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Sie konnten Österreich nicht überleben - Zum Gefühl des 'Lebendig-Totseins' in Joseph Roths Roman 'Radetzkymarsch'

Título: Sie konnten Österreich nicht überleben - Zum Gefühl des 'Lebendig-Totseins' in Joseph Roths Roman 'Radetzkymarsch'

Trabajo , 2002 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Isabel Liebig (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Lektüre des Romans gibt dem Rezipienten das Gefühl, Zeuge eines unaufhaltsamen Niedergangs zu sein, des Niedergangs der Idee vom Vielvölkerstaat Österreich/Ungarn. Metaphorisch zeichnet Joseph Roth den sukzessiven Untergang der Monarchie am Verfall der fiktiven Familie Trotta, die eng verwoben mit dem Schicksal des Kaiserreiches ist, nach. Der Todeskampf der Monarchie zwischen Solferino und Sarajewo wird in den Biographien dreier Generationen der Trottas nachgebildet. Dieses Gefühl des Lebendig- Totseins durchzieht den gesamten Roman. Die Suche nach Leben, die Verdrängung des unvermeidlichen Endes stehen vor der Allgewalt des Todes.
Die Ambivalenz, der Kampf ums Dasein und doch den Hauch des Todes schon im Nacken zu spüren, hat mich beim Lesen des Romans besonders fasziniert. Ich möchte daher in meiner Arbeit diese Ambivalenz, anhand der Verbindung der Familie Trotta zum Haus Habsburg, betrachten. Denn die Familie Trotta, wie auch der Kaiser, konnten Österreich nicht überleben.
Das Hauptaugenmerk wird dabei auf der Analyse der Hauptfiguren des Romans liegen. Ich werde dabei verschiedene Aspekte in den Mittelpunkt meiner Untersuchung rücken, um die Verhältnisse der einzelnen Familienmitglieder zur Armee, Bürokratie, Krieg und den Bezug zur Figur des Kaisers zu beleuchten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

VORWORT

1. DER HELD VON SOLFERINO – DER ANFANG VOM UNTERGANG

1.1. Die Rettung des Kaisers – Geburt und beginnender Verfall der Familie Trotta von Sipolje

1.2. Die Schulbuchaffäre – der Auslöser für die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln?

1.3. Das Vater-Sohn-Verhältnis

1.4. Tod und doch am Leben

2. DER BEZIRKSHAUPTMANN – DIE MACHT DER BÜROKRATIE

2.1. Ein Leben für Österreich

2.2. Der Tod als Auslöser von Zweifeln

2.3. Der Bezirkshauptmann – „Kaiser im kleinen Rahmen“

3. CARL JOSEPH – „WIDERSPRUCH ZWISCHEN REALITÄT UND MYTHOS“?

3.1. Leben im Schatten eines Helden

3.2. „Wieder liegen Tote auf seinem Weg.“

3.3. Kritik am Stand der Armee

3.4. Versuch der Selbstfindung

4. EXKURS: „EINMAL IN DER WOCHE, AM SONNTAG, WAR ÖSTERREICH.“ – DER RADETZKYMARSCH

5. „ES WAR SEHR SCHÖN, ES HAT MICH SEHR GEFREUT.“ – FRANZ JOSEPH I.

6. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das durchgehende Gefühl des „Lebendig-Totseins“ der Familie Trotta im Roman „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth. Das primäre Ziel ist es, die Ambivalenz des Lebens in einer untergehenden Monarchie sowie die Unfähigkeit der Hauptfiguren zur eigenständigen Lebensgestaltung in einer von Traditionen und Mythen geprägten Zeit zu analysieren.

  • Analyse der drei Generationen der Familie Trotta im Kontext des Habsburgerreichs.
  • Untersuchung der Identitätskrisen von Leutnant Joseph, dem Bezirkshauptmann und Carl Joseph.
  • Rolle der Bürokratie und der Armee als tragende, aber letztlich zerfallende Säulen der Monarchie.
  • Die symbolische Funktion des Kaisers und des Radetzkymarsches für den Zerfall Österreich-Ungarns.

Auszug aus dem Buch

3.1. Leben im Schatten eines Helden

Im Mittelpunkt der Romanhandlung steht die Biographie des Enkels Carl Joseph, der mutterlos in einer pedantisch-patriotischen Gesellschaftsordnung aufgewachsen ist. Roth vergleicht Carl Joseph mit seinem Großvater, dem er sehr ähnlich ist, wenn auch weitaus weicher und schwächer. Doch das vom Großvater vorgelebte Ideal vom selbstbewusstem Handeln lastet auf den Schultern des jungen Offiziers; ein Ideal, dem er nicht gerecht werden kann, sondern das ihm nur seine eigene Mangelhaftigkeit vor Augen führt. Im Verlauf des Geschehens gelingt es Carl Joseph nicht sich von der Fremdbestimmung zu lösen, um eigenverantwortlich aus dem Schatten des Großvaters herauszutreten. Er findet nicht die Kraft, denn „(der) Großv(a)ter (hatte ihm) nicht viel Kraft gelassen, wenig Kraft zum Leben, es reicht gerade noch, um unsinnig zu sterben“. Er orientiert sich weiterhin am Porträt des Helden, dem Mythos der Rettung des Kaisers durch seinen Großvater: „Immer mußte man beim Großvater einkehren, um sich ein bißchen zu stärken.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. DER HELD VON SOLFERINO – DER ANFANG VOM UNTERGANG: Dieses Kapitel behandelt die Rettung des Kaisers durch den Großvater und die daraus resultierende, problematische Belastung für nachfolgende Generationen.

2. DER BEZIRKSHAUPTMANN – DIE MACHT DER BÜROKRATIE: Hier wird Franz Trottas Leben als Beamter sowie seine Entfremdung von Familie und Wirklichkeit durch ein starres Dienstverständnis beleuchtet.

3. CARL JOSEPH – „WIDERSPRUCH ZWISCHEN REALITÄT UND MYTHOS“?: Die Analyse konzentriert sich auf das Scheitern des Enkels, der zwischen dem heldenhaften Mythos des Großvaters und seiner eigenen Sinnlosigkeit innerhalb der Armee zerbricht.

4. EXKURS: „EINMAL IN DER WOCHE, AM SONNTAG, WAR ÖSTERREICH.“ – DER RADETZKYMARSCH: Der Radetzkymarsch wird als Leitmotiv eingeführt, das den Verfall der Monarchie verdrängt und die Identität der Familie Trotta symbolisch festigt.

5. „ES WAR SEHR SCHÖN, ES HAT MICH SEHR GEFREUT.“ – FRANZ JOSEPH I.: Dieses Kapitel widmet sich der kaiserlichen Figur und ihrer ambivalenten Rolle als Vaterfigur und Symbol eines untergehenden Reiches.

6. RESÜMEE: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass kein Mitglied der Familie Trotta dem unvermeidlichen Untergang entkommen konnte, da sie zu tief in den Mythos Österreich verstrickt waren.

Schlüsselwörter

Joseph Roth, Radetzkymarsch, Monarchie, Österreich-Ungarn, Identitätskrise, Familie Trotta, Bürokratie, Armee, Lebendig-Totsein, Franz Joseph I., Zerfall, Mythos, Tradition, Fremdbestimmung, Solferino.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die drei Generationen der Familie Trotta in Joseph Roths „Radetzkymarsch“ und untersucht, warum diese Figuren unfähig sind, sich von der untergehenden Monarchie zu lösen.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentral sind der Verfall der österreichisch-ungarischen Monarchie, das gestörte Vater-Sohn-Verhältnis und die zerstörerische Kraft von Mythen und Traditionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das „Gefühl des Lebendig-Totseins“ zu entschlüsseln, das alle Familienmitglieder daran hindert, ein eigenständiges Leben außerhalb der kaiserlichen Vorgaben zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse der Romanfiguren und ihrer Verhältnisse zur Armee, zur Bürokratie und zur zentralen Instanz des Kaisers.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die individuellen Lebensläufe von Großvater, Vater (Bezirkshauptmann) und Enkel (Carl Joseph) sowie die symbolische Bedeutung von Musik und Herrscherbild.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Schlagworte sind unter anderem Identitätsverlust, Generationenkonflikt, Untergang der Habsburger-Monarchie und Verdrängung der Realität.

Inwiefern beeinflusst das Porträt des Großvaters die nachfolgenden Generationen?

Es etabliert einen Mythos, der als ständige Referenz und moralische Last dient, wodurch die Nachkommen unfähig werden, eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Welche Rolle spielt die „Schulbuchaffäre“ für den Bezirkshauptmann?

Sie fungiert als Wendepunkt, da sie dem Vater zeigt, dass der Mythos, für den er alles geopfert hat, auf Lügen basiert, was seine persönliche Identifikation zerstört.

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Detalles

Título
Sie konnten Österreich nicht überleben - Zum Gefühl des 'Lebendig-Totseins' in Joseph Roths Roman 'Radetzkymarsch'
Universidad
Dresden Technical University
Curso
Die Romane Joseph Roths
Calificación
1,0
Autor
Isabel Liebig (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
18
No. de catálogo
V44128
ISBN (Ebook)
9783638417822
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gefühl Lebendig-Totseins Joseph Roths Roman Radetzkymarsch Romane Joseph Roths
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Isabel Liebig (Autor), 2002, Sie konnten Österreich nicht überleben - Zum Gefühl des 'Lebendig-Totseins' in Joseph Roths Roman 'Radetzkymarsch', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44128
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