Wir alle träumen. Wir wachen auf und wissen, dass wir geträumt haben. Doch was uns der Traum mitteilen möchte, bleibt uns weitgehend verborgen. Vielmehr stiftet er häufig nur Verwirrung. Der Traum macht doch gar keinen Sinn. An diese Stelle tritt die moderne Psychoanalyse mit ihrer Traumdeutung, welche durch Sigmund Freud begründet wurde. Der Traum ist, so Freud, ein Schlafhüter und Beseitiger von Schlafstörungen, indem er eine Reaktion auf einen Reiz darstellt und dessen Erledigung simuliert, damit der Schlaf fortgesetzt werden kann. Das Träumen wird von Freud als ein Mittel des Unterbewussten beschrieben, dass das Begehren eines Menschen in Form von unterdrückten, nicht realisierbaren Wünschen, ausgehend von der Libido, mehr oder minder deutlich und zusammenhängend in Form von halluzinatorischen Erlebnissen im Schlaf konstruiert. Der Traum stellt dabei eine Art Kompromissergebnis zwischen Wunsch und dem Unterdrücken des Wunsches dar. Ziel der Traumanalyse sei dabei das Deuten des manifesten Trauminhalts, um darauffolgend den latenten Traumgedanken herauszufiltern, denn hinter jedem Traumelement steht etwas Verborgenes, dass es zu ergründen gibt. [...]
Inhaltsverzeichnis
- STATEMENT
- Traumdinge
- Manifester Trauminhalt und latente Traumgedanken
- Traumdeutung
- Infantile Träume
- Entstellung des Traums
- Der Egoismus im Traum
- Die These Platos
- Nussknacker und Mausekönig
- Marie Stahlbaums Identitätsbildung
- Die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert
- Die Kindheit im 19. Jahrhundert
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung von Traumdinge in Sigmund Freuds psychoanalytischer Theorie und in E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Nussknacker und Mausekönig".
- Die Bedeutung der Traumanalyse
- Die Funktion des Traums als Kompromiss zwischen Wünschen und gesellschaftlichen Normen
- Die Rolle der Traumzensur
- Die geschlechtliche Identitätsbildung im 19. Jahrhundert
- Die Konventionen der Gesellschaft und die Abgrenzung zur Phantasiewelt
Zusammenfassung der Kapitel
- Der erste Abschnitt befasst sich mit Sigmund Freuds psychoanalytischer Traumdeutung. Es werden die Grundprinzipien der Traumanalyse, die Unterscheidung zwischen manifesten und latenten Traumgedanken, die Rolle der Traumzensur und die Frage nach dem Egoismus im Traum vorgestellt.
- Im zweiten Teil wird die These Platos über den Traum als Wunschbefriedigung diskutiert und die Verbindung zwischen Freuds psychoanalytischer Theorie und der Erzählung "Nussknacker und Mausekönig" von E.T.A. Hoffmann hergestellt.
- Im dritten Kapitel wird die Rolle der Protagonistin Marie Stahlbaum und ihre Identitätsbildung im Kontext des 19. Jahrhunderts analysiert. Es wird untersucht, wie sie durch die Phantasiewelt des Nussknackers von den gesellschaftlichen Erwartungen befreit wird.
Schlüsselwörter
Traumdeutung, latenter Traumgedanke, manifester Trauminhalt, Traumzensur, Egoismus, Wunschbefriedigung, Nussknacker und Mausekönig, Marie Stahlbaum, Identitätsbildung, Gesellschaftliche Normen, Phantasiewelt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen manifestem Trauminhalt und latenten Traumgedanken?
Der manifeste Inhalt ist das, woran wir uns nach dem Aufwachen erinnern. Die latenten Traumgedanken sind die verborgenen, unbewussten Wünsche und Reize, die den Traum eigentlich auslösen.
Warum bezeichnet Freud den Traum als „Schlafhüter“?
Nach Freud verarbeitet der Traum störende Reize oder Wünsche so, dass der Träumende nicht aufwachen muss, wodurch der Schlaf fortgesetzt werden kann.
Welche Rolle spielt die Traumzensur?
Die Traumzensur entstellt verbotene oder peinliche Wünsche des Unterbewusstseins, sodass sie im manifesten Traum nur in verschlüsselter Form erscheinen.
Wie wird Freuds Theorie auf „Nussknacker und Mausekönig“ angewendet?
Die Arbeit analysiert Marie Stahlbaums Träume und Phantasiewelten als Ausdruck ihrer Identitätsbildung und als Befreiung von den engen gesellschaftlichen Normen des 19. Jahrhunderts.
Was besagt die These von Plato über Träume?
Die Arbeit diskutiert Platos Ansicht, dass im Traum die wilden, gesetzlosen Triebe des Menschen zum Vorschein kommen können, die im Wachzustand durch die Vernunft kontrolliert werden.
- Arbeit zitieren
- Nicole Lieber (Autor:in), 2018, Traumdinge. Manifester Trauminhalt und latente Traumgedanken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441422