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Neuer, schneller, sensationeller. Warum Politik und Bürger im Kampf um Aufmerksamkeit nur verlieren können

Titel: Neuer, schneller, sensationeller. Warum Politik und Bürger im Kampf um Aufmerksamkeit nur verlieren können

Essay , 2006 , 7 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Kirsten Petzold (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Essay wird das Wechselspiel zwischen Politik und Medien betrachtet und die Frage erörtert, welche Rolle die mediale Darstellung für die Vermittlung von Politik und die politische Partizipation der Bürger spielt. Wie verändert sich die Politik dadurch, dass die Medien immer zusehen, kommentieren, skandalisieren? Wie bedingen sich politisches und Mediensystem gegenseitig? Haben Bürger überhaupt noch die Möglichkeit, sich sachlich und neutral zu informieren und sich wirklich politisch zu bilden, oder ist alles zu einer einzigen großen Politainment-Maschinerie verkommen? Zur Diskussion dieser Fragestellungen werden verschiedene Theorien zu Politik und Öffentlichkeit, etwa das Bühnenmodell, die instrumentelle Inszenierung, Agenda Setting, Habermas' Diskursmodell oder Luhmanns Themenkarrieren, herangezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Bühnenmodell der Politik

3. Die Mediatisierung und ihre Folgen

4. Instrumentelle Inszenierung und Komplexitätsreduktion

5. Definitionsmacht und Agenda Setting

6. Auswirkungen auf den Bürger

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Mediatisierung politischer Prozesse und hinterfragt kritisch, ob das Phänomen des "Politainment" sowie die Inszenierung von Politik zu einem Legitimationsverlust demokratischer Institutionen und einer Entfremdung der Bürger führt.

  • Die Wechselwirkung zwischen politischen Akteuren und den Anforderungen moderner Massenmedien.
  • Die Instrumentalisierung politischer Inhalte durch mediale Selektions- und Präsentationsregeln.
  • Das Konzept der "Definitionsmacht" im Rahmen von Agenda Setting und Themenkarrieren.
  • Die Auswirkungen der Inszenierung auf die Wahrnehmung und Partizipation der Bürger.
  • Die kritische Reflexion des Legitimationsproblems in einer mediengeprägten Demokratie.

Auszug aus dem Buch

Die Folgen: Um in den Medien präsent zu sein und somit eine Chance darauf zu haben, sich dem Bürger zu präsentieren und dem politischen Gegner ein paar wertvolle Prozentpunkte abzuknöpfen, unterwirft sich die Politik immer stärker den Regeln des Mediensystems.

In vorauseilendem Gehorsam wird vereinfacht, verknappt, zerstückelt, dramatisiert, personalisiert und visualisiert was das Zeug hält, auch auf die Gefahr hin, dass politische Entscheidungsprozesse in der Darstellung zerrissen werden und somit als Ganzes nicht mehr verständlich sind, nur um den Medien leicht konsumierbare, für die Rezipienten schon mundgerecht gefertigte Häppchen zu liefern. Die Wirklichkeit wird beschönigt so gut man nur kann, Ereignisse wie Pressekonferenzen oder Parteitage werden für die Medien in Aufbau und Abläufen so stark verändert, bis sie kaum noch als solche erkennbar sind, teilweise werden „Events“ ausschließlich zu dem Zweck, die Medien zur Berichterstattung zu bewegen, ins Leben gerufen. Der Begriff der instrumentellen Inszenierung, geprägt durch den Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger, ist zum allgegenwärtigen, in schöner Regelmäßigkeit zu beobachtenden Phänomen geworden.

Oft sind Argumente zu hören, wonach eine Komplexitätsreduktion durch Selektion und verstärkte Anschaulichkeit dringend notwendig ist, um den Bürgern den Zusammenhang zwischen der Politik und ihrer eigenen, alltäglichen Lebenswirklichkeit zu verdeutlichen. So präsentieren die Medien Stereotype, die beim Bürger aufgrund der vielen auf ihn einstürmenden Informationen und Möglichkeiten noch einmal reduziert werden – nichts anderes meint Walter Lippmann mit seiner Unterscheidung zwischen der „world outside“ und den „pictures in our head“. Doch was, wenn diese Bilder kaum noch etwas mit der Wirklichkeit zu tun haben? Wenn dabei ein auf Äußerlichkeiten fixiertes Gute-Laune-Bild entsteht, welches den Problemen, den Anforderungen und dem Bedeutungsgehalt politischer Entscheidungen nicht mehr gerecht wird?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der medienzentrierten Politik ein und entwirft ein zugespitztes Szenario, in dem politische Partizipation durch mediale Inszenierung ersetzt wird.

2. Das Bühnenmodell der Politik: Dieses Kapitel erläutert das kommunikationswissenschaftliche Konzept, in dem Bürger als passives Publikum und Politiker als Marionetten eines Regisseurs wahrgenommen werden.

3. Die Mediatisierung und ihre Folgen: Hier wird analysiert, wie die Annäherung von Politik und Unterhaltung dazu führt, dass die Grenze zwischen beidem zunehmend verschwimmt und die Medien den politischen Diskurs dominieren.

4. Instrumentelle Inszenierung und Komplexitätsreduktion: Es wird dargelegt, wie sich die Politik den Selektionsregeln der Medien unterwirft, was zu einer Vereinfachung und dramatisierten Darstellung politischer Prozesse führt.

5. Definitionsmacht und Agenda Setting: Das Kapitel behandelt den Verlust der Definitionsmacht der Politik und wie mediales Agenda Setting Themen vorgibt, die den politischen Handlungsspielraum verengen.

6. Auswirkungen auf den Bürger: Dieser Abschnitt analysiert das Entfremdungsempfinden der Bürger gegenüber der Politik und die negative Auswirkung auf die demokratische Partizipation.

7. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass eine Korrektur dieser Entwicklung schwierig ist und die Politik weiterhin in einem schwierigen Abhängigkeitsverhältnis zu den Medien steht.

Schlüsselwörter

Politainment, Mediatisierung, Politische Kommunikation, Demokratie, Agenda Setting, Instrumentelle Inszenierung, Politikverdrossenheit, Massenmedien, Öffentliche Meinung, Politische Partizipation, Definitionsmacht, Systemtheorie, Medienethik, Politische Kultur, Legitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der zunehmenden Verschmelzung von Politik und Unterhaltungsmedien, bekannt als Politainment, und deren Auswirkungen auf die demokratischen Prozesse.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Mediatisierung, die instrumentelle Inszenierung politischer Ereignisse, das Agenda Setting durch Medien sowie die daraus resultierende Entfremdung der Bürger.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, ob die zunehmende Mediatisierung der Politik die Qualität politischer Entscheidungen und die demokratische Partizipation gefährdet und ob dies in ein Legitimationsproblem mündet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf kommunikationswissenschaftliche Modelle wie das Bühnenmodell, das Konzept der instrumentellen Inszenierung nach Kepplinger sowie Luhmanns Theorie der Themenkarrieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen, durch die Medien die Politik determinieren, die Transformation von Politik in "Events" und die Folgen dieser Entwicklung für die politische Klasse und das Staatsbürgerverständnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politainment, Mediatisierung, Definitionsmacht, Agenda Setting und die Rolle der Medien als "Vierte Gewalt" charakterisiert.

Wie steht die Autorin zur These, dass Mediatisierung Politikverdrossenheit abbauen könnte?

Die Autorin widerspricht dieser These entschieden, da die Unterhaltung nicht mehr als Politik wahrgenommen wird und die Bürger das Gefühl haben, die Politik entferne sich immer weiter von ihrer Lebenswirklichkeit.

Gibt es eine Lösung für das beschriebene Problem?

Die Autorin sieht keine einfache Lösung und stuft die Forderung nach einer Rückkehr zur rein inhaltlichen Politik ohne Medieneinfluss als eine schöne, aber derzeit kaum realisierbare Utopie ein.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Neuer, schneller, sensationeller. Warum Politik und Bürger im Kampf um Aufmerksamkeit nur verlieren können
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar Demokratie und Öffentlichkeit
Note
2,0
Autor
Kirsten Petzold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
7
Katalognummer
V441173
ISBN (eBook)
9783668794924
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politisches System Medien und Politik Massenmedien Politikberichterstattung Politainment Mediatisierung Öffentlichkeit Demokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kirsten Petzold (Autor:in), 2006, Neuer, schneller, sensationeller. Warum Politik und Bürger im Kampf um Aufmerksamkeit nur verlieren können, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441173
Blick ins Buch
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