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Salden in der Europäischen Währungsunion

Titel: Salden in der Europäischen Währungsunion

Seminararbeit , 2013 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Florian Hoheisel (Autor:in)

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Unsere heutige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung und das damit einhergehende Streben nach Profit und Rendite haben einen maßgeblichen Anteil an der Entstehung der weltweiten Finanzkrise. Gierige Investmentbanker, die in ihren gläsernen Wolkenkratzern im 125. Stock in den Metropolen dieser Welt hochspekulative Wetten eingehen und die über die Ersparnisse der Otto-Normalverbraucher nur müde lächeln können, stellen für viele Menschen ein Sinnbild der Krise dar.1 Bereits in den Entstehungsgedanken einer gemeinsamen europäischen Identität konnte die Gemeinschaft als ein Projekt betrachtet werden, welches den Frieden in Europa sichern sollte. Dieser Gedanke entstand kurz nach zwei verheerenden Weltkriegen, die den Kontinent gespalten und ihn in seinen Strukturen schwer erschüttert haben. In Europa war man sich einig, eine solche Situation dürfe nie wieder entstehen. Jüngste TV-Reportagen aus Südeuropa zeigen empörende Bilder von jungen Menschen, die Hassparolen gegen Europa und deutsche Politiker verbreiten. Obszöne Karikaturen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Nazi-Vergleiche stellen dabei ein nicht akzeptables Maß an Verachtung dar und dürfen in keinster Weise toleriert werden. Empörung und Hoffnungslosigkeit bestimmen das Leben vieler Menschen in den südeuropäischen Staaten seit Ausbruch der Finanzkrise. Ausartende Demonstrationen in Griechenland und Portugal, in denen sich Bürger Straßenschlachten mit der Polizei liefern, randalierend durch die Straßen ziehen und ganze Stadtteile verwüsten, zeigen, dass der europäische Integrationsprozess vor seiner größten Herausforderung steht. All diese Ereignisse erzeugen Bilder in den Köpfen, die stark an die Geschehnisse in Deutschland 1934 erinnern. Ohne Zweifel hat ein Teil des Finanzsektors einen entscheidenden Anteil an der heutigen Situation in Europa. Dabei sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass die Realisierung eines gemeinsamen Binnenmarktes und damit die Einführung des freien Kapitalverkehrs in Europa ein großer Schritt in die Richtung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes ist. Die Einführung einer Gemeinschaftswährung 1999 stellt die höchste Integrationsstufe der Gemeinschaft bis dato dar. Der europäische Integrationsprozess steht jedoch noch weiteren Schwierigkeiten und Herausforderungen gegenüber. So wird seit nunmehr 2 Jahren eine öffentliche

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführende Diskussion

2. Theoretische Betrachtung TARGET2

2.1. TARGET2 Einführung

2.1.1. Harmonisierung der nationalen Zahlungssysteme

2.1.2. Leitungsstruktur

2.1.3. Zielsetzung

2.2. Funktionsweise

2.2.1. Beispielrechnung

2.2.2. Theoretische Rückführung

2.2.3. TARGET2-Salden in der nationalen Notenbankbilanz

2.2.4. TARGET2-Salden und die Zahlungsbilanz

3. Ökonomische Betrachtung

3.1. Entstehung und Entwicklung

3.2. Finanzierung eines Leistungsbilanzdefizits

3.3. Chancen und Risiken

3.3.1. Haftungsrisiken

3.3.2. TARGET2 und Eurobonds

3.3.3. Kreditverdrängungshypothese

3.3.4. Erpressbarkeit Deutschlands?

3.4. Lösungsvorschläge

3.4.1. Vorbild USA

3.4.2. Trendwende in Sicht?

3.4.3. Limitierung der TARGET2-Salden

3.4.4. Strafzinsen

3.4.5. TARGET2 das Hauptproblem?

3.4.6. Handelbare Verschuldungsrechte

4. Kritische Reflexion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die TARGET2-Salden innerhalb der Europäischen Währungsunion auf theoretischer und ökonomischer Ebene, um eine fundierte Risikoabschätzung vorzunehmen und zu klären, ob diese Salden Ursache oder Begleiterscheinung der Finanzkrise sind.

  • Theoretische Grundlagen und Funktionsweise des TARGET2-Systems
  • Entstehung und ökonomische Entwicklung der TARGET2-Salden
  • Analyse von Haftungsrisiken und der Kreditverdrängungshypothese
  • Diskussion von Lösungsansätzen wie Eurobonds oder handelbare Verschuldungsrechte

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Beispielrechnung

Die Entstehung der TARGET2-Salden soll anhand eines einfachen Beispiels illustriert werden, das unter anderem die Zahlungsströme zwischen den beteiligten Notenbanken berücksichtigt. Es wird eine Warenlieferung von Deutschland nach Griechenland betrachtet. Folgende Akteure werden im Modell verwendet: Eine deutsche Geschäftsbank (GBD), eine griechische Geschäftsbank (GBG) sowie die Notenbanken der jeweiligen Länder, die Deutsche Bundesbank (DB) und die Bank von Griechenland (BG). Weiterhin wird davon ausgegangen, dass die Zahlung durch eine Überweisung erfolgt und die Geschäftsbanken über ausreichend Liquidität bei ihren Notenbanken verfügen.

Wenn ein griechischer Importeur eine Maschine aus Deutschland kauft, wendet er sich an seine GBG, um ihr den entsprechenden Überweisungsauftrag zu geben. Diese wendet sich dann an ihre Notenbank, bei der sie ein Konto unterhält. Die BG zieht nun den entsprechenden Betrag vom Konto der GBG ab. Geld wird an dieser Stelle in Griechenland vernichtet. Zeitgleich beauftragt die DB, der GBD den Betrag als Guthaben auf deren Konto gutzuschreiben. Dadurch entsteht zusätzliche Liquidität in Deutschland. Wenn der deutsche Exporteur die Zahlung empfangen hat, wird die Ware verschickt. Durch die entstandene Geldschöpfung in Deutschland erhält die DB eine Forderung gegenüber der EZB. Der BG wird eine Verbindlichkeit gegenüber der EZB zugeschrieben. Die entstandenen Forderungen und Verbindlichkeiten werden auf dem TARGET2-Konto der EZB gegenübergestellt. Während auf den Konten der Geschäftsbanken keine Salden entstehen können, da diese täglich glatt gestellt werden müssen, können TARGET2-Salden in den Bilanzen der nationalen Notenbanken auftreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführende Diskussion: Beleuchtet das wirtschaftspolitische Umfeld und die Motivation der Arbeit angesichts der Finanzkrise.

2. Theoretische Betrachtung TARGET2: Erklärt die technische Struktur, die Zielsetzung sowie die bilanzielle Funktionsweise des Zahlungssystems.

3. Ökonomische Betrachtung: Analysiert Entstehung, Risiken (wie Haftungsfragen) und mögliche Lösungsstrategien für die TARGET2-Problematik.

4. Kritische Reflexion: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Haushaltsdisziplin und präventiven Reformen.

Schlüsselwörter

TARGET2, Europäische Währungsunion, Leistungsbilanz, Notenbankbilanz, Finanzkrise, Eurobonds, Kreditverdrängung, Kapitalexport, Zentralbankgeld, Haftungsrisiken, Eurozone, Geldpolitik, Staatsverschuldung, Verschuldungsrechte, Liquidität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der TARGET2-Salden innerhalb der Europäischen Währungsunion und deren Bedeutung im Kontext der europäischen Finanzkrise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die Funktionsweise des Zahlungssystems, die Entstehung der Salden in den Bilanzen, die damit verbundenen ökonomischen Risiken für Deutschland sowie mögliche Lösungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine theoretische und ökonomische Risikoabschätzung der TARGET2-Salden sowie die Klärung, ob diese Salden eine Ursache der Finanzkrise oder lediglich eine Begleiterscheinung darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Modellierung anhand von Fallbeispielen zur Veranschaulichung der Zahlungsströme sowie eine ökonomische Analyse bestehender Literatur und Debatten vorgenommen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in das TARGET2-System sowie eine tiefgreifende ökonomische Betrachtung, die Entstehung, Risiken und Lösungsvorschläge umfasst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie TARGET2, Leistungsbilanz, Währungsunion, Haftungsrisiken und Geldpolitik geprägt.

Wie entstehen TARGET2-Salden laut dem Beispiel im Buch?

Sie entstehen durch den Ausgleich von grenzüberschreitenden Zahlungen, wenn durch eine Transaktion in einem Land Geld geschöpft und im anderen vernichtet wird, was Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber der EZB nach sich zieht.

Wird die Einführung von Eurobonds als Lösung angesehen?

Eurobonds werden diskutiert, jedoch kritisch betrachtet, da sie eine Haftungsunion implizieren, die von der politischen Führung als aktuell ungeeignet abgelehnt wird.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Salden in der Europäischen Währungsunion
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,7
Autor
Florian Hoheisel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V439607
ISBN (eBook)
9783668792517
ISBN (Buch)
9783668792524
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Europäische Integration Zahlungssysteme Eurozone Zahlungsbilanz Währungsunion TARGET2
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Hoheisel (Autor:in), 2013, Salden in der Europäischen Währungsunion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439607
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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