Unterrichtsentwurf zu Fällungsreaktionen und ihrem analytischen Nutzen (Chemie 10. Klasse Gymnasium)


Unterrichtsentwurf, 2016
8 Seiten, Note: unbenotet

Leseprobe

1. Didaktische Entscheidungen

1.1 Thema der Unterrichtsreihe

Das Thema der Unterrichtseinheit in der wir unsere Stunde halten ist „Den Stoffen analytisch auf der Spur“. Die SchülerInnen sollen sowohl qualitative als auch quantitative Methoden der nasschemischen Analytik kennen lernen.

1.2 Thema der Unterrichtsstunde

Der Titel der Stunde ist: „Die Ionen zu Fall bringen“ das Thema, das sich dahinter verbirgt ist „Erarbeitung und Erprobung unterschiedlicher Fällungsreaktionen zum Nachweis der Anionen (Cl-, Br-, I-, SO42-, CO32-).“

1.3 Einordnung in den Thematischen Zusammenhang

Die gehaltene Stunde ist nach der Einführungsstunde in das Thema Analytik. Die SuS lernen in der ersten Stunde der Einheit, was Analytik ist und welche Arten der Analytik es gibt. Das Mittel der Flammenfärbung als Vorprobe wird eingeführt und von den SchülerInnen erprobt. Um die Flammenfärbung bei Zugabe von unterschiedlichen Metallkationen zu erklären wird die energetische Anregung von Elktronen im Atom und das anschließende energetische zurückfallen anhand einer Schalendarstellung erklärt.

1.4 Intentionen

In der gehaltenen Stunde möchten wir erreichen, dass die SchülerInnen verstehen was eine Fällungsreaktion ist und wie man mit ihnen unterschiedliche Anionen nachweisen kann.

1. Feinzielt: Die SchülerInnen lernen, dass Bariumsulfat ein sehr schwer löslicher Stoff ist und die Existenz von Sulfat mit Hilfe von Barrythwasser nachgewiesen werden kann.
2. Feinziel: Die SchülerInnen lernen, das Carbonate sich sehr gut in Säuren lösen, Sulfate hingegen nicht.
3. Feinziel: Die SchülerInnen lernen, dass die Silberhalogenide nicht wasserlöslich (oder nur sehr schwer) sind. Die drei unterschiedlichen Silber-halogenide können anhand der Farbe und mit Hilfe von Vergleichssalzen unterschieden werden.

1.5 Die geplante Unterrichtsstruktur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Didaktische Begründungen

Das Ziel der Unterrichtsstunde schließt sich sehr gut an die vorran-gegangene Stunde an, in dem nach den Nachweisen für die Kationen, nun die Anionennachweise behandelt werden. Es wird darauf geachtet, das nur Anionennachweise verwendet werden, die keine aufwendigeren Nachweise oder Trennungen verlangen. Außerdem sollten die SchülerInnen die Anionen im besten Fall bereits kennen.

Für den Anfang der Stunde haben wir das „Bankrücken“ gewählt. Zum einen um die SchülerInnen zu aktivieren, da die Stunde schon sehr spät am Tag liegt, zum anderen um die SchülerInnen in ihrer Sitzordnung durch-zumischen, was für die folgende Partner- bzw. Gruppenarbeit sinnvoll ist. Inhaltlich soll das Bankrücken der Wiederholung und Sicherung von bereits erlerntem dienen. Wobei sowohl Stoff aus der vergangenen Unterrichtsstunde abgefragt wird, als auch Wissen, welches in anderen Schuljahren behandelt wurde.

Mit dem Einstieg in das eigendliche Stundenthema wollen wir den Schüler-Innen die Sinnhaftigkeit von Analytik verdeutlichen (unbekannte Stoffe erkunden). Außerdem haben wir ein Problem konstruiert, das mit den in der Stunde erarbeiteten Methoden gelöst werden kann. Weiterhin geben wir an, dass die Substanz eine blass violette Flamme gezeigt hat um nochmals das Wissen der Vorstunde zu aktivieren.

Überleitend weisen wir darauf hin, dass es unterschiedliche Nachweise gibt um nun herrauszufinden, welches das zugehörige Anion sein könnte. Mit Hilfe eines Tafelbildes werden die Ionen vorgestellt, welche in den folgenden Experimenten von Bedeutung sind. Die Namen der Ionen werden verdeutlicht und der Begriff Anion noch einmal geklärt um bereits erlerntes erneut zu aktivieren. Außerdem sollten die SuS in der Lage sein Halogenide und Halogene zu unterschieden.

Anschließend wird mit Hilfe einer Folie der Ablauf der Stationsarbeit erklärt. Wie und nach welcher Zeit die Gruppen wechseln wird so für alle veranschaulicht. Die Folie bleibt während der Stationenarbeit liegen, damit die SuS sich immer wieder vergewissern können und der organisatorische Ablauf reibungslos ist.

Für die Erarbeitungsphase haben wir eine Stationenarbeit gewählt, da dadurch alle SuS die Anionennachweise ausprobieren können. Die Beobachtungen werden in einen Laufzettel eingetragen. Ebenfalls sollen die SuS sich aus dem Buch die Reaktionsgleichungen erarbeiten und ebenfalls in dem Hanout vermerken. Dadurch können wir gewährleisten, dass alle in der Lage sind sich eine Übersicht über die Nachweise zu erstellen.

In der ersten Station wird der Nachweis von H+ bzw. OH- Ionen wiederholt. Bisher haben die SuS vor allem mit Universalunikator gearbeitet. In diesem Versuch lernen sie Phenolphtalein, Bromthymolblau und Lackmus kennen. Durch Ausfüllen des Laufzettels wurde an dieser Stelle zugleich die Dissoziation von Stoffen wiederholt.

In der zweiten Station werden die Fällungsreaktionen für die Halogenide eingeführt. Die SuS lernen, was bei einer Fällung zu beachten ist und können den farblichen Unterschied zwischen den drei Niederschlägen der Silberhalogenide unterschieden. Zu dieser Station gibt es eine Lernhilfe. In der Lernhilfe wird noch einmal darauf hingewiesen, dass die Anionen für den Niederschlag verantwortlich sind, um das Erstellen der Reaktionsgleichung zu erleichtern. Außerdem enthält die Lernhilfe ein Bild der einzelnen Niederschläge um die farbliche Unterscheidung zu erleichtern.

In der dritten Station sollen die SuS lernen, das sowohl Carbonate als auch Sulfate mit Ba(OH)2 ausgefällt werden können. Im Anschluss lernen die SchülerInnen, dass sich die Carbonate in Salzsäure lösen, Sulfate hingegen nicht.

In der letzten Station soll ein Bezug zum Alltag der SchülerInnen hergestellt werden. Gezeigt wird, dass der in der Atemluft enthaltene Kohlenstoffdioxid sich in Wasser löst und dort in einem Gleichgewicht mit der Kohlensäure steht. Die SuS geben Lakmus hinzu, welcher einen sauren pH Wert anzeigt (rot Färbung) nach dem Hineinpusten. Außerdem wird Carbonat aus der festen Substanz nachgewiesen. Die SuS erkennen erneut, das Carbonate sich unter Gasentwicklung in Salzsäure lösen. Das entstandene Gas trifft auf einen Film aus Ba(OH)2 und es bildet sich ein weißer Niederschlag. Die SuS erkennen, dass CO2, Kohlensäure und Carbonate zusammenhängen und ineinander umwandelbar sind.

In der Klärungsphase sollen die SuS die Möglichkeit haben Fragen zu stellen. Bewusst haben wir uns dagegen entschieden den Laufzettel Schritt für Schritt durchzugehen. Die SuS haben die Lernhilfen, ihr Buch und die Lehrpersonen als Hilfestellung um die Aufgaben zu bearbeiten als.

Zum Schluss lösen wir in einem LehrerInnendemonstrationsversuch das Rätsel vom Beginn der Stunde. Wir befragen die SchülerInnen, wie sie nun vorgehen würden. Dadurch haben die SuS die Möglichkeit ihr in den Stationen erarbeitetes Wissen systematisch anzuwenden.

3. Materialien

- Fragen zum Bankrücken
- Tafelbild mit der Ionenübersicht
- Folie zur Erklärung der Stationsarbeit
- 4 unterschiedliche Aufgabenzettel für die Stationen
- Laufzettel
- Einfache Aufgaben zur Dissoziation
- Lernhilfe für die Station 2
- Lehrbuch (Sachsen, Gymnasium, 10. Klasse Kapitel Analytik: Tabelle mit Nachweisreaktionen für Anionen)

4. Reflexion

Die betrachtete Unterrichtsstunde verlief im Wesentlichen wie geplant. Es gab einzelne Pannen, da die Material für die einzelnen Stationen unvollständig waren, diese Fehler konnten aber spontan ausgeräumt werden. Die zeitliche Planung hat gut gepasst. Dank den vorbereitenden Gesprächen mit der Mentorin und der Fachlehrerin konnten wir die Arbeitsintensität der einzelnen Bestandteile der Stunde gut einschätzen.

Als positiv bewertet wurde vor allem der Titel unserer Stunde und der Einstieg mit einer Geschichte, die ein Problem generieren soll. Auch die vorherige Wiederholung durch das Bankrücken wirkte auf die Beobachter positiv. Die SuS haben auf dieses „Spiel“ positiver reagiert als ich das erwartet hätte.

Die Anschließende organisatorische Überleitung zur Gruppenarbeit war zum Teil etwas holperig, da ich mir nicht genau überlegt hatte, welche Punkte ich alle ansprechen möchte. Gepaart mit der Aufregung das erste mal in der Rolle der Lehrerin zu sein führte das zu Unsicherheit auf meiner Seite. Den Beobachter ist diese Unsicherheit weniger aufgefallen, für die Zukunft werden ich solche Situationen aber besser vorbereiten um meine Unsicherheit zu verringern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf zu Fällungsreaktionen und ihrem analytischen Nutzen (Chemie 10. Klasse Gymnasium)
Hochschule
Universität Leipzig
Note
unbenotet
Autor
Jahr
2016
Seiten
8
Katalognummer
V441393
ISBN (eBook)
9783668802537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitative Analyse, Trennungsgang, Fällungsreaktionen
Arbeit zitieren
Katharina Niebergall (Autor), 2016, Unterrichtsentwurf zu Fällungsreaktionen und ihrem analytischen Nutzen (Chemie 10. Klasse Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441393

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