Beziehungen zum Computer


Seminararbeit, 2001

14 Seiten, Note: 1,65


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kommunikation und ihre Voraussetzungen
2.1 Begriffsklärung
2.2 Beziehung zwischen Kommunikationspartnern.

3. Der Computer als Kommunikationspartner
3.1 Formen der Kommunikation mit dem PC
3.2 Virtuelle Intention
3.3 Metakommunikation mit dem PC
3.4 Kommunikation durch Halluzination
3.4.1 Vorstellungskraft als Basis
3.4.2 Warum ausgerechnet der Computer?
3.5 Sozialer Umgang mit dem Computer
3.5.1 Der Computer als sozialer Akteur
3.5.2 Höflicher Umgang mit dem PC
3.5.3 Lob vom PC - Lob dem PC
3.5.4 Wut auf Computer
3.5.5 Persönlichkeit von Computern
3.5.6 Geschlecht von Computern
3.6 Einswerdung mit dem Partner - Sex mit dem PC?

4. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Beziehungen, die mittels Computertechnik zustande kommen beziehungsweise intakt gehalten werden, nehmen in unserer Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert ein. Die moderne Technik ermöglicht räumlich getrennten Paaren, sich nicht nur mittels einfacher Textübermittlung, sondern sogar audiovisuell nahe zu sein.

Doch wie verhält es sich mit dem Medium selbst? Kann es so etwas wie eine Beziehung geben zwischen einem Computer und der Person, die ihn bedient?

Da die Computertechnik nicht nur am Arbeitsplatz sondern in zunehmenden Maße auch im privaten Bereich wachsende Bedeutung erlangt, ist diese Frage durchaus legitim, zumal einer aktuellen Umfrage der Computerzeitschrift PC Welt zufolge gut drei Viertel aller Teilnehmer angeben, mit ihrem Computer zu sprechen[1].

Der Computer ist ein Arbeitsgerät, mit dem viele Menschen täglich zu tun haben, mit dem man nicht nur arbeiten, sondern auch spielen und durch das man sogar kommunizieren kann.

Ein solch vielseitiges System, mit welchem man auf verschiedene Art und Weise jede Menge Zeit verbringen kann, scheint doch geradezu prädestiniert für die Frage, ob es da eine Art von Beziehung geben kann, die über die eines bloßen Umgangs mit einem Werkzeug hinausgeht.

Mit der vorliegenden Hausarbeit gebe ich einen Überblick über Ergebnisse bisheriger Untersuchungen, in welchen das Verhältnis von Computer-Nutzern zu ihren Rechnern analysiert wurde, und ich werde versuchen, einen Beitrag zur Beantwortung der Frage zu leisten, ob Kommunikation zwischen Computern und Menschen generell möglich sein kann oder nicht.

Die Quellenlage zum Thema ist als eher spärlich zu bezeichnen, jedoch behandeln die wenigen existierenden Schriften die Frage nach der Beziehung zwischen Mensch und Computer teilweise recht umfangreich und tiefgründig. In diesem Zusammenhang verweise ich besonders auf die Veröffentlichungen “Der Mensch als Kommunikationspartner” von Peter Molzberger sowie “The Media Equation” von Byron Reeves und Clifford Nass.

2. Kommunikation und ihre Voraussetzungen

2.1 Begriffsklärung

Aufgrund der Besonderheit der zu betrachtenden Beziehung zwischen dem Lebewesen Mensch und der Maschine Computer scheint es mir angebracht, zunächst den Begriff der Kommunikation etwas genauer zu beleuchten.

Der Wissenschaftler Prof. Dr. Ingbert Kupka bezeichnet Kommunikation als „koordiniertes symbolisches Handeln mehrerer Beteiligter unter Zuhilfenahme eines Mediums“[2]. Die Definition scheint nachvollziehbar und schlüssig.

Kupka spezifiziert seine Überlegung, indem er ergänzt, dass Kommunikation koordiniertem Handeln der Kommunikationspartner diene und dass sie deren Intentionen unterliege.

Sie setze vergleichbare Verstehensgrundlagen voraus, könne sich auf den Kommunikationsprozess selbst und seine Voraussetzungen beziehen und sei stets mit Erwartungen an die anderen Beteiligten verbunden. Ferner unterliege jegliche Kommunikation dem Bestreben nach ökonomischen Verhalten.[3]

Um miteinander kommunizieren und sich infolgedessen auch verstehen zu können, müssen zwischen den Kommunikationspartnern eine Reihe von Vereinbarungen getroffen sein.

So müssen sich die Kommunikationspartner auf der Basis weitgehend gleicher grammatischer Sprachregelungen (syntaktisch), gleicher Bedeutungen für gleiche Begriffe (semantisch) sowie weitgehend ähnlicher subjektiver Realitätserfahrungen (pragmatisch) unterhalten können.[4]

2.2 Beziehung zwischen Kommunikationspartnern

Menschen, die miteinander kommunizieren, befinden sich in diesem Zeitraum in einer bestimmten Beziehung zueinander, da sie aufeinander reagieren und sie sich durch diese verbale und/oder non-verbale Kommunikation aufeinander beziehen.

Die Art der Beziehung unterliegt bestimmten Regeln, die man nach folgenden Aspekten aufgliedern kann:

Selbstausdruck:

Jeder Ausdruck eines Menschen ist fast immer auch ein Selbstausdruck, d.h. mit allem, was wir ausdrücken, vermitteln wir dem Gegenüber auch einen Teil unserer eigenen individuellen Persönlichkeit.[5]

Eine hohe pragmatische Ebene ist die Stimme. Eine warme, tiefe Stimme wird beim Kommunikationspartner einen anderen Eindruck hinterlassen als eine schrille, hohe Stimme.

Des weiteren lassen sich durch Analysen von Handschrift und sogar Maschinenschrift[6] Rückschlüsse über den psychischen Zustand eines Menschen ziehen.

Das hierbei angewendete Regelsystem nennt sich „Neurolinguistic Programming“.[7]

Suggestion:

In der Regel versuchen sich die Kommunikationspartner immer, gegenseitig zu beeinflussen, um ihre Intentionen durchsetzen zu können.

Dies geschieht meist unbewusst. Im Falle bewusster Suggestion kann auch Missbrauch betrieben werden, beispielsweise für Propagandazwecke.

Suggestion kann aber zur Schaffung einer gemeinsamen Kommunikationsbasis auch von großem Nutzen sein. Indem man z.B. sein Gegenüber in seine Stimmungslage versetzt, kann dadurch ein besseres Verständnis für Gefühle und Argumente erreicht werden.[8]

Raumgebung:

Wenn man den Kommunikationspartner so anerkennt, wie er ist, dann entsteht eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens. Das Gewähren eines gewissen Freiraumes ermöglicht dem Gegenüber rekursiv ebenfalls Freiraum zu gewähren.[9]

unbewusste Kommunikation:

Als unbewusste Kommunikation bezeichnet man Reaktionen auf nicht auffallende und zum Teil nicht wahrnehmbare Signale der Kommunikatoren. Dies sind körpereigene Mikroschwingungen, die nur von Hochgeschwindigkeitskameras erfasst und in Zeitlupe ausgewertet werden können.

Je nach Form und Ausprägung der Schwingungen lässt sich analysieren, ob die beiden Kommunikatoren Sympathie oder eher Abneigung füreinander empfinden.

Diese Mikroschwingungen können nicht direkt beeinflusst werden.[10]

3. Der Computer als Kommunikationspartner

3.1 Formen der Kommunikation mit dem PC

Setzt man voraus, dass Kommunikation mit einer Maschine in irgendeiner Form überhaupt möglich ist, so ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, mit einem Computer zu interagieren.

Als klassische Form sei hier zunächst das Computerspiel genannt, bei dem der PC die Rolle des virtuellen Gegners einnimmt. Aber auch virtuelle Figuren außerhalb von Computerspielen („Avatare“) sowie simple aber wirkungsvolle Reaktionen sogenannter „Auto-Responder“ nach dem „Stimulous-Response“-Prinzip erwecken bei vielen Nutzern den Eindruck, dass sie auf ihre Eingaben hin eine individuelle, spontane Reaktion bekommen.

Generell könnte man alle Software-seitigen Reakionen auf Benutzer-seitige Eingaben als Kommunikation bezeichnen, wobei die Art der Ein- und Ausgabe längst nicht mehr nur visuell per Tastatur und Bildschirm erfolgt, sondern auch auditiv per Mikrofon und Lautsprecher möglich ist, z.B. bei Aussprachetrainern innerhalb von CD-Rom-Sprachkursen.

Eine nicht zu vergessene Form der Kommunikation wären aber auch verbale Reaktionen des Benutzers auf non-verbale Aktionen des PCs, wenn z.B. ein Anwender als Reaktion auf einen Systemabsturz wütend wird und vielleicht sogar gewalttätig wird gegenüber dem Rechner.

[...]


[1] http://www.pcwelt.de/news/vermischtes/17735/, 18.7.2001

[2] Molzberger, 1994, S. 48

[3] vgl. ebd.

[4] vgl. ebd., S. 51

[5] vgl. ebd., S. 53

[6] durch Untersuchung der Satz-Syntax und des benutzten Vokabulars

[7] vgl. Molzberger, 1994, S. 54

[8] vgl. ebd.

[9] vgl. ebd.

[10] vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Beziehungen zum Computer
Hochschule
Universität Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Seminar: Theorie der technisch vermittelten interpersonalen Kommunikation
Note
1,65
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V44105
ISBN (eBook)
9783638417594
ISBN (Buch)
9783638750271
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Computer als Kommuniktionspartner und dem sozialen Umgang mit diesem technischen Gerät.
Schlagworte
Beziehungen, Computer, Seminar, Theorie, Kommunikation
Arbeit zitieren
B.A. Mario Müller (Autor:in), 2001, Beziehungen zum Computer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44105

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