Salafismus und insbesondere Jihadismus breiten sich auf der gesamten Welt immer mehr aus. Besonders die prekäre Lage in der Sahelzone gibt den Kämpfern, die für den „Wahren Islam“ eintreten und brutale Gewalt ausüben Platz sich auszubreiten. Hierbei liegt das Problem vor allem in der Unstabilität der Staaten, der Korruption aber auch in der Perspektivlosigkeit vieler junger Erwachsener. Auch der Drogenschmuggel und Lösegeld Erpressungen sorgen dafür das jihadistische Gruppen an Macht gewinnen. Diese Arbeit beschäftigt sich nun mit der Situation von Extremismus und Radikalisierung in der Sahelzone Afrikas.
Inhaltsverzeichnis
1. Salafismus
2. Verbreitung des Salafismus in Afrika
3. Jihadismus
3.1. Begriffserklärung
3.2. Jihadistische Salafisten
3.3. Jihadismus in Afrika
3.3.1. Mali
3.3.2. Nigeria
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbreitung und Entwicklung des Jihadismus in der Sahelzone Afrikas unter Berücksichtigung sozioökonomischer Instabilitäten und machtpolitischer Einflussfaktoren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche strukturellen Bedingungen die Radikalisierung begünstigen und wie jihadistische Gruppierungen in Ländern wie Mali und Nigeria an Einfluss gewinnen.
- Ursprung und Ausdifferenzierung des Salafismus
- Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die Radikalisierung
- Rolle der Instabilität und staatlicher Korruption
- Finanzierungsmodelle terroristischer Netzwerke
- Fallbeispiele der terroristischen Entwicklung in Mali und Nigeria
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Mali
Die Geschichte der Jihadisten in Nordmali lässt sich mit drei wichtigen Ereignisse erklären. Während der zweiten Amtszeit des malischen Präsidenten Amadou Toumani Touré (2007-2012) boten die Korruption und die Ausbreitung des kriminellen Netzwerks in Nordmali Platz für die Etablierung jihadistischer Gruppen. Aber schon seit den 1990er Jahren nutzte die algerische Al-Qaida (AQIM) Nordmali als Rückzugsort. Dabei knüpften sie immer mehr Kontakte zu der dort ansässigen Bevölkerung und mit der Zeit entwickelte sich eine Gruppe, die mehrheitlich aus Nordmaliern und Rekruten aus anderen Sahelstaaten bestand. Die Tuareg-Rebellion mit dem Militärputsch gegen Touré Anfang 2012 nutzten sie, um Allianzen mit lokalen Kriegsherren einzugehen und den Großteil Nordmalis unter ihre Kontrolle zu bringen.
Zur Finanzierung dienten vor allem der Drogenschmuggel und die Einnahmen durch Lösegeldforderungen nach Entführungen westlicher Staatsbürger. Zu erwähnen ist auch, dass in Nordmali nicht nur eine jihadistische Gruppe vorherrscht, sondern mehrere Gruppierungen. Auch die Sahara-Gruppe der AQIM unter Belmokhtar bestand aus mehreren Gruppierungen, wobei Belmokhtar vor allem seine eigene Gruppe namens „al-Mulathamin“ besonders kontrollierte und seine Befehlsmacht über andere Gruppen von Zeit zu Zeit schwankte. Abu Zaid mit seiner Gruppe namens „Tariq Ibn Ziyad-Brigade“ war Belmokhtars stärkster Rivale um die Vorherrschaft der AQIM in Nordmali. Andere wichtige Gruppen waren „MUJAO“ und „Ansar ad-Dine“.
Schlussendlich trennte sich Belmokhtar von AQIM und bildete seine eigene Gruppe, die „al-Mulwaqqi´un bi-d-dam“, der sich alle Kämpfer anschlossen, die unter seinem Kommando standen. Er kooperierte auch verstärkt mit der Gruppierung MUJAO, welche sich von AQIM abgespaltet hatte. Nachdem der Norden Malis unter jihadistische Kontrolle fiel, teilten sie das Gebiet unter sich auf. Abu Zaid und Ansar ad-Dine übernahmen die Stadt Timbuktu und Belmokhtar und MUJAO die Stadt Gao. Dabei entwickelten sie eine Grundlage für einen Islamischen Staat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Salafismus: Dieses Kapitel definiert den Salafismus als religiöse Strömung und grenzt ihn von anderen islamischen Denkweisen ab.
2. Verbreitung des Salafismus in Afrika: Hier wird der historische Kontext der Ausbreitung salafistischer Denkschulen in Afrika beleuchtet und der Einfluss durch Wohlfahrtsverbände erläutert.
3. Jihadismus: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Grundlagen des Jihadismus und analysiert die jihadistischen Akteure sowie deren Aktivitäten, speziell in Mali und Nigeria.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Bedrohungslage zusammen und diskutiert mögliche Lösungsstrategien zur Stabilisierung der betroffenen Regionen.
Schlüsselwörter
Jihadismus, Salafismus, Sahelzone, Mali, Nigeria, Boko Haram, AQIM, Radikalisierung, Terrorismus, Stabilität, Islamismus, Sharia, Korruption, Sicherheitspolitik, Extremismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Ausbreitung und den Ursachen des Jihadismus in der Sahelzone Afrikas.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die ideologische Einordnung des Salafismus, die Rolle des Drogenschmuggels und Lösegelder zur Finanzierung, sowie die instabile politische Lage in den betroffenen Staaten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Situation von Extremismus und Radikalisierung in der Sahelzone Afrikas zu analysieren und die Dynamiken jihadistischer Gruppen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse unter Verwendung von Fachliteratur und Berichten internationaler Organisationen, unterstützt durch kartografische Visualisierungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Begriffe Salafismus und Jihadismus theoretisch geklärt sowie die konkreten Entwicklungen und Gruppierungen in Mali und Nigeria detailliert betrachtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Sahelzone, Jihadismus, Boko Haram, Radikalisierung und regionale Destabilisierung.
Warum spielt die Korruption in der Sahelzone eine so große Rolle für Jihadisten?
Die Korruption schwächt die staatliche Handlungsfähigkeit und erzeugt ein Machtvakuum, das jihadistische Gruppen durch Versorgungsleistungen für die Bevölkerung zu füllen versuchen.
Welchen Einfluss hatte der "Arabische Frühling" auf die Situation in der Sahelzone?
Der Arabische Frühling schwächte staatliche Strukturen, was zu einer verstärkten Regionalisierung und Stärkung jihadistischer Gruppen wie AQIM und Boko Haram führte.
Warum konnte Boko Haram in Nigeria trotz staatlicher Bekämpfung überdauern?
Boko Haram profitiert von der sozioökonomischen Spaltung des Landes sowie von internen Abspaltungen und der Unterstützung durch transnationale Netzwerke wie den IS.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Seebacher (Autor:in), 2017, Der Jihadismus in der Sahelzone Afrikas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439333