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Metaphern im Diskurs über PEGIDA. Eine korpuslinguistisch informierte Analyse

Titel: Metaphern im Diskurs über PEGIDA. Eine korpuslinguistisch informierte Analyse

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 48 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Eileen Nagler (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Welche Metaphern werden im PEGIDA-Diskurs besonders häufig verwendet und dominieren diesen? Diese Frage soll mit Hilfe eines Korpus beantwortet werden. Für die Auseinandersetzung mit den Metaphern im Diskurs über PEGIDA ist zunächst eine theoretische Fundierung der Hausarbeit vonnöten. Zu Beginn steht die Erarbeitung einer Definition des Terminus „Diskurs“. Anschließend folgt eine linguistische Auseinandersetzung mit den wichtigsten Metapherntheorien, an deren Ende eine Theorie als Basis für das Metaphernverständnis der Arbeit gewählt wird. Weiterhin werden verschiedene Grade der Metaphorizität genannt und kurz erläutert, um auf diesem Wege eine Kategorisierung von Metaphern zu ermöglichen. Um eine fundierte Analyse vornehmen zu können ist es unerlässlich, sich mit den Funktionen von Metaphern im Diskurs auseinanderzusetzen. Dies geschieht im letzten Kapitel des theoretischen Teils der Arbeit. Das Kapitel 3 ist der Methode gewidmet, mit welcher das Thema erschlossen wird. So wird die Erstellung des Korpus be-schrieben, welches die Grundlage für das weitere Vorgehen ist. Auf der Basis des Korpus werden alle darin enthaltenen Metaphern bestimmt und nach Bildspenderfeldern katalogisiert. Die Metaphern beziehungsweise Bildspenderfelder mit der größten Diskursrelevanz werden im empirischen Teil der Arbeit schließlich näher betrachtet und diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil

2.1 „Diskurs“ – Versuch einer Definition

2.2 Metapherntheorien im Überblick

2.3 Grade der Metaphorizität

2.4 Funktionen von Metaphern im Diskurs

3. Parameter der Korpuserstellung

4. Empirischer Teil

4.1 Quantitative Analyse

4.2 Das Bildspenderfeld Krieg/Kampf

4.3 Das Bildspenderfeld Perspektiven

4.4 Das Bildspenderfeld Elemente

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die spezifische Metaphorik innerhalb des Diskurses über PEGIDA zu untersuchen und aufzuzeigen, welche Metaphern diesen Diskurs maßgeblich strukturieren und dominieren. Anhand eines korpuslinguistisch erstellten Datenbestands aus überregionalen Wochenzeitschriften wird analysiert, wie diese bildhaften Ausdrücke zur Komplexitätsreduktion beitragen, bestimmte politische Sichtweisen legitimieren und letztlich auf die Einstellung und das Handeln der Diskursteilnehmer einwirken.

  • Wissenschaftliche Fundierung durch Diskurs- und Metapherntheorien
  • Korpuserstellung und methodisches Vorgehen bei der Analyse
  • Kategorisierung von Metaphern nach Bildspenderfeldern (z.B. Krieg/Kampf, Perspektiven)
  • Untersuchung der Funktionen von Metaphern (konstituierend, handlungsleitend, argumentationsstützend)
  • Einfluss metaphorischer Sprache auf die gesellschaftliche Debatte um PEGIDA

Auszug aus dem Buch

4.2 Das Bildspenderfeld Krieg/Kampf

Die Diskursrelevanz des Bildspenderfeldes Krieg/Kampf zeigt sich – abgesehen von seiner Größe – unter anderem darin, dass sich sowohl kreative als auch konventionalisierte und lexikalisierte Metaphern aus diesem Feld speisen. So ist die lexikalisierte Metapher Wahlkampf hochfrequent, welche eine ‚politische Auseinandersetzung von Parteien vor einer Wahl mit dem Ziel der Stimmenwerbung‘ meint. Eine weitere, häufig gebrauchte Metapher ist die Querfront. Sie zählt zu den konventionalisierten Metaphern, da sie noch nicht lexikalisiert ist, aber wegen ihres häufigen Gebrauchs in der Presse auch nicht den kreativen Metaphern zugeordnet werden kann.

Die Verwendung dieser Metapher geht bis in die Weimarer Republik zurück, sie „bezeichnet eine rechtsradikale Bündnisstrategie, die Gemeinsamkeiten zwischen Linken und Rechten hervorhebt und eine Machtübernahme zum Ziel hat“ (Niewendick 2014). Wenn PEGIDA mehrfach als Teil einer Querfront bezeichnet wird, so evoziert dies die Vorstellung, dass eine Gefahr von ebendieser ausgeht und eventuell eine Machtübernahme durch die Querfront bevorsteht. Einmalig wird hingegen die kreative Metapher „Sturmgeschütz der Demokratie“ für die BILD-Zeitung verwendet, welche dadurch als Medium dargestellt wird, das die PEGIDA-Demonstrationen nicht gutheißt und kritisiert.

Metaphern aus dem Bildspenderfeld Krieg/Kampf, wie Protestveteranen, Bollwerk oder Heer, suggerieren, dass sich Deutschland in einem kriegsähnlichen Zustand befindet. Dies geschieht nicht auf eine besonders subtile Art, wie die obenstehende Graphik „Lexemverbände des Bildspenderfeldes Krieg/Kampf“ zeigt. Es lässt sich erkennen, dass der Lexemverband Kampf den größten Anteil an diesem Bildspenderfeld hat, direkt gefolgt von den Lexemverbänden Marsch und Front. Auch die Lexemverbände Krieg und Attacke fallen innerhalb des bildspendenden Feldes Krieg/Kampf aufgrund ihrer Häufigkeit auf und bringen gemeinsam mit den drei zuvor genannten Bildspendern den Großteil der Metaphern dieses Feldes hervor, wie im Diagramm zu sehen ist. All diese metaphorischen Ausdrücke verweisen direkt auf eine Konstruktion der gesellschaftlichen und politischen Situation als Krieg oder Kampf und generieren auf diese Weise Handlungsrelevanz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, begründet die Relevanz des PEGIDA-Diskurses und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der dominanten Metaphern, die mittels eines Korpus beantwortet werden soll.

2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert die wissenschaftliche Basis, indem Begriffe wie „Diskurs“ definiert und Metapherntheorien (Substitution, Vergleich, Interaktion, Kognition) sowie Grade der Metaphorizität und deren Funktionen im Diskurs erläutert werden.

3. Parameter der Korpuserstellung: Hier wird der Prozess der Datenerhebung beschrieben, inklusive der Auswahlkriterien für die Printmedien, der methodischen Abgrenzung des Korpus und der verwendeten Werkzeuge zur Datenanalyse.

4. Empirischer Teil: Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Auswertung und die detaillierte Analyse der dominierenden Bildspenderfelder (Krieg/Kampf, Perspektiven, Elemente), um deren Wirkung und Funktion im PEGIDA-Kontext darzulegen.

5. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen und identifiziert offene Forschungsfragen (Desiderata).

Schlüsselwörter

PEGIDA, Metapher, Diskursanalyse, Korpuslinguistik, Bildspenderfeld, Kriegmetaphorik, Perspektiven, Politische Kommunikation, Konventionalisierte Metaphern, Diskurslinguistik, Sprachkritik, Handlungsrelevanz, Komplexitätsreduktion, Öffentlicher Diskurs, Medienanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Sprache des öffentlichen Diskurses über die PEGIDA-Bewegung, wobei der Fokus gezielt auf den verwendeten Metaphern liegt, um deren dominierende Rolle in dieser Debatte aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Verankerung der Metaphernforschung, die korpuslinguistische Aufarbeitung medialer Texte sowie die Analyse spezifischer Bildspenderfelder wie Krieg/Kampf, Perspektiven und Elemente.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass bestimmte Metaphern den Diskurs über PEGIDA nicht nur begleiten, sondern regelrecht dominieren und somit die Wahrnehmung der Realität sowie die Handlungen der Beteiligten maßgeblich beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein korpuslinguistischer, diskursanalytischer Ansatz gewählt, der auf einer quantitativen Auswertung und anschließenden qualitativen Einordnung metaphorischer Ausdrücke basiert.

Was wird im empirischen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Kategorisierung und Analyse von 1382 metaphorischen Ausdrücken, insbesondere in den Bereichen Krieg/Kampf, politische Perspektiven (links/rechts/Mitte) und Naturelemente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Metapher, Diskursanalyse, Korpuslinguistik, PEGIDA und Bildspenderfelder charakterisieren.

Warum spielt das Bildspenderfeld "Krieg/Kampf" eine so wichtige Rolle?

Dieses Feld ist im Korpus am stärksten vertreten. Die Untersuchung zeigt, dass durch Begriffe aus diesem Bereich eine kriegsähnliche Situation konstruiert wird, die Gegner und Befürworter in ein "Gewinner-oder-Verlierer"-Schema zwingt.

Was zeigt die Analyse des Bildspenderfeldes "Perspektiven"?

Die Analyse verdeutlicht die Schwierigkeiten und die Verwirrung bei der politischen Einordnung der PEGIDA-Anhänger, da Begriffe wie "Mitte" oder "rechts" von verschiedenen Akteuren zur Differenzierung und Selbstverortung unterschiedlich besetzt werden.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Metaphern im Diskurs über PEGIDA. Eine korpuslinguistisch informierte Analyse
Hochschule
Universität Mannheim  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Hauptseminar: „Sprache und Politik. Grundlagen, Perspektiven, Gegenstände.“
Note
1,0
Autor
Eileen Nagler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
48
Katalognummer
V441010
ISBN (eBook)
9783668793293
ISBN (Buch)
9783668793309
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pegida Korpus Korpuslinguistik Diskurs Diskurslinguistik Politik Metapher Methaphorik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eileen Nagler (Autor:in), 2015, Metaphern im Diskurs über PEGIDA. Eine korpuslinguistisch informierte Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441010
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Leseprobe aus  48  Seiten
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