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Die Propheten aus Kleinasien: Montanus, Priscilla, Maximilla - Offenbarungen des Heiligen Geistes? Die Kirche des Amtes und das freie Wirken des Heiligen Geistes

Title: Die Propheten aus Kleinasien: Montanus, Priscilla, Maximilla - Offenbarungen des Heiligen Geistes? Die Kirche des Amtes und das freie Wirken des Heiligen Geistes

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Regine Seidel (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Als wir im Seminar über den Montanismus sprachen, beeindruckte mich besonders die Korrespondenz zur Gegenwart: Die Adventisten und die Pfingstbewegung weisen nicht nur gewisse Analogien auf, sondern stellen auch den gegenwärtig am stärksten wachsenden Zweig des Christentums dar. Vor diesem aktuellen Hintergrund war es mir ein besonderes Anliegen, mehr über die Bewegung der Kataphrygier, wie sie sich selbst nannten, herauszufinden.
Der Montanismus weist ein breites Spektrum auf; verschiedene Entwicklungsphasen, Enthusiasmus, Chiliasmus, Rigorismus, Kirchenorganisation, etc.. Ich habe mich auf die Behandlung der Frühphase beschränkt, da diese Bewegung nach Ausbleiben des prophezeiten Weltendes durch Anpassung stark modifizierte und sich danach hauptsächlich über seinen Rigorismus definierte.
In dem Bemühen, meiner Abhandlung Seriosität und Eigenständigkeit zu geben, werde ich zuerst kurz die Quellenlage erörtern und dann zur Herstellung des Kontexts eine Kurzbeschreibung dieser Bewegung geben. Unter Berücksichtigung der Aspekte urchristlicher prophetischer Tradition, der Ekstase montanistischer Prophetie und der daraus abgeleiteten rigoristischen Forderungen möchte ich den Kampf der sich institutionalisierenden Großkirche gegen diese prophetische Bewegung in ihrer Motivation und den kirchenpolitischen Konsequenzen erläutern, um damit den Bezug zur Gegenwart herzustellen:
· Wie haben die damals getroffenen Entscheidungen die Kirchengeschichte beeinflusst?
· Was treibt so viele junge Menschen in charismatische oder pfingstkirchliche Bewegungen?
· Wie kann die Ökumene von diesen Bewegungen profitieren?
Da meine Literatur und die benutzten Quellen schlussendlich weitaus zahlreicher waren, als ich anfänglich zu vermuten wagte, möchte ich an dieser Stelle nur auf das Literaturverzeichnis verweisen. Anzumerken bleibt, dass ich in meiner Hausarbeit bewusst nicht auf die Benutzung von Quellen aus dem Internet verzichtete (obwohl diese mir zu polarisiert erscheinen), da sie für mich wichtige Zeugnisse des gegenwärtigen Zeitgeistes sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erörterung der Quellenlage

3. Der Montanismus

3.1.1 Kurze Zusammenfassung

3.1.2 Die „Neue Prophetie“ - Wiederbelebung des Urchristentums?

3.1.3 Die Prophetien der Montanisten

3.1.4 Die Form der „Neuen Prophetie“ – Ekstase

3.1.5 Die Forderungen der Montanisten – Askese

3.2 Die Abwehr des Montanismus

3.3 Kirchengeschichtliche Konsequenzen

4. Bezug zur Gegenwart

4.1 Das freie Wirken des Heiligen Geistes heute - am Beispiel der Pfingstbewegung

4.2 Erwählungsbewusstsein und Ökumene

5. Persönlicher Kommentar zur aktuellen Situation – Geist und Amt im Widerspruch?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Montanismus als eine charismatische Bewegung des 2. Jahrhunderts und setzt diese in Bezug zu zeitgenössischen Phänomenen wie der Pfingstbewegung, um die Spannungsfelder zwischen freiem Wirken des Heiligen Geistes und kirchlicher Institutionalisierung zu beleuchten.

  • Historische Analyse der Entstehung und Frühphase des Montanismus in Kleinasien.
  • Untersuchung der prophetischen Praxis, Ekstase und rigoristischen Lebensweise der Montanisten.
  • Analyse des Abwehrkampfes der entstehenden Großkirche und dessen kirchenpolitische Folgen.
  • Vergleich der urchristlichen prophetischen Tradition mit heutigen charismatischen Bewegungen.
  • Reflexion über das Verhältnis von Geistesgaben, Spiritualität und kirchlichem Leitungsamt.

Auszug aus dem Buch

3.1.4 Die Form der „Neuen Prophetie“ - Ekstase

Lietzmann schildert das „Auflodern der alten Geistesmächtigkeit“ wie folgt: „Da wurde ein Neugetaufter namens Montanus plötzlich vom Geist ergriffen, geriet in Ekstase und zeigte alle Erscheinungen der Glossalie (griechisch: Zungenrede ekstatisches, unverständliches Sprechen, das der Deutung bedarf; im Neuen Testament als besondere Gnadengabe des Heiligen Geistes (Charisma) beschrieben), die bald in verständliches Reden überging und den Sprecher als Propheten des heiligen Geistes offenbarte. Ihm schlossen sich zwei Frauen, Priska und Maximilla an: auch sie redeten in bewusstlosem Zustand seltsame Dinge und sprachen im Namen des göttlichen Geistes.“

Schon die alten Griechen bezeichneten das religiöse Phänomen, das eine fremde und übernatürliche Macht von einem Menschen Besitz genommen habe, als Ekstase, wobei dieser Ausdruck eine ganze Reihe psychischer Zustände umfasst, deren äußere Symptome die ganze Skala umspannen; von auffällig aufgeregter Stimmung bis zu einer vollkommenen Raserei, die oft mit Krämpfen oder akuten Lähmungen endet. Ekstatische Zustände kennzeichnen sich jedoch immer durch mehr oder weniger vollständige Sprengung des Bewusstseins, so dass der Ekstatiker den Einfällen des Unterbewusstseins preisgegeben ist. Diese Verdoppelung des Ichs ist es, die bei den Betreffenden selbst die Vorstellung verursacht, eine fremde, eine übernatürliche Macht habe seinen Leib in Besitz genommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin legt ihre Motivation dar, die Korrespondenz zwischen der frühchristlichen Bewegung des Montanismus und modernen charismatischen Strömungen zu untersuchen.

2. Erörterung der Quellenlage: Es wird erläutert, dass Informationen über den Montanismus primär aus fragmentarischen Zitaten ihrer kirchlichen Gegner stammen, was eine objektive Rekonstruktion erschwert.

3. Der Montanismus: Dieses Hauptkapitel analysiert die Entstehung, das prophetische Wesen, die asketischen Forderungen sowie den institutionellen Abwehrkampf gegen die Bewegung.

4. Bezug zur Gegenwart: Es erfolgt eine Übertragung der historischen Erkenntnisse auf die moderne Pfingstbewegung und eine Diskussion über deren ökumenische Einbindung.

5. Persönlicher Kommentar zur aktuellen Situation – Geist und Amt im Widerspruch?: Die Autorin reflektiert kritisch über das Verhältnis von institutionalisierter Kirche und spiritueller Lebendigkeit.

Schlüsselwörter

Montanismus, Neue Prophetie, Heiliger Geist, Ekstase, Glossalie, urchristliche Tradition, Kirchengeschichte, Pfingstbewegung, Charismatik, Rigorismus, Institutionalisierung, Eschatologie, Ökumene, Geistesgaben, kirchliches Amt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Montanismus, einer prophetischen Bewegung des 2. Jahrhunderts, und vergleicht deren Wesen mit aktuellen charismatischen Bewegungen der Gegenwart.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die urchristliche Prophetie, das Phänomen der Ekstase, der ethische Rigorismus und die kirchenpolitische Auseinandersetzung zwischen charismatischen Gruppen und der institutionalisierten Kirche.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die kirchengeschichtlichen Folgen des Abwehrkampfes gegen den Montanismus aufzuzeigen und zu verstehen, warum charismatische Frömmigkeitsformen heute wieder ein starkes Wachstum verzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kirchengeschichtliche Analyse, die auf der Auswertung primärer Quellenfragmente und kirchenhistorischer Sekundärliteratur basiert, ergänzt um aktuelle kirchenpolitische Bezüge.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Quellenkritik, die detaillierte Darstellung montanistischer Lehre und Praxis sowie die darauffolgende kirchenhistorische Bewertung des Konflikts mit der wachsenden Großkirche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Montanismus, Pfingstbewegung, Heiliger Geist, Ekstase, Institutionalisierung und kirchliches Amt.

Warum spielt die Ekstase eine so wichtige Rolle in dieser historischen Debatte?

Die Ekstase galt einerseits als Beweis für die Inspiration durch den Heiligen Geist, wurde jedoch von kirchlichen Gegnern als kontrollverlustbehafteter "mantischer Furor" und Abweichung von der vernünftigen Tradition abgelehnt.

Welche Verbindung sieht die Autorin zwischen dem Montanismus und modernen Bewegungen?

Die Autorin sieht eine starke Parallele in der Suche nach einer "besonderen geistigen Qualität" und einem unmittelbaren Erleben des Geistes, das oft als Korrektiv zur empfundenen Starrheit etablierter Institutionen dient.

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Details

Title
Die Propheten aus Kleinasien: Montanus, Priscilla, Maximilla - Offenbarungen des Heiligen Geistes? Die Kirche des Amtes und das freie Wirken des Heiligen Geistes
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin  (Fachbereich Religionspädagogik)
Course
Alte Kirche
Grade
1,3
Author
Regine Seidel (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V4414
ISBN (eBook)
9783638127356
Language
German
Tags
Montanismus Prophetie Alte Kirche 2. Jh.
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Regine Seidel (Author), 2002, Die Propheten aus Kleinasien: Montanus, Priscilla, Maximilla - Offenbarungen des Heiligen Geistes? Die Kirche des Amtes und das freie Wirken des Heiligen Geistes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4414
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