Das Verhältnis zwischen der Regierung (Rat der Volksbeauftragten) und den Räten in der Novemberrevolution 1918


Seminararbeit, 2002
10 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenbeschreibung

3. Sach- und Personenkommentar

4. Inhaltsangabe (thematisch)

5. Auswertung
5.1. Stampfers Position
5.2. Meinungsverschiedenheiten und andere Differenzen

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Die Zeit der Novemberrevolution war eine chaotische Zeit, eine Zeit, in der der deutsche Staat sich neu gestalten und konstituieren musste, in der der vorgegebene Weg wegführte von den Traditionen des alten Kaiserreichs hin zu demokratisch-republikanischen Verhältnissen. Anhand der vorliegenden Quelle soll untersucht werden, in wie weit Interdependenzen positiver und negativer Art zwischen der Regierung und den Räten einerseits und andererseits auch innerhalb der sozialistischen Gruppierungen den Prozeß gefördert oder auch gefährdet haben, und ob nicht der relativen Einigkeit im Rat der Volksbeauftragten eine Vielzahl von Differenzen innerhalb der sozialistischen Befürworter der Rätebewegung entgegenstand. So muss die Frage gestellt werden, ob die von Friedrich Stampfer geäußerten Ansichten überhaupt als repräsentativ für die Gesamtheit der sozialistischen Bewegung angesehen werden können.

2. Quellenbeschreibung

Bei der vorliegenden Quelle handelt es sich um einen offenen Brief des Chefredakteurs der SPD - nahen Zeitung „Vorwärts“ an die Arbeiter und Soldatenräte anläßlich der Differenzen zwischen dem Rat der Volksbeauftragten und dem Vollzugsrat bezüglich der Einberufung einer Nationalversammlung und der weiteren politischen Gestaltung des deutschen Staates, veröffentlicht im „Vorwärts“ Nr. 331 vom 22. November 1918; der Text ist als Auszug in der genannten Quellenedition abgedruckt.[1]

3. Sach- und Personenkommentar

Der Autor des vorliegenden Textes, Friedrich Stampfer, war Journalist und Politiker; er wurde am 8. September 1874 in Brünn geboren und starb am 1. Dezember 1957 bei Kronberg im Taunus. Er studierte Staatswissenschaften an den Universitäten Wien und Leipzig und war von 1900 bis 1902 Redakteur der „Leipziger Volkszeitung“. Seit 1903 gab er in Berlin eine „Privatkorrespondenz“ für die sozialdemokratische Presse heraus. Während des Ersten Weltkriegs wurde er 1915 zum Kriegsdienst in die österreichische Armee eingezogen, krankheitsbedingt aber nach kurzer Zeit wieder entlassen. Von 1916 bis 1933 war er dann Chefredakteur der SPD - nahen Zeitung „Vorwärts“, ab 1920 auch Mitglied des Reichstages.[2]

Der „Vorwärts“ war eine sozialdemokratisch bis sozialistisch geprägte Zeitung, die dementsprechend der SPD und ihrer Führung sehr nahe stand, von vielen Redakteuren aber nicht als ausschließliches „Sprachrohr“ der Partei verstanden wurde. Seine Erstausgabe erschien am 1. Oktober 1876; die Zeitung hatte in ihrer Geschichte bis 1920 u.a. mit Bismarcks Sozialistengesetz und innerparteilichen Richtungsstreitigkeiten zu kämpfen, war als sog. „Central-Organ der Sozialdemokratie Deutschlands“ aber für die Partei auch finanziell lukrativ.[3] Der „Vorwärts“ wird noch heute publiziert.

Während der erwähnte „Rat der Volksbeauftragten“ (10.11.18) eine erste provisorische Regierung aus SPD- und USPD –Mitgliedern (Ebert, Scheidemann und Landsberg sowie Haase, Dittmann und Barth) darstellte und von den SPD-Vertretern nur als kurzzeitige Institution bis zur Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung gewertet wurde, war der „Vollzugsrat“ ein von den Arbeiter- und Soldatenräten gewähltes Kontrollorgan ohne festgelegte Kompetenzen, der nach radikal-linken USPD -Bestrebungen auf Dauer ein staatliches Machtgremium nach sowjetrussischem Vorbild hätte werden sollen.[4]

4. Inhaltsangabe (thematisch)

Friedrich Stampfer äußert sich in seinem „Offenen Brief“ zu zwei zusammenhängenden Themen:

Er spricht über seine persönliche Einstellung zu den aktuellen Geschehnissen und nimmt Stellung zum Verhältnis der Räte zum Rat der Volksbeauftragten.

[...]


[1] „Offener Brief von Friedrich Stampfer an die Arbeiter- und Soldatenräte vom 22.11.1918“ [Auszug], zit. nach: RITTER, Gerhard A., MILLER, Susanne (Hg.): Die deutsche Revolution 1918-1919. Dokumente, 2. erheblich erweiterte und überarbeitete Auflage, Hamburg 1975, S. 116-118

[2] FRANZ, Günther, Art . Stampfer, Friedrich, in: BOSL, Karl, GÜNTHER, Franz, HOFMANN, Hanns Hubert (Hg.): Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte, zweite, völlig neuüberarbeitete und stark erweiterte Auflage, Bd. 3, München 1975, Sp. 2727 f.; sowie: FREI, Norbert, Art. Stampfer, Friedrich, in: BENZ, Wolfgang, GRAML, Hermann (Hg.): Biographisches Lexikon der Weimarer Republik, München 1988, S. 324 f.

[3] CRAIG, Gordon A.: Deutsche Geschichte 1866 – 1945. Vom Norddeutschen Bund bis zum Ende des Dritten Reiches, zweite, durchgesehene Auflage, München 1999, S. 117; S. 172; S. 431

[4] MOMMSEN, Hans, Aufstieg und Untergang der Republik von Weimar. 1918-1933, 2. Ausgabe, München 2001, S.39 ff.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Das Verhältnis zwischen der Regierung (Rat der Volksbeauftragten) und den Räten in der Novemberrevolution 1918
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
10
Katalognummer
V44121
ISBN (eBook)
9783638417754
ISBN (Buch)
9783638750332
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit gibt Einblick in das komplizierte Verhältnis zwischen der Regierung und den Räten zur Zeit der deutschen Novemberrevolution 1918, unter besonderer Berücksichtigung eines offenen Briefes des "Vorwärts"-Chefredakteurs Friedrich Stampfer.
Schlagworte
Verhältnis, Regierung, Volksbeauftragten), Räten, Novemberrevolution
Arbeit zitieren
Roman Möhlmann (Autor), 2002, Das Verhältnis zwischen der Regierung (Rat der Volksbeauftragten) und den Räten in der Novemberrevolution 1918, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44121

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