Diese Arbeit beinhaltet ein Konzept zur Vor- und Nachbereitung des Theaterstücks "Rumpelstilzchen". Des Weiteren wird ein Vergleich mit dem Märchen der Gebrüder Grimm vorgenommen. Weiterer Schwerpunkt der Arbeit sind die Eigenschaften des Märchens nach Max Lüthi.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das europäische Volksmärchen nach M. Lüthi
2.1. Eigenschaften
2.1.1. Eindimensionalität
2.1.2. Flächenhaftigkeit
2.1.3. Abstrakter Stil
2.1.4. Isolation und Allverbundenheit
2.1.5. Sublimation und Welthaltigkeit
2.2. Funktion und Bedeutung des Märchens
3. Sinnpotentialanalyse des Märchens
4. Vergleich Märchen – Theaterstück
5. Praktische Umsetzung zur Nachbereitung
5.1. Sternebewertung
5.2. Lieblingsfigur
5.3. Lieblingsstelle
5.4. Warum log der Müller?
5.5. Gut-Böse-Skala
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, theoretisches Wissen über die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm zu vermitteln und Lehrkräfte dazu zu motivieren, das Genre Märchen verstärkt in den Unterricht einzubeziehen. Zudem wird die Wirksamkeit eines Theaterbesuchs durch eine praktische Nachbereitung mit Grundschulkindern untersucht und reflektiert.
- Strukturmerkmale europäischer Volksmärchen nach Max Lüthi
- Sinnpotentialanalyse des Märchens „Rumpelstilzchen“
- Vergleichende Analyse zwischen literarischer Vorlage und Theaterinszenierung
- Praktische Erlebnispädagogik und Reflexion von Grundschülern
- Ethische Einordnung von Märchenfiguren
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Eindimensionalität
Das erste beschriebene Merkmal des Märchens von Max Lüthi ist die Eindimensionalität. „Die Personen des Diesseitigen verkehren mit den Jenseitigen, als seien sie ihresgleichen.“ Es wird keinerlei Distanz zwischen ihnen und anderen Menschen eingenommen. So auch im Märchen Rumpelstilzchen der Gebrüder Grimm. Der Protagonist des Märchens, welcher in diesem Fall Marie ist, erfährt zahlreiche fantastische Erlebnisse. Diese nimmt sie ohne innere Bewegung wahr, sie staunt nicht über das Erscheinen des Rumpelstilzchens, es wird ausschließlich der Handlungsablauf dargestellt.
Ein weiterer Aspekt der Eindimensionalität ist die einmalige Wichtigkeit einer Sache oder eines Gegenstandes. Das Interesse an dem Spinnrad ist nur solange vorhanden, wie es genutzt wird. Nach Gebrauch, spielt es für die Handlung keine Rolle mehr. Weiterhin lässt sich sagen, dass ein solcher Gegenstand nicht getestet wird, sondern erst dann Verwendung findet, wenn er tatsächlich gebraucht wird.
Die Personen eines Märchens handeln nicht aus Neugier oder Erkenntnislust, sondern aufgrund eines Wunsches oder eines Auftrages. So auch in diesem Märchen. Marie bekommt die Aufgabe Stroh zu Gold zu spinnen. „Der Märchenheld handelt und hat weder Zeit noch Anlage, sich über Seltsames zu verwundern.“ Demzufolge existiert auch keine Angst oder Neugier. Wenn ebengenanntes vorhanden ist, so sind diese Zustände profan. Neugierde richtet sich auf Vorgänge und nicht auf Wesenheiten, die Angst zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Handelnden vor Gefahren fürchten, jedoch nicht vor Eigenartigem oder Ungeheurem. Im Märchen wird dies insofern klar, dass sich Marie nicht vor dem Rumpelstilzchen fürchtet und bereits zu Beginn normal mit ihm redet: „Ach […] ich soll Stroh zu Gold spinnen und verstehe das nicht." Obwohl das Männchen nicht in ihre gewohnte Umwelt passt, reagiert Marie mit keinerlei Entsetzen, das Gefühl für Absonderliches und für die Andersartigkeit fehlt im Märchen gänzlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Märchen der Brüder Grimm und ihre vielfältigen Anwendungsbereiche, insbesondere im Theater.
2. Das europäische Volksmärchen nach M. Lüthi: Detaillierte theoretische Auseinandersetzung mit den strukturellen Eigenschaften des Volksmärchens gemäß Max Lüthi.
3. Sinnpotentialanalyse des Märchens: Analyse der Figuren, Handlungsorte und Erzählweise im spezifischen Kontext von „Rumpelstilzchen“.
4. Vergleich Märchen – Theaterstück: Darstellung der Abweichungen zwischen der literarischen Vorlage und der konkreten Inszenierung des Theaters Waidspeicher.
5. Praktische Umsetzung zur Nachbereitung: Dokumentation und Auswertung einer Unterrichtseinheit mit einer zweiten Grundschulklasse zu dem gesehenen Theaterstück.
6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des pädagogischen Nutzens von Vor- und Nachbereitungen bei Theaterbesuchen.
Schlüsselwörter
Rumpelstilzchen, Brüder Grimm, Volksmärchen, Max Lüthi, Theaterpädagogik, Grundschulpädagogik, Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, Märchenanalyse, Unterrichtsnachbereitung, Rezeption, Literaturdidaktik, Erzählkunst, Figurentheater, Sinnpotentialanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Struktur von Volksmärchen nach Max Lüthi und der praktischen Anwendung in Form einer Nachbereitung eines Theaterstücks in einer Grundschule.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die literaturwissenschaftliche Analyse des Märchens „Rumpelstilzchen“ sowie die pädagogische Reflexion von Grundschülern im Anschluss an einen Theaterbesuch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die didaktische Bedeutung von Märchen im Grundschulunterricht aufzuzeigen und durch eine konkrete Fallstudie zu belegen, wie Theaterbesuche durch strukturierte Nachbereitung vertieft werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein theoretischer Rahmen (Max Lüthi) genutzt, um das Märchen zu analysieren, gefolgt von einer qualitativen Auswertung der Schülerausarbeitungen aus der praktischen Nachbereitung.
Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?
Neben der Theorie werden der Vergleich zwischen Buchvorlage und Theaterstück sowie die Ergebnisse der fünf verschiedenen Arbeitsblatt-Aufgaben der Schüler präsentiert und ausgewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Rumpelstilzchen, Theaterpädagogik, Grundschule, Märchenstruktur und Unterrichtsnachbereitung.
Wie reagierten die Schüler auf das Theaterstück?
Die Schüler bewerteten das Theaterstück im Durchschnitt mit 4,8 von 5 Sternen, wobei vor allem der Humor und die exzentrische Darstellung des Rumpelstilzchens hervorgehoben wurden.
Warum log der Müller laut der Analyse der Schüler?
Die Schüler erkannten meist korrekt, dass der Müller aus Armut, Not oder durch den sozialen Druck von Metzger und Wirt dazu verleitet wurde, mit der besonderen Fähigkeit seiner Tochter anzugeben.
Wie ordneten die Kinder die Charaktere auf der Gut-Böse-Skala ein?
Marie wurde ausnahmslos als „gut“ eingestuft, während das Rumpelstilzchen überwiegend als „böse“, jedoch aufgrund seiner Hilfeleistung von einigen Schülern ambivalent oder gar als „gut“ wahrgenommen wurde.
Welche neuen Erkenntnisse bringt die Theaterinszenierung?
Das Theaterstück integrierte moderne Elemente und einen Prinzen, um die Handlung für Kinder zugänglicher zu machen, ohne den moralischen Kern des Märchens zu verlieren.
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- Hanna Keppler (Author), 2018, Ideenkonzept zur Vor- und Nachbereitung des Theaterstücks "Rumpelstilzchen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439560