Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Regional History and Geography

Philosophieren mit Kindern

Title: Philosophieren mit Kindern

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Susanne Kolberg (Author)

Didactics - Regional History and Geography
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Einführung des Unterrichtsfaches „Philosophie“ in einigen Bundesländern zeugt davon, dass dem Projekt „Philosophieren mit Kindern“ in den letzten Jahren auf der Seite des Schulwesens immer mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Doch was hat es eigentlich damit auf sich?
Jeder, der sich mit Kindern beschäftigt, kann von einer Fülle an Situationen berichten, in denen sie sich durch bohrende Warum-Fragen Antwort auf einen beliebigen, für sie rätselhaften Sachverhalt erhofften. Doch nur selten wird dieser Wissensdurst ernst genommen und die Erwachsenen lassen sich auf ein Gespräch ein, welches die Kinder zum Nach- und Weiterdenken anregt. Vielmehr wird das Interesse der Kinder häufig als lästig abgetan, ihr Potential wird unterschätzt oder überhaupt nicht zur Kenntnis genommen.
Ausgangspunkt hierfür ist zum Teil die vorherrschende Meinung, eine Diskussion über Fragestellungen dieser Art übersteige in ihrer Abstraktheit und Komplexität die geistigen Fähigkeiten der Kinder. Auf der anderen Seite hinterließen die Forderungen Rousseaus nach einem natürlich aufwachsenden Kind in den Köpfen einiger Pädagogen und deren Befürwortern ihre Spuren. Sie befürchten, dass die Kinder eines Teiles ihrer Kindheit beraubt werden, indem man sie zu früh mit der rationalistischen Erwachsenenwelt konfrontiert. Nicht unerwähnt bleiben darf die Tatsache, dass es einem Großteil der Erwachsenen schlicht und ergreifend an Gesprächskompetenz und -bereitschaft fehlt. Das von Talkshows überfüllte Fernsehprogramm beispielsweise bringt zum Ausdruck, dass viele Menschen unfähig sind, ihre Probleme im vertrauten Umfeld zu besprechen und verdeutlicht zudem das niedrige Niveau, auf welchem zahlreiche Gespräche ablaufen.
Die Legitimationsbasis für das „Philosophieren mit Kindern“, die Voraussetzungen, die dabei erfüllt werden müssen, doch besonders die Bereicherung, die man erfährt, wenn man sich darauf einlässt, werden im Folgenden anhand der gesprächsorientierten Methode nach Helmut Schreier veranschaulicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Mangel an nachdenklichen Gesprächen im Alltagsleben (S.3)

2. Begriffsklärung (S.3 ff.)

2.1. Philosophie (S.3 f.)

2.2. Kindheit (S.4 f.)

3. Entwicklung der Kinderphilosophie (S.5 f.)

4. Die gesprächsorientierte Theoriefamilie nach Helmut Schreier (S.6 ff.)

4.1. Begründung (S.6 ff.)

4.2 Gesprächs-Stunden als Ergänzung des gewöhnlichen Unterrichtsbetriebs (S.8 ff.)

5. Formen des Gesprächs (S.10 ff.)

5.1. Geschichten mit offenem Ausgang (S.10 f.)

5.2. Gegenstände des Unterrichts durch Nachdenken vertiefen (S.12)

6. Das Zwiegespräch als Alternative (S.13 ff.)

6.1. Begründung (S.13 f.)

6.2. Umsetzung in die Praxis (S.14 f.)

7. Schlussbemerkung: Formen, die über das Gespräch hinausgehen (S.15)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und praktische Umsetzung des "Philosophierens mit Kindern" im schulischen Kontext. Sie analysiert die gesprächsorientierte Methode nach Helmut Schreier und hinterfragt, wie durch philosophische Dialoge soziale Kompetenzen, kritisches Denken und eine vertiefte Wahrnehmung der Lebenswelt bei Grundschulkindern gefördert werden können.

  • Bedeutung von Gesprächskompetenz und Reflexionsvermögen im Kindesalter.
  • Theoretische Fundierung des Philosophierens nach Helmut Schreier.
  • Methodische Ansätze wie Geschichten mit offenem Ausgang und Zwiegespräche.
  • Integration philosophischer Ansätze in den Sachunterricht.
  • Grenzen und Alternativen zum klassischen Klassengespräch.

Auszug aus dem Buch

5.1. Geschichten mit offenem Ausgang

Um die oben dargestellte Theorie in die Praxis umzusetzen, sind Geschichten geeignet, die ein Problem, das aus der Erfahrungswelt der Schüler stammt, behandeln, jedoch kein Ergebnis liefern. Der offene Ausgang regt die Kinder zum Mitdenken an, sie müssen eine eigene Position vertreten. Viele Erzählungen sind in Dialogform gehalten, um eine Kontroverse zu provozieren, wobei die Argumente auf die einzelnen Gesprächsteilnehmer gleichermaßen verteilt sind, um keine der Perspektiven zu favorisieren.

Als Muster für einen solchen Einstieg in das Philosophieren könnte die Geschichte „Hermann“ dienen, da sie die genannten Kriterien erfüllt und bereits in der Praxis erfolgreich erprobt wurde. Den Konflikt bildet der Tod des Hamsters eines kleinen Mädchens. Die Eltern diskutieren darüber, wie sie sich ihrer Tochter Katja gegenüber verhalten sollen: Die Mutter spricht sich dafür aus, die ser den Tod des Tieres zu verschweigen und den Hamster heimlich durch einen neuen zu ersetzen, um Trauer und Ärger zu vermeiden. Im Gegensatz dazu ist der Vater der Auffassung, dass die Tochter dies herausfinden und letztendlich das Vertrauen in ihre Eltern verlieren würde.

Interessanterweise sollen philosophische Gespräche dieser Art Insel-Charakter aufweisen, sich also vom normalen Unterricht abheben. Dies begründet Schreier damit, dass die Erkenntnis der Schüler, nicht unter dem Druck der Bewertung zu stehen, ihnen die Hemmung nimmt und eine entspannte Atmosphäre ermöglicht, was man am Morgenkreis nach dem Wochenende deutlich spüren kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Mangel an nachdenklichen Gesprächen im Alltagsleben: Die Einleitung beleuchtet den Mangel an tiefgründigen Gesprächen im Alltag und die Notwendigkeit, Kinder durch philosophische Ansätze zum Nachdenken anzuregen.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe "Philosophie" und "Kindheit" im historischen und anthropologischen Kontext.

3. Entwicklung der Kinderphilosophie: Hier wird die historische Entwicklung der Kinderphilosophie seit ihrer Begründung durch Matthew Lipman skizziert.

4. Die gesprächsorientierte Theoriefamilie nach Helmut Schreier: Dieses Kapitel führt in den Ansatz von Helmut Schreier ein und erläutert dessen Bedeutung für den Unterricht.

5. Formen des Gesprächs: Es werden konkrete Methoden wie der Einsatz von Geschichten mit offenem Ausgang und die Vertiefung von Unterrichtsinhalten durch Nachdenken vorgestellt.

6. Das Zwiegespräch als Alternative: Der Autor diskutiert hier das Zwiegespräch als Methode, um die Hemmschwellen großer Diskussionsgruppen zu umgehen.

7. Schlussbemerkung: Formen, die über das Gespräch hinausgehen: Das Fazit betrachtet alternative, nicht-sprachliche Ausdrucksformen philosophischer Gedanken wie künstlerische Gestaltungen.

Schlüsselwörter

Philosophieren mit Kindern, Helmut Schreier, Gesprächskultur, Kindheit, Sachunterricht, offener Ausgang, Zwiegespräch, Reflexionsvermögen, Didaktik, Urteilsvermögen, Gesprächsführung, Pädagogik, Denken, Kommunikation, Grundschule.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des "Philosophierens mit Kindern" und untersucht, wie dieses methodisch im Schulalltag verankert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Förderung von Denkfähigkeiten, die Rolle des Gesprächs als Bildungsmittel und die Anpassung von Erziehungsstilen an eine moderne Kindheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Philosophieren eine wertvolle Bereicherung darstellt, um soziale Kompetenzen und eigenständiges Hinterfragen bei Kindern zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse des gesprächsorientierten Ansatzes nach Helmut Schreier sowie auf der Auswertung praktischer Fallbeispiele aus dem Schulalltag.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Methode, die konkreten Gesprächsformen wie das Zwiegespräch und den Einsatz offener Geschichten im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Kinderphilosophie, Gesprächskultur, kritische Reflexion und die Förderung kindlicher Urteilsbildung.

Warum lehnt der Autor die Dominanz der Lehrkraft ab?

Um ein symmetrisches Kommunikationsmuster zu gewährleisten, das den Kindern erlaubt, ihre eigene Meinung frei von Leistungsdruck zu äußern.

Welche Funktion hat das "Zwiegespräch" in der Praxis?

Es dient als Alternative zum Frontalunterricht, um Intimität und Vertrauen zu schaffen, die für den Austausch existentiell bedeutsamer Fragen notwendig sind.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Philosophieren mit Kindern
College
LMU Munich
Grade
sehr gut
Author
Susanne Kolberg (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V43991
ISBN (eBook)
9783638416665
Language
German
Tags
Philosophieren Kindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Kolberg (Author), 2005, Philosophieren mit Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43991
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint