Natur und Technik in Gerhart Hauptmanns "Bahnwärter Thiel"


Hausarbeit, 2015
25 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Verhältnis zu Natur und Technik im Naturalismus

3. Natur im Bahnwärter Thiel
3.1 Positive Aspekte der Natur
3.2 Negative Aspekte der Natur
3.3 Die Natur als Seelenspiegel

4. Technik im Bahnwärter Thiel
4.1 Positive Aspekte der Technik
4.2 Negative Aspekte der Technik
4.3 Die Technik als Spiegel einer Doppelexistenz

6. Schlussbemerkungen

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Novelle Bahnwärter Thiel von Gerhart Hauptmann gilt als eines der zentralen Werke des Naturalismus. Hauptmann berichtet darin vom Leben Thiels, der seine geliebte Frau Minna verliert, um das Wohl des gemeinsamen Sohnes Tobias willen erneut heiratet und dessen zweite Ehefrau Lene ihm einen weiteren Sohn gebiert. Was zunächst idyllisch klingt, erweist sich schon bald als Trugbild, denn Thiel muss sich schließlich eingestehen, dass Lene Tobias misshandelt und er nichts dagegen unternimmt, weil er Lene trotz allem begehrt. Er flüchtet sich in sein einsam im Wald gelegenes Bahnwärterhäuschen, um dort mit Andachten seiner ersten Frau zu gedenken. Eines Tages bekommt er den Kartoffelacker neben dem Häuschen geschenkt und Lene besucht ihn mit den Kindern, um den Acker zu bewirtschaften. Hierbei passiert das Unglück, Tobias geht unbemerkt auf die Schienen, wird von dem nahenden Zug überfahren und stirbt. Thiel wird über dem Verlust seines Sohnes wahnsinnig und erschlägt des Nachts Frau und Kind, weshalb er in die Irrenanstalt gebracht wird.

Bereits auf dem Umschlagbild der ersten Buchausgabe (1892) sind nicht etwa die Protagonisten der Novelle abgebildet, sondern die Eisenbahnstrecke und das Wärterhäuschen vor dem Hintergrund des Waldes.[1] Dies verdeutlicht die Relevanz von Natur und Technik für die Handlung, denn nur allzu oft hat man die Beschreibungen der Umgebung des Bahnwärters „als malerisches und romantisches Beiwerk abgetan“.[2] Es bleibt die Frage, welche Rolle Natur und Technik in der novellistischen Studie einnehmen und wie sie sich auf Thiel auswirken. Um dies zu untersuchen, soll in einem theoretischen Kapitel zunächst auf das Verhältnis der Naturalisten zu Natur und Technik eingegangen werden. Danach werden die positiven und negativen Aspekte der Natur betrachtet, bevor die Bedeutung der Natur als Seelenspiegel Thiels analysiert wird. Anschließend wird in ähnlicher Weise mit dem Bereich der Technik verfahren. So steht die Betrachtung ihrer positiven und negativen Aspekte im Mittelpunkt, im Anschluss daran wird die Bedeutung der Technik als Spiegel der Doppelexistenz Thiels erläutert. Das Ziel ist eine umfassende und differenzierte Untersuchung der Darstellung von Natur und Technik, ihrer Bedeutung innerhalb der Novelle sowie ihrer Auswirkungen auf den Bahnwärter Thiel.

2. Das Verhältnis zu Natur und Technik im Naturalismus

Die Epoche des Naturalismus entfaltete sich ca. 1880-1900 und somit in einer Zeit des gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Umbruchs im damaligen Deutschen Kaiserreich. Mit dem Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte auch die Urbanisierung eingesetzt, da sehr viele Menschen Arbeit in den Städten und den dort entstehenden Fabriken suchten. Dies brachte jedoch auch negative Aspekte mit sich, beispielsweise das wachsende Elend des Proletariats, eine „Abhängigkeit von der neuen Technik und neuen Berufen“[3] oder gar „Maschinensklaventum“,[4] wie Günther Mahal es nennt. So verwundert es nicht, dass Industrialisierung und Technik auch in der Literatur nicht nur als Heilsbringer, sondern durchaus kritisch gesehen wurden[5] und sich die Naturalisten mit den „Bedingungen und Auswirkungen der urbanen, wissenschaftlich-industriellen Zivilisation“[6] auseinandersetzten. Über die Einstellung der Naturalisten zur Technik lässt sich jedoch keine allgemeingültige Aussage treffen. Während Lothar Wiese erklärt, dass die Naturalisten „in ihrer Mehrheit das naturwissenschaftliche Denken als Befreiung“[7] begriffen und „den Aufstieg der Wissenschaften und den Siegeszug des technisch-industriellen Fortschritts“[8] begrüßten, konstatiert Sprengel, die „inhaltliche Zuwendung der Naturalisten zu den Produkten der technischen Revolution entspringt eher einer negativen Faszination, ist weithin von Skepsis und Furcht bestimmt“.[9] Es war wohl eher eine Mischung aus Bedenken und Begeisterung, welche die Naturalisten und ihre Zeitgenossen angesichts der Neuerungen in Wissenschaft und Technik verspürten, was auch Wiese schließlich hervorhebt: Gleichermaßen „faszinierend und beunruhigend wirkten einige sichtbare Ergebnisse: die Elektrifizierung der Straßenbahnen in den 80er-Jahren, die Verdoppelung des Eisenbahnverkehrs zwischen 1880 und 1895 […], die Erfindungen wie Gasbeleuchtung, Telegraf und Telefon“.[10]

Dennoch steht in der Literatur der Naturalisten die „Neuorganisation der durch die Industrialisierung entstandenen modernen Massengesellschaft“[11] im Vordergrund, „Technik erschien in diesen Zusammenhängen als quasi unproblematisch, sie wird nicht eigentlich zum Thema der Naturalisten“.[12] Von größerem Interesse sind für die Naturalisten das Aufzeigen der Determination des Menschen und die damit verbundene soziale Frage. Sie bewegten sich dabei „im Spannungsfeld zwischen sozialer Milieu- und biologischer Vererbungstheorie“[13] und griffen auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zurück. So waren Charles Darwins Evolutionstheorie (Über den Ursprung der Arten, 1859), der Positivismus Auguste Comtes, „der lediglich die Daten anerkannte, die von den Sinnen ermittelt werden“,[14] sowie die von Hippolyte Taine geprägten Begriffe Rasse, Milieu und historisches Moment[15] von großer Bedeutung für den Naturalismus und seine Vertreter. „Im Grunde laufen sämtliche Wissenschaftstheorien, an denen sich der Naturalismus orientierte, darauf hinaus, dass der Mensch nicht mehr länger als autonomes Subjekt, sondern als determiniertes Wesen verstanden werden konnte“,[16] wobei den Faktoren Milieu, Rasse und historisches Moment als „Determinanten einer als mechanisch betrachteten Natur des Menschen“[17] eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

So bewegten sich die Naturalisten im Spannungsfeld zwischen der Beherrschung der Natur durch Wissenschaft und Technik und einer Determination des Menschen durch die Natur. Deutlich wird dies auch am von Arno Holz formulierten Kunstgesetz des Naturalismus: „Die Kunst hat die Tendenz, wieder die Natur zu sein. Sie wird es nach Maßgabe ihrer jeweiligen Reproduktionsbedingungen und deren Handhabung“.[18] Das Ziel der möglichst objektiven Nachahmung der Wirklichkeit wird in der Formel „Kunst = Natur – x“[19] gebündelt und unterliegt naturwissenschaftlichen Gesetzen. So bezeichnet ‚x‘ die „subjektiven Verzerrungen“,[20] welche durch Emotionen und Temperament des Künstlers entstehen. Auch dieser ist somit in der Ausübung seiner Kunst durch die Natur, genauer die Natur des Menschen, determiniert. Die „Rolle der ‚freien‘, der ‚grünen‘ Natur“[21] hingegen „war im literarischen Naturalismus zusammengeschrumpft zu minimalem Zitatcharakter“,[22] da sie angesichts des menschlichen Elends stark an Relevanz einbüßte. „Das Widersprüchliche wurde zum Signum dieser Epoche: Es zeigte sich hinter der Maske des Fortschritts das Elend der Masse […], hinter dem Anspruch von Humanität und Aufklärung das Triebhafte und Tierische im Menschen, hinter der Idee des freien Willens die Unfreiheit“.[23] Diese Widersprüche faszinierten die Naturalisten, sodass sie sich mit Vorliebe den hässlichen Seiten der Moderne widmeten, die in der Determination des Menschen durch dessen innere Natur oder durch die Technisierung und ihre Folgen ihren Ausdruck fanden.

3. Natur im Bahnwärter Thiel

Im weiteren Verlauf der Arbeit soll die Darstellung und die Bedeutung der Natur im Bahnwärter Thiel untersucht werden. Hierfür ist es zunächst erforderlich, auf die positiven wie negativen Aspekte der Natur einzugehen, bevor die Rolle der Natur als Seelenspiegel Thiels näher betrachtet werden kann. Im Folgenden wird die Natur gemäß dem Duden als „alles, was an organischen und anorganischen Erscheinungen ohne Zutun des Menschen existiert oder sich entwickelt“[24] definiert, also zum Beispiel Pflanzen, Tiere, Gewässer, Steine, Wettererscheinungen und nicht zuletzt Menschen und deren innere Natur.

3.1 Positive Aspekte der Natur

Die Waldeinsamkeit, in der Thiel seinen Dienst tut, zeigt sich zu Beginn seiner abendlichen Schicht von ihrer schönsten Seite:

Die Sonne, welche soeben unter dem Rande mächtiger Wolken herabhing, um in das schwarzgrüne Wipfelmeer zu versinken, goss Ströme von Purpur über den Forst. Die Säulenarkaden der Kiefernstämme jenseits des Dammes entzündeten sich gleichsam von innen heraus und glühten wie Eisen.

Auch die Geleise begannen zu glühen, feurigen Schlangen gleich, aber sie erloschen zuerst; und nun stieg die Glut langsam vom Erdboden in die Höhe, erst die Schäfte der Kiefern, weiter den größten Teil ihrer Kronen in kaltem Verwesungslichte zurücklassend, zuletzt nur noch den äußersten Rand der Wipfel mit einem rötlichen Schimmer streifend. Lautlos und feierlich vollzog sich das erhabene Schauspiel.[25]

Diese überaus detaillierte Beschreibung des Sonnenuntergangs betont die Schönheit der Natur und lässt erahnen, welche Abwechslung die Natur in den tristen Arbeitsalltag Thiels bringt.[26] So wechseln die Farben von dunklem Grün über warme Rotschattierungen zu kalten Tönen, während die Gleise geradewegs lebendig zu werden scheinen. So „verdeutlicht die Schilderung des Naturraumes dessen elementare Größe sowie die Einsamkeit des Menschen in der Natur“[27] durch Verwendung von Begriffen wie „Säulenarkaden“ und „erhaben“, die dem Idyll eine feierliche Atmosphäre geben.

Diese Erhabenheit baut Hauptmann im weiteren Text noch aus, indem er religiöse Bezüge einfließen lässt. „Zum einen wird das Majestätische, Gewaltige der Natur betont, das die Menschen klein werden lässt, zum anderen eine geheimnisvolle ‚Heiligung‘ der ‚beseelten‘ Natur“,[28] etwa wenn Thiel stehen bleibt, „um den wunderbaren Lauten zu lauschen, die aus dem Holze wie sonore Choräle aus dem Innern einer Kirche hervorströmten“.[29] Auch zu anderen Gegebenheiten „erhalten Eindrücke der Natur für den Bahnwärter eine religiöse Weihe“,[30] etwa als Tobias während eines gemeinsamen Spaziergangs beim Anblick eines Eichhörnchens die Frage „Vater, ist das der liebe Gott?“[31] äußert. Besonders die „schemenhaft echte Minna eignet sich perfekt als Projektionsfläche für Thiels religiöse Bedürfnisse“,[32] wie die folgende Textstelle zeigt:

Der Wärter wurde weihevoll gestimmt, ähnlich wie in der Kirche. Zudem unterschied er mit der Zeit eine Stimme, die ihn an seine verstorbene Frau erinnerte. Er stellte sich vor, es sei ein Chor seliger Geister, in den sie ja auch ihre Stimme mische, und diese Vorstellung erweckte in ihm eine Sehnsucht, eine Rührung bis zu Tränen.[33]

Die Natur evoziert somit Thiels emotionale Seite, sie spricht seine seelischen Bedürfnisse an und gibt ihm Gelegenheit, Minnas zu gedenken. Damit und mit der Abwechslung, welche das Naturschauspiel bietet, bereichert die Natur sein Leben. Doch obwohl sie zunächst „als ein Raum des Schutzes […] und inneren Ausgleiches“[34] dient, kann sie „auch als Raum der Bedrohung dargestellt werden“,[35] wie das nächste Kapitel aufzeigen wird.

3.2 Negative Aspekte der Natur

Die soeben beschriebene Schönheit der Natur im Bahnwärter Thiel hat auch ihre Schattenseiten, welche nun untersucht werden sollen. Einen ersten Hinweis auf die dunkle Seite der Natur liefert die diesbezüglich von Hauptmann verwendete Farbsymbolik. Neben den bereits genannten Farbtönen werden auch „Todes- und Verwesungsfarben“[36] zur Naturdarstellung verwendet. „Schwarze Wasserlachen“,[37] „im Grau der Luft“[38] oder „grauschwarze Moderschichten“[39] sind nur einige beispielhafte Ausdrücke hierfür. Auch das mehrmals erwähnte Braun spiegelt die Ambivalenz der Natur wider, denn es ist zugleich eine Farbe der Vitalität und der Vergänglichkeit.[40] So ist der braune Kartoffelacker gleichzeitig Segen und Fluch für Thiel, da er zunächst eine Nahrungsquelle darstellt, zugleich jedoch, als Auslöser für den Familienausflug zum Bahnwärterhäuschen, mitverantwortlich für Tobias Tod ist. Immer wieder wird auch das Unheimliche der Natur betont, etwa durch Beschreibungen, die im Rückblick als Vorausdeutung zu Tobias Tod interpretiert werden können. So werden Kiefernstämme als „bleiches, verwestes Gebein“[41] benannt, es ertönt das unheilvolle Krächzen von Krähen,[42] das Einbrechen der Nacht hinterlässt „Verwesungslichte“[43] und Birkenblätter erscheinen wie „gespenstige Rossschweife“.[44] All diese Formulierungen schaffen zwar Beklemmung beim Leser, hinterlassen jedoch nur einen vagen Eindruck von den dämonischen Eigenheiten der Natur.

„Die wesentliche Inkarnation einer bösen, dämonischen Natur ist Thiels zweite Frau Lene“,[45] welche „in ihrer Auswirkung auf Thiel […] mit dem Bild eines beutemachenden Tieres“[46] verglichen wird. Bereits zu Beginn der Novelle wird Lenes animalische Seite dadurch offenbart, dass sie von den Dorfbewohnern als „Tier“[47] bezeichnet wird. Dem Leser wird die schlechte Natur Lenes auch deutlich, wenn auf ihre Anziehungskraft auf Thiel hingewiesen wird. So schildert der Erzähler, wie Thiel „durch die Macht roher Triebe in die Gewalt seiner zweiten Frau“[48] geraten ist und nun darunter leidet. Während seine erste Ehe durch „vergeistigte Liebe“[49] geprägt war, wird die zweite Ehe offenbar von seinem sexuellen Verlangen gegenüber Lene bestimmt. Hierin zeigt sich die Aufspaltung der „Normalität des Weiblichen in zwei gegensätzliche Bereiche“,[50] in Minna und Lene, also in Geistigkeit und psychischer Abhängigkeit einerseits und Leidenschaft, Triebbefriedigung und physischer Abhängigkeit andererseits. Thiel kommt nicht gegen Lene und deren Misshandlungen von Tobias an, weshalb er von den anderen Ehemännern des Dorfes als „gutes Schaf“[51] charakterisiert und damit ebenfalls einem Tier gleichgesetzt wird. Die Tatsache, dass Thiel Lene nicht ‚zähmen‘ kann zeigt sich, als Thiel wegen eines vergessenen Brotes auf dem Weg zur Arbeit noch einmal umkehrt und Lene dabei überrascht, wie sie Tobias schlägt. Beim Anblick der „vollen, halbnackten Brüste“[52] Lenes scheint eine Kraft von ihr „auszugehen, unbezwingbar, unentrinnbar“,[53] sodass Thiel sich wie gefesselt fühlt und es nicht schafft, gegen die Misshandlung seines Sohnes einzuschreiten. Dies offenbart die dämonische Macht, welche die Natur in Form von Lene über Thiel hat. „Lene verkörpert die Bedrohung und Versuchung; sie zerstört Thiels Verhältnis zur Vergangenheit (zu Minna), seinen Frieden und den des Dorfes“,[54] weshalb auch sie am Schluss zerstört werden muss: „Das ‚Tier‘ Lene ist tot, gerichtet durch einen Menschen, der zum ‚Tier‘ wurde.“[55] So siegen letztendlich die Triebe über die Vernunft und somit siegt auch die Natur über den aufgeklärten Menschen. Thiel ist nicht nur „durch seine Charakterdisposition, verstärkt durch die Milieubedingungen“[56] determiniert, sondern auch durch „sein Verhältnis zur zweiten Frau“,[57] also seiner triebbedingten Abhängigkeit von ihr. Im von Thiel begangenen Doppelmord offenbart sich schließlich die ganze Dämonie der Natur, denn nicht nur Lene, sondern „auch ihren gemeinsamen Sohn kann er nicht verschonen, die Idee von der direkten Vererbung schlechter Anlagen, von der auch der Naturalismus ausgeht“,[58] ist zu stark, und so vernichtet Thiel seinen Sohn und damit auch einen Teil seines Selbst. Thiel wird beim Mord also auf zweierlei Weise von der Natur beeinflusst, einerseits durch seine sexuelle Abhängigkeit von Lene, die seine vorherige Tatenlosigkeit und seine damit verbundene Wut auf sie bedingt, andererseits durch den Wunsch nach Auslöschung der „bösen“ Gene in Gestalt des Sohnes. Das für den Naturalismus typische Bild vom Menschen als einem von Milieu und Genen determinierten Wesen wird hier zusätzlich mit einer Natur verknüpft, die nicht nur das kommende Unglück vorauszudeuten scheint, sondern auch auf dämonische Weise auf das Leben Thiels einwirkt. Die sexuelle Abhängigkeit von Lene stürzt ihn und seinen Sohn ins Verderben.[59]

[...]


[1] Vgl. Post, Klaus D.: Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel. Text, Materialien, Kommentar. München: Carl Hanser Verlag 1979 (= Literatur-Kommentar Bd. 15). S. 157.

[2] Von Wiese, Benno: Die deutsche Novelle von Goethe bis Kafka. Interpretationen. Düsseldorf: August Bagel Verlag 1960. S. 270.

[3] Wiese, Lothar: Gerhart Hauptmann. Bahnwärter Thiel. München: Oldenbourg Schulbuchverlag 2007 (= Oldenbourg Interpretationen Bd. 108). S. 50.

[4] Mahal, Günther: Naturalismus. München: Wilhelm Fink Verlag 1975 (= Uni-Taschenbücher 363). S. 31.

[5] Vgl. Hejl, Peter M.: Kultur. In: Metzler Lexikon Kultur- und Literaturtheorie. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Hrsg. von Ansgar Nünning. 5. aktualisierte und erweiterte Aufl. Stuttgart: J. B. Metzler 2013. S. 414: „Schätzte man zunächst die Industrialisierung positiv ein, so änderte sich das, als die ersten Umweltveränderungen deutlich wurden, als die zwar erfolgreiche aber auch krisenhaft verlaufende Industrialisierung Deutschlands viele Menschen existentieller Not aussetzte und das Land sich gegen Konkurrenz von außen abschottete“.

[6] Schneider, Lothar: Naturalismus, Literaturtheorien des. In: Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Hrsg. von Ansgar Nünning. 5. aktualisierte und erweiterte Aufl. Stuttgart: J.B. Metzler 2013. S. 557.

[7] Wiese, L.: Gerhart Hauptmann. S. 52.

[8] Ebd. S. 52. Vgl. auch Korber, Tessy: Technik in der Literatur der frühen Moderne. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Gunther Witting. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 1998. S. 50.: Die „Naturalisten teilten […] den Stolz ihrer Zeitgenossen auf die technischen Leistungen und auch den darauf sich gründenden Fortschrittsoptimismus“.

[9] Sprengel, Peter: Gerhart Hauptmann. Epoche – Werk – Wirkung. München: C.H. Beck 1984. S. 188.

[10] Wiese, L.: Gerhart Hauptmann. S. 53.

[11] Korber, T.: Technik in der Literatur der frühen Moderne. S. 52.

[12] Ebd. S. 52.

[13] Kanz, Christine: Die literarische Moderne. In: Beutin, Wolfgang/Beilein u.a.: Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 8. aktualisierte und erweiterte Aufl. Stuttgart: J.B. Metzler 2013. S. 346.

[14] Ebd. S. 347.

[15] Vgl. ebd. S. 347.

[16] Ebd. S. 347.

[17] Ebd. S. 347.

[18] Mahal, G.: Naturalismus. S. 154. Zitiert nach Arno Holz: Das Werk. Erste Ausgabe mit Einführungen von Dr. Hans W. Fischer. 10 Bände. Berlin 1924-25. S. X 83.

[19] Kanz, C.: Die literarische Moderne. S. 348.

[20] Kanz, C.: Die literarische Moderne. S. 348.

[21] Mahal, G.: Naturalismus. S. 18.

[22] Ebd. S. 18.

[23] Wiese, L.: Gerhart Hauptmann. S. 53.

[24] Duden online: Natur, die. http://www.duden.de/rechtschreibung/Natur (06.05.2015).

[25] Hauptmann, Gerhart: Bahnwärter Thiel. Novellistische Studie. Hrsg. von Max Kämper. Stuttgart: Reclam 2014 (= Reclam XL, Text und Kontext Nr. 19154). S. 19 f.

[26] Vgl. Hauptmann, Gerhart: Bahnwärter Thiel. S. 8: „Das Wetter und der Wechsel der Jahreszeiten brachten in ihrer periodischen Wiederkehr fast die einzige Abwechslung in diese Einöde.“ sowie Taube, Günter: Die Rolle der Natur in Gerhart Hauptmanns Gegenwartswerken bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Nachdruck d. Ausgabe Berlin 1936. Nendeln: Kraus Reprint 1967 (= Germanische Studien 176). S. 35: „Das am meisten hervorstechende Merkmal der Naturschilderungen im „Thiel“ ist folgendes: eine und dieselbe Landschaft zeigt sich je nach Beleuchtung (Tageszeit) und Witterung in den allerverschiedensten Erscheinungsformen“.

[27] Wiese, L.: Gerhart Hauptmann. S. 35.

[28] Ebd. S. 35.

[29] Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 29.

[30] Heerdegen, Irene: Gerhart Hauptmanns Novelle „Bahnwärter Thiel“. In: Gerhart Hauptmann. Hrsg. von Hans Joachim Schrimpf. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1976 (= Wege der Forschung Bd. 207). S. 269.

[31] Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 30.

[32] Geltinger, Kathrin: Der Sinn im Wahn. „Ver-rücktheit“ in Romantik und Naturalismus. Marburg: Tectum Verlag 2008. S. 90.

[33] Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 30.

[34] Wiese, L.: Gerhart Hauptmann. S. 43.

[35] Ebd. S. 43.

[36] Ebd. S. 43.

[37] Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 14.

[38] Ebd. S. 37.

[39] Ebd. S. 37.

[40] Vgl. Okolowitz, Herbert u. Susanna Layh: Braun. In: Metzler Lexikon literarischer Symbole. Hrsg. von Günter Butzer u. Joachim Jacob. Stuttgart: J.B. Metzler 2008. S. 54. – Vgl. auch Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 27: Das „erdfarbene Gesicht“ Thiels verdeutlicht diesen Symbolgehalt: Er hat seinem Sohn das Leben geschenkt, wird es ihm aber auch wieder nehmen.

[41] Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 37.

[42] Ebd. S. 14.

[43] Ebd. S. 19.

[44] Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 19.

[45] Möbius, Hanno: Der Naturalismus. Epochendarstellung und Werkanalyse. Heidelberg: Quelle & Meyer 1982 (= Uni-Taschenbücher 1211). S. 71.

[46] Ebd. S. 71.

[47] Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 5.

[48] Ebd. S. 6.

[49] Ebd. S. 6.

[50] Wiese, L.: Gerhart Hauptmann. S. 22.

[51] Hauptmann, G.: Bahnwärter Thiel. S. 5.

[52] Ebd. S. 17.

[53] Ebd. S. 17.

[54] Möbius, H.: Der Naturalismus. S. 76.

[55] Söder, Thomas: Studien zur deutschen Literatur. Werkimmanente Interpretationen zentraler Texte der deutschen Literaturgeschichte. Wien: LIT Verlag 2008 (= Germanistik Bd. 37). S. 164.

[56] Wiese, L.: Gerhart Hauptmann. S. 52.

[57] Möbius, H.: Der Naturalismus. S. 69.

[58] Geltinger, K.: Der Sinn im Wahn. S. 93.

[59] Vgl. Mahal, G.: Naturalismus. S. 127.: „Der Niedergang von Menschen, Ehen, Familien, soziologischen Gruppen – er wurde zum Leitmodell einer Evolution, die Depravierung hieß: Herunterkommen des Menschen zum Tier, zur Bestie, zum Schwein, unaufhaltsam abschnurrend wie ein Uhrwerk, eingleisig und ohne mögliche Weichenstellung mündend in Idiotie, Verbrechertum und Tod“.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Natur und Technik in Gerhart Hauptmanns "Bahnwärter Thiel"
Hochschule
Universität Mannheim  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Proseminar: Novellen
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V441008
ISBN (eBook)
9783668796454
ISBN (Buch)
9783668796461
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bahnwärter Thiel, Gerhart Hauptmann, Natur, Technik, Naturalismus
Arbeit zitieren
Eileen Nagler (Autor), 2015, Natur und Technik in Gerhart Hauptmanns "Bahnwärter Thiel", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441008

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