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Sex und Tabu - Die Tabuisierung des Sexualitätsdiskurses in der menschlichen Kommunikation im historischen Wandel

Exemplarisch aufgezeigt anhand ausgewählter englischsprachiger Gothic Short Fiction des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts

Title: Sex und Tabu - Die Tabuisierung des Sexualitätsdiskurses in der menschlichen Kommunikation im historischen Wandel

Research Paper (postgraduate) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1

Autor:in: Server Purtov (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Das Forschungsvorhaben dieser Arbeit ist insgesamt folgendermaßen erfassbar: Diese Arbeit wird aufzeigen, wie sich die Tabuisierung der Sexualität im Diskursbereich der englischsprachigen Gothic Short Fiction historisch entwickelt und welche Relevanz diese Entwicklung für die gesellschaftlichen Strukturen hat. Hierbei erhebt die Arbeit weder den Anspruch die gesamte empirische Wirklichkeit der englischsprachigen Gesellschaften, noch eine repräsentative Anzahl des Materials zu erfassen, vielmehr reißt sie Motive und Themen aus der Literatur an und versucht ihre Bedeutung für die Wirklichkeit zu analysieren. Dabei wird nicht vorgesehen, sich literaturwissenschaftlich auf eine bestimmte Methode festzulegen, sondern es werden immer die Methoden gewählt, die für die jeweiligen Texte passend erscheinen. Da diese Forschung sich auf eine Motiv- und Themenanalyse einschränkt und keine vollständigen Textinterpretationen anstrebt, wird keine ausführliche theoretische Erklärung der literaturwissenschaftlichen Methoden notwendig sein. In einem ersten Schritt wird eine theoretische Klärung der zugrunde liegenden Begriffe vorgenommen. Dabei wird zu klären sein, was unter Sexualität, unter Tabuisierung und unter Kommunikation und Diskurs verstanden und als Instrument eingesetzt wird. In einem zweiten Schritt erfolgt eine Begründung der Auswahl des Materials und dessen geschichtliche Zuordnung und Strukturierung. Hier erscheint es wichtig nachzuvollziehen, wie literaturgeschichtliche Epochen entstehen und was sich hinter dem Begriff der Gothic Short Fiction verbirgt. Diesem Schritt folgt eine Beschreibung und Interpretation des Materials in Hinsicht auf die darin enthaltenen Normen und Überzeugungen innerhalb des Sexualitätsdiskurses. Das Material wird dabei chronologisch und der epochalen Einteilung entsprechend bearbeitet. Im Teil III der Arbeit ist eine übergreifende Analyse der ausgearbeiteten Werte und Normen in Hinsicht auf ihren Wirklichkeitsbezug und ihre geschichtliche Veränderung vorzunehmen. Es wird jedoch nicht im Rahmen dieser Arbeit die Aufgabe zu erfüllen sein, die Relevanz der erarbeiteten Motive für alle Diskurse oder auch für die gesamte gelebte empirische Wirklichkeit zu erfassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Zur Arbeit

a) Persönliches Forschungsinteresse

b) Vorhaben

2. Begriffsklärung

a) Sexualität

b) Tabuisierung

c) Kommunikation und Diskurs

3. Materialauswahl

a) Gothic Short Fiction

b) Epocheneinteilung

II. Materialdarstellung

1. Romantik

a) Raymond: A Fragment (1799)

b) Berenice (1835)

2. Zeitalter des Viktorianismus und des Realismus

a) Evelines Visitant (1862)

b) Selina Sedilia (1865)

3. Age of Transition

a) Hurst of Hurstcote (1893)

b) Jordan’s End (1923)

4. Moderne

a) A Rose For Emily (1930)

b) Sardonicus (1961)

5. Postmoderne

a) The Lady Of The House Of Love (1979)

b) Autopsy Room Four (2002)

III. Analyse

1. Sexualität und Tod als Motive

2. Tabuverschiebung

3. Gesellschaftliche Relevanz

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den historischen Wandel der Tabuisierung von Sexualität innerhalb des Diskurses der englischsprachigen Gothic Short Fiction des 19. und 20. Jahrhunderts und analysiert die gesellschaftliche Relevanz dieser Entwicklung.

  • Historische Entwicklung der Tabuisierung von Sexualität.
  • Interaktion der Motive von Sexualität, Tod, Krankheit, Gewalt und Blut.
  • Analyse von Gothic Short Fiction als Medium des gesellschaftlichen Diskurses.
  • Epochenübergreifende Untersuchung von Romantik bis Postmoderne.
  • Autonomisierung der Sexualität im historischen Verlauf.

Auszug aus dem Buch

a) Raymond: A Fragment (1799)

Die Geschichte Raymond: A Fragment erschien unter dem Pseudonym Juvenis, was auf Latein soviel wie junger Mann oder junge Frau heißt, in The Lady’s Magazine in Großbritannien im Februar 1799 (vgl. Baldick 1992, S. 527). Somit lässt sich nicht feststellen, ob die Geschichte von einem Mann oder von einer Frau verfasst wurde, wobei die Vermutung nahe liegt, dass Letzteres der Fall ist, sowohl augrund des Erscheinungsortes, als auch weil die Frauen aus verständlichen Gründen eher dazu neigten, anonym zu veröffentlichen.

Der Text beginnt mit der Einführung des „unhappy Raymond“ (S. 23), der seine Frau Miranda vermisst. Von Miranda ist vergleichsweise wenig bekannt, außer dass sie verschwunden ist und dass Raymond sich nichts so sehr wünscht, wie „once more to posses my lovely Miranda“ (S. 23), also sie wieder (einmal) zu besitzen. Dann hört Raymond einen „distant and faint shriek“ (S. 24) und begibt sich voller Mutes in die Richtung aus welcher der Schrei kam. Nach einiger Suche, während deren er mit seiner eigenen Angst und der widerspenstigen mysteriösen Umgebung zu kämpfen hat, erreicht Raymond einen „ancient tower“ (S. 25). In diesem Turm findet er zuerst ein Skelett und dann den Schreien folgend eine (seiner Meinung nach) barbarische Szene: „He beheld a man, brandishing, exultingly, a dagger, reeking with blood, over the body of a female, who had fallen a victim to his barbarity“ (S. 26). Natürlich rächt Raymond die Unglückliche, indem er den Mörder in die „regions of eternal misery“ (S. 26) befördert. Als er jedoch die Leiche der Frau genau sehen kann, fällt er in Ohnmacht, denn es ist Miranda.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel begründet das Forschungsinteresse am Sexualitätsdiskurs, legt das Ziel der Arbeit fest und definiert zentrale Begriffe wie Sexualität, Tabuisierung sowie den theoretischen Rahmen der Kommunikation und Diskursanalyse.

II. Materialdarstellung: Hier erfolgt eine chronologische Analyse ausgewählter Gothic Short Fiction Texte von der Romantik bis zur Postmoderne hinsichtlich ihrer Darstellung von Sexualität, Tod und Tabus.

III. Analyse: Dieses Kapitel führt eine übergreifende Untersuchung der erarbeiteten Motive (Krankheit, Gewalt, Blut) durch, diskutiert Verschiebungen in den Tabubereichen und bewertet die gesellschaftliche Relevanz der literarischen Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Sexualität, Tabu, Gothic Short Fiction, Diskurs, Kommunikation, Tod, Krankheit, Gewalt, Blut, Romantik, Viktorianismus, Moderne, Postmoderne, Inzest, Nekrophilie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Tabuisierung von Sexualität in der englischsprachigen Gothic Short Fiction des 19. und 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die diskursive Konstruktion von Sexualität, die Verknüpfung von Sexualität und Tod als Motive sowie der Wandel gesellschaftlicher Normen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich die Tabuisierung der Sexualität in diesem spezifischen literarischen Diskurs historisch entwickelt hat und welche Relevanz dies für gesellschaftliche Strukturen besitzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine motiv- und themenorientierte Analyse angewandt, wobei die Methoden flexibel an die jeweiligen Texte angepasst werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine Materialdarstellung und Interpretation verschiedener Kurzgeschichten, chronologisch geordnet nach literarischen Epochen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Sexualität, Tabu, Gothic Short Fiction, Diskurs, Kommunikation, Tod, Krankheit, Inzest und Nekrophilie.

Wie verändert sich die Darstellung von Sexualität und Tod im Zeitverlauf?

Während im 19. Jahrhundert Sexualität und Tod oft als kausal verknüpft (z.B. sexuelle Überschreitung führt zu Krankheit und Tod) dargestellt werden, lockert sich diese Verbindung in der Moderne und Postmoderne, wo der Tod teils als Erlösung oder die Sexualität als autonom betrachtet wird.

Welche Rolle spielt das Motiv des Blutes?

Das Motiv des Blutes dient als Medium der Übertragung zwischen den Diskursen von Sexualität und Tod und ist stark mit den Motiven der Krankheit und Gewalt verknüpft.

Warum wird Gothic Short Fiction als Untersuchungsgegenstand gewählt?

Dieses Genre eignet sich aufgrund seiner antigesellschaftlichen Haltung und der ständigen Auseinandersetzung mit Grenzüberschreitungen besonders gut zur Analyse struktureller Widersprüche im Sexualitätsdiskurs.

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Details

Title
Sex und Tabu - Die Tabuisierung des Sexualitätsdiskurses in der menschlichen Kommunikation im historischen Wandel
Subtitle
Exemplarisch aufgezeigt anhand ausgewählter englischsprachiger Gothic Short Fiction des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts
College
University of Koblenz-Landau
Course
Forschungsseminar zum Thema Sexualität
Grade
1
Author
Server Purtov (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V44099
ISBN (eBook)
9783638417532
ISBN (Book)
9783640390748
Language
German
Tags
Tabu Tabuisierung Sexualitätsdiskurses Kommunikation Wandel Gothic Short Fiction Jahrhunderts Forschungsseminar Thema Sexualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Server Purtov (Author), 2005, Sex und Tabu - Die Tabuisierung des Sexualitätsdiskurses in der menschlichen Kommunikation im historischen Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44099
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