Der Mensch ist ein Rudeltier. Betrachtet man Kommunikation als ein menschliches Grundbedürfnis, das ein einzelner Mensch alleine nicht befriedigen kann, bestätigt sich diese Aussage.
Ausgehend von den US-amerikanischen Entwicklungen begann nach 20 Jahren öffentlich-rechtlichem Rundfunk auch in Deutschland Anfang der 1970er Jahre eine Diskussion um die zukünftige Entwicklung des Fernsehens. Was ist nötig? Was ist möglich? Die Meinungen gingen teilweise weit auseinander. Während einige an den alten Rundfunkstrukturen festhalten wollten, forderten andere die Öffnung des Fernsehmarktes für private Programmveranstalter. Eigentlich müsste es sogar „Schaffung“ des Fernsehmarktes heißen, da sich die Fernsehlandschaft erst durch die kommerziellen Interessen der Privatsender zu einem Markt gewandelt hat.
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Entstehung und Durchführung der deutschen Kabelpilotprojekte, welche den privatwirtschaftlich organisierten Rundfunk in der Bundesrepublik begründet haben.
Zu den einzelnen Kabelpilotprojekten gibt es zahlreiche Begleitstudien und Dokumentationen sowie Aufsätze in Fachzeitschriften. Jedoch existieren kaum Übersichten, in denen alle vier Projekte vergleichend nebeneinander gestellt und analysiert werden. Lediglich Susanne Hiegemanns Publikation „Kabel- und Satellitenfernsehen“, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, bietet hier einen einigermaßen umfassenden Überblick.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- GESCHICHTLICHER UND POLITISCHER HINTERGRUND
- Die internationalen Anfänge
- Die Anfänge in Deutschland
- Die KtK-Kommission
- Beschluss der Pilotprojekte
- Der Verkabelungsstopp
- Kabel: Pro & Contra
- Der „Kabelgroschen“
- Die Untersuchungskommission
- DIE PILOTPROJEKTE
- Gemeinsame Grundlagen
- Zwecke aller Projekte
- Die Technik
- Die Kosten für die Teilnehmer
- Die vier Versuchsregionen
- Kabelpilotprojekt Ludwigshafen
- Kabelpilotprojekt München
- Kabelpilotprojekt Dortmund
- Kabelpilotprojekt Berlin
- Gemeinsame Grundlagen
- DIE FOLGEN DER KABELPILOTPROJEKTE
- Akzeptanz und gesellschaftliche Folgen
- Politische Folgen
- Wirtschaftliche Folgen
- RESÜMEE
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, einen Überblick über die Entstehung und Durchführung der deutschen Kabelpilotprojekte zu geben, die den privatwirtschaftlich organisierten Rundfunk in der Bundesrepublik begründet haben. Sie untersucht den geschichtlichen und politischen Hintergrund dieser Projekte, analysiert deren gemeinsame Grundlagen und die einzelnen Versuchsregionen, und betrachtet schließlich die Folgen der Kabelpilotprojekte für die Gesellschaft, die Politik und die Wirtschaft.
- Die Entwicklung des deutschen Fernsehmarktes
- Die Rolle der Kabelpilotprojekte bei der Einführung von Privatfernsehen in Deutschland
- Der Einfluss der Kabelpilotprojekte auf die Medienlandschaft der Bundesrepublik
- Die politischen und wirtschaftlichen Folgen der Kabelpilotprojekte
- Die gesellschaftliche Akzeptanz der Kabelpilotprojekte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema der Arbeit vor und erläutert die Bedeutung der Kabelpilotprojekte für die Entwicklung des deutschen Fernsehmarktes. Im zweiten Kapitel wird der geschichtliche und politische Hintergrund der Projekte beleuchtet, wobei die internationalen Anfänge sowie die Anfänge in Deutschland mit der Bildung der KtK-Kommission, dem Beschluss der Pilotprojekte, dem Verkabelungsstopp und der Kontroverse um Kabelfernsehen im Detail dargestellt werden. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Pilotprojekten selbst, wobei zunächst die gemeinsamen Grundlagen der Projekte und anschließend die vier einzelnen Versuchsregionen Ludwigshafen, München, Dortmund und Berlin beschrieben werden.
Schlüsselwörter
Kabelpilotprojekte, Rundfunk, Fernsehmarkt, Privatfernsehen, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Medienlandschaft, Medienpolitik, gesellschaftliche Akzeptanz, wirtschaftliche Folgen, politische Folgen, KtK-Kommission, Verkabelungsstopp, "Kabelgroschen".
Häufig gestellte Fragen
Was waren die deutschen Kabelpilotprojekte?
Die Kabelpilotprojekte waren vier Versuchsreihen in den 1980er Jahren (Ludwigshafen, München, Dortmund, Berlin), die die technische Machbarkeit und Akzeptanz von Kabelfernsehen und privatem Rundfunk testen sollten.
In welchen Städten fanden die Kabelpilotprojekte statt?
Die vier Versuchsregionen waren Ludwigshafen am Rhein, München, Dortmund und Berlin.
Welche Bedeutung hatten die Projekte für das Privatfernsehen?
Sie markierten den Übergang vom öffentlich-rechtlichen Monopol zum dualen Rundfunksystem in Deutschland, indem sie erstmals privaten Programmanbietern den Markteintritt ermöglichten.
Was war die KtK-Kommission?
Die Kommission für den Ausbau des technischen Kommunikationssystems (KtK) empfahl Mitte der 70er Jahre die Durchführung von Breitbandkabel-Versuchen, um die Zukunft der Telekommunikation in Deutschland zu planen.
Was versteht man unter dem „Kabelgroschen“?
Der „Kabelgroschen“ war eine Erhöhung der Rundfunkgebühr, die zweckgebunden zur Finanzierung des Aufbaus der Kabelnetze eingesetzt wurde.
- Quote paper
- B.A. Mario Müller (Author), 2001, Die deutschen Kabelpilotprojekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44113