Die friedliche Revolution in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am Ende des Jahres 1989 wurde vielfach geschildert, untersucht und wiederaufbereitet. Zurecht, muss man konstatieren, da es sich bei diesen historischen Ereignissen um bedeutsame Vorgänge handelt, die die Ära eines Staates beenden, den Weg zur Vereinigung der beiden fast ein halbes Jahrhundert getrennten deutschen Staaten bereiten und letztlich eine ganze ideologisch-politische Welt- und Herrschafts-Anschauung – den Kommunismus – mit zu Grabe tragen sollten.
Die vorliegende Arbeit soll im möglichen Umfang die historischen Hintergründe und Abläufe der friedlichen, die Wende einleitenden Revolution beleuchten, die Entstehung, Ausprägungen und Entwicklungen nationaler Bewusstseinstadien in dieser Ära skizzieren, die Bilanzierung verschiedener ehemals DDR-Oppositioneller und Bürgerrechtler darstellen sowie ausgewählte interdisziplinäre (vor allem soziologisch-sozialpsychologisch geprägte) Erklärungsansätze vorstellen, um als Abschluss ein knappes Fazit der historischen Vorgänge aus heutiger Sicht zu liefern.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. SKIZZIERUNG DER HISTORISCHEN ABLÄUFE
3. ZUR FRAGE EINES NATIONALBEWUSSTSEINS
4. BÜRGERRECHTLER ZIEHEN BILANZ
5. INTERDISZIPLINÄRE ERKLÄRUNGSANSÄTZE
5.1. EINFÜHRUNG
5.2. DER SYSTEMTHEORETISCHE ANSATZ
5.3. DER STRUKTURELL-INDIVIDUALISTISCHE ANSATZ
5.4. DER INDIVIDUALISTISCH-SOZIALTHEORETISCHE ANSATZ
5.5. ZUSAMMENFASSUNG
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe, Motivationen und die Entwicklung des Nationalbewusstseins während der friedlichen Revolution in der DDR 1989 sowie die darauffolgenden gesellschaftlichen Transformationsprozesse und deren theoretische Einordnung.
- Historische Analyse der Ereignisse um die friedliche Revolution
- Untersuchung der Entstehung nationaler Identitätsgefühle in der DDR
- Bilanzierung der Wende aus Sicht ehemaliger Bürgerrechtler
- Interdisziplinäre Erklärungsansätze (Systemtheorie, struktureller Individualismus)
- Reflexion des Wandels von einer DDR-Opposition zu einer gesamtdeutschen Perspektive
Auszug aus dem Buch
2. Skizzierung der historischen Abläufe
Die Geschichte der friedlich und ohne Blutvergießen verlaufenen Revolution in der Deutschen Demokratischen Republik umfasst das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, kontrollierbarer Umstände und auch historischer Zufälle.
Über die vielfach „im Schatten“ genutzte Möglichkeit des Empfangs der westdeutschen Medien, vor allem der Fernseh- und Radiosender, war die Bevölkerung der DDR bereits in den frühen 80er Jahren informiert über die Garantie einer bundesdeutschen Einbürgerung, denn die Politik der Bundesrepublik lockte mit gesamtdeutscher Staatsbürgerschaft. Einhergehend mit bedeutenden Veränderungen hinsichtlich der deutsch-deutschen Kontakte, sprich Milliardenkredite seitens der Bundesregierung an die DDR 1984 und ein Staatsbesuch Honeckers beim deutschen Nachbarn 1987, und der Eröffnung eines Dialogs zwischen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und der oppositionellen SPD seit der Mitte der 80er Jahre bildet dieser Faktor erste Grundlagen für die Ende des Jahrzehnts so überraschend und unverhofft ablaufenden Ereignisse.
Seit 1984 bereits stiegen die Zahlen der Besuchsreisen und auch Aussiedlungen von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik stetig an. Als im Mai des Jahres 1989 die Bürger der DDR wiederum durch Berichte der Westmedien über die Durchlässigkeit der ungarisch-österreichischen Grenze erfuhren, versammelten sich im Sommer zahlreiche Ausreisewillige in Ungarn. Als nach einer ersten Öffnung der Westgrenze die Sperrung Ungarns erfolgte, besetzten zahlreiche Bürger der DDR die bundesdeutschen Botschaften in Prag und Warschau. Die Hoffnung der Besetzer erfüllte sich Anfang Oktober, die Ausreisen wurden gestattet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der historischen Bedeutung der friedlichen Revolution von 1989 und Zielsetzung der Arbeit bezüglich Hintergründen und theoretischer Aufarbeitung.
2. SKIZZIERUNG DER HISTORISCHEN ABLÄUFE: Zusammenfassung der maßgeblichen Faktoren der Wende, von den Medieneinflüssen bis zum Zusammenbruch des SED-Systems.
3. ZUR FRAGE EINES NATIONALBEWUSSTSEINS: Analyse der Entwicklung nationaler Gefühle in der DDR-Bevölkerung von der Opposition in Kirchen bis zur gesamtdeutschen Einheitsforderung.
4. BÜRGERRECHTLER ZIEHEN BILANZ: Vorstellung der Reflexionen prominenter ehemaliger DDR-Bürgerrechtler über den Prozess der Wende und die Rolle der Opposition.
5. INTERDISZIPLINÄRE ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Theoretische Einordnung der Ereignisse durch systemtheoretische und individualistische sozialwissenschaftliche Ansätze.
6. FAZIT: Abschließende Einordnung der friedlichen Revolution als entscheidender Anstoß für den Zusammenbruch des Kommunismus und den deutschen Einigungsprozess.
Schlüsselwörter
DDR, friedliche Revolution, Wende 1989, Nationalbewusstsein, SED, Opposition, Bürgerbewegungen, Wiedervereinigung, Systemtheorie, struktureller Individualismus, DDR-Bürgerrechtler, Demokratisierung, Montagsdemonstrationen, politischer Wandel, Kommunismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen, den Motiven und der Entwicklung eines nationalen Bewusstseins während der friedlichen Revolution in der DDR 1989.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der historische Ablauf der Wende, die Rolle der oppositionellen Bürgerbewegungen, das nationale Identitätsgefühl und die wissenschaftliche Erklärung der Revolutionsereignisse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine umfassende historische und sozialwissenschaftliche Beleuchtung der DDR-Revolution, inklusive einer Bilanzierung durch Zeitzeugen sowie einer theoretischen Einordnung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Gegenüberstellung verschiedener soziologischer und sozialpsychologischer Erklärungsansätze (Systemtheorie, struktureller Individualismus).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Skizze, eine Untersuchung des Nationalbewusstseins, eine Zusammenfassung der Rückblicke von Bürgerrechtlern und die Vorstellung interdisziplinärer Theorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen DDR, friedliche Revolution, nationale Identität, Opposition, Transformation und deutsche Einheit.
Welche Rolle spielte der "Runde Tisch" laut dem Text?
Der Runde Tisch konstituierte sich als tragendes Staatsorgan und fungierte als reformfähiger Repräsentant der neuen DDR-Nation nach dem Sturz des SED-Regimes.
Warum bevorzugt der Autor den strukturell-individualistischen Ansatz?
Der Autor stuft diesen Ansatz als am besten geeignet ein, da er die wenigsten Einflussmöglichkeiten ausklammert und die Wechselwirkungen zwischen Makro- und Mikroebene am differenziertesten betrachtet.
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- Roman Möhlmann (Author), 2003, Die friedliche Revolution in der DDR - untersucht im Hinblick auf Hintergründe, Motivationen und die Frage des Nationalbewusstseins, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44124