Vor- und Nachteile der GmbH & Co. KG im Vergleich zur GmbH


Seminararbeit, 2018

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung

2. Hauptteil
2.1 GmbH & Co. KG
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Entwicklung und rechtliche Anerkennung
2.1.3 Erscheinungsformen der GmbH & Co. KG
2.2 GmbH
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Erscheinungsformen der GmbH
2.3 Besteuerung der Rechtsformen
2.3.1 Steuerliche Behandlung der GmbH & Co. KG
2.3.1.1 Grundsatzliches
2.3.1.2 GmbH-Geschaftsfuhrer zugleich Kommanditist der KG
2.3.1.3 GmbH-Geschaftsfuhrer kein Kommanditist der KG
2.3.2 Steuerliche Behandlung der GmbH
2.3.2.1 Grundsatzliche Besteuerung der GmbH
2.3.2.2 Grundsatzliche Besteuerung der Gesellschafter
2.3.3 Steuerbelastungsvergleich der beiden Rechtsformen

3. Schlussteil
3.1 Fazit

4. Literaturverzeichnis

5. Abkurzungsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Bei der Grundung eines Unternehmens ist die Wahl der Rechtsform eine der wichtigsten Entscheidungen. Hierbei spielen Kriterien wie Leitungsbefugnis, Haftung, Gewinn und Verlustbeteiligung, Pflicht zur Veroffentlichung des Jahresabschlusses, Rechnungslegung, Finanzierungsmoglichkeiten, Publizitatspflichten, Erbfolge, Mitwirkungsbefugnisse der Arbeitnehmer und personliche Aspekte eine wichtige Rolle. Neben diesen genannten Kriterien sind die verschiedenen steuerrechtlichen Regelungen der verschiedenen Rechtsformen eine der wichtigsten Faktoren bei der Entscheidungsfindung.

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es einen ausschnittsweisen Uberblick uber die Vorraussetzungen der Grundung und einen kurzen Uberblick uber die steuerliche Behandlung der GmbH und der GmbH & Co. KG zu geben. Der Uberblick soll dazu dienen, mogliche Vorteile der beiden Rechtsformen aufzuzeigen, die die Wahl der Rechtsform entscheidungserheblich beeinflussen konnen.

In einem ersten Schritt werden die beiden Gesellschaftsformen vorgestellt und ein Einblick in die gesellschaftsrechtlichen Unterschiede gegeben, die die Gesellschaften auf Grund unterschiedlichen Organisationsstrukturen mit sich bringen, sowie die Entwicklung der Rechtsform der GmbH & Co. KG bis hin zur rechtlichen Anerkennung aufgezeigt. Weiterhin werden die verschiedensten Erscheinungsformen der GmbH & Co. KG und der GmbH kurz dargestellt.

Im zweiten Schritt werden die Gesellschaften hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Besteuerungsmerkmale untersucht. Dabei wird sich auf die Betrachtung hinsichtlich der Einkommensteuer, Korperschaftsteuer und Gewerbesteuer beschrankt.

In einem dritten Schritt werden die beiden Rechtsformen einem Steuerbelastungsvergleich in einem selbst gewahlten Beispiel unterworfen. Dabei soll dargestellt werden, wie sich eine Vollthesaurierung oder Vollausschuttung der Gewinne, auf die die Hohe der Steuerbelastung auswirkt.

Ziel ist es steuerlich Vor- und Nachteile darzustellen und aufzuzeigen unter welchen steuerlichen Aspekten die Wahl der GmbH & Co. KG bzw. der GmbH als Rechtsform die bessere Alternative ist.

2. Hauptteil

2.1 GmbH & Co. KG

2.1.1 Begriffsbestimmung

Bei der GmbH & Co. KG handelt es sich um eine zusammengesetzte Rechtsform, welche in der Praxis sehr weit verbreitet ist, z.B. Otto GmbH & Co. KG. Diese Rechtsform verbindet die Elemente und Vorteile einer Personengesellschaft mit denen einer Kapitalgesellschaft. Die GmbH & Co. KG wird zivilrechtlich und steuerrechtlich weitestgehend wie eine KG behandelt.[1]

Bei der GmbH & Co. KG handelt es sich um zwei Gesellschaften, bei der der Gesellschafter der KG typischerweise auch Gesellschafter der GmbH ist. Daher sind zwei Gesellschaftsvertrage abzufassen, wobei der Kommanditvertrag nicht notariell beurkundungspflichtig ist. Dies macht die Grundung, wenn man die Grundung der Komplementar-GmbH bei der Betrachtung auBen vorlasst, gegenuber der GmbH erheblich einfacher. Fur die Eintragung ins Handelsregister ist es nicht erforderlich Kapital aufzubringen. Auch muss kein Mindestkapital erbracht werden.[2]

GemaB § 161 Abs. 1 HGB ist die Haftung bei einer KG bei einem oder bei einigen von den Gesellschaftern gegenuber den Gesellschaftsglaubigern auf die Vermogenseinlage beschrankt (Kommanditist). Es handelt sich somit bei Kommanditisten um Teilhafter. Bei dem anderen Teil der Gesellschafter findet eine Beschrankung der Haftung nicht statt (Komplementar). Der Komplementar ist somit Vollhafter und haftet personlich mit seinem Privatvermogen.

Die Besonderheit bei einer GmbH & Co. KG besteht darin, dass es sich bei dem personlich haftenden Gesellschafter um eine GmbH handelt, die sog. Komplementar-GmbH.

Ziel ist es dadurch die Haftung des Komplementars auf das Gesellschaftsvermogen der GmbH zu beschranken.[3] Mit Einfuhrung der UG (haftungsbeschrankt) als Sonderform der GmbH (§ 5 a GmbHG) kann seit dem l.November 2008 auch diese als Vollhafter fungieren.[4] Die GmbH & Co. KG entsteht mit ihrer Eintragung ins Handelsregister bzw. vor einer Eintragung mit Aufnahme ihrer Geschaftstatigkeit.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/rechtsform/gmbh-co-kg-gruenden/

2.1.2 Entwicklung und rechtliche Anerkennung

Mit der Entscheidung des BayObLG vom 16.2.1912 wurde die GmbH & Co. KG als eigenstandige Gesellschaftsform anerkannt. [6] Dem Streit der Anerkennung der zivilrechtlichen Zulassigkeit der GmbH & Co. KG sollte jedoch erst durch den grundlegenden Beschluss des RG vom 4. Juli 1922, mit dem er diese bejaht hat, fur die Praxis ein Ende gesetzt werden.[7]

Mit Urteil vom 28. September 1955 hat sich der BGH der Auffassung des RG angeschlossen.[8]

Durch Anderungen und Einfugungen der §§ 19 Abs. 5 (jetzt Abs. 2), 125a, 129a, 172 Abs. 6, 172a und 177a HGB hat der Gesetzgeber erstmals durch das GmbHGuaAndG (GmbH- Novelle) vom 4. Juli 1980 eine Personenhandelsgesellschaft ohne naturliche Person als personlich haftenden Gesellschafter und damit auch die GmbH & Co. KG kodifiziert und infolgedessen als Rechtsform anerkannt.[9]

Steuerrechtlich wurde die GmbH & Co. KG durch den BFH mit Urteil vom 16. September 1958 als reine Personengesellschaft anerkannt. Der BFH hat damit auch die Rechtsauffassung des RFH vom 30. Mai 1932 bestatigt.[10] Mit Beschluss des GroBen Senats des BFH vom 25. Juni 1984 ist diese Rechtsauffassung erneut bestatigt worden.[11]

2.1.3 Erscheinungsformen der GmbH & Co. KG

Typische Erscheinungsformen der GmbH & Co. KG sind:

- Typische GmbH & Co. KG, bei der die Komplementar-GmbH die einzige personlich haftende Gesellschafterin ist.[12]

- Untypische GmbH & Co. KG, bei der neben der GmbH noch naturliche Personen als weitere personlich haftende Gesellschafter beteiligt sind.
- Beteiligungsidentische GmbH & Co. KG, bei der die Gesellschafter der GmbH mit dem gleichen Beteiligungsverhaltnis auch als Kommanditist an der KG beteiligt sind.[13]
- Die Einmann-GmbH & Co. KG, bei der der Alleingesellschafter der Komplementar- GmbH zugleich der einzige Kommanditist der KG ist.[14]
- Die Einheits-GmbH & Co. KG, bei der die KG Alleingesellschafterin der Komplementar-GmbH ist.[15]
- Die Doppelstockige GmbH & Co. KG, bei der statt der GmbH eine weitere GmbH & Co. KG Komplementarin der GmbH & Co. KG ist.[16]
- Publikums - KG, eine GmbH & Co. KG, deren Gesellschaftszweck auf eine Kapitalanlage, der an ihr beteiligten - haufig zahlreichen und fur diesen Zweck geworbenen - Kommanditisten gerichtet ist. Sie sind nicht an der geschaftsfuhrenden Komplementar-GmbH beteiligt, deren Gesellschafter i.d.R. die Geschafte und Anlageprojekte alleine leiten.[17]
- Die Sternformige GmbH & Co. KG, bei der ein und dieselbe GmbH Komplementarin verschiedener Kommanditgesellschaften ist.[18]

2.2 GmbH

2.2.1 Begriffsbestimmung

Die GmbH ist eine der meist gewahlten Rechtsformen in Deutschland. Eine gesetzliche

Definition findet man im GmbHG nicht, jedoch kann die GmbH in Anlehnung an § 1 AktG als Gesellschaft beschrieben werden, die uber eine eigene Rechtspersonlichkeit verfugt.[19] § 13 GmbHG definiert eine Gesellschaft mit beschrankter Haftung als eine Handelsgesellschaft, welche zum Kreis der juristischen Personen gehort. Sie kann Eigentum und andere dingliche Rechte an Grundstucken erwerben, vor Gericht klagen und verklagt werden.

Durch Eintragung in das Handelsregister erreicht sie volle Rechtsfahigkeit.

Glaubigern gegenuber haftet die GmbH nur mit ihrem Gesellschaftsvermogen. Insoweit ist eine personliche Haftung der Gesellschafter ausgeschlossen. Eine GmbH kann nach § 1 GmbHG zu jedem gesetzlich zulassigen Zweck errichtet werden. Kennzeichnend fur Kapitalgesellschaften ist das gesetzliche Erfordernis, ein bestimmtes Kapital aufzubringen und nur unter bestimmten Vorkehrungen wieder auszuschutten. Dieses Kapital wird bei einer GmbH gemaB § 3 Abs. 1 Nr. 3 GmbHG als Stammkapital bezeichnet. Es betragt nach § 5 Abs. 1 GmbH mindestens 25.000 Euro.[20]

[...]


[1] vgl. Rose, G. und Glorius-Rose, C., Unternehmen Rechtsformen und Verbindungen, 2001, S. 84.

[2] vgl. Hallerbach in: Soffing, G., Die GmbH & Co. KG, 2016, S. 3, Rz. 8-16.

[3] vgl. Oetker/Oetker HGB § 161 Rn. 69-71.

[4] vgl. Fehrenbacher, O., Tavakoli, A., Besteuerung der GmbH & Co. KG, 2014, § 1 Rz. 2.

[5] vgl. Fehrenbacher, O., Tavakoli, A., Besteuerung der GmbH & Co. KG, 2014, § 2 Rz. 8.

[6] vgl. Mueller-Thuns in: Hesselmann/Tillmann/Mueller-Thuns, Handbuch GmbH & Co. KG, 2016, § 1 Einleitung Rz. 1.15.

[7] vgl. Mueller-Thuns in: Hesselmann/Tillmann/Mueller-Thuns, Handbuch GmbH & Co. KG, 2016, § 1 Einleitung, Rz. 1.21.

[8] BGH, Urteil vom 28. September 1955 - VI ZR 28/53 -, juris 9 BGBl. I 1980, 836 ff.

[9] BStBl III 1958, 462

[10] RStBl - 1933 S. 375

[11] BStBl II 1984, 751

[12] vgl. Masuch, Lutz, Faust, Wallbrecht, Voigt, Meyer, Donmez in: Masuch/Meyer, ABC des GmbHGeschaftsfuhrers 2018, Rz. 863.

[13] vgl. Fleischer in: Fleischer, H./ Goette, W., Munchener Kommentar zum Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschrankter Haftung: GmbHG, 2018, § 1 Rz. 88.

[14] vgl. Fleischer in: Fleischer, H./ Goette, W., Munchener Kommentar zum Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschrankter Haftung: GmbHG, 2018, § 1 Rz. 87.

[15] vgl. Fleischer in: Fleischer, H./ Goette, W., Munchener Kommentar zum Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschrankter Haftung: GmbHG, 2018, § 1 Rz. 89.

[16] vgl. Fleischer in: Fleischer, H./ Goette, W., Munchener Kommentar zum Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschrankter Haftung: GmbHG, 2018, § 1 Rz. 90.

[17] vgl. Gehrmann, R., in NWB Info Center, GmbH & Co. KG, April 2018

[18] vgl. Fleischer in: Fleischer, H./ Goette, W., Munchener Kommentar zum Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschrankter Haftung: GmbHG, 2018, § 1 Rz. 86-91.

[19] vgl. Oppenlander, St. in: Oppenlander, F./Trolitzsch, T., Praxishandbuch der GmbH-Geschaftsfuhrung, 2011, § 3 Nr. 2 Rz. 10.

[20] vgl. Fleischer in: Fleischer, H./ Goette, W., Munchener Kommentar zum Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschrankter Haftung: GmbHG, 2018, § 1 Rz. 1-20.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Vor- und Nachteile der GmbH & Co. KG im Vergleich zur GmbH
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V439600
ISBN (eBook)
9783668793071
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vor-, nachteile, gmbh, vergleich
Arbeit zitieren
Patrick Stechel (Autor), 2018, Vor- und Nachteile der GmbH & Co. KG im Vergleich zur GmbH, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439600

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