Fernsehen am Laptop, Telefonieren übers Tablet oder Surfen übers Smartphone – all diese Formen der Mediennutzung sind besonders für die junge Generation zur Normalität geworden. Es ist selbstverständlich eine verpasste Sendung online nachzuschauen oder sich parallel Zusatzinformationen übers Web zu holen. Die permanente Verfügbarkeit des Internets auf mobilen Endgeräten wie Smartphone, Tablet oder Laptop verändern unser Fernseherlebnis immens. Nur durch die parallele Mediennutzung zu anderen Tätigkeiten ist es möglich, sich im Schnitt täglich 580 Minuten mit Medien zu beschäftigen und gleichzeitig ausreichend Zeit für andere Aktivitäten zu haben. Laut einer Studie der SevenOne Media nutzten 2017 in Deutschland 65 Prozent der 14- bis 69-jährigen Internet und TV gleichzeitig. Das ist ein Anstieg von 16 Prozent innerhalb von drei Jahren. Fernsehen ist interaktiv geworden, der Bildschirm wird zum sozialen Erlebnis: Social TV lautet hier das Stichwort. Aus den isolierten Einzelmedien Fernsehen und Internet entstehen geräteübergreifend neue Nutzungsformen und Funktionalitäten. Diese Medienkonvergenz eröffnet dem klassischen Fernsehen neue Möglichkeiten der Interaktion und lässt den bisher passiven Zuschauer zum aktiven Social TV-Nutzer werden. Nicht nur die Kommunikation unter den Zuschauern, auch die zwischen Programmanbietern und Empfängern gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das klassische Sender-Empfänger-Modell von Claude E. Shannon und Warren Weaver wird durch diesen neu entstandenen Rückkanal aufgelöst, wodurch das Leitmedium Fernsehen eine neue Art der Transformierung erfährt. Durch kreative Ideen binden ihn die Sender live in ihr Programm ein und bieten ihm vor, während oder nach der Sendung ein völlig neues Fernseherlebnis.
Social TV ist als Teil des interaktiven Fernsehens Gegenstand dieser Arbeit. Es beschreibt die Verschmelzung von klassischem TV mit den digitalen sozialen Medien. Doch was genau steckt hinter diesem Phänomen? Welche Kommunikationsmöglichkeiten eröffnen sich und wie können sie umgesetzt werden? Die folgenden Ausführungen widmen sich diesen Fragen und bestärken die genannten theoretischen Ansätze durch adäquate Beispiele der Sendung Galileo.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition – Was ist Social TV?
3 Kommunikationsmöglichkeiten durch Social TV
3.1 Vorabkommunikation
3.2 Parallelkommunikation
3.3 Anschlusskommunikation
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Social TV als interaktive Erweiterung des klassischen Fernsehens. Dabei wird analysiert, wie durch die Verschmelzung von TV-Inhalten mit digitalen sozialen Medien neue Kommunikationsmöglichkeiten entstehen, die den bisher passiven Zuschauer zum aktiven Nutzer wandeln, wobei das Wissensmagazin Galileo als zentrales Fallbeispiel dient.
- Analyse der Definition und der Dimensionen von Social TV
- Untersuchung der verschiedenen Phasen der Kommunikation (Vorab-, Parallel- und Anschlusskommunikation)
- Einordnung der Social-TV-Aktivitäten nach dem Fünf-Stufen-Modell der Interaktion
- Evaluierung der medienkonvergenten Strategien am Beispiel der Sendung Galileo
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Fernsehen am Laptop, Telefonieren übers Tablet oder Surfen übers Smartphone – all diese Formen der Mediennutzung sind besonders für die junge Generation zur Normalität geworden. Es ist selbstverständlich eine verpasste Sendung online nachzuschauen oder sich parallel Zusatzinformationen übers Web zu holen. Die permanente Verfügbarkeit des Internets auf mobilen Endgeräten wie Smartphone, Tablet oder Laptop verändern unser Fernseherlebnis immens. Nur durch die parallele Mediennutzung zu anderen Tätigkeiten ist es möglich, sich im Schnitt täglich 580 Minuten mit Medien zu beschäftigen und gleichzeitig ausreichend Zeit für andere Aktivitäten zu haben. Laut einer Studie der SevenOne Media nutzten 2017 in Deutschland 65 Prozent der 14- bis 69-jährigen Internet und TV gleichzeitig. Das ist ein Anstieg von 16 Prozent innerhalb von drei Jahren. Fernsehen ist interaktiv geworden, der Bildschirm wird zum sozialen Erlebnis: Social TV lautet hier das Stichwort. Aus den isolierten Einzelmedien Fernsehen und Internet entstehen geräteübergreifend neue Nutzungsformen und Funktionalitäten. Diese Medienkonvergenz eröffnet dem klassischen Fernsehen neue Möglichkeiten der Interaktion und lässt den bisher passiven Zuschauer zum aktiven Social TV-Nutzer werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung beleuchtet den Wandel des Fernsehkonsums durch mobile Endgeräte und definiert Social TV als interaktives Phänomen, welches das klassische Sender-Empfänger-Modell durch Rückkanäle erweitert.
2 Begriffsdefinition – Was ist Social TV?: In diesem Kapitel wird der Begriff Social TV anhand von vier Dimensionen (zeitliche, kommunikative, nutzeraktive und technisch-rezeptive Ebene) theoretisch hergeleitet und eingegrenzt.
3 Kommunikationsmöglichkeiten durch Social TV: Dieser Hauptteil analysiert die praktische Umsetzung von Social TV in den drei Phasen Vorab-, Parallel- und Anschlusskommunikation anhand konkreter Fallbeispiele der Sendung Galileo.
3.1 Vorabkommunikation: Hier wird untersucht, wie durch Newsletter und Social-Media-Ankündigungen Neugierde geweckt und eine aktive Beteiligung der Zuschauer bereits vor der Ausstrahlung initiiert wird.
3.2 Parallelkommunikation: Dieses Kapitel widmet sich der Interaktion während der Sendung, beleuchtet Second-Screen-Nutzungen wie die GalileoAR-App und die Mitsprache bei interaktiven Experimenten.
3.3 Anschlusskommunikation: Abschließend wird die Kommunikation nach der Sendung betrachtet, inklusive Q&A-Formaten und der Möglichkeit für Zuschauer, Sendungsinhalte durch Feedback für die Zukunft mitzugestalten.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Social TV als Ergebnis veränderter Sehgewohnheiten eine Transformation des TV-Konsums darstellt, wobei die Sendungsstrategie von Galileo als innovatives Beispiel für moderne Publikumsbindung dient.
Schlüsselwörter
Social TV, Medienkonvergenz, Galileo, Zuschauerpartizipation, Second-Screen, Parallelkommunikation, Vorabkommunikation, Anschlusskommunikation, Interaktion, Sender-Empfänger-Modell, Digitale Medien, User-Generated Content, Medienwandel, Fernsehkonsum, Augmented Reality.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Veränderung des Fernseherlebnisses durch die Verschmelzung von klassischem Fernsehen und sozialen Medien, bekannt als Social TV.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Definition von Social TV, das Phasenmodell der Kommunikation (Vorab-, Parallel- und Anschlusskommunikation) sowie die Auswirkungen auf die Interaktion zwischen Sendern und Zuschauern.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, Kommunikationsmöglichkeiten durch Social TV zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Sender wie ProSieben mit der Sendung Galileo den passiven Fernsehzuschauer aktivieren und an sich binden.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es erfolgt eine fundierte Literaturanalyse zur Theorie von Social TV, ergänzt durch eine qualitative Untersuchung von Praxisbeispielen der Sendung Galileo.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Kommunikationsphasen, wobei jeweils aufgezeigt wird, wie Social-Media-Plattformen und Apps genutzt werden, um eine Interaktion zu ermöglichen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Social TV, Medienkonvergenz, Partizipation und Second-Screen beschreiben.
Wie unterscheidet sich die Vorab- von der Anschlusskommunikation bei Galileo?
Die Vorabkommunikation dient der Information und Aktivierung vor der Sendung (z.B. per WhatsApp-Newsletter), während die Anschlusskommunikation nach der Sendung der Vertiefung (Q&A) und dem Feedback dient.
Was ist das Besondere an den interaktiven Experimenten wie GalileoAR?
Diese Projekte integrieren Augmented Reality und Votings, wodurch der Zuschauer aktiv Einfluss auf den Sendungsverlauf nehmen kann und die Grenze zwischen Zuschauer und Spieler verschwimmt.
- Arbeit zitieren
- Julia Luderschmid (Autor:in), 2018, Verdeutlichung der Kommunikationsmöglichkeiten durch Social TV anhand ausgewählter Beispiele der Sendung Galileo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441284