Deutschland ist Abfall-Europa-Meister. Wir Deutschen produzieren im europäischen Ländervergleich also überdurchschnittlich viel Müll wovon Einwegverpackungen einen sehr großen Anteil ausmachen. Gleichzeitig boomt der Markt für biologische und ökologische Lebensmittel, Kleidung und andere Gebrauchs- und Konsum-Güter. Bio ist Trend. Viele Konsumenten verfügen bereits über das Umweltbewusstsein, das es braucht, langfristig einen nachhaltigen Lebensstil zu etablieren. Doch hier kommt ihnen oft der immer schnelllebigere Alltag, die immer mobiler werdende Gesellschaft in den Weg. Der Außer-HausVerzehr nimmt seit Jahren zu und mit ihm auch der Verbrauch von Einwegverpackungen. „To-go“ ist praktisch, spontan und spart wertvolle Zeit. Der „Coffee-to-go“-Becher ist das Symbol für unsere Wegwerfgesellschaft. Er ist allgegenwärtig. Vor allem in Innenstädten platzen die Mülleimer, in Parks und Grünlandschaften ist er nicht selten auch außerhalb der Müllbehältnisse zu finden.
In der folgenden Arbeit wird daher untersucht, wie sinnvoll die Nutzung von Mehrwegbechern als Alternative zum Einwegbecher im „Coffee-to-go“-Alltag für Mensch und Umwelt ist und welche Einsparpotenziale er bietet. Hierzu wird zuerst der Einwegbecher als Umweltsünder analysiert und durch ihn hervorgerufene umweltpolitische Probleme identifiziert. Anschließend erfolgt die Vorstellung des Mehrwegbechers als Alternative, Einsparpotenziale und verschiedene Systeme werden kritisch diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Der typische "Coffee-to-go"-Einwegbecher
1.1 .Zahlen und Fakten
1.2. Ressourcen in der Produktion
1.3. Entsorgung
1.4. Der vermeintlich grüne Öko-Becher
1.5. Problematik
1.5.1. Kennzeichnung
1.5.2. Nutzungsdauer
1.5.3. Müll in den Großstädten
2. Die Alternative: Mehrwegbecher
2.1. Einsparpotenzial
2.2. Mehrwegbechersysteme
2.3. Kritik und Diskussion
2.3.1. Hygieneaspekt
2.3.2. Der Bambus-Mehrwegbecher
3. Politik
4. Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökologische und gesellschaftliche Sinnhaftigkeit von Mehrwegbechern als Alternative zum allgegenwärtigen Einwegbecher im "Coffee-to-go"-Alltag. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Einsparpotenziale durch Mehrwegsysteme realisiert werden können und welche Barrieren sowie kritische Aspekte – wie Hygiene oder Fehlkonzepte bei Alternativmaterialien – einer flächendeckenden Einführung entgegenstehen.
- Umweltbelastung durch Einwegbecher und deren Produktionsressourcen
- Potenziale und Herausforderungen von Mehrwegbechersystemen
- Kritische Analyse von Hygieneaspekten und sogenannten "Öko-Bechern"
- Politische Rahmenbedingungen und Handlungsbedarfe
- Verbraucherakzeptanz und psychologische Barrieren beim Umstieg
Auszug aus dem Buch
1.2. Ressourcen in der Produktion
Ungefähr 43.000 Bäume werden jedes Jahr für die Herstellung der hierzulande verbrauchten Einwegbecher gefällt. Der jährliche Papierbedarf für die Becherproduktion beträgt 29.000 Tonnen. Die Verwendung von Recyclingmaterial ist kaum möglich, da dieses oft durch schädliche Substanzen verunreinigt ist und dadurch für den Einsatz im Lebensmittelbereich nicht geeignet ist. Auch der durch die Produktion veranlasste Wasserverbrauch ist hoch. Jeder durchschnittliche Einwegbecher verbraucht mehr als einen halben Liter Wasser in der Herstellung. Hochgerechnet auf die pro Jahr in Deutschland verbrauchten Einwegbecher entspricht das einem Wasserbedarf von 1,5 Milliarden Litern - oder dem jährlichen Wasserverbrauch von 32.000 Deutschen. Der anteilig im Becher verarbeitete und für den Deckel verwendete Kunststoff wird aus Rohöl gewonnen. Für Becher und Deckel beträgt der Rohölverbrauch pro Jahr zusammen in etwa 22.000 Tonnen. Mit der in der Produktion „eingesetzten Energie könnten mehr als 100.000 Musterhaushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.“ Die jährlich durch die Produktion von Bechern und Deckeln bedingte Klimabelastung in Form von CO2-Emissionen beträgt insgesamt etwa 111.000 Tonnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der typische "Coffee-to-go"-Einwegbecher: Dieses Kapitel analysiert die enorme Ressourcenverschwendung und die ökologischen Folgen der Produktion sowie Entsorgung von Einwegbechern, wobei auch die Problematik sogenannter umweltfreundlicher Alternativen beleuchtet wird.
2. Die Alternative: Mehrwegbecher: Hier werden die Potenziale von Mehrwegsystemen, die verschiedenen Ansätze in deutschen Städten sowie kritische Diskussionen zu Hygiene und Materialeignung, wie beim Bambusbecher, detailliert erörtert.
3. Politik: Das Kapitel beleuchtet die Haltungen deutscher Parteien und der Bundesregierung zur Abfallvermeidung und zum Einsatz von Mehrwegbechern im Außer-Haus-Verzehr.
4. Fazit & Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Notwendigkeit regulatorischer Eingriffe zusammen und betont die Eigenverantwortung der Konsumenten im Kontext notwendiger Informationskampagnen.
Schlüsselwörter
Coffee-to-go, Einwegbecher, Mehrwegbecher, Nachhaltigkeit, Umweltbelastung, Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung, Ressourcenverbrauch, Becherpfand, Kunststoffbeschichtung, Ökobilanz, Konsumentenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem hohen Ressourcenverbrauch und der Müllproblematik durch "Coffee-to-go"-Einwegbecher in Deutschland und bewertet den Mehrwegbecher als nachhaltige Alternative.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Umweltbilanz von Einwegverpackungen, die Funktionsweise und Akzeptanz von Mehrwegsystemen, die Kritik an angeblich ökologischen Alternativen sowie die Rolle der Politik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die ökologische Sinnhaftigkeit von Mehrwegbechern gegenüber Einwegbechern zu analysieren und zu prüfen, welche Bedingungen für einen erfolgreichen Wandel im Konsumverhalten notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Studien (u.a. der Deutschen Umwelthilfe und Branchenberichten) sowie der Untersuchung aktueller politischer Positionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Einweg-Problematik, die Vorstellung von Mehrwegbechersystemen, eine kritische Diskussion zu Hygiene und Materialien sowie einen Überblick über politische Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Coffee-to-go, Abfallvermeidung, Kreislaufwirtschaft, Mehrwegsysteme und ökologischer Fußabdruck.
Warum wird der "Bambus-Mehrwegbecher" kritisch betrachtet?
Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart stufte viele Bambusbecher als nicht verkehrsfähig ein, da sie oft gesundheitsgefährdende Kunststoffe wie Melaminharz enthalten und nur als Füllstoff dienen.
Welche Rolle spielt die Politik bei der Abfallvermeidung?
Die Politik wird als Instanz betrachtet, die regulatorische Rahmenbedingungen schaffen muss, um – ähnlich wie bei Plastiktüten – den Umstieg auf nachhaltigere Mehrwegsysteme durch Anreize und Vorgaben zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Pappbecher-to-go als umweltpolitisches Problem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441268