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Das besiegte Hellas erobert Rom? Die griechisch-römische Erziehung im Blick der zeitgenössischen Kritik

Title: Das besiegte Hellas erobert Rom? Die griechisch-römische Erziehung im Blick der zeitgenössischen Kritik

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Isabel Liebig (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Die Frage, ob es dem besiegten Griechenland wirklich möglich war, seinen Okkupant Rom mit seiner hellenistischen Kultur vollständig zu erobern, soll im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen. Um darauf eine genügsame Antwort zu finden möchte ich chronologisch die verschiedenen Entwicklungsstadien der Erziehung im Römischen Reich beleuchten, die ursprünglichen Methoden mit den hellenistischen vergleichen, Differenzen und Gemeinsamkeiten abwägen und interpretieren. Daher widme ich mich zunächst der ursprünglich römischen Erziehung vom 6./5. Jahrhundert vor Christus bis zum 3. Jahrhundert vor Christus.
Leider ist die Anzahl aussagekräftiger Quellen für die Erziehung in der Antike äußerst gering. Aus diesem Grund greifen die Althistoriker, z. B. Henri Irénée Marrou, Stanley F. Bonner, u. a. häufig auf die Überlieferungen des Marcus Porcius Cato (234 - 149 vor Christus) - genannt Cato der Ältere - zurück, der als ein Repräsentant der konservativen römischen Gesellschaftsschicht seinen Sohn nach altrömischen Vorstellungen im Sinne des mos maiorum erzog und der zeitgenössischen Tendenz zur griechischen Erziehung weitestgehend trotzte. Vor allem die Schriften Catos (Libri ad filium, origines, Abhandlungen über den Ackerbau, ...) und die Lebensbeschreibungen und Biographien des Plutarch sollen dazu dienen, die allgemein gültigen Erziehungsaspekte im alten Rom in ihrer alltäglichen Umsetzung zu verdeutlichen. Im zweiten Teil meiner Ausführungen werde ich das Hauptaugenmerk auf die rasant wachsende Einflussnahme des Hellenismus im 2. Jahrhundert vor Christus lenken. Dabei möchte auch auf die Etablierung des römischen Schulsystems im römischhellenistischen Zeitalter, sowie auf den großen Kritiker (Cato) dieser kulturellen Entwicklung eingehen und mit einem Ausblick auf das Wiedererstarken der lateinischen Sprache und Literatur in der Kaiserzeit enden.
Diese detailliert erarbeiteten theoretischen Grundlagen schaffen abschließend die Diskussionsbasis, die eine mögliche Antwort auf die Fragestellung: „Das besiegte Hellas erobert Rom?“ erlauben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

VORWORT

1. DIE ALTRÖMISCHE ERZIEHUNG

1.1. Quellenlage

1.2. Von der Geburt zum vir bonus

1.3. Tugend, Sittlichkeit, Tradition

2. EXKURS: CATO DER ÄLTERE UND DIE ERZIEHUNG SEINES SOHNES ALS PLÄDOYER FÜR DIE URSPRÜNGLICH RÖMISCHE ERZIEHUNG

3. DER WANDEL DER RÖMISCHEN ERZIEHUNG DURCH ZUNEHMENDEN EINFLUSS DES GRIECHISCHEN

3.1. Was macht Rom so anfällig für die Absorption der griechischen Kultur?

3.2. Die griechisch – römische Erziehung

3.3. Das römische Schulsystem – Nachahmung des Griechischen gemischt mit römischer Eigenheit

3.3.1. Die Elementarschule – ludus litterarius

3.3.2. Der höhere Unterricht – Schule des grammaticus

3.3.3. Der Unterricht an Hochschulen

3.4. Der große Kritiker des hellenistischen Einflusses: Cato der Ältere

3.5. Der schleichende Bruch in der Einheit der griechisch –römischen Erziehung unter Kaiser Augustus

4. DAS BESIEGTE HELLAS EROBERT ROM (?) – EINE ABSCHLUSSDISKUSSION

5. RESÜMEE

6. LITERATURANGABE

6.1. Primärliteratur

6.2. Sekundärliteratur

6.3. Zeitschriften

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Fragestellung, ob das besiegte Griechenland durch seinen kulturellen Einfluss das Römische Reich eroberte. Dabei wird chronologisch die Entwicklung der Erziehung vom altrömischen Ideal bis zum Einfluss des Hellenismus analysiert, um zu bewerten, inwieweit römische Identität trotz griechischer Anpassungen bestehen blieb.

  • Entwicklung und Wandel der römischen Erziehungsmethoden
  • Die Rolle des "mos maiorum" und konservativer Kritiker wie Cato der Ältere
  • Einfluss des Hellenismus auf das römische Schul- und Bildungssystem
  • Die Synthese aus römischem Pragmatismus und griechischer Bildung
  • Kritische Diskussion zur kulturellen Identität und "Eroberung" Roms

Auszug aus dem Buch

3.1. Was macht Rom so anfällig für die Absorption der griechischen Kultur?

Verschiedene Aspekte zeigen, dass Rom auch vor der Hellenisierung im 3./2. Jahrhundert vor Christus nie ganz frei war vom Einfluss anderer Kulturen. Schon im 5./4. Jahrhundert vor Christus, im Zuge einer Völkerwanderung, nahmen die Griechen Einfluss auf das Leben der Römer.

Die Vorraussetzungen, die hingegen zu einer Verschmelzung der römischen mit der griechischen Kultur führten, sind zahlreich sowohl auf der politischen, wie auch auf der gesellschaftlichen Ebene zu finden. Betrachtet man zunächst einmal die geographische Lage, zeigt sich, dass der Ursprung des römischen Imperiums, zentral im Mittelmeer gelegen, günstig für Handel und Kontakt mit anderen Völkern war. Hinzu kommen die römischen Eroberungszüge, die enorme Gebietsgewinne im Mittelmeerraum, Europa und Asien nach sich zogen. Die römische Kultur hatte nie, wie z. B. die griechische, „das Bewusstsein und das Gefühl ursprünglich und eigenständig zu sein“. Aufgrund fehlender nationaler Literatur oder Kunst erwies das römische Imperium besonders auf den ästhetischen Gebieten als nachahmungskräftig. Vor allem aber die griechische Sprache wurde von den Römer vereinnahmt. Denn diese Sprache erleichterte diplomatische Aktionen oder den Handel mit Regionen im zerfallenen griechischen Reich. Zusätzlich zum Vorteil, den das Beherrschen dieser Sprache mit sich brachte, beneideten sie die Griechen gleichzeitig um die Möglichkeit der harmonische Ausdrucksweise, die zur Redekunst erhoben wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

VORWORT: Einleitung in die Fragestellung der Arbeit und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand antiker Quellen.

1. DIE ALTRÖMISCHE ERZIEHUNG: Analyse der ursprünglichen Erziehungsideale Roms, die durch bäuerliche Kultur und das Konzept des "vir bonus" geprägt waren.

2. EXKURS: CATO DER ÄLTERE UND DIE ERZIEHUNG SEINES SOHNES ALS PLÄDOYER FÜR DIE URSPRÜNGLICH RÖMISCHE ERZIEHUNG: Untersuchung des Erziehungsstils von Cato dem Älteren als Repräsentant altrömischer Traditionen.

3. DER WANDEL DER RÖMISCHEN ERZIEHUNG DURCH ZUNEHMENDEN EINFLUSS DES GRIECHISCHEN: Darstellung der kulturellen Transformation und der Entwicklung des römischen Schulsystems unter griechischem Einfluss.

4. DAS BESIEGTE HELLAS EROBERT ROM (?) – EINE ABSCHLUSSDISKUSSION: Synthese der Forschungsergebnisse und kritische Beantwortung der zentralen Leitfrage.

5. RESÜMEE: Zusammenfassendes Fazit zur gegenseitigen Durchdringung von römischem Wesen und griechischer Kultur.

6. LITERATURANGABE: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Zeitschriften.

Schlüsselwörter

Hellenismus, Erziehung, Rom, Griechenland, Cato der Ältere, Bildungssystem, mos maiorum, vir bonus, Kulturgeschichte, Antike, Schule, Integration, Gräzisierung, Latein, Erziehungsideale

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die hellenistische Kultur das Römische Reich kulturell "erobert" hat, indem sie analysiert, wie stark sich das römische Erziehungswesen durch griechische Einflüsse veränderte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der altrömischen Erziehung, dem Einfluss des Hellenismus auf das Bildungssystem und der Rolle römischer Traditionen wie dem "mos maiorum".

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte wissenschaftliche Einschätzung der Fragestellung, ob Rom durch die griechische Kultur eine vollständige Assimilation erfuhr oder seine eigene Identität bewahren konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung und Interpretation antiker Quellen sowie einschlägiger althistorischer und pädagogischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch den Wandel vom bäuerlich geprägten Erziehungswesen hin zur Einführung griechischer Bildungsstrukturen und Schulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hellenismus, Römische Erziehung, Cato der Ältere, Bildungsgeschichte der Antike und der "mos maiorum".

Warum spielt Cato der Ältere eine so zentrale Rolle?

Cato dient als Paradebeispiel für den konservativen Widerstand gegen den griechischen Einfluss und verdeutlicht durch seine eigenen Erziehungsprinzipien die altrömischen Wertvorstellungen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Rom nicht von Griechenland erobert wurde, sondern eine Synthese vollzog, bei der das griechische Bildungssystem das römische Wesen bereicherte, ohne den "römischen Grundton" zu zerstören.

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Details

Title
Das besiegte Hellas erobert Rom? Die griechisch-römische Erziehung im Blick der zeitgenössischen Kritik
College
Dresden Technical University
Course
Geschichte der höheren Bildung und der höheren Schulen
Grade
1,3
Author
Isabel Liebig (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V44130
ISBN (eBook)
9783638417846
Language
German
Tags
Hellas Erziehung Blick Kritik Geschichte Bildung Schulen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Liebig (Author), 2002, Das besiegte Hellas erobert Rom? Die griechisch-römische Erziehung im Blick der zeitgenössischen Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44130
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