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Der Tschetschenien-Konflikt

Title: Der Tschetschenien-Konflikt

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Robert Matzdorf (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der autonomen Republik Tschetschenien, die innerhalb Russlands, im nördlichen Vorland des Großen Kaukasus liegt. Mit einer Fläche von rund 15700 Quadratkilometern ist Tschetschenien in etwa mit dem deutschen Bundesland Schleswig-Holstein vergleichbar während die sich Einwohnerzahl nach offiziellen Angaben von russischer Seite auf etwa 1,16 Mio. beläuft.
Der Zerfall der UdSSR zu Anfang der 90er Jahre bestärkte die Kaukasusvölker in ihrem Streben nach Unabhängigkeit. Doch während sich Aserbaidschan, Armenien und Georgien erfolgreich von der Russischen Föderation abspalten konnten, mündeten die tschetschenischen Unabhängigkeitsbestrebungen 1994 im ersten Tschetschenienk rieg, der laut Amnesty International in 21 Monaten vermutlich über 80000 Menschen das Leben kostete und einen 500000 Menschen umfassenden Flüchtlingsstrom auslöste. Der zweite Tschetschenienkrieg forderte ab 1999 mindestens ebenso viele Todesopfer und abermals hunderttausende von Flüchtlingen. Armut, Hunger, Plünderungen, Vergewaltigungen und weitere Menschenrechtsverletzungen sind bis heute an der Tagesordnung doch die Internationale Gemeinschaft beachtet den Konflikt kaum in gebührendem Maße. Anfangs überschattete die Intervention der Nato im Kosovo-Konflikt das Geschehen in Tschetschenien. Während sich die Augen der Weltöffentlichkeit 1999 auf den Balkan konzentrierten, rückten die Geiselnahmen in einem Moskauer Theater (2002) und in einer Schule in Beslan (2004) das Geschehen in der Kaukasusrepublik wieder ins Licht. Dabei kamen in Moskau 129 Geiseln und 41 Geiselnehmer ums Leben, in Beslan 338 Geiseln (darunter 155 Kinder) und 27 Geiselnehmer. Die Forderungen der Geiselnehmer nach dem Rückzug der russischen Truppen aus Tschetschenien ließen keine Zweifel daran aufkommen, dass es sich um tschetschenische Terroristen handelte, denen jedes Mittel recht war um ihre Ziele zu erreichen. Doch statt die Aufmerksamkeit der Welt in helfender Weise auf die Situation in Nordkaukasien zu lenken, bieten derartige Aktionen in erster Linie Zündstoff für die Argumentationen Moskaus. Russland deklariert seine Truppen in Tschetschenien als seinen Beitrag im „Krieg gegen den Terrosismus“ und verschafft sich somit zumindest ein Stillschweigen der westlichen Welt. Der Konflikt zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer existiert jedoch nicht erst seit dem 11. September 2001 sondern hat eine weit zurück reichende Geschichte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historischer Hintergrund des Konfliktes

III. Der erste Tschetschenienkrieg (1994 – 1996)

IV. Zwischen den Kriegen

V. Der zweite Tschetschenienkrieg (1999-2002)

VI. Interessen am Krieg (Hintergründe, Ursachen)

VII. Tschetschenien und das internationale Recht

VIII. Internationale Reaktionen und Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit analysiert den komplexen Tschetschenienkonflikt, wobei der Schwerpunkt auf den historischen Wurzeln, dem Verlauf der beiden Tschetschenienkriege und den geopolitischen sowie innenpolitischen Interessen Russlands liegt. Dabei wird insbesondere untersucht, inwiefern menschenrechtliche Standards durch das Völkerrecht gewahrt wurden und welche Rolle internationale Akteure in diesem Spannungsfeld einnehmen.

  • Historische Genese und Unabhängigkeitsbestrebungen der Kaukasusregion
  • Verlauf und Dynamiken des ersten und zweiten Tschetschenienkrieges
  • Analyse der russischen Interessenpolitik und geökonomische Faktoren (Öl, Pipelines)
  • Bewertung der völkerrechtlichen Situation und der Menschenrechtslage
  • Internationale Wahrnehmung und Reaktionen auf den Konflikt

Auszug aus dem Buch

Interessen am Krieg (Hintergründe, Ursachen)

Die offizielle Rechtfertigung des Krieges 1994 sprach vom Schutz der territorialen Integrität, der zweite Krieg wurde 1999 unter die Flagge der „Bekämpfung des Terrorismus“ gestellt. Die tatsächlichen Gründe für die Feldzüge russischer Generäle in Tschetschenien sind jedoch in der Innenpolitik Russlands zu suchen. Das Interesse an einem gewaltsamen Vorgehen hatte in erste Linie eine sehr kleine aber extrem einflussreiche Gruppe, deren Angehörige entweder selbst zur Regierung gehörten oder aber direkten Einfluss auf sie hatten. Im zweiten Krieg gehörten zu dieser Gruppierung vor allem Jelzin und seine politische „Familie“ sowie sein Wunschnachfolger Putin und dessen politisches Umfeld. Einerseits wollte Jelzin von seinen eigenen Machenschaften ablenken, die im August 1999 im Geldwäscheskandal gipfelten. Andererseits wollte er, wie bereits oben erwähnt, einen ihm wohlgesonnenen Nachfolger etablieren, indem er diesem einen angemessenen Vorsprung im Kampf um die „Thronfolge“ verschaffte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die geografischen und demografischen Gegebenheiten Tschetscheniens sowie Überblick über die Eskalation der Konflikte nach dem Zerfall der UdSSR.

II. Historischer Hintergrund des Konfliktes: Darstellung der jahrhundertelangen Geschichte russischer Militärpräsenz im Kaukasus und der wiederholten Versuche Tschetscheniens, staatliche Unabhängigkeit zu erlangen.

III. Der erste Tschetschenienkrieg (1994 – 1996): Analyse des militärischen Scheiterns der russischen Armee trotz Überlegenheit und des Übergangs zum Guerillakrieg sowie der Geiselnahmen.

IV. Zwischen den Kriegen: Untersuchung der fragilen Friedensphase nach 1997, geprägt von internen Machtkämpfen und dem Aufstieg radikaler Elemente.

V. Der zweite Tschetschenienkrieg (1999-2002): Beschreibung der russischen Invasion unter dem Vorwand des Antiterrorkampfes und der zweifelhaften Umstände der auslösenden Ereignisse.

VI. Interessen am Krieg (Hintergründe, Ursachen): Untersuchung der innenpolitischen Machtkalküle im Kreml und der ökonomischen Bedeutung von Ölressourcen und Pipelines.

VII. Tschetschenien und das internationale Recht: Prüfung der Einhaltung menschenrechtlicher Standards und der völkerrechtlichen Verpflichtungen Russlands im Kontext der Kriegsführung.

VIII. Internationale Reaktionen und Fazit: Analyse des diplomatischen Verhaltens der internationalen Gemeinschaft und abschließende Bewertung der Aussichtslosigkeit einer schnellen Konfliktlösung.

Schlüsselwörter

Tschetschenien, Russland, Kaukasus, Unabhängigkeitskrieg, Jelzin, Putin, Menschenrechte, Völkerrecht, Pipeline, Ölpolitik, Terrorismus, Guerillakrieg, Geiselnahme, Machtpolitik, Sowjetunion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Tschetschenienkonflikts, insbesondere im Hinblick auf dessen historische Hintergründe, die politischen Hintergründe der Kriegsführung und die menschenrechtliche Situation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Region, die Dynamik der beiden Tschetschenienkriege, russische Innenpolitik, geökonomische Interessen sowie die völkerrechtliche Bewertung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die tatsächlichen Motive hinter den russischen Feldzügen aufzuzeigen und den Konflikt unter Berücksichtigung völkerrechtlicher und politischer Rahmenbedingungen kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Literaturstudien, Presseberichten und Dokumentationen, um die komplexen Interessenkonstellationen darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kriege, die Analyse der strategischen Interessen des Kremls sowie die Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen und der Rolle des internationalen Rechts.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Autonomie, Russlands Föderationspolitik, Interessenkonflikte, Menschenrechtsverletzungen und der Einfluss geopolitischer Faktoren wie Öl und Pipelines.

Inwiefern beeinflussten die Anschläge von 1999 den Kriegsverlauf?

Die Anschläge wurden vom russischen Staat als Legitimation genutzt, um den zweiten Tschetschenienkrieg einzuleiten und die öffentliche Zustimmung durch eine harte Haltung im sogenannten Antiterrorkampf zu sichern.

Warum wird die Rolle der Pipelines in der Arbeit hervorgehoben?

Pipelines sind für die Region strategisch von großer Bedeutung, da deren Kontrolle über den wirtschaftlichen Einfluss und die Transportwege für Öl und Gas aus dem Kaspischen Raum entscheidet.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Völkerrechts?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Russland völkerrechtliche Verpflichtungen zwar normativ anerkennt, diese aber in der Praxis des Kriegsalltags durch Menschenrechtsverletzungen und den Ausschluss der Öffentlichkeit systematisch ignoriert.

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Details

Title
Der Tschetschenien-Konflikt
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Professur für Öffentliches Recht unter besonderer Berücksichtigung des Völkerrechts)
Course
Völkerrecht
Grade
2,0
Author
Robert Matzdorf (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V44001
ISBN (eBook)
9783638416733
Language
German
Tags
Tschetschenien-Konflikt Völkerrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Matzdorf (Author), 2005, Der Tschetschenien-Konflikt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44001
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