Klinische Sozialarbeit in der Psychatrie für Patienten mit schizophrenen Störungen


Hausarbeit, 2018

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Auszug Finzen 2011 - Schizophrenie Symptomatik (Tim Treis)
Vorstellung der Publikation
Autoren und Intentionen
Darstellung der Inhalte
Bewertung und Diskussion

Auszug Finzen 2011 - Schizophrenie - Ursachen (Tim Treis)
Vorstellung der Publikation
Autoren und Intentionen
Darstellung der Inhalte
Bewertung und Diskussion

Sozialpsychatrische Interventionen bei Schrizophrenie (Tim Treis)
Vorstellung der Publikation
Autoren und Intentionen
Darstellung der Inhalte
Bewertung und Diskussion

Innovative patientenzentrierte Versorgungssysteme (Tim Treis)
Vorstellung der Publikation
Autoren und Intentionen
Darstellung der Inhalte
Bewertung und Diskussion

Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Seminar 18.1 "Klinische Sozialarbeit in der Psychiatrie für Patienten mit schizophrenen Störungen" wurde in der ersten Hälfte das Sitzungsthema mittels einem Vortrag und gezeigtem Film vorgestellt. In der zweiten Hälfte gab es dann verschiedene Fachtexte zur Vertiefung des Inhaltes. Diese sollten innerhalb der gemeinsamen Sitzungstermine in der Gruppe diskutiert werden. Allerdings fielen unglücklicher Weise zahlreiche Termine aus, weshalb keine gemeinsamen Besprechungen und Diskussion zu einigen der Texte stattfanden. Als Prüfung sollten zum Schluss des Seminares vier von den Fachtexten ausgewählt werden und inhaltlich in chronologischer Reihenfolge des Seminars zusammengefasst werden, mit der jeweiligen Diskussion im Anschluss. Bei den Fachtexten, welche nicht im Unterricht besprochen werden konnte, blieb es uns offen eine Art eigenständige Diskussion zu den Texten zu führen. Für meine Hausarbeit wählte ich vier Fachtexte aus, deren Besprechung im Unterricht nicht stattgefunden hat. Der erste Fachtext befasst sich mit den Symptomen der schizophrenen Psychosen, der zweite mit den Ursachen, der dritte mit sozialpsychiatrischen Interventionen bei Schizophrenie und der vierte mit Innovative patientenzentrierte Versorgungssystem. Ich hielt diese Auswahl von Texten für sinnvoll um sowohl die Symptome und Ursachen als auch auch die Versorgung von Erkrankten zu vertiefen und eine praxisrelevante übersicht zu liefern. Zu allen Texten werde ich im Anschluss Auskunft darüber geben, wo sie erschienen sind, wer sie warum geschrieben hat, Informationen über die Autoren geben, sie inhaltlich mit den Kernaussagen zusammenfassen, zum Schluss eine Bewertung und Meinung zu den Texten abliefern und eine Frage zur Diskussion auf Basis des Textes beisteuern.

Auszug Finzen 2011 - Schizophrenie Symptomatik (Tim Treis)

Vorstellung der Publikation

Der Vorliegende Textauszug stammt aus dem Buch " Schizophrenie - Die Krankheit verstehen, behandeln, bewältigen" und beinhaltet die das Vorwort und das gesamte Kapitel "Wenn die Krankheit "ausbricht": Symptome und Zeichen". Das Buch wurde vom Psychater Verlag 2011 in seiner Erstauflage veröffentlicht. Asmus Finzen ist Mitgründer dieses Verlages. Der Verlag veröffentlicht psychatrische Werke, welche den personenzentrierten Ansatz verfolgen und daher auch für Laien verständlich gehalten werden. Im vorliegenden Textauszug gibt A. Finzen dem Leser eine fachliche Übersicht über die möglichen Zeichen und Symptome einer Psychose des schizophrenen Formkreises. Er orientiert sich dabei an Eugen Bleulers hundert Jahre alter Erstbeschreibung der "Gruppe der Schizophrenien", verweist die Leser jedoch auch an neuere Werke. Asmus Finzen ist überzeugt davon, dass nirgendwo sonst, außer bei Eugen Bleulers Werk die "Symptome so eindrucksvoll beschrieben werden", "die gesunden Anteile der von der Krankheit Betroffenen so nachdrücklich hervorgehoben" und nirgendwo sonst "so viel Empathie für das Leiden der Kranken" zu finden sei.

Autoren und Intentionen

Asmus Finzen wurde 1940 geboren und engagiert sich für Menschen die an schizophrenen Psychosen erkrankt sind. "Seit seiner Emeritierung setzt er sich verstärkt für Patientenrechte, für gleichberechtigte Patient-Therapeut-Beziehungen sowie gegen Vorurteile, Diskriminierung und Stigmatisierung psychisch Kranker ein."Im vorliegenden Text versucht Asmus Finzen die Symptomatik einer schizophrenen Psychose für Jederman verständlich zu schildern. Er wendet sich damit an Angehörige, Betroffene, Nachbarn , Kollegen, die Politik und Fachpersonen gleichermaßen. Sein Ziel ist es aufzuklären , Leid zu lindern und zu ermutigen. Er macht deutlich, dass auch die Erkrankung behandelbar oder zumindest in ihren Auswirkungen eingrenzbar ist. Finzen empfindet auch das Zusammenwirken von Kranken, Angehörigen und Behandelnden, also den Trialog als äußerst wichtig.

Darstellung der Inhalte

Im vorliegen Kapitel schildert Asmus Finzen die Symptome einer schizophrenen Psychose und orientiert sich dabei an das Erstwerk von Eugen Bleuler. Damit macht Finzen deutlich welches Ausmaß eine schizophrene Psychose für die Betroffenen bedeutet und wie diese dadurch sowhl in der Kommuniktion, als auch in ihrem Handeln eingeschränkt oder gar völlig gehindert werden, klammert dabei allerdings neuere Werke, von denen er selber welche aufzählt, zu dem Thema aus. Er weist daraufhin, dass die Wahrnehmung der Außenwelt, das Gedächtnis, die Orientierung in Raum und Zeit, das Bewusstsein, die Aufmerksamkeit und die zusammengesetzte Funktion der Intelligenz nicht direkt gestört sei bei einer schizophrenen Psychose, sondern nur sekundär durch die Symptome der Erkrankung beeinträchtigt. Eugen Bleuler orden die Symptome in seine Systematik in zwei Kategorien. Er habe diese die Grundsymptome und die Akzessorischen Symptome (Zusätzliche Symptome) genannt. Zu den Grundsymptomen zähle Bleuler die Formale Denkstörung, Störungen der Affektivität und Ich-Störungen. Diese Symptome sorgen dafür unter für Denkstörungen, was es bei Betroffenen im seltenen Fall Zerfahrenheit auslöst, ihr Denken sprunghaft wird oder die Logik der Gedanken teilweise verloren geht. So bestimmten z.B. oftmals statt der Logik stattdessen bestimmen andere Dinge den Gedankenfluss der Betroffenen wie z.B. assoziative Erinnerungen oder es käme zu einer sogenannten Ideenflucht bei welcher ein Gedanke den nächsten jage. Im seltenen Fall der Zerfahrenheit gäbe es überhaupt keine Zusammenhänge mehr zwischen den Gedanken, Worten und einzelenen Sätzen mehr. Außerdem käme es bei Betroffenen oft zu Wortveränderungen und sie nähmen Aussagen nur konkret oder symbolisch ohne realen Zusammenhang wahr. Neben diesen Denkstörungen erwähnt Finzen noch die von Bleuler entdeckte Störung der Emotionen bei Betroffenen. Emotionen könnten quantitativ wie auch qualitativ gestört sein. Quantitativ bedeute, dass es zu extremen Gefühlen wie bei einer Manie oder Depression bei den Betroffenen kommen könne. Wohingegen mit qualitativ gemeint sei, dass es zu unangemessenen Gefühlen in verschiedenen Situation käme wie z.B. der Heiterkeit in einer ernsten oder traurigen Lage. Durch die Störung der Emotionen sei die Beziehungsaufnahme zu anderen Menschen nicht möglich. Oft könne der Betroffene weder andere nicht verstehen, noch könne er von anderen verstanden werden. Sowohl depressive Verstimmungszuständ, als auch die Manischen gehörten zum Krankheitsbild der Schizophrenie. "Die depressive Verstimmung Schizophrener ist oft von Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und Anlehnungsbedürftigkeit gekennzeichnet" , während es bei einer manische schizophrenen Psychose vom Typ der Hebephrenie heißt "Die Kranken sind gleichgültig, freundlich, oberflächlich heiter, situationsunangemessen fröhlich, distanzlos nett und unkritisch." Es käme dem zur Folge zu einem fehlenden Sitionsbezug bei den Betroffenen, welcher hier im Text also schwere Behinderung für soziale Situationen gesehen. "Die Kranken können aufgrund ihrer Affektlage nicht spüren, nicht aufnehmen, was die anderen ihnen gegenüber empfinden. Gleichzeitig lösen die Signale, die sie über ihre eigene Gefühlslage aussenden, bei den anderen Unverständnis, Unbehagen und am Ende Zurückweisung aus." Oft käme es wegen der daraus entstehenden Kommunikationsschwierigkeiten mit Aussenstehenden zur Gereiztheit aller Beteiligten. Bei den Betroffenen löse dies oft Ratlosigkeit, Resignation oder Verzweiflung aus. Zusätzliche Kommunikationsschwierigkeiten könnten auch durch Inadäquate Gefühlsreaktionen hervorgerufen werden. Dies beedeut, ein Betroffener kann zwar heiter scheinen im inneren zb traurig sein, es aber nicht übermitteln. Daraus ergibt sich eine Widersprüchlichkeit von dem was nach Außen getragen wird und dabei im Inneren gefühlt wird. Für Betroffene sei ihr Erleben oft unheimlich und ungewöhnlich, denn "Die Orientierung in der Welt ist von Grund auf gestört", was widerum Angst auslöse. Die Angst sei sei ein zentrales Symptom und könne die Erkrankten sogar in den Suizid treiben. Ebenfalls in den Suizid treiben könne die sogenannte Anhedonie, welche bedeute dass die Betroffenen der Glück, noch Vergnügen, noch Zufriedenheit wahrnehmen können und sich grundlos leer bzw. Ebenso perpektivlos fühlen würden. Bei Betroffenen sei auch die Funktion den Wollens und Wollen könnens gestört, so dass sie Handlungsunfähig werden und dadurch blockiert sind. "Das Nicht-wollen- Können wird auch zum schwerwiegenden Behandlungs- und Rehabilitationshindernis. Die Kranken halten Behandlungs- und Nachsorgetermine nicht ein.". Als letztes Grundsympton nennt Finzen hier die von Bleuler aufgeführten Störungen des Ich-Erlebens, welche den Verlust der Ich-Grenzen bedeuten. Dies bedeute unter anderem z.B. oft, dass die Betroffenen glauben die Gedanken anderer wahrnehmen zu können., oder von anderen gesteuert zu werden. Es könne ebenfallls zu einem Autismus innerhalb der Psychose kommen. Auch dieser löse oftmals Beweggunsstarre (Stupor) aus. Nicht selten in Verbindung mit einer der akzessorischen Symptome dem Wahn. Betroffene seien dann gefangen in ihrem eigenem Wahn. Als weitere akzessorische Symptome, also Symptome die zusätzlich zu den Grundsymptomen gehören aber auch bei anderen Psychosen auftreten können, gelten neben dem Wahn noch die Halluzinationen und katatone Symptome. Halluzinationen im schizophrenen Formkreis träten häufig akustisch auf infrom von Klopfen, Summen oder dem hören von Stimmen, aber auch optische, geruchliche oder geschmackliche Halluzinationen könnten auftreten. Oft seien die Halluzination mit der Angst und dem Wahn der Betroffenen verbunden und darüber hinaus für die Betroffenen völlig real. Man könne ihnen nicht ausweichen, egal ob man die Augen shcließe oder weghöre. Bei den katatonen Störungen handle es sich im Störungen der Motorik. So könne beispielsweise ein katatinischer Erregungszustand zu kaum beherrschbarer Unruhe führen die oft mit aggresiven Impulsen verbunden sei. Zusammengefasst ist das Denken, die Emotionen, die Handlungsfähigkeit, die Wahrnehmung und sogar die Motorik durch die Symptome gestört.

Bewertung und Diskussion

Dieser Textauszug, war sehr übersichtlich und verständlich geschrieben. Man kann sich anhand der Schilderung der Symptome sehr gut ein Bild über die Ausmaße einer schizophrenen Psychose machen und was dies für Betroffene bedeutet. Allerdings stellt sich die Frage, ob man nicht besser hätte neuere Werke zu der Systematik der Symptome hätte nutzen sollen, als das von Eugen Bleuler Erstversuch. Beispielweise versuchte der im Text erwähnte Kurt Schneider es mit einem System der Symptomatik, dass die Symptome in die Ränge eins und zwei unterteilte und diese miteinander in Verbindung brachte. Ein anderes System von Liddle bietet mittlerweile sogar drei Kategorien für die Symptome der schizophrenen Psychosen statt der zwei wie bei Bleuler und Schneider. "Das 3-Faktoren- Modell von Liddle mit den Dimensionen Negativ- und Positivsymptomatik und Desorganisation ließ sich für den Zeitpunkt der stationären Erstaufnahme konfirmatorisch bestätigen...Im Vergleich mit der Positiv-Negativ-Dichotomie von Crow, dem bipolaren Modell von Andreasen und dem „severity-liability” Modell mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse erklärt Liddles 3-Faktoren-Modell die Symptomatik am besten "(Der Nervenarzt, 1999). Meiner Meinung nach brauchte der Text keine andere Systematik für die Symptome, als die verwendete von Bleuler. Finzen hat zu Recht der Verständlichkeit wegen auf die Vielzahl anderer Ordnungssystme verzichtet. Diese hätten nur vom Wesentlichen, die Symptome selbst, abgelenkt und verwirrt.

Vorstellung der Publikation

Der Vorliegende Textauszug stammt aus dem Buch " Schizophrenie - Die Krankheit verstehen, behandeln, bewältigen" und beinhaltet das Kapitel "Ursachen und Anlässe II: biologische Aspekte und Vulnerabilität ". Das Buch

wurde vom Psychater Verlag 2011 in seiner Erstauflage veröffentlicht. Asmus Finzen ist Mitgründer dieses Verlages. Der Verlag veröffentlicht psychatrische Werke, welche den personenzentrierten Ansatz verfolgen und daher auch für Laien verständlich gehalten werden. Im vorliegenden Textauszug gibt A. Finzen dem Leser eine fachliche Übersicht über die Ergebnisse und Vermutungen aus Forschung über die biologischen Ursachen der schizophrenen Psychosen. Asmus Finzen fasst hierzu zahlreiche Werke zu dem Thema zusammen um dem Leser einen Einblick in den Verlauf und derzeitigen Stand der Forschung zu geben .

Autoren und Intentionen

Asmus Finzen studierte zunächst Soziologie und Medizin und erlangte 1965 das Statsexamen, ehe er 1968 in Kiel promovierte. Seine medizinische Assistenszeit verbrachte er in Bad Segeberg, Nevers (Frankreich), Kiel, Tübingen und Gießen bis er schließlich 1968 seine Fachweiterbildung in Fachweiterbildung in Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie in Tübingen began. Seit dem und bis heute ist er im Wissenschaftsjournalismus tätitg. Neben dem FAZ und anderen Fachzeitschriften schreibt er für seinen eigens gegründeten Verlag "Psychatrie Verlag". Ab 1970 war er Lehrbeauftragter für Sozialpsychatrie und Mezin- Soziologie. Außerdem war er im selbigen Jahr Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Sozialpsychiatrie (DGSP) . Nur wenige Jahre später gründete Finzen eine eigene Tagesklinik in Tübingen. Mehrere Jahre war er als Professor tätig unter anderem Tübingen. Aber auch in der Praxis war Asmus Finzen tätig. In der Praxis war er Direktor des Niedersächsischen Landeskrankenhauses Hannover und Stellvertretender ärztlicher Direktor, Leiter allgemeine und Sozialpsychiatrie (einschließlich Gerontopsychiatrie) an der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel, ab 1988 Außerordentlicher Professor an der Universität Basel.

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Klinische Sozialarbeit in der Psychatrie für Patienten mit schizophrenen Störungen
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Veranstaltung
Modul 18.1
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V441274
ISBN (eBook)
9783668796607
ISBN (Buch)
9783668796614
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie, Soziale Arbeit, Soziologie, Psychatrie, Schizophrenie
Arbeit zitieren
Tim Treis (Autor), 2018, Klinische Sozialarbeit in der Psychatrie für Patienten mit schizophrenen Störungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441274

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