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Die Bedeutung des RIAS Berlin für die Bewohner Ost-Berlins und der DDR - Eine Analyse anhand von Sendungen und Aktionen des RIAS sowie Reaktionen von Hörern aus dem Sendegebiet

Title: Die Bedeutung des RIAS Berlin für die Bewohner Ost-Berlins und der DDR - Eine Analyse anhand von Sendungen und Aktionen des RIAS sowie Reaktionen von Hörern aus dem Sendegebiet

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Mario Müller (Author)

Communications - Media History
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Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann die amerikanische Besatzungsmacht im Jahre 1946 im Westteil Berlins einen Radiosender aufzubauen.

Der zunächst noch über Draht, bald schon jedoch über Mittelwelle ausgestrahlte „Rundfunk im amerikanischen Sektor“ - kurz: „RIAS“ - wurde innerhalb kürzester Zeit zum beliebtesten Informations- und Unterhaltungsmedium der vom Krieg schwer geschädigten Stadt.

„Rundfunk im amerikanischen Sektor“ - Der Name weist sehr deutlich auf den besonderen Status der Stadt zu dieser Zeit hin. Die Aufteilung Berlins in Sektoren bedeutete auch eine Aufteilung in „Informations-Sektoren“. Nachdem die russische Administration im Ostteil der Stadt mit der Übernahme des ehemaligen BERLINER RUNDFUNKs und seiner bestehenden Infrastruktur bereits Fakten geschaffen hatte, zogen die Amerikaner in Westberlin schnell nach und entwickelten einen Sender, der nicht nur im amerikanischen Sektor, sondern auch in Ostberlin bald eine enorm große Hörerschaft an den Rundfunkgeräten versammeln sollte.

Mit großem technischem Aufwand und einem speziell auf die Bedürfnisse der Hörer in der sowjetischen Besatzungszone ausgerichteten Programm wurden die Bevölkerung im Osten Berlins und später auch die Menschen in der ganzen DDR gezielt angesprochen.
Die Hörfunkprogramme des RIAS waren dort bis zum Ende der DDR eine der wenigen Quellen für Informationen aus der Bundesrepublik Deutschland und der westlichen Welt.

In dieser Arbeit möchte ich zeigen, dass die Sendungen des RIAS innerhalb ihres Sendegebietes die wichtigste unabhängige Informationsquelle für die Hörer in der DDR gewesen sind. Die Signifikanz des Themas sehe ich darin, dass der Sender bedeutende Auswirkungen auf den Alltag sehr vieler Menschen in Berlin und Ostdeutschland hatte und damit letztendlich nicht nur die deutsche Trennungsgeschichte dokumentiert, sondern diese selbst auch aktiv beeinflusst hat.

Ich möchte darstellen, welche konkreten Versuche der RIAS unternommen hat, um die Hörer in der Sowjetzone zu erreichen, wie einzelne Hörer auf das die deutsche Trennung immer wieder thematisierende Programm reagiert haben und mit welchen Maßnahmen die DDR-Führung gegen die Verbreitung des RIAS vorging.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ENTSTEHUNG DES RIAS

3. PROGRAMM FÜR DEN OSTEN

3.1 Die neue Zielgruppe in der Sowjetzone

3.2 Technische Reichweite und Störsender

3.3 Aktionen des MfS

3.4 Beiträge für Ost-Berlin und die DDR

4. HÖRERREAKTIONEN

4.1 Probleme auf dem Postweg

4.2 Das Rätsel mit der Quotenmessung

4.3 Radio als Hoffnung und Seelsorger

4.3.1 „Die Zone hat das Wort“

4.3.2 RIAS-„Treffpunkt“

4.3.3 Rückblicke nach Grenzöffnung

5. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Bedeutung des Senders RIAS für die Bevölkerung in Ost-Berlin und der DDR während des Kalten Krieges, wobei die Forschungsfrage untersucht, wie der Sender als unabhängige Informationsquelle fungierte, wie die DDR-Führung darauf reagierte und wie die Hörer das Programm sowie dessen Einfluss auf ihren Alltag wahrnahmen.

  • Entstehung und Entwicklung des RIAS als „freie Stimme“ im geteilten Berlin.
  • Technische Aspekte der Reichweite und die Gegenmaßnahmen durch staatliche Störsender.
  • Die gezielten Kampagnen und Aktionen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gegen den Sender.
  • Die enge Bindung der Hörer an den RIAS, dokumentiert durch umfangreiche Zuschriften und Reaktionen.
  • Die Funktion des RIAS als Hoffnungsquelle und Seelsorger für die DDR-Bevölkerung.

Auszug aus dem Buch

3.3 Aktionen des MfS

Je stärker die Reichweite des RIAS wurde, umso heftiger wurden die Reaktionen der östlichen Administration. Es gab zwar nie ein gesetzliches Verbot für das Hören des RIAS, jedoch wirkte es strafverschärfend bei politischen Strafprozessen, und es gab Kampagnen, bei denen Rundfunkgeräte beschlagnahmt und Sanktionen gegen Personen erlassen wurden, welche Nachrichten aus dem Westen verbreitet hatten.

Die bedeutendste und folgenschwerste dieser Kampagnen war die Aktion „Enten“, initiiert durch den damaligen Chef des „Ministeriums für Staatssicherheit“ Generalleutnant Erich Mielke. Hierzu gab es einen „Operativplan“, datiert vom 10.2.1955, welcher das Ziel hatte...

„...nicht nur die Agenturen des RIAS zu zerschlagen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen, sondern durch richtige politisch operative Maßnahmen dem RIAS einen solchen Schlag zuzufügen, der es möglich macht, diesen amerikanischen Sender vor dem gesamten deutschen Volk als Spionagezentrale des amerikanischen Geheimdienstes zu entlarven.“

Die zugehörigen Maßnahmen sahen vor, die in der Anlage des Planes genannten „Agenten“ bzw. „Spione“ des RIAS nach Auflösung der Aktion zu verhaften und „...aus ihren Lebensbedingungen herauszunehmen ohne dass ihr Fehlen oder Fernbleiben sofort Verdacht erregt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der historischen Entstehung des RIAS unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der Bedeutung als Informationsquelle für die DDR-Bürger.

2. ENTSTEHUNG DES RIAS: Analyse der frühen Jahre des Senders, seiner organisatorischen Anbindung an die amerikanische Militärverwaltung sowie des Status als „freie Stimme“.

3. PROGRAMM FÜR DEN OSTEN: Untersuchung der inhaltlichen Programmgestaltung, technischer Herausforderungen wie Störsendern sowie der repressiven Gegenmaßnahmen des MfS.

4. HÖRERREAKTIONEN: Auswertung der Hörerpost, der Bedeutung von Sendungen wie dem „Treffpunkt“ für Jugendliche sowie der Reaktionen nach der Grenzöffnung 1989.

5. RESÜMEE: Zusammenfassende Bewertung des RIAS als einzigartige Institution, die trotz staatlicher Unterdrückung eine essenzielle Rolle als Kommunikationsbrücke spielte.

Schlüsselwörter

RIAS, Kalter Krieg, DDR, Ost-Berlin, Hörerpost, Ministerium für Staatssicherheit, Störsender, Sendegeschichte, Deutschlandradio, Informationsquelle, Propaganda, Grenzöffnung, Propaganda, Medienlandschaft, politische Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Senders RIAS Berlin für die Bevölkerung in Ost-Berlin und der DDR während der Zeit des Kalten Krieges.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehung des Senders, den technischen sowie politischen Auseinandersetzungen mit der DDR-Führung und der Analyse von Hörerreaktionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Es soll aufgezeigt werden, dass der RIAS die wichtigste unabhängige Informationsquelle für die Hörer in der DDR war und wie er den Alltag sowie die deutsche Trennungsgeschichte maßgeblich beeinflusst hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Analyse von Dokumentationen, Zeitungsartikeln, biographischen Texten und insbesondere der Auswertung von Hörerpost aus der Zeit vor und nach der Wiedervereinigung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sendergeschichte, die technischen Möglichkeiten der Ausstrahlung, die staatlichen Repressionen durch das MfS und die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Hörerresonanz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie RIAS, Kalter Krieg, DDR, Hörerpost und MfS-Repressionen beschreiben.

Was genau war die Aktion „Enten“?

Es handelte sich um eine vom MfS initiierte Kampagne, bei der 1955 gezielt vermeintliche RIAS-Spione verhaftet wurden, um den Sender als Geheimdienstzentrale zu diffamieren.

Warum blieb die Hörerbindung an den RIAS trotz Störsendern so hoch?

Die Hörer sahen im RIAS eine der wenigen vertrauenswürdigen Informationsquellen und eine moralische Stütze, was dazu führte, dass die Angst vor Repressalien das Bedürfnis nach westlichen Informationen nicht überwiegen konnte.

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Details

Title
Die Bedeutung des RIAS Berlin für die Bewohner Ost-Berlins und der DDR - Eine Analyse anhand von Sendungen und Aktionen des RIAS sowie Reaktionen von Hörern aus dem Sendegebiet
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Course
Hauptseminar: 'U.S. and German Cold War Perspectives, 1945-1990'
Grade
2,0
Author
B.A. Mario Müller (Author)
Publication Year
2002
Pages
29
Catalog Number
V44141
ISBN (eBook)
9783638417945
ISBN (Book)
9783638657440
Language
German
Tags
Bedeutung RIAS Berlin Bewohner Ost-Berlins Eine Analyse Sendungen Aktionen RIAS Reaktionen Hörern Sendegebiet Hauptseminar German Cold Perspectives
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Mario Müller (Author), 2002, Die Bedeutung des RIAS Berlin für die Bewohner Ost-Berlins und der DDR - Eine Analyse anhand von Sendungen und Aktionen des RIAS sowie Reaktionen von Hörern aus dem Sendegebiet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44141
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