Krieg und seine Erscheinungsformen


Hausarbeit, 2004

12 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Gliederung

Krieg und seine Erscheinungsformen
I Das Wesen des Krieges
1. Typologie des Krieges
a) Zwischenstaatlicher Krieg
b) Guerillakrieg
c) Unabhängigkeitskrieg
2. Definitionen des Krieges
a) Politologische Definition
b) Ethnologische Definition
bb) Die kognitionsethnologische Hypothese
c) Evolutionsbiologische Definition
d) Kulturökologische Hypothese
3. Diskussion
4. Zusammenfassung
5. Sonderformen des Krieges
a) Psychologischer Krieg
b) Wirtschaftskrieg
c) Bandenkrieg
6. Mischformen des Krieges
a) Ethnischer Krieg
b) Terrorkrieg
7. Versuch einer eigenen Definition
II Schlusswort

Literaturverzeichnis

Krieg und seine Erscheinungsformen

I Das Wesen des Krieges

"Krieg ist die Hölle"[1] sagte einst William T. Sherman (1830–1891) und bezog sich dabei auf die gewalttätigen Auseinandersetzungen des amerikanischen Bürgerkrieges. Weniger polemisch, dafür um so deutlicher, formuliert der preußische General Carl von Clausewitz (1730–1831) das gewalttätige Wesen des Krieges in seinem Standartwerk „Vom Kriege“. Clausewitz definiert im weiteren Sinne Krieg als einen „Akt der Gewalt mit dem Ziel den Gegner zur Erfüllung des eigenen Willens zu zwingen“[2], im engeren Sinne als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln[3].

Die Dialektik der Clausewitzschen Definition lässt einen Rückschluss auf das komplexe Wesen des Krieges zu. Sowohl die Ursachen und Motive für Kriege, als auch die verschiedenen Erscheinungsformen des Krieges sind vielfältig, denn „Krieg ist ein universales Phänomen in der Geschichte und ein zentraler Bestandteil menschlicher Erfahrung: Er ist zu finden bei nahezu allen Völkern und Kulturen, in fast allen Perioden und Erdteilen“[4]. Auch wenn Krieg viele Gesichter hat - das Wesen des Krieges bleibt die Gewalt.

1. Typologie des Krieges

Die Typologie des Krieges lässt sich in drei Grundformen einteilen[5]:

a) Den zwischenstaatlichen Krieg, er ist ein Krieg zwischen zwei oder mehreren Staaten. Dazu gehört auch der Koalitionskrieg, die Verbindung mehrerer Staaten zu einer gemeinsam agierenden Kriegspartei, der Partisanenkrieg und der Krieg nichtregulärer Streitkräfte gegen die Armee einer Besatzungsmacht.

b) Den Bürgerkrieg, den Krieg innerhalb eines Staates, in dem um den Sturz der Regierenden oder um die Veränderung oder den Erhalt des politischen Systems gekämpft wird. Dazu gehört auch der Guerillakrieg.

c) Den Unabhängigkeitskrieg, dazu können gerechnet werden:

- Der Dekolonisationskrieg = Krieg eines Volkes gegen eine Kolonialmacht
- Der Sezessionskrieg = Krieg zur Loslösung eines Teilgebietes vom Staatsverband.

Die Typologien sind nicht immer eindeutig, es existieren zahlreiche Mischformen.

2. Definitionen des Krieges

Im Folgenden werden einige, gängige Definitionen des Krieges kurz aufgezeigt und anschließend diskutiert.

a) Politologische Definition

Die Politologie definiert Krieg als einen Massenkonflikt unter Beteiligung zweier oder mehr Streitkräften, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte der Regierung handelt. Weiterhin ist ein Mindestmaß von zentral gelenkter Organisation der Kriegshandlungen auf beiden Seiten, sowie der Kontinuierlichkeit der Kriegshandlungen ist erforderlich. Gelegentliche, spontane Zusammenstöße genügen demnach nicht, um den Begriff Krieg zu rechtfertigen[6].

b) Ethnologische Definition

Ethnologische Ansätze gehen vom genetisch bedingten Aggressionspotential des Menschen zur Sicherung der Reproduktion aus. Aggressivität kann aber auch durch „kulturelles Training“ entstehen, die daraus entstehende Wechselwirkung zwischen Natur und Kultur wird als „Ko-Evolutions Modell“ bezeichnet.

Krieg wird als organisierte, Ziel gerichtete Handlung von einiger Dauer gegen eine andere ebenfalls überfamiliär organisierte Gruppe, mit der Möglichkeit von tödlicher Gewaltanwendung, definiert.[7]

bb) Die Kognitionsethnologische Hypothese

Die Kognitionsethnologische Hypothese erklärt gesellschaftliche Wertsetzungen zur Basis für gewaltsame Aktionen. Als Legitimation für die Anwendung von Gewalt dienen insbesondere Verletzungen der gesellschaftlichen Ehre („Viel Feind, viel Ehr“), gewalttätige Männlichkeitsideale (Rambo), Beschwörungen von Gefahren („Achse des Bösen“) und allgemeine Feindbilder und Vorurteile (Juden)[8].

[...]


[1] Zit. Cowley/Parker, The Reader's Companion to Military History, S.424.

[2] Zit. Die Zeit; Artikel: Der Ausweg aus dem Krieg

[3] Vgl. von Clausewitz, Carl; „Vom Kriege“; Ullstein, Frankfurt am Main 2003

[4] Vgl. Martin Hoch, Vater aller Dinge? Zur Bedeutung des Kriegs für das Menschen- und Geschichtsbild, S.30–48

[5] vgl. Carl von Clausewitz; „Vom Kriege“

[6] Präsentation: Krieg, Ristow, Hock, Pöllmann

[7] Präsentation: Krieg; Ristow, Hock, Pöllmann

[8] Präsentation: Krieg, Ristow, Hock, Pöllmann

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Krieg und seine Erscheinungsformen
Hochschule
ISW Internationales Studienzentrum Wirtschaft
Note
1,8
Autor
Jahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V44017
ISBN (eBook)
9783638416856
ISBN (Buch)
9783638775298
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg, Erscheinungsformen
Arbeit zitieren
Benedikt von Droste zu Hülshoff (Autor), 2004, Krieg und seine Erscheinungsformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44017

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