Das Alter in der Literatur. Ein Vergleich der Altersthematik in Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray" und Thomas Manns "Tod in Venedig"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

24 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.. 2

2. Ein theoretischer Abriss zum Fin de siècle...

3. Analyse.
3.1 Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray.
3.2 Thomas Manns Der Tod in Venedig.

4. Vergleichende Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,

Ist dem Tode schon anheimgegeben.

- Graf August von Platen

Fragen Sie Reich-Ranicki[1] nennt sich die Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in der Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) Fragen zum Thema Literatur und literarisches Leben beantwortet. So antwortet er im Jahr 2007 auf die Frage, inwiefern man Parallelen zwischen Oscar Wilde und Thomas Mann ziehen darf, folgendermaßen: „Parallelen zu Thomas Mann [...]? Warum nicht? Es fragt sich nur: wozu? Ich meine: Diese Parallelen würden nichts bringen und sind also überflüssig.“[2] Im Rahmen der Literaturwissenschaft möchte ich seiner letzten Aussage widersprechen und mich im Folgenden dieser Frage widmen.

Schon in einigen Arbeiten wurden Oscar Wilde und Thomas Mann miteinander verglichen. Dabei ist man weniger auf ihre Werke selbst als auf die Thematik der Homosexualität eingegangen, die sich bei beiden wiederfinden lässt.[3] Dabei lassen sich weitaus mehr Ähnlichkeiten zwischen den beiden Werken finden. Sowohl der Roman The picture of Dorian Gray[4] wie auch die Novelle Tod in Venedig[5] beschäftigen sich, ganz im Sinne der Dekadenz, mit dem Alter und verschiedenen Altersbildern.

Einen Forschungsstand zu diesem Thema im engeren Sinne gibt es nicht. Es fehlt in der deutschsprachigen Forschung zwar nicht an vielfältigen Studien zur Dekadenz oder Jugend als Epoche um die Jahrhundertwende, aber eine eingehende Untersuchung zur Verflechtung der beiden Autoren steht bisher noch aus. Einblicke in dieses Themengebiet bieten unter anderem Dieter Kafitz´ Arbeit Décadence in Deutschland. Studien zu einem versunkenen Diskurs der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts oder auch Ulrike Kunz´ Dissertation Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit. Ästhetizistischer Realismus in der europäischen Décadence-literature um 1900. Auch zur Altersthematik gibt es namenhafte Beispiele in der Forschung. Darunter unter anderem Jacob Grimms Rede über das Alter[6] und verschiedene Publikationen von Miriam Haller .

Das Augenmerk dieser Arbeit wird demnach auf der Altersthematik liegen, die bedeutungstragend für die Literatur der Jahrhundertwende ist, um die beide Werke erschienen sind. Es soll untersucht werden, wie das Alter in beiden Werken inszeniert wird, welche Altersbilder aufgegriffen werden und mit welchen Motiven gearbeitet wird.

Der Analyse der beiden Texte werde ich einen kurzen Abriss über das Fin de siècle und die Dekadenzthematik voranstellen. Am Ende der Arbeit sollen die Werke und die dargestellte Altersthematik in einer vergleichenden Zusammenfassung gegenübergestellt werden.

2. Ein theoretischer Abriss zum Fin de siècle

“ Fin de siècle,“ murmured Lord Henry.

“Fin du globe,“ answered his hostess.

“I wish it were fin du globe,“ said Dorian […].

- Oscar Wilde,The Picture of Dorian Gray

Endzeitbewusstsein, ein typisches Phänomen in Krisenzeiten, prägt die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts. Die Jahrhundertwende wird synonym mit dem Begriff des Fin de Siècle oder auch Fin du globe verwendet, welcher zum ersten Mal im Jahre 1886 in der französischen Zeitschrift Le Décadent verwendet wird. Zwei Jahre später erscheint ein gleichnamiges Lustspiel von Francis de Jouvenot und H. Micard[7] und wird danach von Hermann Bahr 1890 als Titel eines Novellenbandes in Deutschland eingeführt. Danach avanciert er sich in der gesamten europäischen Literatur- und Kulturgeschichte zu einer nach- und gegennaturalistischen Epochenbezeichnung.[8]

In England setzte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die industrielle Revolution ein und führt zu stark beschleunigten Entwicklungen im Bereich der Industrie, Technik und Wissenschaft. Eine Revolution findet auch im Bereich der Naturwissenschaften statt. Charles Darwin (1809-1882) löst mit seiner Evolutionstheorie, das zuvor herrschende metaphysische Weltbild ab.[9] In Deutschland verläuft es ähnlich. Man bedenke alleine die Tatsache, dass „Deutschland noch Ende der siebziger Jahre ein Agrarstaat war und Mitte der neunziger Jahre bereits ein Industriestaat.“[10] Dieses Phänomen kann exemplarisch am Beispiel der Stahlindustrie nachvollzogen werden, deren Produktivität durch neue Produktionsverfahren um das Fünfundzwanzigfache anstieg. Durch die Gewerbefreiheit und die damit einhergehende Konkurrenz gingen Kleinbetriebe insolvent. Die Folge ist ein enormer Bevölkerungszuwachs und gleichzeitig weitgreifende Umschichtungen. Darunter Landflucht in die Städte und Industriezentren sowie das Anwachsen eines Industrieproletariats. Die Auswirkungen der langen Hochkonjunkturphase und die rasanten Modernisierungsschübe machen sich auch bei der Bevölkerung bemerkbar, die zwischen Gegensätzen wie Lebenslust und Lebensüberdruss sowie zwischen Niedergang und Aufbruch steht.[11]

Durch die wachsende Urbanisierung und Mobilität werden neue soziale Vernetzungssysteme geschaffen, durch die kommunikative Beziehungen untereinander an Intensität und Authentizität verloren.[12] Der Mensch steht sich unüberschaubaren Sozialgefügen entgegen, durch die sich eine Identitätsfindung als problematisch erwies.[13] Hilflos steht er den rasanten Modernisierungsprozessen entgegen und mit dem Verlust der Kontrolle über die Geschehnisse zu haben, geht die existenzielle Verunsicherung einher. Der Schnelllebigkeit steht ein Mensch gegenüber, der sich in diesem raschen Wandel nicht mehr selbst wahrnehmen kann und der sich dazu gezwungen fühlen muss, sich den Veränderungen zu unterwerfen.[14] Es bildet sich ein ambivalenter Charakter heraus, der die frühe Moderne kennzeichnet. Diese Zeit ist geprägt von Weltschmerz, Faszination von Tod und Vergänglichkeit sowie die Leichtlebigkeit und Frivolität als Gemüts- und Geisteshaltung.[15]

Nun stellt sich die Frage, wie die Literaturwelt auf diese latent krisenhafte Zeitstimmung der neunziger Jahre reagiert. Intellektuelle, Künstler und Literaten flohen sich in ästhetische Gegenwelten. Durch die verschiedenen Subkulturen, die ihre unterschiedlichen Ziele und gesellschaftlichen Interessen durchzusetzen versuchen[16], entsteht ein Stilpluralismus. Zu diesem zählen unter anderem der Ästhetizismus, Dekadenz, Impressionismus und Symbolismus.[17] Obwohl sie sich teilweise sogar widersprachen, scheinen sie eine Gemeinsamkeit zu haben: das Ziel, den Naturalismus und naturalistische Tendenzen zu überwinden. Die Literatur des Fin de siècle in England sei eine „Bündelung anti-realistischer, anti-naturalistischer und anti-didaktischer Tendenzen“ und geprägt von einem „Charakter des Übergangs, […] Gleichzeitigkeit von spätromantischem Ausklang und vor-modernistischem Neubeginn.“[18]

Einige Kritiker sehen Dekadenz und Ästhetizismus als Strömungen, die parallel zueinander verlaufen, andere betrachten die Dekadenz als Folge des Ästhetizismus oder als einen ihr untergeordneten Begriff. Der Ästhetizismus, welcher die Lehre von der Wahrnehmung von Kunst und Natur, sowie die Wissenschaft des Schönen ist, wurde 1750 von dem Philosophen Alexander Gottlieb Baumgarten geprägt, die Idee dahinter griff allerdings schon Plato auf.

Deutlich wird hier noch einmal die Tatsache, dass sich viele Stilrichtungen, die sich im Fin de siècle entwickeln, überschneiden und gegenseitig beeinflussen. Beide propagieren eine Autonomie der Kunst und stehen damit im Gegensatz zur viktorianischen Vorstellung der Literatur als zweckgebundenes Mittel. Die Kunst ist nicht mehr nur länger dafür da, um „ Wirklichkeit darstellen und moralische oder gesellschaftliche Aufträge erfüllen zu müssen.“[19]

Ein exemplarisches Beispiel für die literarischen Merkmale der Dekadenz ist Joris-Karl Huysmans Roman À rebours (dt. Titel Gegen den Strich), der diesem Begriff damit ein Denkmal setzt. So findet das „gelbe Buch“[20] wie es dort heißt, auch intertextuellen Eingang in Oscar Wildes The picture of Dorian Gray.

Neben dem Motiv der Dekadenz, der synonym für den Niedergang der Kultur und Künste verwendet wird, wird diesem oft der Terminus der Degeneration beigefügt. Dieser bezieht sich auf den Verfall von Geist und Körper. Biologischen und kulturellen Verfall sah man in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis , weshalb diese Motivkomplexe in der Literatur häufig miteinander verschmelzen.[21] So lässt sich feststellen, dass die literarischen Helden der Dekadenz häufig in unterschiedlichen Ausmaßen degeneriert sind und an körperlichen sowie geistigen Verfall leiden. Darunter befinden sich sowohl Geisteskranke, Labile und Neurotiker, aber auch Menschen, die des Lebens überdrüssig werden und sich durch psychische Instabilität auszeichnen.[22]

Das Interesse für den geistigen und körperlichen Verfall in der Literatur des Fin de siècle lässt sich auch in dem Beispiel À rebours feststellen. Die Krankheitssymptome des Protagonisten Jean Floressas Des Esseintes scheinen schier unzählbar: Traumphantasterei, Halluzinationen, Albträume, Sehstörungen, Herzrasen, Fieberkrämpfe und Hörstörungen, um einige davon zu nennen.

Alter und Krankheit spielen eine übergeordnete Rolle und sind Ausdruck des genannten „typischen Spätzeitgefühls“ um neunzehnhundert. Der literarische Held und sein Verfall verdeutlicht nicht nur das existenzielle Scheitern, welches die Menschen dieser Zeit fürchten[23], sondern er repräsentiert die Instabilität und Unsicherheit des einzelnen Individuums in der großen Masse, die sich im Aufbruch der Moderne befindet.

Auf weitere auftretende Phänomene dieser Zeit, wie zum Beispiel Jugendwahn und Dandyismus, die die Folge der Veränderungen dieser Zeit waren, wird in der folgenden Analyse genauer eingegangen.

3. Analyse

3.1 Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray

The tragedy of old age is not that one is old, but that one is young.

- Oscar Wilde,The Picture of Dorian Gray

Der Frage nachzugehen, wer Oscar Wilde war, wäre dem Rahmen dieser Arbeit nicht angemessen.[24] Doch kann man sein Werk The Picture of Dorian Gray (dt. Titel Das Bildnis des Dorian Gray) nicht analysieren, wenn man seine Person gänzlich außen vor lässt. So zeigen schon folgende Worte, dass sein Werk und seine Biographie unzertrennlich miteinander verknüpft sind: „Basil Hallward is what I think I am: Lord Henry what the world thinks me: Dorian what I would like to be—in other ages, perhaps.” [25]

Der gebürtige Ire Oscar Fingal O´Flahertie Wills Wilde (geboren am 16.10.1854 in Dublin) galt zu seiner Zeit als Meister der Konversation, der extravaganten Selbstinszenierung und als umstrittener Schriftsteller. So hieß es von ihm selbst: „Ich werde Dichter, Schriftsteller, Dramatiker werden. Auf irgendeine Weise werde ich berühmt werden, und wenn nicht berühmt, so doch berüchtigt.“[26] Und damit sollte er Recht behalten. Zu Lebzeiten war er in erster Linie ein Verfasser von gesellschaftskritischen, aber harmlosen Erzählungen. In seinen Studienjahren in Oxford schloss er sich der Ästhetischen Bewegung von William Morris und Dante Gabriel Rossetti an und begann seine Vorlieben für extravagante Kleidung, langes Haar und außerordentlichen Wortwitz zu entwickeln. Als geistreiches Konversationstalent erreicht er in London einen gewissen Berühmtheitsgrad. Seidenstrümpfe, Kniehose, Samtjacke und außergewöhnliche Krawatten, – die Kleidung eines englischen Ästheten – , tauschte er 1883 gegen die Kleidung der französischen Dekadenz: ein weißer Morgenmantel und ein Spazierstock aus Elfenbein. Das Symbol der Dekadenz, die Nelke, ersetzte die Sonnenblume oder Lilie im Knopfloch.[27]

Sein Roman The Picture of Dorian Gray erschien sieben Jahre später als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Lippincott´s Monthly Magazine und machte ihn über Nacht zum Skandalautor. Das Preface des Romans fasst Wildes literarisches Programm zusammen und wird zum Manifest einer ganzen Literaturepoche, dessen Prinzip auf eine präzise Formel heruntergebrochen werden kann: L´art pour l´art, Kunst um der Kunst willen.[28] Eine genaue Umsetzung dieses Programms ist der Roman jedoch nicht und erhebt auch nicht den Anspruch darauf. Die Erzählung ist „e twas paradox formuliert […] eine Metaebene der Kunsttheorie, die hinter ihm (der Roman) steht. The Picture of Dorian Gray inszeniert dies als schicksalhafte Verwicklung zwischen Kunstwerk, Kunst und Künstler. Die Kunst tötet den Künstler“ [29]

Warum das Alter und der Verfall, sowie der Jugendwahn und die Suche nach Schönheit zentral im Fin de siècle sind, soll bis hierhin deutlich geworden sein. Folgend möchte ich Wildes Roman genauer auf die Inszenierung und Bearbeitung der Altersthematik analysieren und dabei chronologisch am Erzählgeschehen vorgehen.

Zu Beginn des Romans existiert Dorian Gray nicht als eine leibhaftige Person, sondern mehr als ein Ideal: ein Archetyp von Schönheit und Jugend. Sein Portrait wird von dem Künstler Basil Hallwald gemalt, der seinem Freund Lord Henry Wotton von seiner neuen Bekanntschaft, Muse und Modell berichtet. Der junge Mann soll einen großen Einfluss auf sein künstlerisches Schaffen haben. So benutzt er Dorian zunächst als Vorlage für die Darstellung mythischer Motive, als Schablone eines männlichen Idealtypus, eines Adonis oder Apollon.[30] Seinen Worten nach, möchte er Dorians Portrait nicht ausstellen, denn es enthalte zu viel von ihm selbst. Nach Henry, der Basils Werk von Dorian als sein bisher bestes auszeichnet, ist Dorian nur ein „ young Adonis, who looks as if he was made out of ivory and rose-leaves. […] He is a Narcissus […] , beauty, real beauty ends where an intellectual expression begins.“ [31] Zunächst hat Henry kein Bild vor Augen als er den Namen Basils Muse hört und hält den Jungen, der von so außerordentlicher Schönheit sein soll, für eine „brainless, beautiful creature[32]. So ist er für ihn anfangs ein Junge mit Brille, dünnem Haar und Sommersprossen, der auf ungelenken Füßen geht. Die Vorstellung über die Unvereinbarkeit von reiner Schönheit und Intellekt von Henry wird einem hier deutlich vermittelt.

Diese Stelle ist exemplarisch für das Werk und macht den Einfluss der griechischen Antike auch noch nach der Klassik deutlich. Schon bei Winkelmann und Goethe ist die Griechenverehrung ein literarischer Protest gegen die Zwänge der christlichen Moral. So heißt es schon in Goethes Eckermann-Gesprächen : „Man studiere aber vor allen Dingen die alten Griechen und immer wieder die Griechen“ [33] (01.04.1827). Denn im „Bedürfnis von etwas Meisterhaftem müssen wir immer zu den alten Griechen zurückgehen, in deren Werken stets der schöne Mensch dargestellt ist“[34] (31.01.1827). Und dieses „vorbildliche Griechentum“ Goethes wurde besonders von Nietzsche bewundert. Nach diesem formten die antiken Griechen eine beinah ideale Gesellschaft, die nicht von materiellen, sondern philosophischen Interessen bestimmt war. Allein der Name „Dorian" bezieht sich einerseits auf das hellenistische Schönheitsideal dorischer Kunstwerke und verweist auf die dorische (homoerotische) Knabenliebe. Der noch „unbefleckte“ Jüngling dient Basil als Leinwand zur Darstellung seiner eigenen Lebensmaximen, worauf wiederum der Nachname „Gray" hinweist: Die „reine Seele“ von Dorian ist noch farblos und grau. Die dekadente, sinnentleerte und gottlose Welt, die für Wilde jeder allgemeingültigen Wahrheit entbehrt, ist für ihn nur noch als ästhetisches Phänomen denkbar.

Henry scheint mit seinen Worten eine Vorahnung auszusprechen, die sich erst nach Dorians Veränderung bewahrheitet. Denn er scheint alles andere als ein Narziss zu sein. Basils Komplimente und Verehrung hält er für liebenswürdige, aber übertriebene Freundschaftsbeteuerungen.

Ein Zusammentreffen von Henry und Dorian ist unvermeidlich, obwohl der Künstler dieses hatte verhindern wollen.[35] Lord Henry Wotton scheint nach Basils Aussage hin, die Angewohnheit zu haben, schöne und reine Dinge zu verderben, indem er Einfluss auf sie gewinnt: „Don´t try to influence him. Your influence would be bad.“[36]

Henry, der die Begeisterung um Dorian Gray bisher noch nicht verstehen kann, ist kurz nach seinem Eintreten in den Salon, von ihm eingenommen: „Yes, he was certainly wonderfully handsome, with his finely-curved scarlet lips, his frank blue eyes, his grisp gold hair. There was something in his face that was made one trust him at once. All the candour of youth was there, as well as all youth´s passionate purity.“[37]

Seiner eigenen Schönheit noch nicht bewusst, sind Henrys Worte ein Rätsel für ihn. Im Garten sitzend, bittet dieser ihn, seinen Teint vor der Sonne zu schützen, denn „youth is the one thing worth having.[38] Die eigene Jugend und Schönheit würde man erst zu schätzen wissen, wenn es zu spät sei.

[...]


[1] Quellen / Primärliteratur sowie Zitate daraus wurden in dieser Arbeit kursiv gesetzt.

[2] Zit. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.01.2007, Nr. 2 / S. 23.

[3] Darunter zum Beispiel der Beitrag von Detering, Heinrich: Der Litterat als Abenteurer. Tonio Kröger zwischen Dorian Gray und Der Tod in Venedig, in: Prof. Dr. Popp, Wolfgang (Hrsg.): Forum Homosexualität und Literatur 14, Siegen 1992, S. 5-22.

[4] Zitiert wird nach der englischen Fassung erschienen im Verlag Penguin Books. Wilde, Oscar: The picture of Dorian Gray. Edited by Peter Ackroyd. London 1981. Im Folgenden nur noch mit Dorian Gray zitiert

[5] Zitiert wird nach folgender Ausgabe: Reed, Terence J.: Thomas Mann. Der Tod in Venedig. Text, Materialien, Kommentar mit den bisher unveröffentlichten Arbeitsnotizen Thomas Manns, in: Frühwald, Wolfgang (Hrsg.): Literatur-Kommentare, Bd. 19, München / Wien 1983. Im Folgenden nur noch mit Reed 1983 zitiert.

[6] Grimm, Jacob: Rede über das Alter, in: Grimm, Herman (Hrsg.): Rede auf Wilhelm Grimm/Rede über das Alter, 3. Auflage, Berlin 1863.

[7] De Jouvenot und Micard: Fin de siècle, pièce en quatre actes, Paris 1888.

[8] Vgl. Ajouri, Philip: Literatur um 1900. Naturalismus, in: D' Aprile, Iwan M. (Hrsg.): Fin de Siècle. Expressionismus, Berlin 2009, S. 46.

[9] Vgl. Barz, Christiane: Weltflucht und Lebensglaube. Aspekte der Dekadenz in der skandinavischen und deutschen Literatur der Moderne um 1900. EKF Wissenschaft . Literaturwissenschaft, Band 2, Leipzig / Berlin 2003, S. 9-11.

[10] Zit. Fischer, Jens Malte: Fin de siècle, Kommentar zu einer Epoche, München 1978, S. 12.

[11] Vgl. ebd. , S. 12.

[12] Vgl. Barz 2003, S. 32.

[13] Vgl. Ajouri 2009, S. 12.

[14] Vgl. Barz 2003, S. 32.

[15] Vgl. Nortmeyer, Isolde: „Fin de siècle“ in: Deutsches Fremdwörterbuch, Band 5 Eau de Cologne – Futurismus, bearbeitet von Gerhard Strauß, Heidrun Kämper, Isolde Nortmeyer, Herbert Schmidt, Oda Vietze, 2. Auflage, Berlin 2004, S. 895.

[16] Vgl. Ajouri 2009 , S. 20.

[17] Vgl. ebd. , S. 15.

[18] Zit. Pfister, Manfred und Schulte-Middelich, Bernd (Hgg.): Die Nineties in England als Zeit des Umbruchs, in: Die Nineties. Das englische Fin de siècle zwischen Dekadenz und Sozialkritik, München 1983, S. 17-18.

[19] Zit. Pfister, Manfred: Oscar Wilde, The picture of Dorian Gray, in: Hillgärtner, Rüdiger , Kamphausen, Edgar , Krugmann, Malte C. (Hgg.): Text und Geschichte. Modellanalysen zur englischen und amerikanischen Literatur, Band 11, München 1986, S. 149.

[20] „Die Farbe gelb avancierte im Laufe der Jahre zur Farbe der Dekadenz, man denke nur an […] das britische Satiremagazin The Yellow Book, das in den 1890ern erschien, die ihrerseits unter dem Namen The Yellow Nineties firmieren.“ Zit. Grundmann, Melanie (Hrsg.): Der Dandy. Wie er wurde, was er war. Eine Anthologie. Mit einem Vorwort von Günther Erbe, Köln / Weimar / Wien 2007, S. 81.

[21] Vgl. Ajouri 2009 , S. 181.

[22] Vgl. Rasch, Wolfdietrich : Die literarische Décadence um 1900, München 1986, S. 38.

[23] Vgl. Haupt, Sabine : Themen und Motive, in: Haupt, Sabine und Würffel, Bodo (Hgg.): Handbuch Fin de Siècle, Stuttgart 2008, S. 142.

[24] Für eine intensive Lektüre über das Leben Oscar Wildes sowie kulturelle und historische Zusammenhänge dieser Zeit verweise ich auf Rademacher, Jörg W.: Betrachtungen zur Geschichte von „The Picture of Dorian Gray“ oder: Wer hat Angst vor Wildes Skandalroman?, in: Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray. Der unzensierte Wortlaut des Skandalromans, Coesfeld 2012 und Belford, Barbara: Oscar Wilde. Eine Biographie, Zürich 2004.

[25] Zit. Frenschkowski, Marco und Tatjana: Oscar Wilde, in: Das Granatapfelhaus. Das Bildnis des Dorian Gray, Wiesbaden 2008, S. 428 entnommen aus Ellmann, Richard: Oscar Wilde, London 1987, S. 319.

[26] Zit. Oeser, Hans-Christian: Oscar Wilde ABC, Leipzig 2004, S. 8.

[27] Vgl. ebd. , S. 35.

[28] Vgl. Frenschkowski, Marco und Tatjana 2008, S. 426.

[29] Zit. ebd. , S. 428.

[30] Vgl. Gentz, Regina: Das erzählerische Werk Oscar Wildes,Frankfurt am Main 1995, S. 321.

[31] Zit. Dorian Gray, S. 7.

[32] Zit. ebd. , S. 7.

[33] Zit. Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, Otto Schönberger (Hrsg.), Stuttgart 1994, S.630. Der Text folgt der 21. Originalauflage, nach dem ersten Druck, dem Originalmanuskript des dritten Teils und Eckermanns handschriftlichem Nachlaß neu hrsg. von Heinrich Hubert Houben, 2 Bände, Leipzig 1925-1928.

[34] Zit. ebd. , S. 238.

[35] Vgl. Dorian Gray, S. 18.

[36] Zit. ebd. , S. 18.

[37] Zit. ebd. , S. 21.

[38] Zit. ebd. , S. 27.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Das Alter in der Literatur. Ein Vergleich der Altersthematik in Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray" und Thomas Manns "Tod in Venedig"
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,0
Jahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V439578
ISBN (eBook)
9783668792371
ISBN (Buch)
9783668792388
Sprache
Deutsch
Schlagworte
alter, germanistik, oscar wilde, wilde, thomas mann, venedig
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Das Alter in der Literatur. Ein Vergleich der Altersthematik in Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray" und Thomas Manns "Tod in Venedig", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439578

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