interaktion ausmachen, wie bspw. die Erscheinung der Medien-Person oder die Beobachtbarkeit ihrer Gesten sind besonders im Fernsehen vorhanden. Manche Rezipienten sprechen von dem Gefühl, die Medien-Person besser zu kennen als bspw. Nachbarn oder Bekannte (Tian & Hoffner, 2010). In manchen Fomiaten wird der Zuschauer auch direkt angesprochen und die Medien-Person verhält sich, als würde es sich um eine reale Unterhaltung handeln. Der Zuschauer fühlt sich persönlich angesprochen und interagiert gleichgestellt mit dem Performer. Durch subjektive Kameraführung wird ein Gefühl des direkten Erlebens, der Sicherheit und der Illusion einer gemeinsamen Vergangenheit geschaffen. Es handelt sich jedoch um eine einseitige Interaktion ohne effektive Reziprozität: Der Rezipient kann zwar zwischen den parasozialen Beziehungen wählen und diese Momente bezeugen, sich jedoch nicht dazu äußern oder die Interaktion beeinflussen. Sie wird also von der Medien-Person, dem Performer, kontrolliert und gesteuert. Aus diesen Gründen ist keine gemeinsame Entwicklung möglich und man spricht man von einer parasozialen Interaktion (Horton & Wohl, 1956).

Schramm, Hartmann und Klimmt (2002) grenzten den Begriff der PSI von der parasozialen Kommunikation ab, da es sich um einen Prozess handelt, der ohne Absicht erfolgt. Zudem fehlt die wechselseitige Ko-Orientierung. Es findet weder ein Rollenaustausch noch ein Austausch von Gefühlen statt und eine wechselseitige

Abhängigkeit des Verhaltens der Personen bleibt aus. Gleich (1996) sieht gewisse Vorteile durch die Möglichkeit der Unterbrechung zu jeder Zeit der PSI ohne Konsequenzen sowie durch das Fehlen des Drucks der Selbstpräsentation des Rezipienten gegenüber realer sozialer Interaktion. Zudem erklärte Gleich (1996) den Begriff der PSI als Prozess der Rezeption, bei dem das Publikum nicht passiver Beobachter ist, sondem mit den Medien­Personen interagiert. Eine Studie von Gleich (1996) ergab, dass Probanden in Bezug zu ihren liebsten Medien-Personen im Fernsehen Reaktionen in einer Qualität und Intensität zeigten, die für reguläre soziale Beziehungen üblich sind. In einer zweiten Studie fand Gleich (1997) heraus, dass die Zuschauer (parasoziale) Beziehungen zu Medien-Personen aufbauten, allerdings nicht in der Intensität und Qualität wie mit guten Freunden.

Weitere Funktionen der PSI sind die Exploration und Entwicklung von neuen Rollenmöglichkeiten. Der Zuschauer oder die Zuschauerin kann in unendlich viele Rollen schlüpfen, kann bereits abgelegte Rollen wiederherstellen oder zukünftige Rollen antizipieren. Daraus soll ein besseres Verständnis und folglich auch ein besserer Umgang mit Anderen in der Realität adaptiert werden (Schranmi et ah, 2002). Ebenso besitzt PSI kompensatorische Funktionen und kann als Hilfe für isolierte, einsame Menschen dienen, welche durch PSI eine gewisse soziale Mobilität gewinnen oder indem die Medien-Person als Ersatz für reale Personen füngieren (Horton & Wohl, 1956). Während Horton und Wohl (1956) PSI als Konzept betrachteten, das nur temporär während der Medienrezeption stattfindet, wurde der Begriff häufig auch als Synonym für eine parasoziale Bindung mit Medien-Personen, die über die Rezeption hinausgeht, verwendet (Tian & Hoffner, 2010). Ferner fanden Vorderer und Knobloch (1996) heraus, dass Schüchternheit bzw. Geselligkeit von Personen einen interaktiven Einfluss auf die Intensität von parasozialen Beziehungen haben. Zudem stellt die parasoziale Beziehung für bestimmte Zuschauergruppen eher eine Ergänzung, für andere wiederum einen Ersatz für reale soziale Interaktionen dar. Markert und Suckfüll (2001), die sich in einer Studie mit PSI und parasozialer Beziehung von Zuschauerinnen und Zuschauer der Serie ״Akte X“ beschäftigten, fanden heraus, dass Fans der Serie eine sehr ausgeprägte parasoziale Beziehung zu den Protagonisten aufbauten.

Vorangehende Studien zeigten, dass je höher die Ähnlichkeit zwischen einer Medien-Person und dem Rezipienten von diesem empfunden wird, desto eher werden unmoralische Taten als gerechtfertigt empfunden (Krakowiak & Tsay-Vogel, 2011). Tian und Hoffner (2010) fanden zudem heraus, dass die empfundene Ähnlichkeit zwischen einer Serien-Person und dem Selbst einen positiven Einfluss auf die Identifikation mit einer Serien-Person sowie auf die PSI mit einer Serien-Person hat. Diese PSI ist bei Serien-

Personen, die gemocht werden oder als neutral bewertet wurden signifikant höher als bei Serien-Personen, die nicht gemocht werden. Je mehr also eine Serien-Person gemocht wird, desto höher ist die PSI und je mehr eine Person gemocht wird, desto eher wird vom Zuschauer Moral Disengagement angewendet (Krakowiak & Tsay-Vogel, 2011). Diese Beobachtungen ergaben also, dass die Persönlichkeit des Rezipienten eine entscheidende Rolle in Bezug auf die PSI spielt. Fraglich ist hierbei, ob die PSI bei einer Serie wie ״Game of Thrones“, die viele moralisch fragwürdige Serien-Personen beinhaltet und die dank der immensen Charakter-Entwicklung über eine hohe Anzahl an Fans verfügt, durch das Mögen dieser Serien-Personen steigt. Ebenfalls interessant ist die Thematik des Moral Disengagements in Bezug zur PSI bei weniger beliebten Serien-Personen und die Frage, inwiefern sich die PSI bei den verschiedenen Serien-Personen unterscheidet und welche Auswirkungen dies auf das Moral Disengagement hat. Daraus ergibt sich folgende Hypothese:

H2: Je höher der PSI-Score mit einer Serien-Person ist, desto höher ist der Moral Disengagement-Score des Rezipienten in Bezug zu dieser Serien-Person.

Im Gegensatz zur PSI, bei der es um die Rollenbeziehung bzw. die Interaktion zwischen dem Rezipienten und der Serien-Person geht, geht es bei der Identifikation darum, die Medienrezeption so zu erleben, als würde es einem selbst passieren. Identifikation ist also ein imaginativer Prozess, durch den Individuen die Identität, Ziele und Perspektive einer Serien-Person übernehmen. Dabei soll das Publikum sich selbst vergessen und quasi zu der Serien-Person werden (Cohen, 2001). Identifikation mit einer Serien-Person ist also weder eine Einstellung noch eine Emotion oder Perzeption, es ist ein Prozess, der während der Medienrezeption stattfindet. Der Rezipient wird sich seiner selbst weniger bewusst und ersetzt sich zeitweise mit erhöhten emotionalen und kognitiven Verbindungen mit einer oder mehreren Serien-Personen, um das Erlebnis der Rezeption zu intensivieren (Cohen, 2001).

Tian und Hoffner (2010) fanden heraus, dass sich die Identifikation mit einer Serien­Person während der Rezeption positiv auf die PSI auswirkte. Außerdem wurde beobachtet, dass Moral Disengagement steigt, je höher die empfundene Ähnlichkeit zwischen Rezipient und Serien-Person ist (Tsay & Krakowiak, 2011). Weil die Identifikation mit einer Serien­Person in direktem Zusammenhang zur PSI steht, ist anzunehmen, dass analog zur PSI auch eine höhere Identifikation das Moral Disengagement beeinflusst. Aus diesem Grund wird in dieser Studie folgende Hypothese überprüft:

H3: Je mehr sich ein Rezipient mit einer Serien-Person identifiziert, desto höher ist das Moral Disengagement des Rezipienten in Bezug auf diese Serien-Person.

Die PSI und die Identifikation mit Serien-Personen deckt nur einen kleinen Teil von Persönlichkeitsfaktoren in Bezug zu Moral Disengagement ab. Bisher wurde nicht hinreichend erklärt, welche Eigenschaften von Individuen einen Einfluss auf Moral Disengagement haben. Deswegen wird im Folgenden auf die Big Five der Persönlichkeit eingegangen.

2.4 Die Big Five der Persönlichkeit

Das Mögen einer Serien-Person, die Qualität der PSI sowie die Identifikation werden durch die Persönlichkeit eines Rezipienten beeinflusst. Anhand der fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit (Big Five nach McCrae & Costa, 1987) untersucht die vorliegende Arbeit den Einfluss dieser Persönlichkeitsvariablen auf die Wahrnehmung und moralische Bewertung einer Serien-Person. Diese Variablen sind Offenheit für Neues, Extraversión, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus.

Individuen mit einer hohen Extraversión werden als gesellig, aktiv, gesprächig und durchsetzungsfähig beschrieben. Der gegenteiligen Seite, der Introversion, werden eher Eigenschaften wie ״still“, ״schweigsam“ oder ״zurückgezogen“ zugeordnet. Neurotizismus soll Vorhersagen, wie emotional labil eine Person ist. Individuen mit einem erhöhten Neurotizismus werden als unsicher, nervös, ängstlich und deprimiert gekennzeichnet. Individuen mit einer hohen Gewissenhaftigkeit werden als zielstrebig, ausdauernd, diszipliniert und zuverlässig beschrieben. Die Dimension der Offenheit für Neues beschreibt bei Personen mit einer hohen Ausprägung, dass diese ein Interesse für neue Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke haben. Verträglichkeit illustriert das interpersonelle Verhalten. Individuen mit einer hohen Verträglichkeit werden als altruistisch dargestellt, neigen zu zwischenmenschlichem Vertrauen, sind kooperativ und nachgiebig, daneben werden Personen mit einer niedrigeren Verträglichkeit als kühl, kritisch und misstrauisch skizziert (Rammstedt, Kemper, Klein, Beierlein & Kovaleva, 2013).

Eine experimentelle Studie (Pallesen, Nielsen, Mageroy, Andreassen & Einarsen, 2017) überprüfte Mobbing in einem Arbeits-Setting, wobei je eine Mobber-, Ziel- und eine Kontrollgruppe zu den Hauptdimensionen der Persönlichkeit getestet wurde. Die Probanden der Ziel-Gruppe wurden dabei als die Opfer von Mobbing verstanden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Moral Disengagement und Persönlichkeit. Heiligt der Zweck die Mittel?
Untertitel
Ein Online-Fragebogen zur Untersuchung des Einflusses der Persönlichkeit auf die moralische Wahrnehmung und Bewertung am Beispiel von Game of Thrones
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Sozialpsychologie)
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
64
Katalognummer
V439102
ISBN (eBook)
9783668789258
ISBN (Buch)
9783668789265
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moral Disengagement, parasoziale interaktion, parasocial interaction, game of thrones, got, enjoyment, serie, binge-watching, persönlichkeit, big five, identifikation
Arbeit zitieren
Heike Bocht (Autor), 2017, Moral Disengagement und Persönlichkeit. Heiligt der Zweck die Mittel?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439102

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