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The Looks. Die Rezeptionsgeschichte der Laura Mulvey in feministischen und genderbezogenen Filmtheorien

Titel: The Looks. Die Rezeptionsgeschichte der Laura Mulvey in feministischen und genderbezogenen Filmtheorien

Bachelorarbeit , 2013 , 40 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Patricia Cramer (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der aufkommenden Frauenbewegung Ende der sechziger Jahre, begann auch die feministische Auseinandersetzung mit der Repräsentation von Frauen im Film. In diesem frühen Stadium beschäftigten sich die Theorien mit dem Einfluss der Medien auf die Gesellschaft und die Widerspiegelung der Realität. Die Missstände sollten aufgedeckt werden und viele Theoretikerinnen versuchten sich selbst an Filmen. Mitte der siebziger Jahre kam es zu einer theoretischen Wende in der feministischen Filmtheorie und dieser Paradigmenwechsel begann mit Laura Mulveys Artikel „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ von 1975. Als eine der Ersten machte Mulvey die Psychoanalyse nach Sigmund Freud und Jacques Lacan einer breiten Masse, im Bezug auf die Filmtheorie, zugänglich. Sie prägte den feministischen Filmdiskurs über Jahrzehnte und ihr Text von 1975 ist einer der meistrezipierten Aufsätze der feministischen Filmtheorie.

In jedem Übersichtswerk zu feministischer Filmtheorie findet ihr Essay Eingang und bei der Beschäftigung
mit Filmtheorie kommt man kaum an ihr vorbei. Den Status als ein grundlegender Text zum Verständnis von Film erreichte „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ sehr kurz nach seinem Erscheinen und immer noch wird er als „bahnbrechend“ bezeichnet. Viele TheoretikerInnen griffen Mulveys Thesen auf, erweiterten diese oder übertrugen ihre Argumentationslinie auf andere Personengruppen im Film. Fragen die Mulvey offen lies wurden versucht zu beantworten, wie beispielsweise die sexuelle Orientierung oder Ethnie des Publikums. Andere kritisierten den psychoanalytischen Ansatz und das Mulvey der Zuschauerin keinen Platz einräumte und suchten nach neuen Ansätzen in den Cultural Studies. Die Rezeption von Laura Mulvey, sei es nun durch das Überarbeiten, das Anwenden an konkreten Beispielen oder das Kritisieren ihres Essays, hatte entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der feministischen Filmtheorie und führte zur Auseinandersetzung mit der Ethnie und der Genderproblematik.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Laura Mulvey rezipiert sich selbst

2.1 „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ und „Afterthoughts“

2.2 „Death 24x a Second: Stillness and the Moving Image“

3. Mulvey als Inspiration für Filmtheorien

3.1 Mary Ann Doane und die maskierte Frau

3.2 bell hooks und der oppositionelle Blick der schwarzen Frau

3.3 Steve Neale und der determinierende Blick auf Männer

3.4 Linda Williams und Körperflüssigkeiten

3.5 Kastrationsangst und die Ähnlichkeit von Frau und Monster im Horrorfilmdiskurs

3.6 Das homosexuelle Publikum und die Herausforderung von Mulvey in dem Diskurs der Queer Studies

4. Eine andere Form der Rezeption: ausgewählte Film- und Fernsehserienanalysen

5. Die Abwendung von dem psychoanalytischen Ansatz: ein Kurzer Einblick in die Cultural Studies

6. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte von Laura Mulveys wegweisendem Essay „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ innerhalb feministischer und Gender-Filmtheorien. Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Mulveys Thesen über den „männlichen Blick“ von nachfolgenden Theoretikerinnen und Theoretikern aufgegriffen, kritisiert, erweitert oder auf neue Medienkontexte übertragen wurden, um ihre heutige Relevanz zu bewerten.

  • Analyse der zentralen Konzepte von Laura Mulvey
  • Weiterentwicklung der Filmtheorie durch Doane, hooks, Neale und Williams
  • Diskussion der Identifikation und Blickstrukturen in Horrorfilmen
  • Kritik und Erweiterung durch die Queer Studies
  • Anwendung der Theorien auf moderne Film- und Fernsehserien

Auszug aus dem Buch

2. Laura Mulvey rezipiert sich selbst

Im Jahre 1975 veröffentlichte die Britin Laura Mulvey ihr, später als bahnbrechend bezeichnetes Essay „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ im Filmtheorie Magazin „Screen“. Darin stützt sie sich auf die Psychoanalyse nach Freud und Lacan und verbindet diese mit Feminismus und Filmtheorie. Mit Hilfe der Psychoanalyse nach Freud und Lacan und den verschiedenen Arten des männlichen Blickes, entwickelt sie eine Theorie über die Rolle der Frau im Film. Dieses Zusammenspiel veranschaulicht sie an den Werken von Sternberg und Hitchcock. Mulvey sah den Filmtext grundlegend durch die Geschlechterherrschaft strukturiert. Filme reflektieren demnach die bestehenden, gesellschaftlich etablierten Interpretationen der Geschlechter völlig; spielen damit und kontrollieren die erotischen Darstellungen und Perspektiven. Mulvey sieht den Film als Ganzen in direkter Relation zur Skopophilie bzw. Schaulust nach Freud. Die Schauspieler werden durch Betrachten als Objekt sexueller Stimulation benutzt. Die Struktur des Kinofilms resultiert aus dieser Lust andere Menschen als stimulierendes Objekt zu nutzen. Dabei muss die Kinowelt als geschlossenes Konstrukt aufgefasst werden; dem Zuschauer wird der Eingriff in die Handlung verwehrt. Durch die Vorführungsart bildet sich eine zusätzliche Distanz zwischen Film und Publikum, es erscheint dem Betrachter wie ein Einblick in eine fremde, private Welt. Man spielt mit den voyeuristischen Fantasien des Publikums, wobei der eigene Exhibitionismus unterdrückt wird und diese unterdrückten Wünsche auf die Schauspieler übertragen werden. Des Weiteren kommt es mittels Narzissmus und der Konstruktion innerhalb des Filmes zur Entwicklung eines Egos durch Identifikation mit dem Bild. Das Kino zeigt dem Betrachter Projektionen von Ich-Idealen; es erfüllt den Wunsch nach lustvollem Sinnesspiel und entfaltet ein „narzisstisches Moment“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Laura Mulveys Theorie ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den breiten Einfluss von „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ darzustellen.

2. Laura Mulvey rezipiert sich selbst: Das Kapitel analysiert Mulveys eigene theoretische Entwicklung durch ihre zentralen Essays von 1975 bis hin zu späteren Werken wie „Death 24x a Second“.

3. Mulvey als Inspiration für Filmtheorien: Hier wird die Rezeption durch verschiedene Theoretiker untersucht, die Mulveys Konzept erweiterten, kritisierten oder auf spezifische Identitäten anpassten.

4. Eine andere Form der Rezeption: ausgewählte Film- und Fernsehserienanalysen: Dieses Kapitel zeigt exemplarisch an konkreten Filmbeispielen, wie Mulveys Theorie auf moderne Produktionen angewendet werden kann.

5. Die Abwendung von dem psychoanalytischen Ansatz: ein Kurzer Einblick in die Cultural Studies: Das Kapitel beleuchtet alternative Forschungsansätze der Cultural Studies, die versuchen, die methodischen Grenzen der Psychoanalyse zu überwinden.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Mulveys Thesen trotz ihrer 40-jährigen Geschichte weiterhin als zentraler Ankerpunkt für die Auseinandersetzung mit Filmtheorie und Geschlechterrollen dienen.

Schlüsselwörter

Laura Mulvey, Visual Pleasure and Narrative Cinema, Filmtheorie, Feministische Filmtheorie, Männlicher Blick, Skopophilie, Psychoanalyse, Gender Studies, Identifikation, Cultural Studies, Voyeurismus, Identität, Geschlechterrollen, Repräsentation, Filmgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Rezeptionsgeschichte von Laura Mulveys einflussreichem Aufsatz „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ und untersucht, wie dieses Werk feministische und Gender-Filmtheorien bis heute prägt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Psychoanalyse im Kino, die Struktur des „männlichen Blickes“, Identifikationsprozesse von Zuschauerinnen und Zuschauern sowie die kritische Weiterentwicklung dieser Konzepte durch andere Filmtheoretiker.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über den weit gefächerten Einfluss von Mulveys Thesen zu geben und zu prüfen, ob diese nach fast 40 Jahren in neueren Analysen oder Theorien noch als maßgeblich oder inspirierend betrachtet werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und filmtheoretische Analyse, indem sie primär Mulveys eigene Schriften mit der Forschungsliteratur und konkreten Fallbeispielen aus Film und Fernsehen in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert die theoretischen Ansätze von Mulvey, stellt die Weiterentwicklungen durch Autoren wie Mary Ann Doane, bell hooks und Linda Williams vor und verknüpft diese mit Analysen zu Horrorfilmen und Fernsehserien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Filmtheorie, Feminismus, Männlicher Blick, Psychoanalyse, Identifikation und Gender Studies.

Inwiefern spielt der „Kastrationskomplex“ bei Mulveys Theorie eine Rolle?

Laut Mulvey fungiert die Frau im patriarchalen Kino als Repräsentantin für die Kastrationsangst des Mannes, was zu einer Fetischisierung oder Abwertung der weiblichen Figur führt.

Welche Rolle spielen die Cultural Studies bei der Kritik an Mulvey?

Vertreter der Cultural Studies kritisieren die zu starke Fokussierung auf psychoanalytische Strukturen und fordern eine stärkere Berücksichtigung empirischer Zuschauerrezeptionen und sozialer Kontexte anstelle reiner Textanalysen.

Wie gehen die Queer Studies mit dem Konzept von Mulvey um?

Die Queer Studies hinterfragen die heterosexuelle Normativität von Mulveys „männlichem Blick“ und untersuchen, wie homosexuelle Zuschauer eigene Identifikationsmuster und „queer moments“ in Filmen konstruieren.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
The Looks. Die Rezeptionsgeschichte der Laura Mulvey in feministischen und genderbezogenen Filmtheorien
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,0
Autor
Patricia Cramer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
40
Katalognummer
V439548
ISBN (eBook)
9783668791862
ISBN (Buch)
9783668791879
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Laura Mulvey Feminismus Gender Studies Visual Pleasure Afterthoughts Death 24x a Second Mary Ann Doane bell hooks Steve Neale Linda Williams Queer Studies Horrofilm Cultural Studies
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patricia Cramer (Autor:in), 2013, The Looks. Die Rezeptionsgeschichte der Laura Mulvey in feministischen und genderbezogenen Filmtheorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439548
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Leseprobe aus  40  Seiten
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