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Eintritt in den Ruhestand - Freudiges Ereignis oder Auslöser einer Krise?

Title: Eintritt in den Ruhestand - Freudiges Ereignis oder Auslöser einer Krise?

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Daliborka Horvat (Author)

Sociology - Old Age
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Ich möchte Alternativen aufzeigen und somit beweisen, dass ein sinnvolles Leben auch als Rentner möglich ist. Neben den verschiedenen Arten von Altersdefinitionen werde ich einige Alterstheorien vorstellen. Theorien sind Denkmodelle, die versuchen Phänomene zu beschreiben und zu erklären. Ich möchte untersuchen, inwieweit diese noch aktuell und zutreffend sind und ihre Erklärungskraft auf den Alterungsprozess hin überprüfen. Fakt ist, dass es immer mehr alte Menschen geben wird. Deshalb wird es zunehmend wichtiger, sich mit den möglichen individuellen und soziologischen Auswirkungen des Alter(n)s auseinanderzusetzen, diese nicht zu verdrängen oder runter zu spielen, sondern sich Gedanken über sinnvolle Rollenalternativen für ältere Menschen zu machen. Ich möchte die positiven und negativen Folgen der Verrentung für den Einzelnen beschreiben. Ein Rentner erfährt zunächst einen Bruch in seiner Lebensbiographie, begleitet durch Statusänderung und Verlust der bisherigen beruflichen Rolle. Der Rentenbeginn konfrontiert einen plötzlich mit einer ganz anderen, neuen und ungewohnten Alltagssituation. Das Wochenende geht auf einmal nicht mehr von Freitagabend bis Sonntagabend, sondern die ganze Woche lang. Diese Umstellung kann in manchen Fällen recht schmerzhaft und schwierig sein, da das Loslassen und Verändern der bisherigen Lebens-situation einem nicht immer ganz leicht fällt. Noch dazu kommt, dass Rentner gesellschaftlich stigmatisiert werden, d. h. mit Vorurteilen und Etikettierungen behaftet werden. Oft werden Rentner, auf Grund altersbedingter Defizite, belächelt - was die zahlreichen Rentnerwitze belegen. Rentner gelten allgemein als antriebslos, verwirrt, ver-gesslich, vereinsamt, isoliert und hilfsbedürftig. Auch beschreiben Stereotype Rentner als Menschen mit sehr viel Freizeit, mit der sie aber nichts anfangen können (außer auf Parkbänken zu sitzen). Aufgrund dieser Stereotype wird von Rentnern nach ihrem Berufsaustritt nichts anderes erwartet, als dass sie sich ausruhen und passiv ihr restliches Leben verbringen wollen. Damit man als Rentner nicht in ein Loch stürzt, muss man sich seinen Tag strukturieren, ihn mit Aktivität füllen, nur so erlangt man Lebenszufriedenheit und Lebens-qualität. Wie dies geschehen kann, möchte ich am Schluss dieser Arbeit gerne aufzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Altersdefinitionen

2.1. Biologisches Alter(n)

2.2. Kalendarisches/chronologisches Alter(n)

2.3. Bürokratisches/formales Alter(n)

2.4. Soziales/funktionales Alter(n)

2.5. Psychologisches Alter(n)

3. Alterstheorien

3.1. Defizitmodell

3.2. Disengagementtheorie

3.3. Aktivitätstheorie

3.4. Kontinuitätstheorie

3.5. Etikettierungsansatz (Alter als Stigma)

3.6. Stratifikations- und Kohortenansatz

4. Übergang in den Ruhestand

4.1. Erwerbstätigkeit

4.2. Rentenbestand in Deutschland

4.3. Der Alterungsprozess als Phasenmodell nach Robert Atchley

4.4. Rollenveränderungen (am Beispiel Mann)

4.5. Negative Auswirkungen des Ruhestandes

4.6. Zeitverwendung / Zeitstrukturierung im Ruhestand

4.7. Offene Altenhilfe

5. Schlussgedanken

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziologischen Dimensionen des Eintritts in den Ruhestand und geht der Forschungsfrage nach, ob dieser Lebensübergang primär ein freudiges Ereignis darstellt oder einen potenziellen Auslöser für eine Krise bildet.

  • Verschiedene wissenschaftliche Definitionen von Alter und Altern
  • Vorstellung und kritische Reflexion soziologischer Alterstheorien
  • Analyse des Übergangsprozesses in den Ruhestand
  • Untersuchung individueller Bewältigungsstrategien und negativer Folgen
  • Bedeutung von Freizeitgestaltung und gesellschaftlicher Unterstützung

Auszug aus dem Buch

3.2. Disengagementtheorie

Die Disengagementtheorie kam in den 60er Jahren auf. Diese Theorie unterstellt den alten Menschen, dass sie, was ganz natürlich wäre, den Wunsch verspüren sich aus ihren bisherigen Aufgaben und Rollenverpflichtungen zurückzuziehen.

Mit diesem Disengagement, also einem Rückzug aus sozialen, zwischenmenschlichen Beziehungen, können sich Alte verstärkt auf sich selbst, ihre Vergangenheit, aber auch auf ihren bevorstehenden Tod besinnen.

Da der alte Mensch psychisch und physisch - naturgemäß - abbaut, vermeidet er mit seinem Rückzug, dass er von seinen Mitmenschen enttäuscht oder abgelehnt wird.

So ein Rückzug ist psychologisch recht sinnvoll. Nur so können die verbliebenen sozialen Kontakte intensiver ausgelebt werden. Da alte Menschen rasch mit Informationen überflutet werden, werden die nun selektiven Kontakte als Entlastung empfunden.

Ein Rückzug sei nach dieser Theorie gesellschaftlich notwendig, damit die Jüngeren eine Chance bekommen und nachrücken können. Die persönlichen Interessen der Alten stimmen somit mit den gesellschaftlichen Interessen überein.

Diese Theorie ist heute kaum mehr plausibel, denn die meisten Alten möchten ihre Kontakte weiter pflegen, gegebenenfalls sogar ausbauen. Von einem Rückzug ist gar nicht die Rede. Man darf den vorübergehenden Wunsch nach Rückzug als Reaktion auf eine kritische Lebensphase, z. B. dem Renteneintritt, nicht überbewerten und nicht als Dauerzustand ansehen. Arbeitsmarktpolitisch mag diese Theorie aber plausibel sein (vgl. SCHROETER/PRAHL, 1999, S. 103-104).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Berufsphase als Sozialisationsinstanz und führt in die Problematik des Renteneintritts sowie die damit verbundenen emotionalen und gesellschaftlichen Herausforderungen ein.

2. Altersdefinitionen: In diesem Kapitel werden verschiedene wissenschaftliche Kategorisierungen von Alter, wie biologische, chronologische, formale, soziale und psychologische Ansätze, dargelegt.

3. Alterstheorien: Es erfolgt eine Darstellung zentraler soziologischer Erklärungsmodelle, darunter das Defizitmodell, die Disengagement- und Aktivitätstheorie sowie der Etikettierungsansatz.

4. Übergang in den Ruhestand: Dieses Hauptkapitel analysiert den individuellen Prozess des Renteneintritts, beleuchtet demografische Aspekte sowie geschlechtsspezifische Rollenveränderungen und Strategien der Zeitstrukturierung.

5. Schlussgedanken: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, den Ruhestand aktiv durch neue Aufgaben und soziale Kontakte zu gestalten, um Lebenszufriedenheit zu erreichen.

Schlüsselwörter

Ruhestand, Verrentung, Alterstheorien, Disengagement, Aktivitätstheorie, demografischer Wandel, Altersrolle, Rentenbestand, Lebenszufriedenheit, soziale Integration, Etikettierung, Altersstigmatisierung, Zeitstrukturierung, Altenhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den soziologischen Aspekten des Übergangs vom Berufsleben in den Ruhestand und den damit verbundenen Herausforderungen für den Einzelnen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind Definitionen des Alters, klassische und moderne Alterstheorien, demografische Daten zu Renten sowie die Bewältigung des Rollenwechsels im Alter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu untersuchen, unter welchen Voraussetzungen der Renteneintritt als gelungener Lebensabschnitt gestaltet werden kann und welche Faktoren zur Vermeidung von Krisen beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse soziologischer und gerontologischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Alterstheorien und die detaillierte Betrachtung des Übergangsprozesses in den Ruhestand, inklusive der Auswirkungen auf die Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Ruhestand, Identitätswandel, Alterssoziologie, gesellschaftliche Stigmatisierung und Lebensgestaltung im Alter.

Was besagt das Atchley-Phasenmodell konkret?

Das Modell beschreibt den Übergang in den Ruhestand als einen Prozess in sieben Stadien, von der entfernten Vorbereitungsphase bis hin zur Endphase, die mit Pflegebedürftigkeit verbunden sein kann.

Wie verändert sich die Rollenwahrnehmung bei Männern durch den Ruhestand?

Der Mann verliert oft den Status als Ernährer und Experte, was zu einer Identitätskrise führen kann, da das Selbstbild eng mit der beruflichen Rolle und Dominanz verknüpft war.

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Details

Title
Eintritt in den Ruhestand - Freudiges Ereignis oder Auslöser einer Krise?
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,8
Author
Daliborka Horvat (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V43929
ISBN (eBook)
9783638416115
ISBN (Book)
9783638908009
Language
German
Tags
Eintritt Ruhestand Freudiges Ereignis Auslöser Krise
Product Safety
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Quote paper
Daliborka Horvat (Author), 2005, Eintritt in den Ruhestand - Freudiges Ereignis oder Auslöser einer Krise?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43929
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