Aufgrund der fortschreitenden Globalisierung hat sich in den letzten Jahren ein zunehmender Konkurrenzdruck innerhalb der Tourismusindustrie entwickelt, weswegen von den betroffenen Unternehmen immer mehr Flexibilität verlangt wird. Es müssen neue Wege zu bisher ungenutzten Ressourcen zwecks Angebotsverbesserung und Nachfrageoptimierung geebnet werden. Oftmals verhindern Grenzen der eigenen Unternehmung eine Anpassung an aktuelle Marktsituationen und verursachen damit einen Wettbewerbsnachteil.
Im Rahmen dieser Projektarbeit soll aufgezeigt werden, in wieweit zwischenbetriebliche Kooperationen, im Bezug auf Tourismusorganisationen, eine geeignete Strategie zur Überwindung dieser Grenzen darstellen können und welche Voraussetzungen grundsätzlich gegeben sein müssen, um einen Synergieeffekt durch die Kooperation zu erzielen. Dazu wird zunächst auf Tourismusdestinationen und deren Management eingegangen, wobei im Speziellen auf Unterschiede hinsichtlich der Positionierungsmöglichkeiten aber auch der Organisation und der Unternehmensform hingewiesen wird. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die Qualität und den Umfang möglicher Kooperationsvorhaben. Anschließend wird anhand eines Kooperationsmodells eine theoretische, idealtypische Grundlage zur Erarbeitung einer Kooperationsstrategie vorgestellt.
Im zweiten der Teil Projektarbeit wird das Kooperationsmodell auf die Destination Westerland übertragen, um eine individuelle Kooperationsstrategie zu entwickeln. Die Grundlage bilden die aktuelle Marktsituation sowie Unternehmenszielsetzungen der im Fallbeispiel angesprochenen Tourismusorganisation. Die Kooperation dient dabei als Strategie zur Erreichung operativer Ziele, welche ausgehend von den unternehmensspezifischen Oberzielen und aktuellen Marktentwicklungen ausgearbeitet werden. Abschließend werden angewandte Kooperationsstrategien hinsichtlich der Erreichung formulierter Unternehmensziele beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Tourismusdestinationen
2.1 Imagebildung
2.2 Management
2.2.1 Konstitutive Entscheidungen
2.2.2 Organisationsstruktur
3 Kooperationen
3.1 Allgemeine Vor- und Nachteile
3.2 5-Phasen Modell
4 Fallbeispiel Westerland
4.1 Image
4.2 Management
4.3 Angewandtes Kooperationsmodell
4.3.1 Chancen-Risiken Analyse
4.3.2 Stärken-Schwächen Analyse
4.3.3 Segmentierung
4.3.4 Strategieentwicklung
4.3.4.1. Regionale Kooperation
4.3.4.2. Internationale Kooperation
5 Beurteilung der angewandten Kooperationsstrategien
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit zwischenbetriebliche Kooperationen zwischen Tourismusorganisationen als Strategie dienen können, um bestehende Grenzen der eigenen Unternehmung zu überwinden und Synergieeffekte zu erzielen, dargestellt am praktischen Beispiel der Destination Westerland/Sylt.
- Grundlagen von Tourismusdestinationen und Destinationsmanagement
- Theoretische Basis und Nutzen von Kooperationen
- Analyse des Standorts Westerland und seiner Marktposition
- Strategische Umsetzung und Bewertung von regionalen sowie internationalen Kooperationsansätzen
Auszug aus dem Buch
3.1 Allgemeine Vor- und Nachteile
Vorteile von nationalen und internationalen Kooperationen sind folgende Synergieeffekte:
- Rationalisierungs- und Kostensenkungseffekte durch Bildung größerer Wirtschaftseinheiten
- Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch Stärkung der Marktpositionen
- Risikominimierung durch Aufteilung der Unternehmensrisiken unter den Kooperationspartnern
- Erlangen einer wirtschaftlichen Machtposition durch Einschränkung bzw. Ausschaltung des Wettbewerbes
- Verstärkter Einfluss auf politische Entscheidungsträger
- Finanzierung von Großprojekten, zu denen einzelne Unternehmen nicht fähig wären
Neben den positiven Aspekten einer Kooperation gibt es auch mögliche negative Auswirkungen wie Kostennachteile durch Kommunikationsprobleme oder Reise- und Vertragskosten. Durch die kollegiale Abstimmung besteht zudem die Gefahr des Verlustes der Eigenständigkeit und Flexibilität. Eine Offenlegung von Geschäftsgeheimnissen in Form von Kalkulationskenntnissen, Austausch von Know-how oder das Sichtbarwerden der Marketingstrategie kann einen eventuellen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz unwirksam machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des steigenden Konkurrenzdrucks im Tourismus ein und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen vor.
2 Tourismusdestinationen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der touristischen Destination und erläutert die Grundlagen der Imagebildung sowie die Aufgaben und Organisationsformen des Destinationsmanagements.
3 Kooperationen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit, deren Vor- und Nachteile sowie ein idealtypisches 5-Phasen-Modell zur Umsetzung von Kooperationen behandelt.
4 Fallbeispiel Westerland: Dieses Kapitel überträgt das theoretische Modell auf die Destination Westerland, analysiert deren Image, Management und spezifische Kooperationsstrategien regional und international.
5 Beurteilung der angewandten Kooperationsstrategien: Abschließend werden die in Westerland implementierten regionalen und internationalen Kooperationsansätze kritisch bewertet und hinsichtlich ihrer Zielerreichung sowie künftiger Optimierungspotenziale diskutiert.
Schlüsselwörter
Tourismusdestination, Destinationsmanagement, Kooperation, Synergien, Westerland, Sylt, Imagebildung, Strategieentwicklung, Marketingkooperation, Marktsegmentierung, Wettbewerbsfähigkeit, Benchmarking, Stärken-Schwächen Analyse, Nutzwertanalyse, Präferenzdestination.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Tourismusorganisationen durch horizontale Kooperationen Synergien erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit trotz zunehmenden Konkurrenzdrucks steigern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Führung von Tourismusdestinationen, die ökonomischen Vor- und Nachteile von Kooperationen sowie die praktische Anwendung von Strategiemodellen im Tourismussektor.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer fundierten Kooperationsstrategie für die Destination Westerland, um durch die Nutzung von Synergien operative Ziele zu erreichen und sich im internationalen Markt besser zu positionieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Destinationsmanagement-Strukturen, eine 5-Phasen-Modell-Betrachtung nach Staudt sowie eine Schwachstellen- und Chancen-Risiken-Analyse des Standorts Westerland.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Kooperationsmodelle und eine detaillierte Fallstudie zu Westerland, inklusive einer Analyse von Image, Management und konkreter Kooperationsvorhaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Destinationsmanagement, horizontale Kooperationen, Synergieeffekte, Markenbildung, Marktsegmentierung und strategisches Management im Tourismus.
Warum wird gerade Westerland als Fallbeispiel gewählt?
Westerland dient als ideales Beispiel, da es als Zentrum der Insel Sylt eine spezifische Positionierung innehat und durch die Tourismus-Service Westerland GmbH & Co. KG professionell gemanagt wird.
Wie bewertet der Autor die internationale Kooperation mit St. Moritz?
Der Autor sieht diese als ambitioniert, merkt aber an, dass Unterschiede in den Organisationsstrukturen und beim Tätigkeitsumfang der Partner die Umsetzung der angestrebten Kooperationsinhalte bisher erschwert haben.
- Quote paper
- Christian Strasser (Author), 2005, Horizontale Kooperationen zwischen Tourismusorganisationen zur Ausschöpfung vorhandener Synergien dargestellt am Beispiel Westerland/Sylt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44041