Jugend und Gewalt. Gewalt innerhalb und außerhalb der Schule


Hausarbeit, 2006
20 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Hauptergebnisse

II Einstellungen zu Aussagen über Gewalt und Formen der Konfliktlösung

III Persönliche Gewalterfahrungen
1 Erfahrungen mit verbaler Gewalt
2 Erfahrungen mit körperlicher Gewalt
3 Erfahrungen mit Gewalt in der Schule

IV Persönliche Gewaltanwendung
1 Anwendung von verbaler Gewalt
2 Anwendung von körperlicher Gewalt

V Literatur

Vorwort

Im Rahmen einer Mehrthemenumfrage des ÖIJ wurde durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur eine Spezialanalyse in Auftrag gegeben, die sich mit Einstellungen und Erfahrungen von österreichischen Jugendlichen zum Thema Gewalt auseinandersetzt.

Die Stichprobe umfasst 500 Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, die im Zeitraum Juli/August 2006 österreichweit und repräsentativ befragt wurden. Bei bestimmten Fragestellungen konnten zwecks Zeitvergleichs die Daten der Jugend-Wertestudie 2000 herangezogen werden.

Die gewonnenen Informationen geben über die inhomogene Gruppe der jungen Österreicherinnen Auskunft und können (und sollen) die politisch Verantwortlichen bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützen.

Wir möchten uns beim BMBWK sehr herzlich für den Auftrag bedanken und hoffen, dass die Ergebnisse dazu beitragen, die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen in Österreich besser zu verstehen.

Geschäftsführer des ÖIJ

1 HAUPTERGEBNISSE

Niedrige Gewaltbereitschaft von Jugendlichen

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie ergeben eine allgemein niedrige Gewaltbereitschaft der Jugendlichen: mehr als 90% der Befragten lehnen Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung ab. Den Aussagen, die einen gewaltfreien Umgang miteinander propagieren, wird von den 15- bis 20-Jährigen (mehr als) dreimal so oft zugestimmt als Gewalt akzeptierenden Aussagen. Im Vergleich zu den Resultaten der Jugend-Wertestudie 2000 zeigt sich deutlich, dass das Gewaltpotenzial der Jugendlichen zurückgegangen ist. Ein negativer Zusammenhang ergibt sich zwischen der Gewaltbereitschaft und dem Alter: Ältere Befragte sind demnach weniger bereit, Gewalt in Form von Schlägen anzuwenden, dies trifft ebenso auf die Studentinnen im Vergleich zu den Schülerinnen zu. Bei den weiblichen Jugendlichen sind gewalttätige Auseinandersetzungen und insbesondere Schlägereien weit weniger oft anzutreffen als bei Burschen.

Verbale Gewalt als häufigste Erfahrung bei Jugendlichen

Beinahe 80% haben persönliche Gewalterfahrungen angegeben. Verbale Gewalt ist dabei die am häufigsten erlebte Gewaltform und wurde von zwei Drittel aller Jugendlichen bereits erlebt, körperliche Gewalt dagegen von der Hälfte der Befragten. Verbale Gewalt tritt nach Angaben der Jugendlichen vor allem in der Schule auf. Dort erleben mehr männliche Befragte körperliche Angriffe, während weibliche Jugendliche eher von verbalen Attacken betroffen sind als Burschen. Körperliche Gewalt wird vor allem außerhalb von Schule/Arbeit/Familie erlebt, lediglich Ohrfeigen kommen zuhause am häufigsten vor.

Körperliche Gewalt: eher Burschen als Täter und Opfer

Gewalt selbst angewendet haben immerhin zwei Drittel der Jugendlichen, jedoch wurden körperliche Angriffe seltener genannt und von ein Drittel aller Befragten ausgeübt. Nach Bildung differenziert betrachtet weisen die Studentinnen mit 55% das geringste Potenzial von verbaler Gewalt auf, die BHS-Schülerlnnen mit 2 Drittel aller Befragten das höchste. Mädchen unterscheiden sich in der Anwendung von verbaler Gewalt nur geringfügig und wenden diese um 3% seltener an als Burschen. Körperliche Attacken der Jugendlichen betreffen vor allem Ohrfeigen und Schläge, wobei männliche Befragte und Jugendliche, die sich zum Zeitpunkt der Befragung nicht in Ausbildung befunden haben, eher bereit sind, körperliche Gewalt anzuwenden. Burschen üben demnach eher körperliche Gewalt aus und sind auch eher Opfer von körperlicher Gewalt mit Ausnahme der sexuellen Belästigung, die ausschließlich von Mädchen erlebt wurde.

II EINSTELLUNGEN zu AUSSAGEN ÜBER GEWALT UND FORMEN DER KONFLIKTLÖSUNG

Bereits die Antworten auf Gewalt akzeptierende bzw. verharmlosende Aussagen VS. Konflikt scheuende Aussagen zeigen, dass die Mehrheit der befragten Jugendlichen aggressives Verhalten und gewalttätige Auseinandersetzungen ablehnen bzw. meiden. Die Anwendung von Gewalt ist für 92% der 15- bis 20-Jährigen nicht notwendig, um Konflikte zu lösen.

Daneben erfährt die Aussage ״Ich versuche jeder Art von gewalttätigen Handlungen aus dem Weg zu gehen“ von den befragten Jugendlichen mit einem Mittelwert von 1,441 die meiste Zustimmung. Am wenigsten befürworten die 15- bis 20-Jährigen mit einem Durchschnittswert von 3,86, dass man nur respektiert wird, wenn man gewalttätig wird.

Die folgende Grafik zeigt deutlich, dass Aussagen zu vorhandener Gewaltbereitschaft eine generell geringere Zustimmung bekommen als die beiden Aussagen der gewaltfreien Konfliktlösung sowie der Vermeidung von Gewalt. Ein knappes Drittel ist zu Gewalt in Form von Schlägen bereit, 13% würden wichtige Sachen durch Einsatz von Gewalt durchzusetzen versuchen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: ölJ: Jugendstudie 2006, n=500 (Angaben in Prozent).

In der Jugend-Wertestudie 2000 wurden 1.000 14- bis 24-jährige Jugendliche nach ihren Einstellungen zu Gewalt innerhalb und außerhalb der Schule befragt. 4 Aussagen waren mit den Fragestellungen der Jugendstudie 2006 identisch und können zum Vergleich herangezogen werden.

Vergleicht man die Altersgruppe der 15- bis 20-Jährigen der Jugend-Wertestudie 2000 nach der Zustimmung zu Aussagen über Gewalt mit den Ergebnissen der aktuellen Befragung, zeigt sich, dass 7 Jahre später um 17% mehr Jugendliche der Ansicht sind, dass jeder Konflikt auch gewaltfrei lösbar ist. 1999 stimmte jeder 2. Jugendliche der Aussage ״Hin und wieder kann es schon zu einer Schlägerei kommen“ zu, 2006 sind nur 29% der Jugendlichen dieser Ansicht. 25% der 15- bis 20-Jährigen waren 1999 bereit, wichtige Sachen durch Einsatz von Gewalt durchzusetzen, jetzt sind dies um 12% weniger Befragte. Der Vergleich der beiden Erhebungen zeigt deutlich, dass das Gewaltpotenzial der Jugendlichen gesunken ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Qu eile: ÖlJ: Jugend-Wertestudie 2000, n=547; ölJ: Jugendstudie 2006, n=500 (Angaben in Prozent).

In der Einstellung zu Gewalt lassen sich 2006 gravierende geschlechtsspezifische Unterschiede beobachten: Weibliche Jugendliche zeigen in ihren Einstellungen eine geringere Gewaltbereitschaft als männliche. 22% der Burschen sind im Vergleich zu nur 4% der Mädchen bereit, wichtige Sachen durch Einsatz von Gewalt durchzusetzen. Mädchen versuchen eher, gewalttätigen Handlungen aus dem Weg zu gehen. Nur rund jedes 6. Mädchen wehrt sich mit Schlägen, wenn es angegriffen wird, während dies 40% der männlichen Befragten tun.

[...]


1 1=stimme sehr zu, 4=stimme gar nicht zu.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Jugend und Gewalt. Gewalt innerhalb und außerhalb der Schule
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V439537
ISBN (eBook)
9783668792593
ISBN (Buch)
9783668792609
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt, Jugend, Junge, Mädchen, Schule, Übergriff, Angst, Konflikte, Schüler, Angriff
Arbeit zitieren
Janina Reimann (Autor), 2006, Jugend und Gewalt. Gewalt innerhalb und außerhalb der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439537

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